[Hartz IV Proteste] Dämliche Demonstranten



  • Sei mir nicht böse, aber das hört sich nicht so an, als wenn du finanziell richtig in Schwierigkeiten wärst, so wie es ein paar Threads vorher noch geklungen hat

    bin ich nicht... aber ich hab nie gesagt das ich in finaziellen Schwierigkeiten stecke ich hab nur gesagt das am Monatsende nicht mehr VIEL übrig bleibt...
    und die Miete ist nur 250 Euro (warm)
    die anderen 49 Euro sind für Strom und Wasser welche nicht zur MIete gehören(also nicht an den Vermieter gehen), diese gehen an die Stadtwerke



  • ... schrieb:

    Ich persönlich halte viele der Einschränkungen für sinnvoll. Viele Länder wie NL, Schweden, Finnland, GB, ... haben es so geschafft. Warum auch nicht wir?

    weil dort wie Herr Platzeck (Ministerpräsident von Brandenburg) schon sagte das man sich zwar alles vom Ausland abguckt, was dort funktioniert, ohne die Rahmenbedingungen die dort herrschen zu beachten- Bsp. Erhöhung Stundenwoche (das gehört zwar nicht zu Hartz... oder täusch ich mich da?)



  • Jansen schrieb:

    Von der Polemik mal abgesehen ist das auch inhaltlich nicht korrekt. Durch die Streichung der "Einmal-Leistungen" wie das Stellen von Kühlschränken etc. durch das Sozialamt bekommen auch ehemalige Sozialhilfeempfänger nach der "Reform" weniger.

    Ich denke inhaltlich ist es sehr wohl korrekt. Wo der Kühlschrank herkommt ist doch dem Assi egal, ob nun vom SAmt, Nachbarn oder Schrottplatz. Deswegen wird er trotzdem nicht freiwillig Arbeiten gehen und Werte schaffen.

    Beispiel:

    In meinem Freundeskreis sind 4 Leute die sich allesamt sagen: "In meiner vom Sozialamt gestützten Mietbuzze komme ich doch um die Runden. Essen habe ich, Strom, Wasser bezahlt das SAmt, Urlaub mach ich nicht, Auto hab ich keins und ein Sternburger pro Abend springt trotzdem noch dabei raus. Wieso soll ich arbeiten gehen? Und wieso sollte ich bedingt durch Hartz IV arbeiten gehen?"

    Wer keine Ansprüche hat kommt auch so um die Runden. Es bleit so wie immer.

    Ganz Anders ist es z.B. für meine Mutter:

    - in der DDR für Herrenmode Dresden als Industrieschneiderin gearbeitet (übrigens für C&A und Hertie im goldenen Westen Cord- und Jeans-Hosen genäht) -> Knochenjob
    - nach der Wende wurde der Betrieb und alle damit verbundenen Subunternehmen (also die gesamte Textilbranche) von der Treuhand abgewickelt -> tausende Arbeitlose in Ostsachsen nur allein dadurch
    - bei uns im Landkreis sind offiziell 25% Arbeitslos (mit verdeckter Arbeitslosigkeit [Frührentner, ABM, Umschulungen ...] schätzungsweise 50%
    - die Chancen heute im 50km Umkreis als 53jährige schwehrbehinderte eine Arbeit zu bekommen == 0,000000
    - meine Mutter hat glücklicherweise eine Arbeit als Reinigungskraft für gigantische 3,50€/h gefunden, bei der sie sich im Monat ca. 130€ dazu verdient
    - durch das ALG II wird dieser Verdienst soweit angereichnet, dass Ihr davon theoretisch 24€ im Monat übrig bleiben. Wozu sollte meine Mutter also noch arbeiten gehen? Sie kommt besser, wenn sie zu Hause bleibt und bloß die 298€/Monat ALG II kassiert.

    Klasse oder? ALG vernichtet also u.U. Arbeitsplätze.



  • Ich denke, Deutschland hat sich die letzten 10/20 Jahre ziemlich böse in den Abgrund gewirtschaftet und das hat denke ich nur einen Hauptgrund:

    Es denkt jeder nur an sich und will für sich das meiste.

    Das hört sich jetzt etwas abgedroschen an, aber ich habe meine Gründe.

    - Politiker entscheiden schon viel zu lange nicht mehr was gut oder
    schlecht ist, sondern was bringt mich am besten zur Wiederwahl.
    - Es werden Entscheidungen getroffen, die nicht sinnvoll, gut, oder
    dienlich sind, sondern einfach nur diplomatisch/taktisch clever (für den
    Einzelnen)
    - Das Sozialsystem wird ausgenutzt, um sich zu bereichern.
    (Ich kenne genügend Leute die bewusst nicht gearbeitet haben, weil sie in
    der Fabrik kaum mehr bekommen haben als vom Staat geschenkt)
    - Die grosse Masse hat kein Interesse daran (noch nicht) etwas daran zu
    ändern.

    Vor einigen Jahren waren die Leute noch Stolz, wenn sie dem Statt nicht auf der Tasche lagen. Wann kommt dieser Stolz wieder zurück? Das würde schon viel helfen.



  • Staaaaaat, nicht Statt, sorry



  • HarryKeogh schrieb:

    und die Miete ist nur 250 Euro (warm)
    die anderen 49 Euro sind für Strom und Wasser welche nicht zur MIete gehören(also nicht an den Vermieter gehen), diese gehen an die Stadtwerke

    Du weißt schon, dass die Miete nochmal extra bezahlt wird, und nicht von den 300€ abgeht ?



  • F98 schrieb:

    Wo der Kühlschrank herkommt ist doch dem Assi egal, ob nun vom SAmt, Nachbarn oder Schrottplatz.

    Sind die Leute die einen Kühlschrank vom Sozialamt bekommen Assis?



  • Noodles schrieb:

    F98 schrieb:

    Wo der Kühlschrank herkommt ist doch dem Assi egal, ob nun vom SAmt, Nachbarn oder Schrottplatz.

    Sind die Leute die einen Kühlschrank vom Sozialamt bekommen Assis?

    Wenn sie den alten absichtlich kaputt machen oder verscherbeln, um einen neuen zu zocken : JA



  • Noodles schrieb:

    Sind die Leute die einen Kühlschrank vom Sozialamt bekommen Assis?

    Aus meinen Erfahrungen heraus: bis jetzt ja. Sicherlich gibt es aber auch da Einzelfälle die unverschuldet in eine soziale Misere (Scheidung etc.) geraten sind.



  • Kerry schrieb:

    HarryKeogh schrieb:

    und die Miete ist nur 250 Euro (warm)
    die anderen 49 Euro sind für Strom und Wasser welche nicht zur MIete gehören(also nicht an den Vermieter gehen), diese gehen an die Stadtwerke

    Du weißt schon, dass die Miete nochmal extra bezahlt wird, und nicht von den 300€ abgeht ?

    Und du weißt schon das das mit den 299 Euro meine Reaktion auf das

    Was!!! DU kannst nicht mit 300€ Leben!!!!!!

    (von UnixTom oder so) war? Und das dort ICH angesprochen war und das würde ICH nur Lehrlingsgehalt kriegen (also ohne BAB) arge Probleme bekäme da dann nur noch 50 Euro übrig blieben? Würde ich übrigens in der Stadt hier meine Familie haben (und trotzdem eine eigne Wohnung) und diese nicht so weit entfernt leben würde, würde ich garnichts oder nicht genung bekommen.



  • electron schrieb:

    Ich denke, Deutschland hat sich die letzten 10/20 Jahre ziemlich böse in den Abgrund gewirtschaftet und das hat denke ich nur einen Hauptgrund:

    Es denkt jeder nur an sich und will für sich das meiste.

    Mit anderen Worten, es liegt am Kapitalismus?


  • Mod

    Bashar schrieb:

    electron schrieb:

    Ich denke, Deutschland hat sich die letzten 10/20 Jahre ziemlich böse in den Abgrund gewirtschaftet und das hat denke ich nur einen Hauptgrund:

    Es denkt jeder nur an sich und will für sich das meiste.

    Mit anderen Worten, es liegt am Kapitalismus?

    Eher unwahrscheinlich... Deutschland ist nach Definition eigentlich kein kapitalistisches System, es erfüllt zahlreiche Merkmale dazu nicht. Wir tendieren Richtung Staatswirtschaft, bei einer Staatsquote von über 50% darf man schon von Sozialismus light sprechen. Die Regierung gibt ja auch jetzt bereits 6-Jahrespläne aus ("Agenda 2010"), das sind keine kapitalistischen Vorgehensweisen.

    Daß jeder nur an sich denkt ist in jedem System ein vorhandener Faktor, und hat nichts mit Kapitalismus zu tun. Es ist eine menschliche Eigenschaft.

    Gut aufgebaute Systeme verstehen diesen egoistischen menschlichen Antrieb so umzusetzen, daß er vielen nützt. Schlecht konstruierte Systeme reduzieren diesen Antrieb auf Inseln der Korruption und des Mißbrauchs (z.B. von Positionen oder Sozialsystemen).



  • Marc++us schrieb:

    Daß jeder nur an sich denkt ist in jedem System ein vorhandener Faktor, und hat nichts mit Kapitalismus zu tun. Es ist eine menschliche Eigenschaft.

    Adam Smith sagt, wenn alle eigennützig nach Profit streben, nützt es am Ende allen. Das ist somit die Grundprämisse des Kapitalismus. Ob das gut oder schlecht ist, darüber wollte ich keine Aussage machen; nur zeigen, was die Implikationen der Aussage, die Misere läge am Egoismus der Menschen, wären.



  • Marc++us schrieb:

    Gut aufgebaute Systeme verstehen diesen egoistischen menschlichen Antrieb so umzusetzen, daß er vielen nützt.

    Beispiel?!
    Kommt schon Leute.. Das ist ja n'Niveau hier.. 😞

    Wenn ich mich hier (Zurich) mal so umkucke: n'paar Penner die Geld von mir kriegen (per Sozialhilfe). Dann dutzende superfette Banken-Palaeste. Hmm, studier, wo soll ich nun also das viele Geld suchen gehen, dass ich lieber in meinem Portemonnaie saehe?.. Achja, beim Penner, der kaem auch mit 200.- weniger aus! juhu!
    Oder etwa bei der Bank? Z.B. UBS, die machte im ertsen Halbjahr 4.4 Milliarden Franken Reingewinn. Naja, schade, wir haben auch in der CH Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit, und doch scheints einigen ganz gut zu gehen.. Also kommt jetzt bloss nicht von wegen "wir leben ja im Beinahe-Kommunismus" 🙄
    Wenns so waere, dann hattet ihr nicht so viele Arbeitslose.. (Wie hoch war die Quote in der DDR nochmals, hm?...)



  • beinahe 0%

    Aber: 3 Leute haben manchmal den Job von einem gemacht. Und lange wäre das sowieso nicht mehr gut gegangen.



  • Marc++us schrieb:

    Die Regierung gibt ja auch jetzt bereits 6-Jahrespläne aus ("Agenda 2010"), das sind keine kapitalistischen Vorgehensweisen.

    Dein Bemühen den Kapitalismus u verteideigen in Ehren, aber mit sozialistischen Produktionsplänen hat die Agenda 2010 zum Glück nichts zu tun. 😉

    Weil irgendein Poster am anfang des Thread geschrieben hatte das Hartz IV den Sozialstaat retten solle:
    Wer auch immer dir das erzählt hat, hat dich belogen (wahrscheinlich wollte er deine Wählerstimme). Es geht um die Rettung der Staatsfinanzen. Der bisherige Sozialstaat ist nicht mehr zu finanzieren; nicht mit so vielen Arbeitslosen, immer älter werdenden Rentnern, neu erfundenen Krankheiten etc.

    Ich denke jeder sollte verstehen, dass der Staat seine Leistungen reduzieren muss wenn seine Ausgaben dermaßen dramatisch steigen wie sie es in der Vergangenheit geschehen ist und die Einnahmen stagnieren, sogar sinken.
    Wer denkt, dass an der falschen Stelle gekürzt wird sollte immer an folgende Dinge denken:
    - Inwiefern ist meine eigene Ansicht dazu von meiner eigenen Situation geprägt und ganz und gar nicht objektiv, weil ich betroffen bin?
    - Gibt ist irgendeine Kürzung bei der niemand schreit: "Ungerecht! Kürzt lieber woanders!" ? (gibt es nicht)

    So unangenehm es für die Betroffenen sein mag, wir müssen uns damit abfinden, dass wir die Generation sind die sich drauf einstellen muss, dass mit dem Verlsut der Arbeit über eine längeren Zeitraum auch der drastische Verlust an Lebensqualität einhergeht.
    Mit Blick auf die Vergangenheit mag das ungerecht erscheinen, wo man doch vor 10 Jahren noch als Arbeitsloser nicht aus der Wohnung ausziehen musste, sogar einmal im Jahr in den Urlaub fliegen konnte und trotzdem noch teure Markenprodukte kaufen konnte. Aufgeben des Lebensstandards ist, insbesondere in unserem Land, wo die Menschen sehr viel wert auf Status legen, sehr schwer, aber es muss sein.

    An dieser ganzen Misere weder direkt irgendeine Regierung Schuld, noch irgendwelche "Altlasten". Sondern:
    - Demografie (zuviele alte Menschen == immer höhere Renten und Krankenkassen ausgaben, weil ide Menschen länger leben, zuwenig junge Menschen die Arbeiten)
    - Angst (weil es bergab geht und die Zukunft ungewisse versucht jeder zu kassieren was er kann == Staat abzocken)

    Ich finde Schröder übrigens sehr mutig und unterstütze ihn deswegen, denn er scheint das zu tun was er für richtig hält, auch wenn es ihn noch soviel Wählerstimmen kostet. Das ist besser als wenn er Entscheidungen fällt die ihm zwar Stimmen sichern (keine Kürzungen) aber den Staat in den Bankrott führen.
    Hoffen wir da ihm die Zeit recht geben wird und wir in 2 Jahren die ersten Erfolge spüren.
    Btw.: Jeder Firmengründer weiß eigentlich , dass vor der Gewinnzone erstmal die Investition und damit Verzicht kommt.



  • @Politikwissenschaftler

    Fein gesülzt!

    Aber bei aller Notewendigkeit von Reformen:

    Warum müssen es die ausbaden die unverschuldet durch beschissene wettbewerbsbedingte demografische Entwicklungen in die Arbeitslosigkeit reingeraten sind?



  • F98 schrieb:

    @Politikwissenschaftler

    Fein gesülzt!

    Aber bei aller Notewendigkeit von Reformen:

    Warum müssen es die ausbaden die unverschuldet durch beschissene wettbewerbsbedingte demografische Entwicklungen in die Arbeitslosigkeit reingeraten sind?

    Warum wir das heut ausbaden müssen, dabei doch vollkommen unverschuldet?
    Weil wir einfach Pech haben heute zu leben und noch mehr Pech wen wir heute Arbeitslos werden. Wir sind nicht Schuld, aber auch auch sonst niemand.

    Es ist ein Unglück wie die Pest im Mittelalter. Niemand ist direkt Schuld aber es ist passiert und so wie Schröder jetzt zum schmerzhaften Maßnahmen gezwungen wird, mussten damals die Ordnungskräfte die unverschuldet infizierten Menschen in ihren Häusern einnageln damit die Krankheit überwunden werden kann.

    PS: Ich hab eine Weile überlegt, ob ich diesen drastischen Vergleich bringen kann und mich aus Gründen der stärkern Bildhaftigkeit gegenüber der Unangemessenheit dafür entschieden.



  • Hallo

    @Politikwissenschaftler
    ist alles schoen ung gut was du da sagst
    aber warum muessen immer diejenigen, die wenig haben etwas hergeben
    und diejenigen, die viel (immer relativ) haben bekommen von unserem lieben Schroederchen noch was dazu
    Das war grundtenor aller Reformen (???) von Rot/Gruen bisher

    MfG
    Klaus



  • Hartz IV hält ja noch einige Knaller bereit über die sich der gut verdienende Singel im klaren sein sollte..

    bevor man seine/n womöglich noch alleinerziehende/n partner zu sich ziehen lässt sollte man sich darüber im klaren sein, dass man dann als eheähnliche gemeinschaft gewertet wird und dann für den anderen (und auch für die nicht eigenen kinder) blechen darf...

    also angenommen man verdient netto 3000€ und holt sich ne alte mit 2 kindern ins haus, unterschreibt man faktisch freiwillig auf sozialhilfeniveau leben zu wollen da das komplette einkommen angerechnet wird solange bis man quasi selber sozialhilfeempänger ist...

    umgekehrt könnte es sein das die kinder halbweisenrente beziehen. lacht sich die mutter einen alg2-empfänger an der in die wohung einzieht dürfen die kinder von ihrer halbweisenrente den neuen macker bezahlen...

    da sind noch so einige ähnliche denkbare fälle drin...
    in der Praxis wirds natürlich so laufen das entweder einige beziehungen in die brüche gehen oder zweitwohungen gehalten werden wo dann offiziell der andere wohnt. das kommt den staat natürlich teuer (wäre ja billiger teilweise was zuzuschiessen) aber da kann ich nur sagen selber schuld wenn man sich so ne bekloppten regelungen ausdenkt. die leute sind ja meist gerade nicht verheiratet weil sie eben nicht füreinander einstehen wollen...

    demonstrieren gehen die ganzen leute die jetzt arbeitslos sind und vermutlich auch keine aussicht auf einen gut bezahlten job haben. Richtig verarscht von der Reform werden eigentlich die Famlilien mit zwei gutverdienenden. Wenn einer von beiden arbeitslos wird (was heutzutage ja nicht mehr unwahrscheinlicht ist)zieht das die ganze familie nahe ans sozialhilfeniveau...
    kinderfreundlich ist der ganze scheiss nicht und der vom GG beabsichtige schutz der familie wird eher dadurch ausgehebelt. Die leute werden sich noch weniger freiwillig binden und es wird tendenziell zu noch mehr (zumindest offiziell) alleinerziehden kommen...


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