Polymorphie in Templates



  • Nabend,

    schonmal vorweg: Ich vermute mal, dass der Titel nicht ganz passt, jedoch weiss ich nicht wie ich es besser allgemein beschreiben sollte.

    Ich habe ein Klassentemplate X. In diesem ist eine Methode definiert, die mir eine Instanz des Typs T zurück liefert. Dieser Typ kann auch ein primitiver Datentyp sein.

    Ich möchte jedoch alle verschiedenen Instanzen meines Klassentemplates X in eine Liste werfen. Wie kann ich hier dynamisch bleiben? Die Liste muss ja schon mit dem tatsächlichen Typ von T ausgestattet werden (der aber möglicherweise unterschiedlich sein kann).

    Mein alternativer Ansatz wäre hier gewesen, eine eigene Klasse für den Rückgabetyp der Methode zu erstellen und die Implementierungen eben hiervon abzuleiten. Jedoch haut das bei den primitiven Datentypen dann wohl nicht mehr hin :/.

    Hat jemand eine "Standardlösung" oder allgemein eine schöne Lösung?

    Viele Grüße



  • Kannst du dein einleitendes Beispiel mal mit Code gestalten?

    Ich hab' das jetzt etwa so verstanden:

    template<typename T>
    class X
    {
    public:
      T machwas();
    };
    
    list<X> mylist; // <- hier alle möglichen Spezialisierungen von X<T> reinpacken
    

    Kommt das ungefähr hin?



  • Was mir eben noch eingefallen ist ...

    Haltet ihr es für sinnvoll, für den Rückgabetyp eine gemeinsame Klasse zu erstellen, und für die primitiven Datentypen einfach Wrapper drum herum zu schreiben?

    struct Basistyp {};
    
    struct Char : Basistyp {
    	char c;
    	Char(char _c) { c = _c; }
    	operator char() {
    		return c;
    	}
    };
    


  • CStoll schrieb:

    Kannst du dein einleitendes Beispiel mal mit Code gestalten?

    Ich hab' das jetzt etwa so verstanden:

    template<typename T>
    class X
    {
    public:
      T machwas();
    };
    
    list<X> mylist; // <- hier alle möglichen Spezialisierungen von X<T> reinpacken
    

    Kommt das ungefähr hin?

    Ja exakt so. Wird bestimmt auch keine Möglichkeit dafür geben oder? Schließlich geht ja die Typsicherheit verloren, und ich kann nicht wissen was ich dann von machwas() zurück bekomme.



  • Du könntest dem Template eine Basisklasse verpassen und Pointer darauf in einer Liste speichern. Allerdings kommst du da nicht ohne Cast aus, wenn du auf eine bestimmte Spezialisierung zugreifen willst.

    PS: Was hast du denn inhaltlich vor? Vielleicht gibt es ja eine bessere Lösung für dein Problem.



  • in java geht sowas in der richtung

    public class <extends Blabla> hallo {}
    

    (ich weiss nicht ob die syntax richtg ist)

    also sprich, dass nur klassen die von einer basisklasse erben zugelassen sind ?!?



  • Java wäre so:

    public class Hallo<T extends Blabla> {}
    

    Bringt mir hier leider nichts :(.



  • nein, aber geht sowas in c++?



  • Skym0sh0 schrieb:

    nein, aber geht sowas in c++?

    Bei templates ist sowas nicht notwendig, das geht dort implizit. Ein template funktioniert automatisch für jeden Typ der die notwendigen Operationen unterstützt.



  • Die Klasse Document => Schnittstelle zum Zugriff auf eine Dokumentart, also bspw. eine Datei auf dem Filesystem.

    Ich möchte nun alle geöffneten bzw. erstellten Documents in eine liste werfen, um bspw. prüfen zu können, ob ich das Document schon mal geladen hab bzw. schon geladen ist. Jedoch kann der Inhalt variieren, bspw. wchar_t oder char (diese Typen würde ich Document als Parameter übergeben).

    Ist mal eine vereinfachte Form.



  • class DocumentBase
    {
    public:
      virtual bool isOpen() = 0;
    };
    
    template <class CharType>
    class Document : public DocumentBase
    {
      ...
    };
    
    list<DocumentBase*> bla;
    


  • dot schrieb:

    class DocumentBase
    {
    public:
      virtual bool isOpen() = 0;
    };
    
    template <class CharType>
    class Document : public DocumentBase
    {
      ...
    };
    
    list<DocumentBase*> bla;
    

    Mh ne sowas mein ich nicht :(.

    template<typename T>
    class Document {
    	T get();
    };
    

    Angenommen ich möchte jetzt rein zur Verwaltung alle Documents irgendwo weg speichern? Wie stellt man das am besten an? Natürlich wenn die Documents mit unterschiedlichen T's erstellt wurden.



  • Das geht so nicht. Wenn du alle gemeinsam behandeln willst müssen sie eine gemeinsame Basis haben.



  • Mh aber selbst wenn ich jetzt folgendes habe:

    struct DocumentBase {
    	// irgendwas
    };
    
    template<typename T>
    struct Document : DocumentBase {
    	T value;
    
    	Document(T _value) {
    		value = _value;
    	}
    };
    

    Das hier funktioniert:

    int main(int argc, char **argv) {
    	Document<int> di(1337);
    	Document<char> dc('c');
    
    	std::list<Document<int>*> bases;
    	bases.push_back(&di);
    	//bases.push_back(&dc);
    
    	// Cast zwar überflüssig, aber funktioniert
    	Document<int> *dic = dynamic_cast<Document<int>*>(bases.front());
    	if (dic != 0) {
    		cout << dic->value << endl;
    	}
    
    	return 0;
    }
    

    Aber da hier dann wieder nicht. Krieg ich selbst mit einem Cast die tatsächlichen Template-Instanzen raus?

    int main(int argc, char **argv) {
    	Document<int> di(1337);
    	Document<char> dc('c');
    
    	std::list<DocumentBase*> bases;
    	bases.push_back(&di);
    	bases.push_back(&dc);
    
    	Document<int> *dic = dynamic_cast<Document<int>*>(bases.front());
    	if (dic != 0) {
    		cout << dic->value << endl;
    	}
    
    	return 0;
    }
    


  • Das sollte so schon funktionieren. Aber besonders schön ist das nicht. Warum genau musst du von der Liste wieder auf die verschiedenen Typen kommen!?



  • Ehrlichgesagt muss ich mein Konzept nochmal genau durchdenken ob das überhaupt nötig ist. Aber selbst wenn nicht, würde mich interessieren wie man sowas macht (falls sowas geht).

    An dieser Stelle bedanke ich mich schon mal bei allen hier 🙂



  • skNiNe schrieb:

    Ehrlichgesagt muss ich mein Konzept nochmal genau durchdenken ob das überhaupt nötig ist.

    Ja das dürfte ziemlich sicher dringend nötig sein.

    skNiNe schrieb:

    Aber selbst wenn nicht, würde mich interessieren wie man sowas macht (falls sowas geht).

    Naja, prinzipiell "gehts" so wie du es gemacht hast: Indem man castet. Allerdings ist ein Downcast praktisch immer Symptom einens groben Designfehlers, daher sollten bei Code wie dem da oben sofort die Alarmglocken läuten...



  • Aber wie ist es bspw. beim Factory-Pattern? Hier kann ja im Endeffekt nur etwas abstraktes zurück kommen. Hier müsste man ja auch eine Unterscheidung treffen (dynamic_cast) was das nun ist und wie es weiter zu behandeln ist oder?



  • int main(int argc, char **argv) {
    	Document<int> di(1337);
    	Document<char> dc('c');
    
    	std::list<DocumentBase*> bases;
    	bases.push_back(&di);
    	bases.push_back(&dc);
    
    	DocumentBase *dic = bases.front();
    	dic->printAt(cout);
    
    	return 0;
    }
    

    Aber wie ist es bspw. beim Factory-Pattern? Hier kann ja im Endeffekt nur etwas abstraktes zurück kommen. Hier müsste man ja auch eine Unterscheidung treffen (dynamic_cast) was das nun ist und wie es weiter zu behandeln ist oder?

    Wirklich?



  • skNiNe schrieb:

    Aber wie ist es bspw. beim Factory-Pattern? Hier kann ja im Endeffekt nur etwas abstraktes zurück kommen. Hier müsste man ja auch eine Unterscheidung treffen (dynamic_cast) was das nun ist und wie es weiter zu behandeln ist oder?

    Es ist doch gerade der Sinn von Abstraktion dass man das nicht muss!? Du abstrahierst ja damit der restliche Code nurmehr mit dieser Abstraktion arbeiten muss ohne sich darum zu kümmern was genau es nun ist.



  • skNiNe schrieb:

    Aber selbst wenn nicht, würde mich interessieren wie man sowas macht (falls sowas geht).

    Also generell kann man eine Wrapper-Klasse schreiben...
    Hier nur mal etwas Beispiel-Code, ich weiß nicht, ob es einfacher geht...

    Aber für den Zuweisungsoperator oder Copy-Konstruktor, braucht man wohl intern einen Zeiger auf eine Klasse mit virtuellen Funktionen

    An der Komplexität siehst du, dass es wohl eher eine theoretische Möglichkeit einer Lösung ist.

    #include <iostream>
    #include <vector>
    
    template<typename T>
    class InternalVectorWrapper{
    public:
    	virtual ~InternalVectorWrapper(){}
    	virtual InternalVectorWrapper<T>* copy() const = 0;
    	virtual T& operator[](unsigned int i) = 0;
    	virtual unsigned int size() = 0;
    };
    
    template<typename Type, typename TBase>
    class SpecificVectorWrapper : public InternalVectorWrapper<TBase>{
    public:
    	SpecificVectorWrapper(std::vector<Type>& list) : list(list){
    	}
    
    	virtual InternalVectorWrapper<TBase>* copy() const {
    		return new SpecificVectorWrapper<Type, TBase>(*this);
    	}
    	virtual TBase& operator[](unsigned int i){
    		return list[i];
    	};
    
    	virtual unsigned int size(){
    		return list.size();
    	}
    
    private:
    	std::vector<Type>& list;
    };
    
    template<typename TBase>
    class VectorWrapper{
    public:
    	template<typename T>
    	VectorWrapper(std::vector<T>& t) : ptr(new SpecificVectorWrapper<T, TBase>(t)){}
    	~VectorWrapper(){ delete ptr; }
    
    	VectorWrapper(const VectorWrapper<TBase>& w){
    		this->ptr = w.ptr->copy(); 
    	}
    
    	// Zuweisungsoperator implementieren...
    
    	TBase& operator[](unsigned int i){
    		return ptr->operator[](i);
    	}
    
    	unsigned int size(){
    		return ptr->size();
    	}
    
    protected:
    	InternalVectorWrapper<TBase>* ptr;
    };
    
    class Fruit{
    public:
    	virtual ~Fruit(){}
    	virtual void print_name() = 0;
    };
    
    class Banana : public Fruit{
    public:	
    	virtual void print_name(){
    		std::cout << "banana" << std::endl;
    	}
    };
    
    class Apple : public Fruit{
    public:	
    	virtual void print_name(){
    		std::cout << "apple" << std::endl;
    	}
    };
    
    class FruitBasket{
    public:
    	virtual VectorWrapper<Fruit> get_list(); 
    };
    
    class BananaBasket{
    public:
    	BananaBasket(){
    		basket.push_back(Banana());
    		basket.push_back(Banana());
    	}
    
    	virtual VectorWrapper<Fruit> get_list(){
    		return basket;
    	}
    
    private:
    	std::vector<Banana> basket;
    };
    
    class AppleBasket{
    public:
    	AppleBasket(){
    		basket.push_back(Apple());
    		basket.push_back(Apple());
    		basket.push_back(Apple());
    	}
    
    	virtual VectorWrapper<Fruit> get_list(){
    		return basket;
    	}
    
    private:
    	std::vector<Apple> basket;
    };
    
    void print(VectorWrapper<Fruit>& list){
    	// Hier braucht man natürlich noch andere Funktionen in ListWrapper
    	for(int i=0; i< list.size(); ++i){
    		list[i].print_name();
    	}
    }
    
    int main(){
    	AppleBasket apples;
    	BananaBasket bananas;
    	VectorWrapper<Fruit> apple_list = apples.get_list();
    	VectorWrapper<Fruit> banana_list = bananas.get_list();
    	print(apple_list);
    	print(banana_list);
    }
    

    apple
    apple
    apple
    banana
    banana

    Gruß,
    XSpille


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