Morgen kippt das Verbot von Studiengebühren...
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@DrGreenthumb:
Das waren Anmeldegebühren bzw. Meldegebühren
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Was Du bezahlst ist vermutlich:
- Studentenwerksbeitrag (daher auch günstige Fahrkarte)
- möglicherweise ne Verwaltungsgebühr bei der RückmeldungDas hat aber nichts mit Studiengebühren an sich zu tun.
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Jester schrieb:
Was Du bezahlst ist vermutlich:
- Studentenwerksbeitrag (daher auch günstige Fahrkarte)
- möglicherweise ne Verwaltungsgebühr bei der Rückmeldungstimmt, sowas ist das. Und da sollen jetzt evtl. noch (max.) 500 Euro dazu kommen

@SeppSchrott
nene, wie gesagt, pro Semester.
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DrGreenthumb schrieb:
stimmt, sowas ist das. Und da sollen jetzt evtl. noch (max.) 500 Euro dazu kommen

So ist es wohl

Bei mir ist es momentan so, dass man 85 Euro Semesterbeitrag zahlen muss. Davon gehen 35 Euro an's Studentenwerk und 50 Euro "Verwaltungsgebühr" direkt in den Landeshaushalt ...
Und genau wie die "Verwaltungsgebühr", wie auch die Langzeitstudiengebühren nicht bei den Unis sondern beim Landeshaushalt landen, wird es wohl auch bei den Studiengebühren sein ...
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sarfuan schrieb:
Und genau wie die "Verwaltungsgebühr", wie auch die Langzeitstudiengebühren nicht bei den Unis sondern beim Landeshaushalt landen, wird es wohl auch bei den Studiengebühren sein ...
Das ist das Problem. Wenn die 500 EUR wirklich bei der Uni landen würden und dafür dann die notwendigen Fachbücher in ausreichender Anzahl in der Bibliothek stehen würden, die PCs neu wären und die Meßgeräte immer auf dem aktuellen Stand, dann würde die Bereitschaft sicher höher sein, weil aktuelle Rückkopplung zu spüren wäre.
Aber so landet das Geld im Vielfraß-Topf des Staates, bei den anderen schwarzen Löchern Maut, Rente, Steuer, Soli, Krankenkassenbeiträge.
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Marcus: Mag zwar sein, dass die Lehrer dann ungefähr das gleiche unterrichten.
Nur ist die Abiturnote in Deutschland eine Bewertung des Menschen. Der Gleiche Schüler würde aber auch (oder gerade) beim Zentralabitur bei zwei unterschiedlichen Lehrern total unterschiedliche Noten bekommen. Mag zwar sein, dass die Abiturnote irgendwann nicht mehr wichtig ist, aber solange sie das noch ist und dir den Zugang zur gewünschten Uni gewährt oder verweigert (und damit ganze Menschenleben beeinflusst, krass gesagt), kann man damit nicht so leichtfertig umgehen.
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Loggy schrieb:
(und damit ganze Menschenleben beeinflusst, krass gesagt), kann man damit nicht so leichtfertig umgehen.
Ich finde Momentan wird noch viel leichtfertiger damit umgegangen. Was ist mit einem wirklich guten Schüler, der aber auf Grund der hohen Anforderungen seiner Schule nur ne 2,0 schafft und benachteiligt wird gegenüber einem anderen, der eigentlich "nix kann"?
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Loggy schrieb:
Nur ist die Abiturnote in Deutschland eine Bewertung des Menschen. Der Gleiche Schüler würde aber auch (oder gerade) beim Zentralabitur bei zwei unterschiedlichen Lehrern total unterschiedliche Noten bekommen.
Sicher. Schrödinger-Prüfungen, wo man die Schule bei n Lehrern gleichzeitig absolviert und dann den Mittelwert aller Universen als Gesamtnote bekommt sind halt nicht realisierbar.
Klar ist es eine Bewertung des Menschen. DARUM GEHT'S JA!
Einheitliche Prüfungen setzen aber immerhin den möglichen Mißbrauch oder Einfluß des Lehrers auf ein Minimalmaß - entweder braucht das Fahrzeug von a nach b 45 Minuten, oder nicht. Den Unterschied, daß ein Schüler bei einem Lehrer besser lernt als beim anderen kann man niemals in Griff bekommen. Also muß man zumindest die Hürden einheitlich legen und verhindern, daß bei der Abnahme der Leistungen manipuliert werden kann. Die Manipulation zur Unterrichtszeit entzieht sich halt der Überprüfung weitgehend.
Loggy schrieb:
aber solange sie das noch ist und dir den Zugang zur gewünschten Uni gewährt oder verweigert (und damit ganze Menschenleben beeinflusst, krass gesagt), kann man damit nicht so leichtfertig umgehen.
Ich denke doch eher, daß HEUTE der Umgang mit der Abinote leichtfertig ist. Wenn ein Lehrer wichtigen Stoff weglässt und dann Dinge nicht prüft, weil er das nicht mehr behandeln wollte - das ist fahrlässig. Das ist ein Verbrechen an der Zukunft. Das heutige System erlaubt es, fördert es sogar noch, da ein Lehrer in Versuchung kommt die Noten seiner Schüler nach oben zu manipulieren, indem er knifflige Themen nur abgeschwächt prüft.
Oder daß man Leistungskurse Sport und Religion wählen kann - das ist leichtfertiger Umgang mit dem gesamten Gymnasialsystem, zum Schaden derer, die auf diese scheinbare Erleichterung dankbar hereinfallen.
Ich plädiere für ein möglichst einheitliches System, das Manipulation und Fahrlässigkeit dämpft. Was ist daran leichtfertig?
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Müsste man untersuchen, ob Lehrer, die schlechter unterrichten auch einfachere Abiturprüfungen stellen (die zumindest in Niedersachsen von der Landesregierung geprüft werden).
Dass Defizite an der Uni auftreten halte ich nicht so für das Problem. Wer bei uns guten Matheunterricht hatte (und hier gibts eh riesen Unterschiede durch LK oder nur GK), der hatte im ersten Semester Mathe fast nichts neues gelernt (ging mir zumindest so). Was man eben nicht kann, lernt man nach. Ist doch normal an der Uni. Und zwar lernt man das in 2 Wochen, was in der Schule ein halbes Jahr gedauert hat.
Natürlich sind die Grundlagen wichtig, aber was nutzen einem die, wenn man sein Wunsch Studienfach gar nicht erst studieren darf?
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Loggy schrieb:
Natürlich sind die Grundlagen wichtig, aber was nutzen einem die, wenn man sein Wunsch Studienfach gar nicht erst studieren darf?
Ich verstehe Deine Argumentation nicht.
Durch einheitliche Prüfungen wird es nicht mehr oder nicht weniger Studenten geben - denn wenn der Gesamtnotenschnitt sinkt, sinken auch die NCs. Daran ändert sich nichts.
Aber was sich ändert ist die Vergleichbarkeit von Abschlüssen - wenn jemand aus Hamburg mit einem Mathe-LK von 11 Punkten kommt und einer aus München mit Mathe-LK mit 9 Punkten, weiß ich dann ziemlich genau wo der Unterschied in der Bearbeitung der Prüfung lag. Heute sagt mir das gar nichts, weil ich erst Mal die Lehrpläne und Prüfungsordnungen der Ländern studieren muß, um festzustellen was das bedeutet.
Und die Vergleichbarkeit führt natürlich dazu, daß vielleicht heute bevorzugte Schüler dann mal einheitlich behandelt werden. Es gibt eine Verschiebung von Manipulation hin zu besserer Messung. Ich finde das fairer. Dumm, wenn jemand sich plötzlich mehr anstrengen muß, weil er das Abi nicht mehr vom Lehrer geschenkt bekommt, aber das ist halt so. Das halte ich für vertretbar.
Heute ist es so: wenn eine Firma hier im "Grenzgebiet" Lehrstellen vergibt, dann heißt es "mindestens hessische FOS oder bayerische Mittlere Reife". Ich denke mir daher, daß die heutige Situation wesentlich unbefriedigender ist, weil es für Kandidaten aus einigen Bundesländern heute viel schwerer ist ihren Wunsch zu realisieren, als bei eventuellen einheitlichen Prüfungen.
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Wenn das Geld zu 100% den Unis/FHs zufließt, könnte ich damit leben. Aber anderseits muss ich mir einen (Neben-)job suchen, 1000€ im Jahr kann ich auch mit Bafög nicht ohne weiteres aus dem Ärmel schütteln.
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Marc++us schrieb:
Wenn die 500 EUR wirklich bei der Uni landen würden und dafür dann die notwendigen Fachbücher in ausreichender Anzahl in der Bibliothek stehen würden, die PCs neu wären und die Meßgeräte immer auf dem aktuellen Stand, dann würde die Bereitschaft sicher höher sein, weil aktuelle Rückkopplung zu spüren wäre.
Aber so landet das Geld im Vielfraß-Topf des Staates, bei den anderen schwarzen Löchern Maut, Rente, Steuer, Soli, Krankenkassenbeiträge.
zumindest würde das das argument "wettbewerb der hochschulen wird gestärkt" stützen, was im moment aber so ziemlich als hohle parole dasteht.
aber man sieht eben auch daran, daß es keinem politiker darum geht, die hochschulen direkt besser auszustatten. dieses ziel hätte auch ohne gebühren erreicht werden können- einfach dadurch, daß die bildungsetats in den ländern zumindest mal eingefroren worden wären. was erleben wir aber seit jahrzehnten: weniger geld für die bildungspolitik im bundesland A, weniger im bundesland B... und urplötzlich fällt allen auf, daß ein unglaublicher geldmangel herrscht und dafür natürlich gebühren hermüssen.
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Nein, es studieren nicht weniger. Aber es haben dann die Leute gute Noten, die einen guten Lehrer hatten und nicht die die begabt oder intelligent sind.
Es geht ja nicht darum zu wissen, auf welchem Stand der Schüler im Moment genau ist, es ist ja kein Berufsqualifizierender Abschluss. Viel wichtiger ist, dass das Potential richtig bewertet wird.
Das wird aber mit deinem Zentralabitur überhaupt nicht erkannt, sondern da würde man nur erkennen, wo gute Lehrer und wo schlechte Lehrer sitzen.
Ich will nicht behaupten, dass es im Moment eine gute Lösung ist. Aber ohne weiteres jetzt einfach ein Zentralabitur einzuführen würde nichts verbessern.
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Loggy schrieb:
Es geht ja nicht darum zu wissen, auf welchem Stand der Schüler im Moment genau ist, es ist ja kein Berufsqualifizierender Abschluss. Viel wichtiger ist, dass das Potential richtig bewertet wird.
Das wird aber mit deinem Zentralabitur überhaupt nicht erkannt, sondern da würde man nur erkennen, wo gute Lehrer und wo schlechte Lehrer sitzen.
Konsequent weitergedacht sagst Du, daß man keine Noten braucht, weil man sie nicht vergleichen kann, weil es unterschiedliche gute Lehrer gibt und damit bestimmte Schüler Nachteile haben. Das mag zwar richtig sein, ist aber kein ernsthaftes Argument, weil immer irgendwelche Schüler Nachteile haben, weil sie sich zB schon immer für eine Sache interessiert haben oder so. Da ist der Lehrer nur ein Faktor, den man zur besseren Kontrollierbarkeit möglichst konstant halten möchte. In Zentralabiturländern sieht es so aus, daß es für den Lehrer evtl. Konsequenzen hat wenn er eine Abiturprüfung seines Jahrganges zurückschickt, die signifikant schlechter als der Durchschnitt ist. Er wird also seinen Unterricht verbessern. -- Das gleiche Szenario in Nichtzentralabiländern hätte vermutlich ähnliche Konsequenzen, nur daß der Lehrer das nächste mal auch eine einfachere Prüfung machen kann. Dadurch haben Nichtzentralbis doch keinen Vorteil.
Das Potentialargument ist auch eher schwach: Es klingt nicht so plausibel, daß Lehrer, die keinen Stoff vermitteln können, auf der anderen Seite Schülerpotentiale besser einschätzen können. Der Vorteil keiner, außer, daß man sich statt Leistung jetzt auf Potentialeinschätzen konzentriert, also verallgemeinertes Kaffeesatzlesen.