Der Untergang
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Mal zurück zum eigentlichen Thema. Ich bin gestern im besagten Film gewesen und finde ihn schauspielerisch als auch von der originalgetreuen Wiedergabe (Requisiten/Sound) her wirklich Klasse.
Mir haben sich beim Anschauen des Film immer wieder folgende Fragen gestellt:
- "Warum machen alle so bedingungslos mit, obwohl offensichtlich ist, dass die Sache schiefgeht?"
- "Warum hat nicht einfach mal einer von den Generälen im Stab den Colt gezogen und Adolf und einigen seiner direkten Nachfolger ausgeschaltet?"
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F98 schrieb:
- "Warum machen alle so bedingungslos mit, obwohl offensichtlich ist, dass die Sache schiefgeht?"
Weshalb war es offensichtlich? War es auch für diese überzeugten Leute zu dieser Zeit offensichtlich?
F98 schrieb:
- "Warum hat nicht einfach mal einer von den Generälen im Stab den Colt gezogen und Adolf und einigen seiner direkten Nachfolger ausgeschaltet?"
Weil viele die oben saßen kein schlechtes Leben hatten und weil viele Angst hatten, dass würde ich denken. Man sieht ja, wieviele nach dem Stauffenberg Attentat hingerichtet wurden.
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Noodles schrieb:
Weshalb war es offensichtlich? War es auch für diese überzeugten Leute zu dieser Zeit offensichtlich?
Ich gehe davon aus, das die Generäle mitbekommen haben wo der Hase läuft und das Hitler eine NULL in militärischer Taktik war. Des Weiteren gehe ich davon aus, das die Leute um Hitler herum aus niederen persönlichen Motiven heraus gehandelt und immer fein gute Miene zum bösen Spiel gemacht haben, obwohl sie wußten, das der Weg den sie einschlugen der falsche war.
Noodles schrieb:
Weil viele die oben saßen kein schlechtes Leben hatten und weil viele Angst hatten, dass würde ich denken. Man sieht ja, wieviele nach dem Stauffenberg Attentat hingerichtet wurden.
Also wer ist Schuld an der Misere? Die feigen Mitläufer oder die Anstifter?
Ich bin der festen Überzeugung, das gesamte System ist jederzeit und überall auf der Welt reproduzierbar. Bei uns Deutschen klappt aber um so besser weil wir die besten Grundvorraussetzungen dafür mitbringen:
* Obrigkeitshörigkeit
* exetreme Liebe zu Ordnungsstrukturen
* Technikversessenheit
* Selbstgefälligkeit/Überheblichkeitu.U. kommen noch in anderen Ländern
* Informationsknappheit/-zurückhaltung
* niedriger Bildungsstand in großen Teilen der Bevölkerungdazu.
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F98 schrieb:
Ich bin der festen Überzeugung, das gesamte System ist jederzeit und überall auf der Welt reproduzierbar. Bei uns Deutschen klappt aber um so besser weil wir die besten Grundvorraussetzungen dafür mitbringen:
* Obrigkeitshörigkeit
* exetreme Liebe zu Ordnungsstrukturen
* Technikversessenheit
* Selbstgefälligkeit/Überheblichkeit... was uns ja wahnsinnig von den Amerikanern, Chinesen und <insert any nationality here> unterscheidet
.
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MaSTaH schrieb:
F98 schrieb:
Ich bin der festen Überzeugung, das gesamte System ist jederzeit und überall auf der Welt reproduzierbar. Bei uns Deutschen klappt aber um so besser weil wir die besten Grundvorraussetzungen dafür mitbringen:
* Obrigkeitshörigkeit
* exetreme Liebe zu Ordnungsstrukturen
* Technikversessenheit
* Selbstgefälligkeit/Überheblichkeit... was uns ja wahnsinnig von den Amerikanern, Chinesen und <insert any nationality here> unterscheidet
.hat was..

Es gibt vorlaeufig eine gewisse Hemmschwelle fuer solche Ideologien. Ich glaub nicht, dass es im Moment moeglich waere ein solches System zu errichten. Aber die Erinnerung an Wk.2 und KZ's wird nicht ewig halten...
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MaSTaH schrieb:
... was uns ja wahnsinnig von den Amerikanern, Chinesen und <insert any nationality here> unterscheidet
.Ich halte das schon für typisch deutsche Merkmale. Nicht umsonst gilt (oder galt jahrzehnte lang) "Made in Germany" als Qualitätssiegel schlechthin. Die Deutschen zeichneten sich in der Geschichte immer als Perfektionisten aus - im Guten, wie leider auch im Schlechten. Heute z.B. zeichnet uns die konsequenteste Umsetzung des Sozialstaats weltweit aus - entsprechend tief sitzen wir in der Kacke und werden auch länger brauchen, die Sozialpolitik zu reformieren.
Von Überheblichkeit ist heute, dank abhandengekommenem Selbstwertgefühl, jedoch nicht mehr viel zu spüren.
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durito schrieb:
Ich glaub nicht, dass es im Moment moeglich waere ein solches System zu errichten. Aber die Erinnerung an Wk.2 und KZ's wird nicht ewig halten...
Heute wäre es in Deutschland auch nur über Revolution durchsetzbar. Der durch die Weimarer Verfassung ermöglichte und von Hitler gegangene rechtliche Weg ist heute verbaut.
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Cocaine schrieb:
MaSTaH schrieb:
... was uns ja wahnsinnig von den Amerikanern, Chinesen und <insert any nationality here> unterscheidet
.Ich halte das schon für typisch deutsche Merkmale. Nicht umsonst gilt (oder galt jahrzehnte lang) "Made in Germany" als Qualitätssiegel schlechthin. Die Deutschen zeichneten sich in der Geschichte immer als Perfektionisten aus - im Guten, wie leider auch im Schlechten.
Die oben aufgeführten Sachen verbinde ich aber nicht zwangsläufig mit Perfektionismus.
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F98 schrieb:
Mir haben sich beim Anschauen des Film immer wieder folgende Fragen gestellt:
- "Warum machen alle so bedingungslos mit, obwohl offensichtlich ist, dass die Sache schiefgeht?"
- "Warum hat nicht einfach mal einer von den Generälen im Stab den Colt gezogen und Adolf und einigen seiner direkten Nachfolger ausgeschaltet?"Lies Dir mal folgendes Buch durch:
Alfred Jodl | ISBN: 3926584661
Außerdem muß man auch einwenden, daß die Generäle bis Mitte 1942 einigermaßen zufrieden sein konnten... vielleicht waren sie anderer Meinung, aber der Erfolg gab bis dato Hitler recht, wozu also die Umstände. Erst danach kam wohl der eine oder andere ins Grübeln, aber da war's ja auch ruckzuck zu spät. Und die guten Generäle kamen ja an die Front, die Jasager blieben daheim im Bunker. Auf diese Weise konnte man das Problem auch noch verschleppen.
Zudem noch eine Sache: die hohen Generäle kamen oft aus traditionsreichen (nicht zwangsläufig adligen) Familien mit Pflichtbewußtsein und entsprechender religiöser Erziehung (ein Unterschied zu den schon pathologisch atheistischen SS-Leuten). Und vereidigt waren sie nicht auf das Reich oder die Verfassung, sondern auf das Leben Hitlers. Das war für viele (siehe z.B. das genannte Buch) ein echtes Problem. Ein Eid besaß Anfang dieses Jahrhunderts noch einen etwas anderen Stellenwert als heute.
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MaSTaH schrieb:
Die oben aufgeführten Sachen verbinde ich aber nicht zwangsläufig mit Perfektionismus.
Ok, da geb ich dir Recht. Die "extreme Liebe zu Ordnungsstrukturen" deutet zwar darauf hin, ist aber natürlich nicht synonym zu Perfektionismus verwendbar.
Jeder einzelne der von F98 aufgeführten Punkte ist bei vielen anderen Völkern auch zu finden, aber es geht um die Kombination, und die ist ziemlich typisch deutsch. (allein die Obrigkeitshörigkeit zeigt sich heute z.B. in der passionierten Verfechtung linker Ideologien, der Verfolgung von vermeintlich Rechtsextremen oder der ausgeprägten Bürokratie).
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Genauso ist es.
Man muss vielleicht noch anmerken, dass diese Eigenschaften u.U. auch die typ. deutschen Tugenden hervorbringen:
- Pünktlichkeit
- Sauberkeit
- ArbeitswutWobei ich mir da nicht so sicher bin, wenn ich so einige Pappenheimer in meinem Ort beobachte. Aber ich schätze mal, die große Masse erfüllt diese Kriterien annähernd.