Stoibers Vorwürfe: Nur Stimmenfang?
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entelechie schrieb:
jeder macht nur etwas fuer die dauer seiner amtszeit.
Die Regierenden machen etwas um in die Geschichtsbücher einzugehen.
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Kredithai schrieb:
Ich frage mich nur, ob die Politiker nicht wirklich wissen, was Sache ist oder ob die an extremsten Realitätsverlust leider oder ob es denen einfach Scheissegal ist, wie es in 20-30 Jahren in Deutschland aussieht.
Wahrscheinlich 50:50 - es gibt sicherlich die Verblendeten, die überzeugt an ihr Tun glauben, so wie Honnecker bis zum Schluß (und darüber hinaus) ja auch noch. Das sind meines Erachtens die Gefährlichen.
Und dann die anderen, die können rechnen - jetzt Ende 40, noch 10 Jahre Politik, dann die ganze Kohle nehmen und irgendwo in einem warmen Land ein Haus bauen und den Lebensabend verbummeln. Da kratzt es Dich doch wenig, wie es Deutschland geht.
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So nach dem Motto:
"Hm, hm, was werd ich denn mal? Ach, ich weiß! Politiker! Gibt viel Geld!"
Und dann moggelt man sich durch mit Beraterverträgen und billiger Polemik und Strom umsonst und was weiß ich und hat dann die Kohle um in das warme Land zu ziehen, wenn die Leute einen nicht mehr haben wollen... Nein, wenn man selber keine Lust mehr hat, meine ich.
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Schau Dir doch einige Karrieren von Berufspolitikern an - als Jugendlicher im Ortsverband, an der Uni im Asta, dann als Anwalt bei einigen Verbänden oder öffentlichen Organisationen tätig, immer weiter in der Partei, dann Kreistag, Landtag, Bundestag, dann ein Amt in der Fraktion.
Wenn man nur im Mittelfeld der Politik schwimmen will und nicht gerade ganz nach oben will, ist diese Karriere durchaus planbar.
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Verblendet mit einem Rest Idealismus gekoppelt mit einem legislaturperiodisch ansteigenden Egozentrismus und als Krönung eine ordentliche Portion Dummheit bzw. fehlende fachliche Kompetenz. Das sind unsere Politiker.
Aber mit ein paar absolvierten Rhetorikkursen fällt das dem Normalbürger nicht mehr auf
Ausser bei Stoiber. Bei dem bewirken die das Gegenteil

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KlausB schrieb:
...
Denn Rot/Gruen oder auch Schwarz traue ich es nicht zu die Arbeitslosigkeit
(ausser mit etlichen Tricks) zu beseitigen)
zB Rot/Gruen -> per Gesetz Arebitslose verbieten
Schwarz alle Leute Arbeiten lassen -> ohne Bezahlung
.....MfG
KlausHehe... Oder wie PDS es möchte: Ein Recht auf Arbeit im Grundgesetz verankern. Sorry. Aber das ist mal wirklich bescheuert.
Der "Osten" ist ein Problem. Da werden munter extreme Parteien gewählt.
Dabei halte ich die PDS für nicht minder gefährlich als die NPD. Beispiele von linkem Extremismus gibt es genug (UdSSR, China, DDR, beliebig erweiterbar).
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Korbinian schrieb:
ich muss zugeben, dass ich es ganz normal finde, wenn man zuwanderung in grenzen hält. wobei ich zuwanderung aus uns nahen und uns aehnlichen kulturkreisen weniger skeptisch gegenüber bin, als uns total fremden (z.b. türkei, iran, ...). ich möchte z.b. nicht, dass wir in zukunft einige muslimische feiertage haben.
warum willst du keine islamischen feiertage haben? wenn die feiern wollen, bitte, mich zwingt ja keiner. die nichtchristen werden auch nicht gefragt, ob sie christliche feiertage haben wollen.
ich will mich an dieser stelle nicht dazu hinreißen lassen, stoibers absichten zu bewerten. aber er hat, wie es so scheint, und das gilt für vieles aus deutschlands süden, ein kommunikationsproblem. er kann mir nicht verständlich machen, was er genau will. er grenzt sich kaum von rechten parolen ab. usw.Korbinian schrieb:
scrub schrieb:
ich meine, die stellen sich in alle öffentlichkeit mit dem spruch auf den lippen "selbstverständlich sind wir verfassungsfeindlich!" was gibts jetzt da noch großartig zu deuten und zu entscheiden? ich verstehe die entscheidung im ersten verbotsverfahren einfach nicht, sie ist imo unlogisch und damit falsch.
lies dir die nachrichten nochmal durch. das verfahren ist gescheitert, weil einige aussagen von v-männern kamen (die zaehlen nicht vor gericht, da sie ja genau aus dem grund eingeschläust wurden). es ist eben so schwierig belastendes material von nicht-v-männern zu bekommen. und so wie in anderen ländern, dass man eine partei einfach so verbieten kann ist es in deutschland gottseidank nicht.
ich bin diesbezüglich auf einem ausreichend guten wissensstand. deswegen habe ich ja auch, zugegebenermaßen etwas verklausuliert, gesagt, der minister (schily) in seiner verantwortung für den verfassungsschutz, hat einen erfolg des verfahrens verhindert.
allerdings waren unter den spitzenfunktionären keine verfassungsschützer. und die sagen eben ganz unverhohlen, daß sie die verfassung beseitigen wollen. diese leute sind als mitglieder des parteivorstands gewissermaßen stellvertretend für die mitglieder uns sympathisanten zu sehen und vertreten eine ganze partei. wenn die also genau diese äußerungen treffen- das ist doch schon ein beweis für verfassungsfeindlichkeit. da endet meiner meinung nach die notwendigkeit, ein verfahren fortzusetzen und damit zeit zu verplempern.
anders formuliert: man muß doch gar kein belastendes material gegen diese partei finden- es liegt uns allen doch offensichtlich zu füßen.Dabei halte ich die PDS für nicht minder gefährlich als die NPD. Beispiele von linkem Extremismus gibt es genug (UdSSR, China, DDR, beliebig erweiterbar).
wie ich schon sagte: es gibt keine linken schägertrupps, die auf ausländerjagd gehen.
es gibt auch beispiele für christlichen extremismus: guck mal über den großen teich...aber mal zur ursprünglichen frage: stoibers attacken taugen doch nicht, der spd stimmen wegzunehmen und sie der union zuzuschlagen. ich würde es vielmehr als pures ablenkungsmanöver sehen. "stimmenfang" kann das imo nicht sein.
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scrub schrieb:
Pu$$y-Kater schrieb:
Dabei halte ich die PDS für nicht minder gefährlich als die NPD. Beispiele von linkem Extremismus gibt es genug (UdSSR, China, DDR, beliebig erweiterbar).
wie ich schon sagte: es gibt keine linken schägertrupps, die auf ausländerjagd gehen.
es gibt auch beispiele für christlichen extremismus: guck mal über den großen teich...Ändert nichts an der Tatsache, dass linker Extremismus gefährlich ist.
Außerdem gibt es die sehr wohl. Bin Aussiedler aus der ehemaligen UdSSR. Als Deutscher hatte ich da teilweise enorme Probleme. Vor allem Anfang 90er.
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Pu$$y-Kater schrieb:
Der "Osten" ist ein Problem. Da werden munter extreme Parteien gewählt.
Informiere Dich mal, wo rechte Parteien schon im Landtag saßen und wo sie knapp gescheitert sind.
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Pu$$y-Kater schrieb:
wie ich schon sagte: es gibt keine linken schägertrupps, die auf ausländerjagd gehen.
Außerdem gibt es die sehr wohl. Bin Aussiedler aus der ehemaligen UdSSR. Als Deutscher hatte ich da teilweise enorme Probleme. Vor allem Anfang 90er.
Hm, wenn sie dich wegen deiner ethnischen Zugehörigkeit verfolgt haben, werden es wohl rechte Schlägertrupps gewesen sein

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scrub schrieb:
aber er hat, wie es so scheint, und das gilt für vieles aus deutschlands süden, ein kommunikationsproblem. er kann mir nicht verständlich machen, was er genau will. er grenzt sich kaum von rechten parolen ab. usw.
Danke. Wurde Zeit, dass es jemand sagt. Ein Weltbild wäre für mich zusammengebrochen, wenn nicht in einem Thread über Stoiber irgendwann einer angerannt kommt, und negativ auf die Herkunft hinweist.
(Muss man aber wirklich positiv anmerken, dass es so lange gedauert hat. Spricht für ein gewisses Niveau
)
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Wo Rechte saßen und wo sie scheiterten und wie knapp sie scheiterten ist doch egal. Es ist vorbei. Das was kommt ist wichtig.
http://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/Wann ist jemand rechts?
Wenn er Ausländer nicht mag? Wenn er ein "Patriot" ist? Wenn er konservativ ist?
Oder wann ist jemand links?
Wenn er kifft? Wenn er "Nazis raus!" gröllt? Wenn er Ausländer als Freunde hat?Vielleicht sollte man erst die Assoziationen auflösen und den Wörtern "rechts" und "links" eine politische Richtung zuordnen.
Dann kann man auch sagen: "Es waren Rechte!" Wenn jemand meint, dass die Deutschen schuld daran sind, dass die UdSSR zerfallen ist
und ein fanatischer Marxist ist, welcher mir Schläge androht und mich als Nazi beschimpft. Dann ist es ein linker Schläger. Oder irre ich mich da.
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sarfuan schrieb:
scrub schrieb:
aber er hat, wie es so scheint, und das gilt für vieles aus deutschlands süden, ein kommunikationsproblem. er kann mir nicht verständlich machen, was er genau will. er grenzt sich kaum von rechten parolen ab. usw.
Danke. Wurde Zeit, dass es jemand sagt. Ein Weltbild wäre für mich zusammengebrochen, wenn nicht in einem Thread über Stoiber irgendwann einer angerannt kommt, und negativ auf die Herkunft hinweist.
(Muss man aber wirklich positiv anmerken, dass es so lange gedauert hat. Spricht für ein gewisses Niveau
)ich bin nicht angerannt gekommen. ich habe lediglich gesagt, daß er, zusammen mit einigen anderen aus süddeutschland, ein kommunikationsproblem hat, wenn es darum geht, anderen seine einstellungen und absichten nahezubringen. mit dieser erkenntnis bin ich übrigens nicht allein, er selbst und einige seiner parteifreunde haben ja selbst zugegeben, daß das einer der gründe für sein scheitern 2002 war.

und ich wiederhol mich sehr gern: er redet von einer durchraßten deutschen gesellschaft, pauschalisiert gern gegen ausländer. sein innenminister ist da nicht besser. all dies ist sehr besorgniserregend.
mal ein anderes beispiel: michael glos nennt gerhard schröder eine "richtige sau". große empörung.
später glos im interview: "ja, also wenn man hier in bayern jemanden so nennt, dann ist das ein großes kompliment". hier genau dasselbe: nicht nachgedacht, blöd losgeplappert, später sind die andern schuld.
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[quote="scrub"]ich bin nicht angerannt gekommen. ich habe lediglich gesagt, daß er, zusammen mit einigen anderen aus süddeutschland, ein kommunikationsproblem hat, wenn es darum geht, anderen seine einstellungen und absichten nahezubringen. mit dieser erkenntnis bin ich übrigens nicht allein, er selbst und einige seiner parteifreunde haben ja selbst zugegeben, daß das einer der gründe für sein scheitern 2002 war.[quote]
Naja, "Kommunikationsproblem" oder "konnten unsere Botschaft nicht vermitteln" oder auch all die anderen Floskeln, die man nach verlorenen Wahlen so hört, sind aber nicht wirklich selbstkritisch gemeint, sondern bedeutet: "Wenn all die Deppen da draußen gewußt hätten was gut für sie ist, hätten sie uns gewählt". Ob die Partei wirklich ein Kommunikationsproblem hat oder ob die Leute die Konzepte verstanden haben und sie ablehnen, sei dahingestellt.er redet von einer durchraßten deutschen gesellschaft, pauschalisiert gern gegen ausländer. sein innenminister ist da nicht besser. all dies ist sehr besorgniserregend.
"Das deutsche Volk wird durchraßt und durchmischt" ist nun auch schon knapp 20 Jahre her und daher zur Einschätzung heutiger Politikverhältnisse eher unbrauchbar, wenigstens wenn man wie ich akzeptiert, daß selbst Leute, die sich früher mit Polizisten geprügelt haben, fähige Außenminister sein können. Für Pauschalisierungen sind ziemlich alle Parteien recht offen, nicht nur die C[DS]U.
mal ein anderes beispiel: michael glos nennt gerhard schröder eine "richtige sau". große empörung.
später glos im interview: "ja, also wenn man hier in bayern jemanden so nennt, dann ist das ein großes kompliment". hier genau dasselbe: nicht nachgedacht, blöd losgeplappert, später sind die andern schuld.Glos ist immer wieder für so etwas zu haben. Ich liebe es. Nur wieso hier die anderen Schuld sind, verstehe ich nicht.
PS: Die SPD brachte ein ähnliches "Nähboden-Argument" beim Erstarken der Reps. Erinnern kann ich mich daran auch nicht mehr, aber es stand letztens irgendwo in der Zeitung (FAZ oder ein anderes konservatives Schmierblatt) und im Radio kam es auch; ich bin darum geneigt, es zu glauben ...