Atomausstieg



  • SideWinder schrieb:

    Irgendetwas eben, was die Brennstäbe ungefährlich macht.

    MfG SideWinder

    Dafür gibt es die Transformation.

    Ist nur ein bischen Energieaufwendig aber die Kernfusion wirds schon richten. 😉



  • Die hohen Energiekosten der Transformation ist übrigens der Hauptgrund
    warum man auf Atomenergie verzichten sollte.

    Denn wenn man den Atommüll mit der Transformation entsorgen will, dann steckt
    man mehr Energie in die Transformation als man damals für die Spaltung herausbekommen hat. -> hängt alles mit dem Wirkungsgrad ab und der ist momentan bei der Transformation sau schlecht.

    Und wenn man den Atommüll nicht Transformiert dann muß man ihn auf tausende von Jahren lagern. -> Das ist auch Unfug.

    Das wären so die Hauptgründe die gegen die Kernspaltung sprechen.

    Ein weiterer wäre, das das Uran viel zu schade ist hier auf der Erde verheizt zu werden, denn die Kernspaltung bietet sich als eine der wenigen Energiequellen
    auch für die Raumfahrt an, insbesondere für Flüge die viel Energie benötigen und
    weiter fliegen als der Mars, denn da werden Photovoltaikzellen ineffizient.
    Das Uran jetzt schon zu verheizen ist also Resourcenverschwendung.


  • Mod

    elise schrieb:

    ich selbst hatte damals sorgen gehabt umd ein gerade hier im haus frisch angekommenes baby und einige kinder im freundinnenkreis... was sollen die nun essen, was kann man noch geben?
    es gab keine milch mehr. die hmilch von vor der katastrophe war zu schnell aufgebraucht.
    jogurth, käse.. alles nicht genießbar.

    Ja, war damals eine riesige Panik, wie üblich. Die BILD hat's voran getrieben, und heulend und kreischend floh die Menge voller Panik mit.

    Im Endeffekt waren es 4 Wochen Einschränkung in der Nahrungskette, und 2 Jahre keine Waldpilze mehr. Ok, die Güterzüge mit dem Milchpulver... hatte man das nicht in die 3. Welt verschickt? Da gab's doch so einen Skandal mit der einen Firma.

    Aber unter dem Strich mit gewissem Abstand kann man eben auch nachmessen, daß die ausgebrachte Strahlung bei uns keine höhere Dosisleistung brachte, als das was durch die US- und SU-Atomwaffenversuche der 50er in die Atmosphäre eingebracht wurde. Also hätte man wohl schon besser ab 1960 aufgehört Milch zu trinken.

    Und ein gewaltiger Lerneffekt... der war's auf jeden Fall wert. Seither nimmt man die Sache mit dem Begriff "GAU" und "Super-GAU" auf jeden Fall ernster als vorher. Für die Sicherheitstechnik der Kraftwerke auf jeden Fall ein Sprung nach Vorne.

    Weiterhin kann man es nicht oft genug wiederholen, der Tschernobyl-Unfall lässt sich nicht 1:1 auf westliche Reaktoren übertragen.

    Marcus, wohnhaft in Kahl am Main, dem Standort mit dem ersten Atomkraftwerk der BRD, und dem ersten vollständig durchgeführten Abriß eines Atomkraftwerks - vor 2 Jahre konnte ich noch von diesem Fenster hier die Kuppel sehen... die ist jetzt weg.


  • Mod

    Eröld jetzt auf der Straße zu verfahren ist auch Unfug, trotzdem bin ich dafür.

    @elise: Wars tatsächlich so schlimm? Also hab mich mal da schlau gemacht, aber die meisten reden bloß von "Naja, ein paar einschränkungen, nichts Gröberes". Für dich war das ja offenbar ein großes Ereignis.

    Du siehst die Katastrophen aber nur bei der Atomenergie, ist nicht in den 60ern oder 70ern in Italien ein Damm gebrochen und hat ein ganzes Tal geflutet? Was ist mit diesen Toten? Nur weil es keine böse Strahlung war fallen sie unter "Tut uns leid, viel Spaß beim nächsten Mal"? Sollte man imho auch nicht übersehen.

    Aber es fallen ja einige gute Argumente gegen Atomenergie, da waren:

    -> Uran ist "bald" verbraucht und sollte für Sinnvolleres eingesetzt werden.
    -> Große Katastrophen bei Unfällen

    Aber viele Leute reden immer bloß von "Umweltschutz". Was haben Atomkraftwerke mit Umweltschutz zu tun. Viel sauberer kann ich ja Energie gar nicht "erzeugen", okay reden wir von "gewinnen".

    Weiters, welche Alternativen gibt es für Strom?

    -> Wind [Gefällt mir sehr gut, bloß reichts wahrscheinlich nicht]
    -> Wasser [Nein, das ist nicht umweltschonend. Habe im Fernsehen bereits 2 Reportagen über 2 neue Wasserkraftwerke (eins in China und eins in den USA) gesehen, beide leiten ganze Flüsse um, vernichten Quadratkilometer von Land und haben zur Folge, dass ganze Siedlungen verlegt werden müssen]
    -> Solarzellen [Auch zu wenig]
    -> Erdwärme [Nicht überall möglich]

    Q: Kosten Solarzellen eigentlich viel in der Erzeugung im Vergleich zu dem was sie später bringen?

    MfG SideWinder


  • Mod

    Oha die andere Meinung zum Thema Einschränkungen lässt auch nicht lange auf sich warten. Und nun die alles entscheidende Frage: Wer hat recht 🙂

    @Marcus: Wieso lässt sich das nicht 1:1 hierher übertragen? Sicherheit? Technik?

    MfG SideWinder



  • Hi,

    Atomenergie ist zu gefährlich, wir sollten schnellstmöglich aussteigen, wenn sich die Gelegenheit bietet. Fakt ist nur, momentan kann sich Deutschland sowas finanziell nicht leisten, also müssen wir weitermachen.

    ChrisM, der immer noch auf ein Wunder der Art "kalte Fusion" hofft.


  • Mod

    @ChrisM: Warum zu gefährlich? Wenn man einen Super-GAU "verhindern" kann, bzw. die Chance sehr klein macht...

    MfG SideWinder



  • Marc++us schrieb:

    Marcus, wohnhaft in Kahl am Main, dem Standort mit dem ersten Atomkraftwerk der BRD, und dem ersten vollständig durchgeführten Abriß eines Atomkraftwerks - vor 2 Jahre konnte ich noch von diesem Fenster hier die Kuppel sehen... die ist jetzt weg.

    zum glück waren damals keine kindas in deiner näheren umgebung (vermute ich mal).

    ja, es war ein wahnsinniger einschnitt. und der steckt bis heute in mir. wir haben lange, wirklich lange versucht, andere ernährungsmöglichkeiten zu finden. und das nicht wegen allein uns. sondern vor allem auch für die kleene, die hier im haus mit rumhingen (und heute nicht mehr so klein sind 😉 )

    nachdem ich mir dann beverungen einige jahre immer wieder angeschaut habe, war mir die sicherheit unserer werke nicht mehr so ... na ja logisch.
    überall alter beton. überall die viecher drum rum, die die bauers jeden tag melken.
    dazu die störfälle, nicht wenige.. über die jahre sogar ziemlich viele ( aus sicherer quelle).
    im grund blieb dieses überalterte dings nur am netz, weil die stadt davon lebte. es wären zuviele arbeitsplätze verloren gegangen.

    wenn das mal mit der sicherheit nicht so eine lüge ist.

    seit tschernobyl habe ich in gedanken immer einen koffer gepackt. so richtig wohl fühle ich mich nicht. nicht hier.
    aber wohin auf dieser welt? die wolke flog ziemlich weit, man ist nirgends sicher.


  • Mod

    @elise: Hab dir übrigens heute im Verlauf des Tages mal ne Mail geschickt, hoffe die ist auch angekommen 🙂 Normalerweise antwortest du eher 😉

    MfG SideWinder



  • müsste ich dich als moderator jetzt mal in den offtopic bereich schieben 😉
    hat nix mit dem thema zu tun.



  • elise schrieb:

    zum glück waren damals keine kindas in deiner näheren umgebung (vermute ich mal).

    ja, es war ein wahnsinniger einschnitt. und der steckt bis heute in mir. wir haben lange, wirklich lange versucht, andere ernährungsmöglichkeiten zu finden.

    Mit dem Geigerzähler in den Supermarkt?

    nachdem ich mir dann beverungen einige jahre immer wieder angeschaut habe, war mir die sicherheit unserer werke nicht mehr so ... na ja logisch.
    überall alter beton.

    Frischer Beton würde halten?

    dazu die störfälle, nicht wenige.. über die jahre sogar ziemlich viele ( aus sicherer quelle).

    Meinetwegen, die Kernkraftwerke sind ja für die meisten Arten der Störfälle ausgelegt, also kein ernsthaftes Problem.

    wenn das mal mit der sicherheit nicht so eine lüge ist.

    Nun, natürlich gibt es Risiken, die gibt es immer und überall. Den Tschernobylfehler kann man aber rein technisch ausschließen, wie man in unseren Physikbuch, 10. Klasse, nachlesen konnte. Weil Wasser bei "uns" sowohl als Moderator, als auch als Kühler wirkt, verdampft der Moderator, wenn nicht mehr gekühlt wird. Der tschernobylsche Graphitblock verdampfte allerdings erwartungsgemäß nicht, so daß die Kernreaktionen nicht stoppte, sondern eskalierte. Mit den bekannten Folgen.



  • Hallo

    @elise
    Tschernobyl war sehr harmlos im Vergleich zu dem was nach den
    Atomtests in den 50jahren aus Deutschland abgeregnet ist
    (ich kenn sehr viele Leute mit dem Geburtsjahr 55-58 die in in den 80igern
    an Krebs gestorben sind)

    laut Ausagen eines behandelnten Arztes waren die die folgen der Atomtests

    Meine Eltern sind Pilzforscher/berater

    Ich kann nur sagen, der groesste Teil der Pilze war vorher fast (95%)
    genauso belastet (werden laufend gemessen)

    MfG
    Klaus



  • @daniel

    ja, es gab damals unabhängige gruppen, die täglich rausbrachten, was wieviel belastet war.
    damit konnte man sich einen ernährungsplan zusammenstellen. hier herrschte ausnahmezustand.

    was soll ich den gören erzählen, wenn sie später fragen? daß ich ihnen weiter die hochbelastete milch und die schokolade in den mund gestopft habe mit all meinem besseren wissen um die belastung?
    klar, du würdest das tun, deinen kindern die schoko geben mit dem nachsatz: macht ja nix, mir hats auch nicht geschadet, und "soviel mehr" isses ja auch nicht?

    leuts leuts, ...

    das schlimme war, daß man damals manchmal garnicht anders konnte, und eben das "weniger" belastete gesucht hat. wat solls. totschlagargumente wie: ist doch schon seit den 60ger jahren alles gift.. bringen mich dann auch nicht weiter.

    und damit verzieh ich mich wissend aus diesem thread.



  • KlausB schrieb:

    Hallo

    @elise
    Tschernobyl war sehr harmlos im Vergleich zu dem was nach den
    Atomtests in den 50jahren aus Deutschland abgeregnet ist
    (ich kenn sehr viele Leute mit dem Geburtsjahr 55-58 die in in den 80igern
    an Krebs gestorben sind)

    laut Ausagen eines behandelnten Arztes waren die die folgen der Atomtests

    Meine Eltern sind Pilzforscher/berater

    Ich kann nur sagen, der groesste Teil der Pilze war vorher fast (95%)
    genauso belastet (werden laufend gemessen)

    MfG
    Klaus

    was das alles leider nicht besser macht. na ja..

    letzte stellungnahme.



  • Erdwärme: Ist so eine Energiequelle nicht auch mit Risiken verbunden? Abkühlung der Kruste, Verschiebung von seismischen Zentren, vielleicht ein Klimawandel? Bei intensiver Nutzung denkbar...

    AKW's: Ich glaube auf lange Sicht muß die Menschheit lernen mit komplexen Systemen umgehen. Ist doch alles computerisiert. Ein zweites Tchernobyl ist vielleicht in der Zukunft genauso katastrophal wie ein Ausfall des Internets. Oder das Abstürzen einer Raumstation auf die Erde.
    Wenn eine unabhängige Expertenkonission zu dem Schluß kommt das eine Katastrophe wie in T auschliessbar ist bin ich beruhigt. Und wenn ganz oben der Trittin drüber wacht und versucht Sicherheitslücken zu finden um so mehr;-)

    Der nächste Schritt wir der Fusionsreaktor sein. Momentan streiten sie sich ja wo er (der Testreaktor) gebaut werden soll.

    Viele Grüße aus einen Nachbarort von Grohnde.



  • Marc++us schrieb:

    Marcus, wohnhaft in Kahl am Main, dem Standort mit dem ersten Atomkraftwerk der BRD, und dem ersten vollständig durchgeführten Abriß eines Atomkraftwerks - vor 2 Jahre konnte ich noch von diesem Fenster hier die Kuppel sehen... die ist jetzt weg.

    Und wann darfst du das Gelände wieder betreten?

    Mach mal ein Foto davon.



  • SideWinder schrieb:

    Q: Kosten Solarzellen eigentlich viel in der Erzeugung im Vergleich zu dem was sie später bringen?

    MfG SideWinder

    Heutige Solarzellen bringen schon in nur 4 Jahren Betriebszeit wieder die Menge an Strom ein die man für ihre Erzeugung benötigt hat.

    Das mit das die Erzeugun mehr Strom kostet als so ne Zelle in ihrem Leben wieder einbringt war früher so, aber heute ist das nicht mehr so.



  • SideWinder schrieb:

    Q: Kosten Solarzellen eigentlich viel in der Erzeugung im Vergleich zu dem was sie später bringen?

    War grad heute ein Artikel in Telepolis
    http://www.heise.de/tp/deutsch/special/zen/17441/1.html



  • elise schrieb:

    @daniel

    ja, es gab damals unabhängige gruppen, die täglich rausbrachten, was wieviel belastet war.
    damit konnte man sich einen ernährungsplan zusammenstellen.

    Weiß ich, haben meine Eltern für mich auch gemacht. Aber normalerweise sucht man für die Kinder doch eh immer das beste Zeug zusammen, und studiert tagelang irgendwelche Stiftung Blablabla-test oder Gesundheitszeitschriften. Wenigstens war's bei meinen kleine Geschwistern so.



  • Daniel E. schrieb:

    elise schrieb:

    @daniel

    ja, es gab damals unabhängige gruppen, die täglich rausbrachten, was wieviel belastet war.
    damit konnte man sich einen ernährungsplan zusammenstellen.

    Weiß ich, haben meine Eltern für mich auch gemacht. Aber normalerweise sucht man für die Kinder doch eh immer das beste Zeug zusammen, und studiert tagelang irgendwelche Stiftung Blablabla-test oder Gesundheitszeitschriften. Wenigstens war's bei meinen kleine Geschwistern so.

    nur daß es einen qualitativen unterschied gibt zwischen dem, daß ich dir vielleicht deine kleinen zähnchen verotten lasse weil ich dir zuckerbonbons in den mund stecke (unreflektierte mutti), oder du an einer besonderen art von leukämie stirbst, weil ich dir milch ins glas schütte, die belastet ist.

    seis drum.


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