Warum tötet Spannung nicht?



  • @Jodocus
    Klar ist das so.

    R = U/I gilt für ohmsche Lasten.
    Keine reale Last ist eine ohmsche Last, real hast du immer zusätzlich ne (meist unerwünschte) Kapazität und Induktivität.
    In diesem Fall wäre es die Induktivität die dafür sorgt dass der Widerstand erst quasi unendlich ist und der Strom erst langsam anfängt zu fliessen.



  • hustbaer schrieb:

    ScottZhang schrieb:

    Weil dank Spannungsabfall nicht mehr viel Spannung an mir direkt anliegt 😉

    Unmittelbar in dem Moment wo du den Phasenprüfer anfasst liegt da die volle Spannung an. Siehe mein Beitrag gerade eben.

    Nee, ich bin mir sicher ich darf das Ohmsche Gesetz auch rückwärts lesen.
    U=IRU = IR
    Mein FI-Schalter kommt bei 30mA Fehlstrom, also nehm ich das mal als Grenze.
    Der Körperwiderstand, schnelles googlen, scheint ein kompliziertes Gebilde zu sein. Gefunden hab ich Impedanzen, wir beschränken uns aber mal auf Gleichstrom. Woanders hab ich ein paar Kiloohm gefunden. Nehemen wir mal 5kΩ. (kA ob trocken oder geduscht :))

    Dann bekomm ich
    U=0.030A5000kΩ=150V.U=0.030A*5000k\Omega = 150V.
    Überbrücke ich also ein Potenzialdifferenz von 150 Volt, dann sollte es also mehr als kribbel und ich begebe mich in Lebensgefahr (zumindest nach den geschätzten Werten).

    Fasse ich an vermeindlich hohe Spannungen an, und es passiert nix heisst das, dass der gesamt Widerstand groß ist. Der Gesamtwiderstand wird gebildet aus dem meines Körper, ander Widerstände außerhalb meines Körper, und dem inneren Widerstand der Spannungsquelle. An allen Widerständen fällt Spannung ab (wie beim Wasserrohr der Druck wegfällt). Dieser Spannungsabfall schütz mich, in der Art das bei mir nur noch eine Spannung unter 150V abfällt.



  • Davon abgesehen ein weiterer Punkt: es gibt viele Faktoren die beeinflussen was man als Mensch so für nen Widerstand hat. z.B. ob man gerade ausm Bad gestiegen kommt oder aber total ausgetrocknete Haut hat.

    Da aber wie schon erwähnt wurde nur relevant ist wie viel Strom dann im Endeffekt fliesst, macht es schon irgendwo Sinn zu sagen dass es nicht um die Spannung geht.



  • ScottZhang schrieb:

    hustbaer schrieb:

    ScottZhang schrieb:

    Weil dank Spannungsabfall nicht mehr viel Spannung an mir direkt anliegt 😉

    Unmittelbar in dem Moment wo du den Phasenprüfer anfasst liegt da die volle Spannung an. Siehe mein Beitrag gerade eben.

    Nee (...) Gefunden hab ich Impedanzen, wir beschränken uns aber mal auf Gleichstrom.

    Sorry, aber ich hoffe du wirst verstehen dass mir das nicht mehr als ein müdes LOL wert ist.



  • [quote="hustbaer"]

    ScottZhang schrieb:

    Musst du mir jetzt mal erklären was das heissen soll.
    Heisst das dass zwischen den Polen einer Batterie keine Potentialdifferenz besteht so lange man sie nicht mit einem Leiter verbindet, so dass auch Strom fliessen kann?

    Vollkommen korrekt solange der Leiter nicht verbunden ist, liegt er auf einen Potenzial, folglich fließt kein Strom. Die elektrostatik sagt metallische Oberflächen bilden eine Potenzialfläche.

    Zwischen denn den Pole schon, nur soll der Strom ja nicht auf magsiche Art und weise fleißen sondern durch die Leiter.



  • hustbaer schrieb:

    ScottZhang schrieb:

    hustbaer schrieb:

    ScottZhang schrieb:

    Weil dank Spannungsabfall nicht mehr viel Spannung an mir direkt anliegt 😉

    Unmittelbar in dem Moment wo du den Phasenprüfer anfasst liegt da die volle Spannung an. Siehe mein Beitrag gerade eben.

    Nee (...) Gefunden hab ich Impedanzen, wir beschränken uns aber mal auf Gleichstrom.

    Sorry, aber ich hoffe du wirst verstehen dass mir das nicht mehr als ein müdes LOL wert ist.

    Gehts noch? Vllt hilft nen Kaffe.
    (Ich verstehs im übrigen nicht)



  • hustbaer schrieb:

    @Jodocus
    Klar ist das so.

    R = U/I gilt für ohmsche Lasten.
    Keine reale Last ist eine ohmsche Last, real hast du immer zusätzlich ne (meist unerwünschte) Kapazität und Induktivität.
    In diesem Fall wäre es die Induktivität die dafür sorgt dass der Widerstand erst quasi unendlich ist und der Strom erst langsam anfängt zu fliessen.

    Also mehr als nur das ohmsche Gesetz, wie ich sagte, denn das alleine gibt dir einfach keine Zeitabhängigkeit.

    Auf welchem Potential ist denn der Phasenprüfer, wenn er erst auf dem Boden lag (0V) und du ihn dann in die Wand steckst?



  • @ScottZhang
    Mir geht es gerade um die Induktivität.
    Und dann willst du meine Aussage widerlegen, indem du die Induktivität ignorierst.

    Wenn du an einer Spule Spannung anlegst (nehmen wir eine perfekte Spannungsquelle an, also Innenwiderstand 0), dann fliesst in dem Moment wo du den Kontakt herstellst erstmal gar kein Strom. Der baut sich erst langsam auf. Eben wegen der Induktivität.

    Das ist jetzt Haarspalterei, und ich lasse mir gerne sagen dass diese Haarspalterei hier nicht relevant ist. Aber nicht dass es einfach falsch ist, denn falsch ist es mMn. definitiv nicht. Irrelevant != falsch 😉



  • Jodocus schrieb:

    Auf welchem Potential ist denn der Phasenprüfer, wenn er erst auf dem Boden lag (0V) und du ihn dann in die Wand steckst?

    Ich nehme an du meinst wenn man die blanke Spitze des Phasenprüfers in die Steckdose steckt, ohne dabei das hintere Ende anzufassen?

    In dem Fall nehmen alle leitenden Teile des Phasenprüfers (inklusive dem über den hohen Widerstand angebundenen hinteren Metallteil) die Spannung an die die Leitung die man damit berührt gerade hat. D.h. wenn man die Phase anpiekst dann ändert sich das Potential des Phasenprüfers mit der Wechselspannung in der Steckdose. Mit einem minimalen aber vernachlässigbaren zeitlichen Versatz, da es natürlich eine Zeit lang dauert bis der Phasenprüfer "umgeladen" wurde.
    Dabei fliesst auch ein minimaler, vernachlässigbarer Strom.

    Genau so wie man selbst als ganzes das Potential dess Schutzleiters annimmt wenn man diesen anfasst, z.B. um sich "zu entladen" bevor man irgendwelche Elektronikteile anfasst. (Was auch funktioniert wenn man 20cm dicke Gummisohlen hat, eine Verbindung zu irgendwas wo Strom abfliessen könnte ist dazu nicht erforderlich.)



  • Ziemliche Haarspalterei das alles hier (so wie das ursprüngliche Problem eigentlich auch). Auch wenn die Differentialgleichungen ein wenig komplizierter sind (angetriebener harmonischer, stark gedämpfter Oszillator, Schwingkreis), so wird die Spannung, die an einem anfangs anliegt, nicht die Netzspannung sein, sondern wird durch ein paar konstante Faktoren verringert. Und selbst, wenn das einige kV wären, so wäre es natürlich egal, wenn die sowieso innerhalb von Mikrosekunden weggedämpft sind.

    Unterm Strich bleibt es dabei, dass Spannung genau dann tödlich ist, wenn der durch sie hervorgerufene Strom tödlich ist, da bringt eine Diskussion mit Wechselspannung, Impedanzen und Induktivitäten keine zusätzliche Erkenntnis, sondern macht's nur ein bisschen komplizierter. Eine Anfangs von mir aus hohe aber beliebig schnell gedämpfte Spannung macht eben auch keinen tödlichen Strom. Das ist so ein bisschen wie die Frage nach dem Mörder: der Soldat, der abgedrückt hat oder der Offizier, der's befohlen hat?



  • @Jodocus
    Beim Beispiel Steckdose ist es wirklich ziemliche Haarspalterei.

    Bei ner sehr kleinen Kapazität die bis in den kV oder MV Bereich geladen wurde, bzw. einer Spannungsquelle mit super hohem Innenwiderstand, die unbelastet ne Klemmenspannung im kV oder MV Bereich hat, wird es dann aber interessant.
    Weil es erklärt warum man nicht sofort tot umkippt wenn man da dran fasst.
    Also warum man es beispielsweise vermutlich nicht schaffen wird sich mit dem Strom aus einem elektrischen Feuerzeug umzubringen, trotz dem das sehr hohe Spannungen erzeugen kann.

    Jodocus schrieb:

    Unterm Strich bleibt es dabei, dass Spannung genau dann tödlich ist, wenn der durch sie hervorgerufene Strom tödlich ist (...)

    Womit du es eigentlich schön zusammengefasst hast:
    Die Spannung ansich ist egal, wichtig ist nur der durch die Spannung hervorgerufene Strom. Was eigentlich die im Kopfposting dieses Threads angeführte Behauptung bestätigt.

    Wenn man jetzt einige Faktoren wie z.B. den Widerstand den ein Mensch so hat oder den Innenwiderstand der Spannungsquelle auf "übliche" Wertebereiche einschränkt, dann bekommt man einen "überschaubar" kleinen Spannungsbereich heraus für die Spannung ab der man Lebensgefahr annehmen muss. Wenn man sich die untere Grenze dieses Bereichs hernimmt, dann kann man vereinfacht natürlich sagen: ab X Volt besteht (möglicherweise) Lebensgefahr.
    Das ist sehr praktikabel, aber halt etwas ungenau.

    Genauer wäre zu sagen ab z.B. X mA Gleichstrom besteht Lebensgefahr. Was dafür aber wieder viel weniger praktikabel ist.



  • hustbaer schrieb:

    R = U/I gilt für ohmsche Lasten.

    Nein.

    Steigt man auf die Komplexe Wechselstromrechnung um, gelten das Ohmsche Gesetz, die Regeln für Parallelschaltung, Reihenschaltung als auch die kirchhoffschen Regeln auch für Induktivitäten und Kapazitäten.

    Komplexe Widerstände werden in der Form Z = R + jwL - j/(wC) angegeben. Bei 230V fließt dann halt der komplexe Strom I = 230V / (1000 Ohm + j*2*PI*50Hz*L).

    Die Rechnung mit Kondensatoren und Spulen wird dadurch einfacher.



  • Bitte ein Bit schrieb:

    hustbaer schrieb:

    R = U/I gilt für ohmsche Lasten.

    Nein.

    Doch, für rein ohmsche Widerstände ist die Impedanz reell, der Scheinwiderstand ist der normale Ohmsche Widerstand, es gibt keinen Phasenshift.



  • Bitte ein Bit schrieb:

    hustbaer schrieb:

    R = U/I gilt für ohmsche Lasten.

    Nein.

    Dir ist also nicht klar was ich meine?
    Soll ich es dir erklären?



  • Wurde das hier schon gepostet? 🙂
    https://www.youtube.com/watch?v=8xONZcBJh5A



  • Soll ich es dir erklären?

    Ja. 🙂



  • Bitte, Bit:
    Ich meine dass die URI Sache mit Skalaren nicht für komplexe Lasten gilt.
    Ebenso kann man damit nicht den Moment betrachten wo man eine Verbindung mit einer komplexen Last herstellt (bzw. die Step-Response, was in diesem Fall identisch sein sollte), sondern sich nur den komplett "eingeschwungenen" Zustand angucken.



  • Achso, jetzt verstehe ich es.



  • Oh, OK 🙂

    Ich war einfach mal davon ausgegangen dass du eh genau verstanden hast was ich gemeint habe, mich nur einfach trotzdem korrigieren wolltest (weil es so wie ich es geschrieben habe ja auch wirklich nicht korrekt war).



  • Börnie123 schrieb:

    Wenn jetzt die Spannung aber der Druck ist, wieso tötet die dann nicht?
    Wenn man in einer Wasserleitung das Wasser mit 500 Bar rausdrückt, dann kann man damit ja schließlich Stahl durchschneiden, es wäre also tödlich, wenn man in diesen Strahl gerät, also muss auch Spannung tödlich sein.

    Atome haben die Tendenz, elektrisch neutral zu sein. Nun kann man künstlich einem Atom Elektronen wegnehmen und einem anderen Atom hinzufügen.

    Normalerweise würde beide Atome jetzt dazu neigen, wieder ins Gleichgewicht zu kommen, verhindert man aber den Elektronenfluß (z.B. durch einen Widerstand), nennt man den Zustand zwischen beiden Atomen "Spannung". Anderes ausgedrückt, Spannung drückt aus, wie groß das Bestreben der Elektronen ist, von einem Atom (da wo zuviele sind) zum anderen (da wo zu wenige sind) zu gelangen.

    Erst wenn man den Elektronenfluß erlaubt (durch Entfernung des Widerstands z.B.)läßt, fließt Strom, d.h. die Elektronen fließen von einem Atom zum anderen.
    Wenn Elektronen durch einen menschlichen Körper fließen, vertragen das die Zellen ab einer bestimmten Anzahl nicht mehr so gut 🙂


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