Atomausstieg


  • Mod

    Eröld jetzt auf der Straße zu verfahren ist auch Unfug, trotzdem bin ich dafür.

    @elise: Wars tatsächlich so schlimm? Also hab mich mal da schlau gemacht, aber die meisten reden bloß von "Naja, ein paar einschränkungen, nichts Gröberes". Für dich war das ja offenbar ein großes Ereignis.

    Du siehst die Katastrophen aber nur bei der Atomenergie, ist nicht in den 60ern oder 70ern in Italien ein Damm gebrochen und hat ein ganzes Tal geflutet? Was ist mit diesen Toten? Nur weil es keine böse Strahlung war fallen sie unter "Tut uns leid, viel Spaß beim nächsten Mal"? Sollte man imho auch nicht übersehen.

    Aber es fallen ja einige gute Argumente gegen Atomenergie, da waren:

    -> Uran ist "bald" verbraucht und sollte für Sinnvolleres eingesetzt werden.
    -> Große Katastrophen bei Unfällen

    Aber viele Leute reden immer bloß von "Umweltschutz". Was haben Atomkraftwerke mit Umweltschutz zu tun. Viel sauberer kann ich ja Energie gar nicht "erzeugen", okay reden wir von "gewinnen".

    Weiters, welche Alternativen gibt es für Strom?

    -> Wind [Gefällt mir sehr gut, bloß reichts wahrscheinlich nicht]
    -> Wasser [Nein, das ist nicht umweltschonend. Habe im Fernsehen bereits 2 Reportagen über 2 neue Wasserkraftwerke (eins in China und eins in den USA) gesehen, beide leiten ganze Flüsse um, vernichten Quadratkilometer von Land und haben zur Folge, dass ganze Siedlungen verlegt werden müssen]
    -> Solarzellen [Auch zu wenig]
    -> Erdwärme [Nicht überall möglich]

    Q: Kosten Solarzellen eigentlich viel in der Erzeugung im Vergleich zu dem was sie später bringen?

    MfG SideWinder


  • Mod

    Oha die andere Meinung zum Thema Einschränkungen lässt auch nicht lange auf sich warten. Und nun die alles entscheidende Frage: Wer hat recht 🙂

    @Marcus: Wieso lässt sich das nicht 1:1 hierher übertragen? Sicherheit? Technik?

    MfG SideWinder



  • Hi,

    Atomenergie ist zu gefährlich, wir sollten schnellstmöglich aussteigen, wenn sich die Gelegenheit bietet. Fakt ist nur, momentan kann sich Deutschland sowas finanziell nicht leisten, also müssen wir weitermachen.

    ChrisM, der immer noch auf ein Wunder der Art "kalte Fusion" hofft.


  • Mod

    @ChrisM: Warum zu gefährlich? Wenn man einen Super-GAU "verhindern" kann, bzw. die Chance sehr klein macht...

    MfG SideWinder



  • Marc++us schrieb:

    Marcus, wohnhaft in Kahl am Main, dem Standort mit dem ersten Atomkraftwerk der BRD, und dem ersten vollständig durchgeführten Abriß eines Atomkraftwerks - vor 2 Jahre konnte ich noch von diesem Fenster hier die Kuppel sehen... die ist jetzt weg.

    zum glück waren damals keine kindas in deiner näheren umgebung (vermute ich mal).

    ja, es war ein wahnsinniger einschnitt. und der steckt bis heute in mir. wir haben lange, wirklich lange versucht, andere ernährungsmöglichkeiten zu finden. und das nicht wegen allein uns. sondern vor allem auch für die kleene, die hier im haus mit rumhingen (und heute nicht mehr so klein sind 😉 )

    nachdem ich mir dann beverungen einige jahre immer wieder angeschaut habe, war mir die sicherheit unserer werke nicht mehr so ... na ja logisch.
    überall alter beton. überall die viecher drum rum, die die bauers jeden tag melken.
    dazu die störfälle, nicht wenige.. über die jahre sogar ziemlich viele ( aus sicherer quelle).
    im grund blieb dieses überalterte dings nur am netz, weil die stadt davon lebte. es wären zuviele arbeitsplätze verloren gegangen.

    wenn das mal mit der sicherheit nicht so eine lüge ist.

    seit tschernobyl habe ich in gedanken immer einen koffer gepackt. so richtig wohl fühle ich mich nicht. nicht hier.
    aber wohin auf dieser welt? die wolke flog ziemlich weit, man ist nirgends sicher.


  • Mod

    @elise: Hab dir übrigens heute im Verlauf des Tages mal ne Mail geschickt, hoffe die ist auch angekommen 🙂 Normalerweise antwortest du eher 😉

    MfG SideWinder



  • müsste ich dich als moderator jetzt mal in den offtopic bereich schieben 😉
    hat nix mit dem thema zu tun.



  • elise schrieb:

    zum glück waren damals keine kindas in deiner näheren umgebung (vermute ich mal).

    ja, es war ein wahnsinniger einschnitt. und der steckt bis heute in mir. wir haben lange, wirklich lange versucht, andere ernährungsmöglichkeiten zu finden.

    Mit dem Geigerzähler in den Supermarkt?

    nachdem ich mir dann beverungen einige jahre immer wieder angeschaut habe, war mir die sicherheit unserer werke nicht mehr so ... na ja logisch.
    überall alter beton.

    Frischer Beton würde halten?

    dazu die störfälle, nicht wenige.. über die jahre sogar ziemlich viele ( aus sicherer quelle).

    Meinetwegen, die Kernkraftwerke sind ja für die meisten Arten der Störfälle ausgelegt, also kein ernsthaftes Problem.

    wenn das mal mit der sicherheit nicht so eine lüge ist.

    Nun, natürlich gibt es Risiken, die gibt es immer und überall. Den Tschernobylfehler kann man aber rein technisch ausschließen, wie man in unseren Physikbuch, 10. Klasse, nachlesen konnte. Weil Wasser bei "uns" sowohl als Moderator, als auch als Kühler wirkt, verdampft der Moderator, wenn nicht mehr gekühlt wird. Der tschernobylsche Graphitblock verdampfte allerdings erwartungsgemäß nicht, so daß die Kernreaktionen nicht stoppte, sondern eskalierte. Mit den bekannten Folgen.



  • Hallo

    @elise
    Tschernobyl war sehr harmlos im Vergleich zu dem was nach den
    Atomtests in den 50jahren aus Deutschland abgeregnet ist
    (ich kenn sehr viele Leute mit dem Geburtsjahr 55-58 die in in den 80igern
    an Krebs gestorben sind)

    laut Ausagen eines behandelnten Arztes waren die die folgen der Atomtests

    Meine Eltern sind Pilzforscher/berater

    Ich kann nur sagen, der groesste Teil der Pilze war vorher fast (95%)
    genauso belastet (werden laufend gemessen)

    MfG
    Klaus



  • @daniel

    ja, es gab damals unabhängige gruppen, die täglich rausbrachten, was wieviel belastet war.
    damit konnte man sich einen ernährungsplan zusammenstellen. hier herrschte ausnahmezustand.

    was soll ich den gören erzählen, wenn sie später fragen? daß ich ihnen weiter die hochbelastete milch und die schokolade in den mund gestopft habe mit all meinem besseren wissen um die belastung?
    klar, du würdest das tun, deinen kindern die schoko geben mit dem nachsatz: macht ja nix, mir hats auch nicht geschadet, und "soviel mehr" isses ja auch nicht?

    leuts leuts, ...

    das schlimme war, daß man damals manchmal garnicht anders konnte, und eben das "weniger" belastete gesucht hat. wat solls. totschlagargumente wie: ist doch schon seit den 60ger jahren alles gift.. bringen mich dann auch nicht weiter.

    und damit verzieh ich mich wissend aus diesem thread.



  • KlausB schrieb:

    Hallo

    @elise
    Tschernobyl war sehr harmlos im Vergleich zu dem was nach den
    Atomtests in den 50jahren aus Deutschland abgeregnet ist
    (ich kenn sehr viele Leute mit dem Geburtsjahr 55-58 die in in den 80igern
    an Krebs gestorben sind)

    laut Ausagen eines behandelnten Arztes waren die die folgen der Atomtests

    Meine Eltern sind Pilzforscher/berater

    Ich kann nur sagen, der groesste Teil der Pilze war vorher fast (95%)
    genauso belastet (werden laufend gemessen)

    MfG
    Klaus

    was das alles leider nicht besser macht. na ja..

    letzte stellungnahme.



  • Erdwärme: Ist so eine Energiequelle nicht auch mit Risiken verbunden? Abkühlung der Kruste, Verschiebung von seismischen Zentren, vielleicht ein Klimawandel? Bei intensiver Nutzung denkbar...

    AKW's: Ich glaube auf lange Sicht muß die Menschheit lernen mit komplexen Systemen umgehen. Ist doch alles computerisiert. Ein zweites Tchernobyl ist vielleicht in der Zukunft genauso katastrophal wie ein Ausfall des Internets. Oder das Abstürzen einer Raumstation auf die Erde.
    Wenn eine unabhängige Expertenkonission zu dem Schluß kommt das eine Katastrophe wie in T auschliessbar ist bin ich beruhigt. Und wenn ganz oben der Trittin drüber wacht und versucht Sicherheitslücken zu finden um so mehr;-)

    Der nächste Schritt wir der Fusionsreaktor sein. Momentan streiten sie sich ja wo er (der Testreaktor) gebaut werden soll.

    Viele Grüße aus einen Nachbarort von Grohnde.



  • Marc++us schrieb:

    Marcus, wohnhaft in Kahl am Main, dem Standort mit dem ersten Atomkraftwerk der BRD, und dem ersten vollständig durchgeführten Abriß eines Atomkraftwerks - vor 2 Jahre konnte ich noch von diesem Fenster hier die Kuppel sehen... die ist jetzt weg.

    Und wann darfst du das Gelände wieder betreten?

    Mach mal ein Foto davon.



  • SideWinder schrieb:

    Q: Kosten Solarzellen eigentlich viel in der Erzeugung im Vergleich zu dem was sie später bringen?

    MfG SideWinder

    Heutige Solarzellen bringen schon in nur 4 Jahren Betriebszeit wieder die Menge an Strom ein die man für ihre Erzeugung benötigt hat.

    Das mit das die Erzeugun mehr Strom kostet als so ne Zelle in ihrem Leben wieder einbringt war früher so, aber heute ist das nicht mehr so.



  • SideWinder schrieb:

    Q: Kosten Solarzellen eigentlich viel in der Erzeugung im Vergleich zu dem was sie später bringen?

    War grad heute ein Artikel in Telepolis
    http://www.heise.de/tp/deutsch/special/zen/17441/1.html



  • elise schrieb:

    @daniel

    ja, es gab damals unabhängige gruppen, die täglich rausbrachten, was wieviel belastet war.
    damit konnte man sich einen ernährungsplan zusammenstellen.

    Weiß ich, haben meine Eltern für mich auch gemacht. Aber normalerweise sucht man für die Kinder doch eh immer das beste Zeug zusammen, und studiert tagelang irgendwelche Stiftung Blablabla-test oder Gesundheitszeitschriften. Wenigstens war's bei meinen kleine Geschwistern so.



  • Daniel E. schrieb:

    elise schrieb:

    @daniel

    ja, es gab damals unabhängige gruppen, die täglich rausbrachten, was wieviel belastet war.
    damit konnte man sich einen ernährungsplan zusammenstellen.

    Weiß ich, haben meine Eltern für mich auch gemacht. Aber normalerweise sucht man für die Kinder doch eh immer das beste Zeug zusammen, und studiert tagelang irgendwelche Stiftung Blablabla-test oder Gesundheitszeitschriften. Wenigstens war's bei meinen kleine Geschwistern so.

    nur daß es einen qualitativen unterschied gibt zwischen dem, daß ich dir vielleicht deine kleinen zähnchen verotten lasse weil ich dir zuckerbonbons in den mund stecke (unreflektierte mutti), oder du an einer besonderen art von leukämie stirbst, weil ich dir milch ins glas schütte, die belastet ist.

    seis drum.


  • Mod

    Mike 123 schrieb:

    Erdwärme: Ist so eine Energiequelle nicht auch mit Risiken verbunden? Abkühlung der Kruste, Verschiebung von seismischen Zentren, vielleicht ein Klimawandel? Bei intensiver Nutzung denkbar...

    Hauptproblem dabei dürften Erdbeben sein, wodurch Leitungen zerstört werden. Das kann mit einem Schlag große Teile der Versorgung außer Betreib setzen. Die Kruste hat genug Energie, so daß deren Ausnutzung diese nicht merkbar abkühlt. Zumindest nicht im näheren Zeitraum dieser Generationen, d.h. dieses Problem können wir zunächst mal als PAL betrachten. [PAL = Problem anderer Leute]

    Letztlich wird eine Monokultur kaum den Segen bringen - so ein Mix aus Wasser, Sonne, Wind, Erdwärme, Atom, und hier und da einige sehr moderne Kohlekraftwerke als Notreserve - damit könnte man sicherlich gut leben.


  • Mod

    elise schrieb:

    ja, es gab damals unabhängige gruppen, die täglich rausbrachten, was wieviel belastet war.
    damit konnte man sich einen ernährungsplan zusammenstellen. hier herrschte ausnahmezustand.

    Daran kann ich mich nicht erinnern. Und ich war damals 15.

    Ich weiß nur, daß die Leute, die vorher schon mit dieser berühmten E-XXX-Listen einkaufen gingen und keine Gummibärchen wegen der Farbstoffe gegessen haben, mit der Nahrung völlig durchdrehten und nur noch Prä-Unfall-Konserven kauften.

    Es war wohl einfach der Trend der Zeit, Anfang der 80er fingen die Leute erstmalig an auf Chemie im Essen zu achten, irgendwie klar daß dann Radioaktivität in der Nahrung wie ein Keulenschlag wirkt.

    Betrachte ich aber die Kategorie von Personen, die damals bei der Nahrung diese riesigen Aktionen betrieben haben, so fallen mir weitere lustige Dinge auf:

    - wg. Tschernobyl Ernährung umgestellt
    - fliegen aber trotzdem (mit Kindern) in den Urlaub, nehmen dabei eine höhere Dosisleistung auf als während des Unfalls
    - erwärmen dafür kein Essen in der Mikrowelle
    - und glauben an Homöopathie

    Hängt nicht zusammen? Doch, sehr stark. In allen Fällen kommen gleiche physikalisch-chemische Effekte ins Spiel, einmal wird deren Wirkung übertrieben, in anderen Fällen verharmlost. Letztlich wirkt hier eine diffuse Angst gegenüber Unbekanntem, was man durch mehr elementares Basiswissen der Naturwissenschaften sicherlich beseitigen könnte.



  • Marc++us schrieb:

    elise schrieb:

    ja, es gab damals unabhängige gruppen, die täglich rausbrachten, was wieviel belastet war.
    damit konnte man sich einen ernährungsplan zusammenstellen. hier herrschte ausnahmezustand.

    Daran kann ich mich nicht erinnern. Und ich war damals 15.

    merkt man.

    mit 15 geht man übrigens weder einkaufen, noch hat man verantwortungsbewußtsein gegenüber kindern.
    zum anderen war in westdeutschland sowieso irgendwie ein deckel drauf, ähnlich wie in der ddr.

    was für ein shit.

    wir haben damals gescherzt, daß ja anscheinend der regen nur über westberlin abgeregnet ist, die mauer hats abgehalten.
    dasselbe syndrom habe ich bei westdeutschen, vor allem im süden (uff, wo so einiges abgregnete) bemerkt: als scheint in den köpfen eine imaginäre schutzmauer zu bestehen.

    tja, pech gehabt. is nich.

    wat solls. wer denken kann (so hoffentlich auch du, marcus) weiß, daß sich das nicht irgendwie "wegtut", so ein unfall "vergeht" nicht über die jahre, er summiert. mit allem vorher und nachher.

    ich möchte nicht heute 15 sein. die verantwortung, die die armen ab jetzt zu tragen haben, an dreck, müll, ,konterminierter umwelt... uff.

    und wenn ich bedenke, wieviele menschen schon in den 80gern auf die strasse sind, nein, nicht nur freaks, eine masse anerkannter persönlichkeiten, wahnisnnig viel ältere..., und wie das einfach zur seite geräumt wurde, im wahrsten sinne, dann fange ich doch manchmal an, fatalistisch zu werden. augen zu und durch... nein, klar, so geht es nicht. aber über die jahre wird alles immer schlimmer, der mensch gewöhnt sich.. scheinbar.

    nur an immer mehr konterminiertheit in sich selber wird sich auch der mensch nicht gewöhnen. auch wenn in den 70gern ein schwachsinniger lehrer versucht hat, mich zum postitiven glauben an die atomkraft zu bekehren, indem er: "der mensch verkraftet viel mehr, als wir glauben " sprüche von sich gab.
    von wegen naturwissenschaft. der war chemie und biolehrer und hatte ebensolche sprüche drauf wie du grad, marcus.
    mal sehen, wieviel strahlung wir vertragen. der eine mehr, der andere weniger... die kinder und jugendlichen am wenigsten.
    na denn, prost.

    ps: übrigens wurden die messungen damals von unabhängigen gruppen betrieben.
    welch ein glück, daß ich damals auf der insel gelebt habe, wo doch einiges an politik lief. wir hatten wenigstens korrektere informationen als die westdeutschen..


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