persönliche Frage an die Berufserfahrenen *wichtig für...
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Bini schrieb:
Ich bin sogar extrem örtlich gebunden und dazu noch in dem Bundesland, wo es kaum eine Gegend mit unter 20 % Arbeitslosen gibt. Hier ist jobmäßig einfach - nichts

Darf ich mal so aus neugierde fragen warum? Wenn ich Deine Geschichte so lese, dann ist bisher eigentlich kaum ein vernünftiges Argument für die örtliche Bindung gefallen. Dein Mann ist offensichtlich beruflich nicht örtlich gebunden, Deine Kindern würde ich von der Altersspanne im Bereich bis 10 Jahre ansiedeln. Ohne jetzt die Hintergründe zu kennen, oder aber Deine Motive in Frage stellen zu wollen, würde es für mich eher so klingen, als ob jetzt der ideale Zeitpunkt für Euch wäre, sich örtlich neu zu orientieren.
Gruß Jens
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für die kinder ist das eine qual mit dem alter ihren wohnort verlassen zu müssen...
dazu kommt noch, dass sie ja gesagt hat, sie wäre in der babypause, und so ein kleines ding kann man nicht gut auf eine große reise nehmen

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Ich hab zwar selbst keine Kinder, war aber selbst mal eines, welches viel zu viel durch die Gegend gezogen ist:
Solange die Eltern noch die primären Bezugspersonen sind (ca. <=12 Jahre) ist ein Umzug aus Kindersicht noch relativ einfach. Schwierig wird das mit der Umzieherei erst im Laufe des Prozesses, wo die Abnabelung von den Eltern im Gange ist.
Ach, und was das Baby angeht: So eine Ortsveränderung benötigt Zeit, das ist normalerweise ein Zeitraum von einem halben bis zu einem ganzen Jahr. Nach Ablauf dieses Zeitraumes sollte (korrigiere "ist" - mich hat ja auch keiner gefragt) ein Umzug möglich sein.
Gruß Jens
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Zum Thema Umzug und Kinder:
Ich bin ebenfalls mehrmals umgezogen und das in allen angesprochenen Altersstufen (Säugling, Kindergarten, Grundschule, Teenager). Ich wage jedoch von mir zubehaupten, keine schwerwiegenden, charakterlichen Schäden davon getragen zuhaben. (zu mindest keine die meine Mitmenschen bisher bemerkt haben ;)).
Kinder sind erstaunlich anpassungsfähig. Wichtig ist dabei jedoch der Support der Eltern.
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Sehe ich genauso. Solange die Kinder noch in einem so anhänglichen Alter sind, dürfte das kein Problem sein.
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hi bini
wenn du genaueres über fernuni hagen wissen willst und das informatik studium dort, kann ich dir bei interesse gerne mal eine ausführliche mail schicken.
du wirst vorausichtlich teilzeit machen, sprich: du zahlst mit erststudium 325 euro studiengebühr im semester, neben den anderen unkosten, die aber relativ unrelevant sind.
ich mache bachelor, mein drittstudium, und komme neben der arbeit solala hin.
viel viel arbeit. aber es macht spaß. trotz dem stress.na ja, mehr per mail... so du möchtest.

ps: für dich kommen an der fernuni sicherlich geldlich noch soziale dinge in betracht.. soviel ich mich erinnere, kann man einen antrag auf erlassung des studienbeitrages stellen...müsstest du den asta mal fragen.
pps: obs arbeitsmäßig sinn macht... hmm wir können programmieren, aber informatik ist was ganz anderes.. an der fernuni wirst du nur punktuell programmieren, sondern lernst ganz andere dinge.. spannend.
machs für dich. so das geld und der abend dazu reichen. in der augenblicklichen situation ist alles andere schwer vorhersehbar. ein zugewinn ist es allemal.
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Moin Leute,
vielen Dank erst mal für die Antworten bisher!
Hm, ich merke schon, ich komme nicht drumrum, meine örtliche Gebundenheit etwas näher zu erläutern. Ich wollte mich eigentlich nicht so weit aus dem Fenster hängen, weil meine Kollegen eventuell hier auch lesen. Aber was soll's, ist ja letztlich auch egal und an dem, was ich bisher geschrieben habe, können sie mich auch erkennen.
Der Punkt ist der, das meine beiden großen Kinder einen anderen Vater haben - der wohnt aber gleich um die Ecke und es gibt sehr viele und gute Kontakte zwischen ihnen. Ich werde auf gar keinen Fall umziehen und Kinder und Vater auseinanderreißen. Lieber stell ich mich bei McDoof an die Theke. Ich täte mich schon schwer damit, innerhalb der Stadt umzuziehen - es ist ein enormer Vorteil, wenn auch Grundschulkinder schon zu dem getrennt lebenden Vater ALLEIN laufen können.
@Elise: die anderen Dinge neben dem Programmieren sind es ja, die mir fehlen. Im Moment bin ich da zu sehr Fachidiot. Das verunsichert und verführt mich wahrscheinlich auch manchmal dazu, das, was ich kann, kleiner zu machen, als es ist. Nähere Infos nehme ich gern per Mail entgegen! Meine Mail ist hier hinterlegt.
Die Webseiten der Fernuni Hagen hab ich natürlich schon von vorn bis hinten studiert
Ich könnte wohl auch auf ein Stipendium hoffen, da ich ja im Moment überhaupt kein Einkommen habe.
Anfang der Woche war ich allerdings schon mal sehr sehr traurig, weil es keinen Weg mehr gibt, ins Wintersemester zu kommen - dabei habe ich doch gerade jetzt noch Zeit
@Erhard: Das mit den Seiten hast Du gut beschrieben. Ja, ich komme mir manchmal wirklich wie in einem Gefängnis vor. Die 3. Seite mit dem Nicht-Umziehen steht auf jeden Fall auch. Die 4. ist kein Problem. Mein Mann ist übrigens genau wie ich Programmierer im Quereinstieg - hat aber nicht so die fachliche Breite, die ich habe und ist nun durch die lange Arbeitslosigkeit schon so gut wie weg vom Fenster. Aber minderwertig fühlt er sich nicht mir gegenüber.
Ich habe aber so tagtäglich vor Augen, was mir blühen könnte.Bini
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Bini schrieb:
Biochemie. Dahin kann und will ich aus verschiedenen Gründen nicht zurück.
Dieses Diplom ist jetzt nicht mehr wirklich hilfreich. Ich möchte eher branchenneutral bleiben/werden.Das sind vielleicht ein bißchen viel Wünsche auf einmal.
Nur aus Neugierde, was ist denn an Biochemie schlimmer als an der Theke bei McDonalds? (Ich fasse nur Deine Zitate zusammen)
Biochemie lässt doch zumindest den Bereich Medizintechnik offen, und dort tut sich bzgl. Simulationen und Überwachung im Bereich Embedded Systems bis hoch zu Verwaltungssystemen unheimlich viel.
Das mit der Fernuni ist ja schön und gut, aber Du hast Dein Biochemie Diplom HEUTE. Ein FU-Diplom hast Du in ca. 4 JAHREN.
Programmierung hin oder her, das Diplom ist Deine Trumpfkarte. Du mußt Deine Rolle umdefinieren - Du bist kein Seiteneinsteiger Programmierung. Du bist ein Biochemiker mit Programmierkenntnissen und -erfahrung. Selbstverständlich kannst Du als Naturwissenschaftler Software entwickeln.
Es spielt doch weniger eine Rolle wie Du das persönlich fühlst, sondern wie Du es verkaufst.
Das Problem mit dem Ort hast Du ja auch noch, dann solltest Du nicht auch noch unnötig Deine Erfahrung und Wissen kleinreden.
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Kann @Marc++us nur zustimmen. Programmiere schon seit vielen Jahren ohne einen "Informatiker-Schein". Bin also auch ein "Quereinsteiger" (aus der Gerätetechnik, mit Dipl.-Ing.). Kein Schw... fragt danach was ich studiert habe und keiner will von mir einen Informatiker-Schein. Hauptsache Diplom. Aber was ich da gelernt habe, kann ich bei vielen Projekten ganz gut einsetzten und bin manchmal damit konkurrenzlos vorn.
Vielleicht wäre ein etwas fernerer Arbeitsort die Lösung für Dein "Ortsproblem"? Ich kenne Leute, die pendeln täglich 2 x 2,5 Stunden, allerding bei Teilzeit von 6 Stunden/Tag.
Selber habe ich eine Wegzeit von 2 x 1,6 Stunden/Tag, jedoch Vollzeit.
Geht alles.Blackbird
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Hallo Bini!
Aus meiner alten Firma weiß ich eine Arbeitsvariante, die du sicherlich machen könntest und wo du ortsunabhängig bist:
Du fährst nur zu Besprechungen in die Firma und machst den Rest von zu Hause.Hintergrund: Wir hatten da zwei Damen die mehrere Autostunden weg wohnten und beide kleine Kinder und ein Baby hatten. Diese Damen hat man maximal einmal in der Woche gesehen, sonst wurde telefoniert, Mails geschrieben oder ein Zettel auf den Platz gelegt (ja, eine hatte tatsächlich einen Schreibtisch).
Es ist sicherlich schwer, eine Firma zu finden, die sowas mit macht - aber du könntest ja in ganz Deutschland suchen.

Schlimmer als dass der Tag, wo du hin musst sehr lang ist, kann es doch nicht sein.Ich hoffe sehr, dass sich das mit der Möglichkeit der Fernarbeit sehr bald bessert, denn ich würde das sehr gerne machen können, wenn ich denn mal so weit bin, dass Platz für weitere Familienmitglieder da ist.
(Eigenlich auch schon vorher...)Noch eine Frage: Warum sucht dein Mann nicht "weiter weg"? Wenn er einen gut bezahlten Job findet, wo er am Wochenende zu Hause sein kann - dann ginge das doch auch. Kinder brauchen doch nur eine Person - mir war es jedenfalls egal wer zu Hause war, abgesehen davon, dass Papas Essen nicht schmeckte.

(Mein Freund sucht auch mehrere 100 km von hier nach Jobs - weil die einfach besser sind. Wenn das Geld stimmt, kann man auch damit leben.)Noch eine Idee, die ist aber wirklich nicht ausgegoren:
Wie wäre es, eine kleine Firma zu machen, die im Auftrag entwickelt? Ihr seid beide Entwickler, damit könnte dein Mann die Verträge abschließen (die Reisen machen) und du entwickelst und wenn er zu Hause ist, er auch.
Unser Nachbar macht das neben den Studium her, scheint ganz brauchbar zu klappen...Ich wünsche euch jedenfalls viel Glück.

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IMHO gibt es viele Quereinsteiger.
Ich habe auch Ing. Nachrichtentechnik/Elektronik (Ing. HTL Österreich) und arbeite schon seit nunmehr fast 5 Jahren in der Softwareentwicklung.
Der Vorteil gegenüber eines Dipl Ing Inf. ist die (abgesehen von der Praxis) das man Software in seinem Studiumsbereich entwickeln kann was der Inf. nicht kann da er sich das Gebiet erst aneignen muss.
Es ist zwar schon komplexe Algos berechnen zu können aber von z.B. Elektronik, Berechnung von Teilströmen, etc. hat er keine Ahnung.
Was sollte ein Elektonikkonzern also mit einem INF: wenn er auch jemanden bekommt der aus der Fachrichtung Elektronik kommt.
Genauso ist es bei dir mit Biochemie. Deshalb sehe ich ein Studium Inf. nicht Zielführend da du die 4 -6 Jahre Studiumsdauer lieber mit Praxis nutzen kannst.
Es soll aber Leute geben denen einfach nur das Wissen in diesem Bereich wichtig ist. Wenn Du zu denen gehörst dann studiere Inf.
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Eben, man sollte daher sich nicht als Seiteneinsteiger bezeichnen.
Man ist diplomiert und Softwareentwickler.
Man braucht nur eine Begründung, warum man evtl. nicht in seinem Fachbereich Software macht, sondern z.B. als Biochemiker Bankensoftware macht. Aber das lässt sich im Hinblick auf den Softwareboom der Jahre 1998ff ebenfalls positiv und nachvollziehbar verkaufen.
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Erhard Henkes schrieb:
Seit dem Studienjahr 1999/00 ist die Einschreibung in den Modellstudiengang Bachelor in Informatik möglich. Vollzeitstudierende können diesen Studiengang bereits nach drei Studienjahren (120 SWS) abschließen. Für Teilzeitstudierende verlängert sich die Studiendauer entsprechend. Es handelt sich bei dem Bachelor-Studiengang um ein verkürztes, stark praxisorientiertes universitäres Studium, welches jedoch nicht zur Promotion berechtigt. Im europäischen Ausland ist dieser Studiengang weit verbreitet.
Wie lange braucht man in Teilzeit (in der Broschüre "Heft8" ist von 12 Semester = 6 Jahre die Rede)? Wie läuft das mit der Praxisorientierung? Wird C++ ausreichend berücksichtigt? Wie sieht es mit vor-Ort-Zeiten aus (bei Teilzeit immer schwierig)?
vor ort zeiten sind relativ gering, wie ich schon beschrieb. oft gibt es angebote, die nicht pflicht sind. nur zu den prüfungen muss man hin, logo.
klausuren schreibt man in einer großstadt in der nähe.erhard, warum sollte ein informatik studium wert auf c++ legen? *grins*
da hast du was nicht verstanden.informatik studieren bedeutet eben nicht, programmieren lernen. sondern man lernt etwas darüber ... zusammenhänge, datenstrukturen, technische informatik, theoretische informatik mit ihren automaten, formale dinge, logik, ladida... viel mathematik.
in hagen wird als programmiersprache für ein programmierpraktikum java unterrichtet. kein c++. warum auch. es könnte aber auch c# sein, oder smalltalk.
in der imperativen wird pascal benutzt. auch hier hätte man sich für c entscheiden können. oder was ganz anderes.
eine uni ist sprachenunabhängig. du erlernst eine höchstens, um konzepte zu verstehen.
das konzept objektorientier programmierung könnte total theoretisch ablaufen.darüber ... ausgerechnet c++ zu fordern, diese "nischensprache" *g* wäre zu klein. klar, mir wärs lieb gewesen, na ja, jetzt hatte ich einen fundierten einblick in java, auch nicht schlecht.
aber wie gesagt, im grunde gehts nicht darum, wenn man informatik an einer universität studiert. ich weiß nicht, wie es an einer fh ist. aber die fernuni ist eben eine uni.so long
ps: schreibt man niesche oder nische? google gibt keine auskunft darüber... gibt es beides

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du hast deinen email kontakt nicht an, leider kann ich dir dann keine gefärbten fernuni-hagen kritiken schicken
(die ich hier nicht öffentlich breittreten will).so long
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nische
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nochwas zum quereinsteiger: programmieren ist eine nicht allzu schwer zu lernende handwerkskunst. das was du dir im studium erarbeitet hast, ist viel mehr wert. also seh den quereinsteiger höchstens auf die fachrichtung aber nicht aufs programmieren.
Das Handwerk lernt man sicher schnell, aber die Kunst kommt erst a bissel später :).
Ich hab auch in letzter Zeit öfter drüber nachgedacht nebenher noch ein zweites Studium nachzuschieben (bin Dipl. Medizintechniker(FH)). Aber mir missfällt, das ich das NUR für den Schein machen würde. Es giebt so viele Themengebiete, die ich mir noch anschauen will und ein Studium (ich gehe da mal von meinem aus) mit viel trockener Theorie würde mir nur die Zeit rauben, um mich da ein bisschen mit anderen Sprachen, Tools u.s.w. auseinaderzusetzen.
Ein Stapel guter Bücher, ein Internetanschluß nebst Computer, was braucht man mehr, um zu lernen. Die meisten Firmen - zugegebenermaßen waren das bei mir eher mittelständische wollten nur Ihr Problem gelöst haben. Sprache, Entwicklungsumgebung, oder mein Abschluß waren da mehr oder weniger egal. Ich habe sehr davon profitiert mich ein bisschen mit Signalverarbeitung / Bildverarbeitung auszukennen und das ist auch ein Überbleibsel aus meinem Diplom :).
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Marc++us schrieb:
Das sind vielleicht ein bißchen viel Wünsche auf einmal.
Wie meinst Du das? Ich hab eigentlich nur einen Wunsch: nämlich auch langfristig einen Job hier in dieser Stadt...Marc++us schrieb:
Das mit der Fernuni ist ja schön und gut, aber Du hast Dein Biochemie Diplom HEUTE. Ein FU-Diplom hast Du in ca. 4 JAHREN.
DAS allein wäre ja auch kein Problem. Wie schon erwähnt HABE ich ja eine Arbeit, die mir auch mindestens die nächsten drei Jahre sicher ist. Ich überlege wirklich langfristig.
Marc++us schrieb:
Nur aus Neugierde, was ist denn an Biochemie schlimmer als an der Theke bei McDonalds? (Ich fasse nur Deine Zitate zusammen) ... Programmierung hin oder her, das Diplom ist Deine Trumpfkarte. Du mußt Deine Rolle umdefinieren - Du bist kein Seiteneinsteiger Programmierung. Du bist ein Biochemiker mit Programmierkenntnissen und -erfahrung. Selbstverständlich kannst Du als Naturwissenschaftler Software entwickeln.
auch an Unix-Tom und Blackbird: Das Diplom wäre vielleicht eine Trumpfkarte in München oder Hamburg. Aber nicht hier, wo ich bin. Mein Gefühl für den Arbeitsmarkt hier - und den beobachte ich nun schon wirklich lange - sagt mir, daß es günstiger ist, für alle Branchen offen zu sein als sich auf Biochemie einzuengen. Wofür steht denn Biochemie genau? Es bedeutet z.B. keine Ahnung von Mathematik und Technik zu haben!! Es ist eben NICHT vergleichbar mit einem Ingenieur. Es steht eventuell für Forschung und Entwicklung - und wo findet die statt?? Richtig, in Ostdeutschland nicht, jedenfalls nicht die industrielle F&U. Mit ein paar Ausnahmen, klar, eine davon ist die Firma, wo ich gerade bin

Sicher kann es mittelfristig hier einen Aufschwung geben. Aber wenn ich darauf baue, kann ich genausogut verraten und verkauft sein.
Biochemiker mit Programmierkenntnissen werden hier nicht benötigt. So einfach ist das.Marc++us schrieb:
Es spielt doch weniger eine Rolle wie Du das persönlich fühlst, sondern wie Du es verkaufst... dann solltest Du nicht auch noch unnötig Deine Erfahrung und Wissen kleinreden
Da hast Du wohl Recht - in der Hinsicht bin ich eben ein echter Ossi, hochstapeln und mich "verkaufen" ist nicht so ganz mein Ding.

Blackbird schrieb:
Vielleicht wäre ein etwas fernerer Arbeitsort die Lösung für Dein "Ortsproblem"?
Ich hoffe sehr, daß mir das erspart bleibt - auch in Zukunft. Ein bißchen "leben" und für die Kinder, die ich in die Welt gesetzt habe, da sein, möchte ich ja doch....
estartu_de schrieb:
Ich hoffe sehr, dass sich das mit der Möglichkeit der Fernarbeit sehr bald bessert
Da bin ich Pessimist. Warum sollte sich was ändern bei >4 Mio Arbeitslosen?
Du hast keinen "Platz" für Zuwachs?? Brauchste 'ne größere Wohnung oder wie?
Mein Mann sucht ja auch in größerem Umkreis. Aber da er auf Internetprogrammierung fixiert ist, sind seine Chancen eben noch kleiner als meine... Wer braucht schon noch Web-Knechte, das hat doch momentan überhaupt keine Priorität bei den Firmen.
Eigene Firma - nee, dazu sind wir nicht gut genug und ganz ehrlich, für so ein immenses Risiko gebe ich nicht meine Stelle auf - ich habe die Verantwortung für 4 Leute!estartu_de schrieb:
Ich wünsche euch jedenfalls viel Glück.
Danke, das kann ich auch gebrauchen. Manchmal ist die Existenzangst einfach so drückend... manchmal geht es besser und ich bin gelassener. Je nach Tagesform. Wahrscheinlich das gleiche Gefühl, mit dem alleinverdienende Familienväter schon immer zurecht kommen mußten...
TheBigW schrieb:
Ein Stapel guter Bücher, ein Internetanschluß nebst Computer, was braucht man mehr, um zu lernen. Die meisten Firmen - zugegebenermaßen waren das bei mir eher mittelständische wollten nur Ihr Problem gelöst haben.
Ja richtig - das mache ich ja auch. Im Solo-Lernen hab ich viel Übung

Allerdings wollte von mir noch keine Firma ein Problem gelöst haben, leider. Außer der natürlich, wo ich arbeite. Aber das ist eben so sehr speziell in der Thematik *seufz*.
Ich würde liebend gern nebenbei ein mittelständisches Problem lösen und mich dabei ausprobieren...An Alle:
Nochmals Danke für Eure Antworten. Es ist sicher nicht leicht, mir was zu raten, weil ich auf alles immer ein "Ja, aber..." habe.
Meine Ortsgebundenheit ist halt wirklich der große Knackpunkt. Ich weiß, daß ich mit meiner Qualifikation woanders ungleich mehr Chancen - oder überhaupt Chancen - hätte. Aber so ist es nun mal und die großen Forschungsunternehmen, die einen programmierenden Biochemiker gebrauchen könnten, kommen irgendwie nicht hierher, ich weiß auch nicht warum...
Darum hab ich mir eingebildet, es wäre LANGFRISTIG eine bessere Strategie, einen Schein zu haben, der es mir erlaubt auf Stellenanzeigen mit "Dipl.-Inf gesucht" antworten zu können. Denn "Programmierer gesucht" gibt es nicht, dafür reichen doch Schüler und Studenten... Eine solche Stellenanzeige habe ich das letzte halbe Jahr einmal gesehen - und das war die nach meiner Vertretung :p
Aber ich bin doch wieder sehr pessimistisch, ob ich das schaffen könnte. Habe gerade heute Unterlagen für den Informatik-Bachelor in Hagen bekommen und kann mir nun einen Überblick verschaffen, was im Detail auf mich zukäme. Ist schon heftig.Ich glaub, jetzt muß ich erst mal ins Bettchen und die ganze Sache überschlafen... Mir brummt schon der Schädel. Vielleicht habe ich im Schlaf die Erleuchtung

@Elise:
Hab Mails eingeschaltet
Bini
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Hmm, würdest du vielleicht sagen aus welcher Stadt du bist, vielleicht könnt man dir dann eher helfen mit Vorschlägen. Von der bisherigen Beschreibung her, würd ich auf Brandenburg,Sachsen Anhalt oder MeckPom tippen?!?
Bin übrigens selber aus Nordost Brandenburg und kann dich deshalb hinsichtlich deinen Ängsten vor der Arbeitslosigkeit verstehen.Ich habe das Glück das ich hier nichts zu verlieren hatte und bin deshalb erstmal Wahlstuttgarter weil hier sieht es mit der IT Branche nicht so besonders aus(Bin auf dem Weg zum Informationsingenieur und hätte hier keine Chancen).
Aber dafür gäbe es hier bestimmt gute Arbeit für Biochemiker. Zum Beispiel soll Schwedt/Oder zu einem Zentrum für Biogene Kraftstoffe ausgebaut werden und da gibt es genug Entwicklungsarbeit zu leisten und die suchen stark nach Fachkräften.
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Hallo Bini,
dir geht es offensichtlich um eine längerfristige (> 3 Jahre) Entscheidung, daher solltest du strategisch denken, nicht taktisch.Der für mich schönste Satz ist dieser hier: "... ein echter Ossi, hochstapeln und mich "verkaufen" ist nicht so ganz mein Ding." (Klasse! Bleib bei dieser Haltung.)
Zunächst spiegele ich dir einige deiner eigenen Aussagen, geordnet nach optimistisch, neutral, pessimistisch:
optimistisch:
- arbeite seit einigen Jahren als Programmierer(in) ("Traumjob")
- Webseiten der Fernuni Hagen ... von vorn bis hinten studiert ... auf ein Stipendium hoffen ...
- Im Solo-Lernen hab ich viel Übungneutral:
- Mitte 30, also nicht mehr ganz taufrisch
- naturwissenschaftliches Diplom (Biochemie)
- großen Kinder einen anderen Vater haben
- Ich hab eigentlich nur einen Wunsch: nämlich auch langfristig einen Job hier in dieser Stadt...
- HABE ich ja eine Arbeit, die mir auch mindestens die nächsten drei Jahre sicher ist.pessimistisch:
- Gefühl, mich komplett zu übernehmen
- extrem örtlich gebunden
- Mein Mann steht jobmäßig noch schlechter da als ich, ist schon über zwei Jahre arbeitslos
- die anderen Dinge neben dem Programmieren sind es ja, die mir fehlen.
- sehr sehr traurig, weil es keinen Weg mehr gibt, ins Wintersemester zu kommen - dabei habe ich doch gerade jetzt noch Zeit
- Mein Mann ist übrigens genau wie ich Programmierer im Quereinstieg - hat aber nicht so die fachliche Breite, die ich habe und ist nun durch die lange Arbeitslosigkeit schon so gut wie weg vom Fenster.
- Ich habe aber so tagtäglich vor Augen, was mir blühen könnte.
- Wofür steht denn Biochemie genau? Es bedeutet z.B. keine Ahnung von Mathematik und Technik zu haben!! Es ist eben NICHT vergleichbar mit einem Ingenieur.
- Biochemiker mit Programmierkenntnissen werden hier nicht benötigt.
- Da bin ich Pessimist. Warum sollte sich was ändern bei >4 Mio Arbeitslosen? (Fernarbeit)
- Manchmal ist die Existenzangst einfach so drückend...
- Meine Ortsgebundenheit ist halt wirklich der große Knackpunkt.
- "Programmierer gesucht" gibt es nicht
- Aber ich bin doch wieder sehr pessimistisch, ob ich das schaffen könnte. Habe gerade heute Unterlagen für den Informatik-Bachelor in Hagen bekommen und kann mir nun einen Überblick verschaffen, was im Detail auf mich zukäme. Ist schon heftig.Ich fasse mal für mich zusammen:
- du fühlst dich "alt" und hast Bedenken, deinen Job in vielleicht drei Jahren zu verlieren.
- du kannst nicht weg (Gefängnis), Grund: Beziehung zwischen Ex-Mann und zwei ältesten Kindern.
- du hast die finanzielle / moralische Verantwortung für einen Mann, einen Ex-Mann (der noch(!) um die Ecke wohnt) und drei Kinder.
- dein aktueller Mann kann die Familie (vielleicht sogar langfristig) nicht ernähren, ist aber ansonsten kein Problem (säuft nicht, schlägt dich und die Kinder nicht, ...)
- du hast Angst, dass du das Fernstudium nicht schaffst, möchtest es aber trotzdem wagen (oder doch nicht? oder doch? ...).
- du möchtest irgendetwas machen, um deinen "Traumjob" langfristig abzusichern.Mein erstes Fazit:
die Kinder sind nicht das Problem, es sind die Erwachsenen. Der erste Mann hält dich gefangen, der zweite kann dich nicht finanziell absichern. Du selbst fühlst dich überlastet ( zu Recht, da du die Doppelfunktion Mutter und Ernährer einer großen Familie hast) und zweifelst an dir selbst (Alter, Biochemie-Diplom, Fähigkeiten zur Weiterbildung).Du steckst in einer Krise. Die Chinesen haben ein Schriftzeichen für Krise und Chance. http://www.xuexizhongwen.de/chinese_t99.htm
Du hast einen wichtigen Satz gelassen ausgesprochen: "Wahrscheinlich das gleiche Gefühl, mit dem alleinverdienende Familienväter schon immer zurecht kommen mussten..."
Ich denke, dass Männer mit einer solchen Situation (Bedrohung mit Verlust des Arbeitsplatzes als Alleinernährer) in der Tat besser klar kommen als Frauen. Männer können besser verdrängen.Kurzform: zwei Väter (offenbar beide o.k.), drei Kinder (klasse!), ein Diplom (z.Z. wenig nützlich), ein "Traumjob" (nicht zukunftsicher). Mutterrolle + Haupternährer + Zweitstudium (Hoffnung/Angst/zeitliche Belastung) -> Überlastung