Die Zukunft von Europa



  • Hallo

    Ich habe mir schon einige Male Gedanken über die Zukunft von Europa vor allem im Bereich Technik/Forschung gemacht.

    Viele gehen ins Ausland, nach Amerika oder Australien studieren und mir kommt es so vor als ob man in Europa "nichts" werden kann.
    Mir fällt Momentan auch keine weltweit angesehen Universität oder FH in Deutschland und Österreich ein. Ok, Oxford, Campridge und die Universität Paris. Aber schaut euch mal hier das Ranking an: http://ed.sjtu.edu.cn/rank/2004/top500(1-100).htm

    In Europa läuft in dieser Hinsicht einfach viel zu wenig, was ich sehr schade finde.

    Was denkt ihr darüber, wird Europa Amerika irgendwann aufholen oder sogar überholen?
    Und was läuft momentan falsch?

    futurist 🙂



  • was läuft falsch? wir importieren den amerikanischen negtivtrend in sachen gesellschaft.



  • Im letzten Focus war ein schöner Bericht über die besten Unis Deutschlands zu lesen. Das nur so am Rande... 🙂

    Mr. B



  • futurist schrieb:

    Mir fällt Momentan auch keine weltweit angesehen Universität oder FH in Deutschland und Österreich ein.

    Bei uns wird nur nicht so viel Zirkus um die Unis gemacht wie z.B. in Harvard, Cambridge usw... Weltweit angesehene haben wir genug (München, Heidelberg, Göttingen, Aachen, Berlin...).



  • Die deutschen Hochschulen sind ALLE weitaus besser als die durchschnittliche amerikanische Uni. Weil wir weitestgehend einen einheitlichen Standard haben, während man in den USA von Uni zu Uni enorme Unterschiede feststellen kann.

    In Deutschland und Europa allgemein herrscht auch eine andere Mentalität. Die Amis machen, wie schon gesagt, ein heiden-Brimborium um ihre gute Unis. Da ist mehr Schein als Sein im Spiel. Ist auch wichtig bei denen, da die auf die Gebühren der Studenten und Zuschüsse der Industrie angewiesen sind. Da muss man Werbung machen. Aber besser in der Lehre sind die nicht.
    Im Bereich Maschinenbau sieht das MIT z.B. die RWTH Aachen als weltweit ärgsten Konkurenten, was den RUf anbelangt.



  • Faktoren beim Niedergang der deutschen Forschungs- und Wissenschaft sind zahlreich :

    Zum einem bieten, vor allem die öffentlichen Universitäten, viele deutsche Bildungseinrichtungen aufgrund ihrer verkrusteten Struktur dem wissenchaftlichen Mittelstand wenig Entfaltungsmöglichkeiten. Professuren werden ausschließlich an die Besten vergeben. Leider fehlt die öffentliche Förderung auch der mittleren Ränge; die Elite ist so gezwungen, auch deren Aufgaben wahrzunehmen, in der Universität also beispielsweise das Abnhemen von Prüfungen und korrigieren von Klausuren. Der Weg zu einer Professur ist festgefahren : zunächst Diplom, dann Doktor, als Doktorand dabei als billige Hilfskraft ausgenommen werden. Danach viele Jahre als wissenschaftlicher Mitarbeit zu Niedriglohn arbeiten und eins nicht vergessen : viele viele Publikationen schreiben. Hier bietet vor allem das Ausland deutlich bessere Chancen, da dort noch eine vernünftige Förderung der Forschung stattfindet. Private Forschungsinstitute sind in Deutschland rar gesät, private Universitäten/Hochschulen sind meist primär in der Lehre tätig. So können diese nicht als Auffangbecken der den Unzulänglichkeiten der öffentlichen Hochschulen dienen.

    Ein weiterer Faktor ist die, besonders durch die 68er aufgekommene Technologiefeindlichkeit in Deutschland. Egal in welchem Bereich, sei es Gentechnik, sei es Kernphysik, in Deutschland lassin sich Projekte nicht realisieren, da jederzeit das Damoklesschwert der Technikfeinde darüber schwebt.
    Vergleichen wir nun mal die Situation mal mit anderen Ländern, z.B. Indien. Viele Inder gehen ins Ausland um dort zu arbeiten. Der Unterschied zu Deutschland ist, sie kommen nach einiger Zeit wieder. Und bauen in ihren Heimatländern mit dem im Ausland verdientem Geld und dem erworbenem Wissen neue Betriebe auf. Das geschieht in Deutschland nicht. Denn es gibt keine Identifikation mit dem Heimatland mehr. Des weiteren : wieso sollte man zurückkehren, wenn man keinerlei Vorteile davon hat? Das Wetter ist schlecht in Deutschland, das Ansehen der Forscher niedrig ebenso der Verdienst. Die Lebenserhaltungskosten sind mindestens genauso hoch wie in den Ländern, in welche sie abgewandert sind. Wenn nicht gar höher.

    Union-Fan



  • Union-Fan schrieb:

    das Ansehen der Forscher niedrig ebenso der Verdienst.

    Das ist auch ein grundsätzliches gesellschaftliches Problem in D. Naturwissenschaftler und Forscher sind sehr niedrig angesehen, während Dummschwätzer, Möchtegern-Künstler und Big-Brother Selbstdarsteller gefeiert werden. 👎



  • Union-Fan schrieb:

    Private Forschungsinstitute sind in Deutschland rar gesät, private Universitäten/Hochschulen sind meist primär in der Lehre tätig.

    Der Hauptteil der Finanzierung wie auch der Durchführung von Forschung entfällt in Deutschland auf private Unternehmen.
    Und nur mal so am Rande erwähnt:
    http://en.wikipedia.org/wiki/Max-Planck-Gesellschaft
    http://en.wikipedia.org/wiki/Fraunhofer_Society (bewusst Englisch :))

    //edit:
    @futurist:
    Ja, schau dir die Liste mal genau an. Vielleicht fällt dir dann auf, dass gleich hinter der von dir als Ausnahme gebilligten Uni Paris die beiden Unis Münchens kommen.



  • Was will man auch von einem Ranking aus dem nicht-Europäsischen Raum erwarten 🙄

    Unis in D und USA ect kann man gar nicht vergleichen...



  • Ich halte nichts von Elitenbildung. Unsere Hochschulen sind den Amerikanischen im Mittel immernoch überlegen. Daran ändern die paar Eliteunis auch nix.



  • Hallo

    das die Hochschulen besser sind wie irgendwas ... das mag schon sein.
    Aber was dabei rauskommt (davon kann ich ein Lied singen .... )

    Bei mir in der Naehe liegt Erlangen (Uni-Stadt)
    Studiongang Info-Datentechnik

    Wir hatten in den letzten Jahren einige Abgaenger der dortigen Unis
    in der Firma

    Ich kann nur sagen - Wir sinfd soweit keine Uni-Abgaenger mehr einzustellen
    Unvermoegen Ignoranz (eklatant)
    die Arbeit des einen (1/2 Mannjahr investiert) ABSOLUT .....
    macht jetzt ein etwas begabter Elektriker (brachte das zustande was der Ing. nicht schaffte (in dem halben Jahr) und das in ca. 4 Wochen.
    Diese Beispiele lassen sich beliebig erweitern
    Es gibt aber aucg andere (gute Beispiele) aber weniger
    meist (klingt moeglicherweise hart) aber Abfall

    MfG
    Klaus



  • KlausB:

    Ich denke du solltest das differenzierter betrachten. Nun ist Erlangen auch keine Uni, die für ihren Informatik Fachbereich berühmt ist (soweit ich weiß).

    Aber bei uns ist es so, dass die Leute reihenweise ausgesiebt werden (studiere allerdings auch nicht Informatik, sondern Elektro- und Informationstechnik). Wer hier nichts auf dem Kasten hat, der kommt auch nicht durch (zumindest nicht in einem annehmbaren Tempo).



  • Wenn man sich einige Uni-Scripten ansieht, muss man sich nicht wundern. Viele Professoren sind offenbar weit weg von der Praxis und manche Studenten zu wenig praxisorientiert.



  • Union-Fan schrieb:

    Faktoren beim Niedergang der deutschen Forschungs- und Wissenschaft sind zahlreich :

    Zum einem bieten, vor allem die öffentlichen Universitäten, viele deutsche Bildungseinrichtungen aufgrund ihrer verkrusteten Struktur dem wissenchaftlichen Mittelstand wenig Entfaltungsmöglichkeiten.

    1. Warum ist Niedersachsen heute aus der Kultusministerkonferenz ausgetreten?
      http://www.welt.de/data/2004/09/25/337887.html - der Wolff kommt von der Union :D.

    Union-Fan schrieb:

    Professuren werden ausschließlich an die Besten vergeben. Leider fehlt die öffentliche Förderung auch der mittleren Ränge; die Elite ist so gezwungen, auch deren Aufgaben wahrzunehmen, in der Universität also beispielsweise das Abnhemen von Prüfungen und korrigieren von Klausuren. Der Weg zu einer Professur ist festgefahren : zunächst Diplom, dann Doktor, als Doktorand dabei als billige Hilfskraft ausgenommen werden. Danach viele Jahre als wissenschaftlicher Mitarbeit zu Niedriglohn arbeiten und eins nicht vergessen : viele viele Publikationen schreiben.

    1. http://www.google.de/search?hl=de&ie=UTF-8&q=Juniorproffessur&spell=1
      Unser leuchtendes Vorbild - www.jeckle.de (... der bekommt hier noch sein Gedenkstein... 🙄 )

    Union-Fan schrieb:

    Hier bietet vor allem das Ausland deutlich bessere Chancen, da dort noch eine vernünftige Förderung der Forschung stattfindet. Private Forschungsinstitute sind in Deutschland rar gesät, private Universitäten/Hochschulen sind meist primär in der Lehre tätig. So können diese nicht als Auffangbecken der den Unzulänglichkeiten der öffentlichen Hochschulen dienen.

    Während meines Studiums ging es mir tierisch auf den Sack, dass ich erst während der Vertiefungsausbildung und Diplomarbeit mit ersten echten wissenschaftlichen Arbeiten begann. Und Du willst Du diesen Kontrast durch Trennung von Forschung und Lehre noch verschärfen?! 😞
    Private Forschungsinstitute gibt auch sehr viele. Diese sind nur nicht für Dich transparent. Jungster sind DER Innovationsmotor - Junge Köpfe, neue Ideen!

    Union-Fan schrieb:

    Ein weiterer Faktor ist die, besonders durch die 68er aufgekommene Technologiefeindlichkeit in Deutschland. Egal in welchem Bereich, sei es Gentechnik, sei es Kernphysik, in Deutschland lassin sich Projekte nicht realisieren, da jederzeit das Damoklesschwert der Technikfeinde darüber schwebt.
    Vergleichen wir nun mal die Situation mal mit anderen Ländern, z.B. Indien. Viele Inder gehen ins Ausland um dort zu arbeiten. Der Unterschied zu Deutschland ist, sie kommen nach einiger Zeit wieder. Und bauen in ihren Heimatländern mit dem im Ausland verdientem Geld und dem erworbenem Wissen neue Betriebe auf. Das geschieht in Deutschland nicht. Denn es gibt keine Identifikation mit dem Heimatland mehr.

    Ja - in der Kernforschung und Biotechnik sind wir gesellschaftlich in die Eisen gestiegen. Im Gegenzug ist Deutschland z.B. Numero Uno in der Umwelttechnik geworden. Wird noch DER Exportschlager werden, wenn pro Jahr 10 Hurricans die USA leerbasen (und im White House endlich jemand mit Hirn wohnt... 🙄 )

    Union-Fan schrieb:

    Des weiteren : wieso sollte man zurückkehren, wenn man keinerlei Vorteile davon hat? Das Wetter ist schlecht in Deutschland, das Ansehen der Forscher niedrig ebenso der Verdienst. Die Lebenserhaltungskosten sind mindestens genauso hoch wie in den Ländern, in welche sie abgewandert sind. Wenn nicht gar höher.

    Vielleicht weil die Forschung schon vor Dekaden globalisiert wurde.
    Warum hatte CERN www.cern.ch das Internet erfunden? 🤡 🤡



  • Unser leuchtendes Vorbild - www.jeckle.de (... der bekommt hier noch sein Gedenkstein... 🙄 )

    Für mich ist das ein Kasper. Also wer in zig Ausschüssen im W3C sitzt und so eine Webseite produziert...

    http://validator.w3.org/check?verbose=1&uri=http%3A//www.jeckle.de/



  • Prof84 schrieb:

    Im Gegenzug ist Deutschland z.B. Numero Uno in der Umwelttechnik geworden. Wird noch DER Exportschlager werden, wenn pro Jahr 10 Hurricans die USA leerbasen (und im White House endlich jemand mit Hirn wohnt... 🙄 )

    Jupp. Mir persönlich fällt da auf Anhieb das U-212/214 ein. Weltweit einmalig und das erste U-Boot mit Brennstoffzellenantrieb zur geräuschs- und abwärmarmen Unterseefahrt.



  • Prof84 schrieb:

    1. Warum ist Niedersachsen heute der Kultusministerkonferenz ausgetreten?
      http://www.welt.de/data/2004/09/25/337887.html - der Wolff kommt von der Union :D.

    Um die föderale Kultusministerkonferenz zu vernünftigen Reformen zu bewegen.

    1. http://www.google.de/search?hl=de&ie=UTF-8&q=Juniorproffessur&spell=1

    Wurde gekippt.

    Während meines Studiums ging es mir tierisch auf den Sack, dass ich erst während der Vertiefungsausbildung und Diplomarbeit mit ersten echten wissenschaftlichen Arbeiten begann. Und Du willst Du diesen Kontrast durch Trennung von Forschung und Lehre noch verschärfen?! 😞

    Habe nie einer Trennung von Forschung und Lehre das Wort geredet.

    Private Forschungsinstitute gibt auch sehr viele. Diese sind nur nicht für Dich transparent. Jungster sind DER Innovationsmotor - Junge Köpfe, neue Ideen!

    Es hindert niemand Studenten und co. sich wissenschaftlich zu betätigen, auch wenn mal nicht der Prof die Klausur korrigiert oder mündlich prüft.

    Ja - in der Kernforschung und Biotechnik sind wir gesellschaftlich in die Eisen gestiegen. Im Gegenzug ist Deutschland z.B. Numero Uno in der Umwelttechnik geworden. Wird noch DER Exportschlager werden, wenn pro Jahr 10 Hurricans die USA leerbasen (und im White House endlich jemand mit Hirn wohnt... 🙄 )

    Ja, die Deutschen versuchen, nachdem sie es nicht durch Gewalt geschafft haben,
    jetzt durch den Ökowahnsinn, den Emissionshandel und unsinnige Umweltvorschrifte die Welt zu beherrschen. Allerdings werden sich weder Amerika noch einer der asiatischen Staaten jemals diese Vorschriften oktroieren lassen. Deshalb leider wertlos.

    Vielleicht weil die Forschung schon vor Dekaden globalisiert wurde.
    Warum hatte CERN www.cern.ch das Internet erfunden? 🤡 🤡

    Barners-Lee hatte großes Glück sich durch die Bürokratie des CERN zu schlagen. Und das CERN sah sich nicht mehr der Leitung des WWW gewachsen und gab deshalb die Kontrolle an die Amerikaner ab. Am Besten mal dazu seine Biographie lesen.

    Union-Fan



  • Loggy schrieb:

    Unser leuchtendes Vorbild - www.jeckle.de (... der bekommt hier noch sein Gedenkstein... 🙄 )

    Für mich ist das ein Kasper. Also wer in zig Ausschüssen im W3C sitzt und so eine Webseite produziert...

    http://validator.w3.org/check?verbose=1&uri=http%3A//www.jeckle.de/

    Zeugt von sehr viel Respekt, wie du hier über diesen verstorbenen, extrem engagierten Mann sprichst.



  • Union-Fan schrieb:

    Ein weiterer Faktor ist die, besonders durch die 68er aufgekommene Technologiefeindlichkeit in Deutschland. Egal in welchem Bereich, sei es Gentechnik, sei es Kernphysik, in Deutschland lassin sich Projekte nicht realisieren, da jederzeit das Damoklesschwert der Technikfeinde darüber schwebt.

    In meinem Kaffe sind Atome, was? IN MEINEM KAFFEE SIND ATOME, ZUHILFE!!!!!

    ICH FORDERE, verbietet Kaffee auf der Stelle!!!!!

    Weg mit Kaffee, da sind Atome drin, das ist gefährlich!

    Kaffee und Atome raus!



  • WissenDe schrieb:

    Ich halte nichts von Elitenbildung. Unsere Hochschulen sind den Amerikanischen im Mittel immernoch überlegen. Daran ändern die paar Eliteunis auch nix.

    Volle Zustimmung.



  • Diese sogenannten Elite Unis sind übrigens auch wieder so ne Schnapsidee von den Technikfeindlichen 68ern.


Anmelden zum Antworten