Wahlprogramm der PDS



  • Loggy schrieb:

    Weil alle davor Angst haben, dass jemand wie du uns den Kommunismus zurück holt :p

    Nach dem, was ich mitbekommen habe, wird in den amerikanischen Universitäten mehr Marx gelesen denn je - und durchaus positiv beurteilt. Denn das Grundprinzip ist genauso wenig verkehrt, wie es tatsächlich naturgegebene Gesetze der Wirtschaft gibt - selbst wenn es nur eine 'verteilende' Wirtschaft wäre.
    Der Kommunismus im eigentlichen Sinne dürfte nicht zurückholbar sein, weil er noch gar nicht richtig umgesetzt wurde. (Fragt mich nicht, ob er überhaupt umsetzbar wäre - mit der gegenwärtigen Menschheit vermutlich aussichtslos!)

    Was zuerst notwendig ist:
    Den Menschen muss die Sicherheit wiedergegeben werden. Der Staat darf sich nicht aus der Verantwortung stehlen - wie auch immer die Finanzierung aussehen mag. Auf sich alleine gestellt überlebt hier keiner - und wer glaubt, das Geld im Kopfkissen für's Alter bunkern zu können, wird, wenn's gebraucht wird, nur wertloses Papier finden. Und da kann mir einer erzählen was er will - diese Thematik finde ich bei den derzeitigen grossen Parteien eher entgegengesetzt dargestellt und umgesetzt und im Programm. Diese neue Linke mag etliche Macken haben, aber die Menschen werden ihre Hoffnung dorthin projizieren, denn bei den herkömmlichen sind Silberstreifen am Horizont nur die nächsten Gewitter.
    Das hat inzwischen schon der Dümmste gemerkt.
    Ich prophezeie, dass diese neue Linke mehr als die derzeitig prognostizierten 12% erhält. Vermutlich viel mehr.



  • Bitsy schrieb:

    Ich prophezeie, dass diese neue Linke mehr als die derzeitig prognostizierten 12% erhält. Vermutlich viel mehr.

    oh gott hoffentlich nicht, mit den papnasen kommt doch nix zustande. ich habe auch schon einige werke von marx gelesen aber ich halte das für völligen schwachsinn. die leute müssen entlich wieder mehr selbsverantwortung übernehmen und nicht nur beim staat die hände aufhalten.



  • -Shadow- schrieb:

    und zu frau merkel muss ich ja wohl nix mehr sagen

    Nein? Wieso nicht? Was stört dich an ihr? Das ist irgendwie kein Argument, was du da bringst. Das ist Schwachsinn. Entweder richtig oder gar nicht. Aber nur laut "scheiße" zu rufen bringt nichts.



  • Jan schrieb:

    -Shadow- schrieb:

    und zu frau merkel muss ich ja wohl nix mehr sagen

    Nein? Wieso nicht? Was stört dich an ihr? Das ist irgendwie kein Argument, was du da bringst. Das ist Schwachsinn. Entweder richtig oder gar nicht. Aber nur laut "scheiße" zu rufen bringt nichts.

    1. merkel kann nur rumkeifern.
    2. merkel verfolgt keine klare linie.
    3. merkel hat bisher zu keinem einzigen thema einen konstrucktiven beitrag geleistet.
    4. merkel sieht aus wie ne geschorene bulldoge.
    5. merkels berate sind allesamt schlecht (glaubt mir ich kenne herrn kauder persönlich)
    6. merkel kricht Bush in den A.....
    7. merkel ist ne frau (wäre für mich keine problem (von den 6 anderen punkten abgesehen) aber für viele der älteren generation schon)



  • -Shadow- schrieb:

    1. merkel kann nur rumkeifern.
    2. merkel verfolgt keine klare linie.
    3. merkel hat bisher zu keinem einzigen thema einen konstrucktiven beitrag geleistet.
    4. merkel sieht aus wie ne geschorene bulldoge.
    5. merkels berate sind allesamt schlecht (glaubt mir ich kenne herrn kauder persönlich)
    6. merkel kricht Bush in den A.....
    7. merkel ist ne frau (wäre für mich keine problem (von den 6 anderen punkten abgesehen) aber für viele der älteren generation schon)

    1. Belege? Ich seh sie in den letzen Monaten / Jahren nicht besonders viel keifen.

    2. Wo ist die Linie unklar? Wie kommst du zu der Behauptung?

    3. Hat Schröder das jemals?

    4. Gehts noch ein bisschen oberflächlicher?

    5. Warum? Wie kommst du dazu, wieder einfach so eine Behauptung in den Raum zu stellen?

    6. Angesicht der Position der USA ist das vielleicht auch gar nicht soo verkehrt. In gewissen Bereichen ist es einfach von Vorteil, wenn man da drüben ein paar "Freunde" hat. Den Amis von vorn herein in den Arsch zu treten ist wohl kaum sinnvoll.

    7. Was interessieren die Probleme der "Älteren"?



  • Bitsy schrieb:

    Loggy schrieb:

    Weil alle davor Angst haben, dass jemand wie du uns den Kommunismus zurück holt :p

    Nach dem, was ich mitbekommen habe, wird in den amerikanischen Universitäten mehr Marx gelesen denn je - und durchaus positiv beurteilt. Denn das Grundprinzip ist genauso wenig verkehrt, wie es tatsächlich naturgegebene Gesetze der Wirtschaft gibt - selbst wenn es nur eine 'verteilende' Wirtschaft wäre.

    Äh, ist das nicht gerade an Universitäten öfters der Fall?

    Indien wurde jahrelang von in westlichen Universitäten ausgebildeten Intellektuellen (zB Nehru) geführt, die die ganzen marxistischen und keynesianischen Theorien ausprobiert haben und dem Land ging es grottenschecht. Seit der Öffnung der Märkte und dem Zulassen kapitalistischer Strukturen geht es dagegen rapide bergauf. In vielen afrikanischen Staaten wird auch ein protektoristisches planwirtschaftsartiges System von westlich angelernten Intellektuellen ausprobiert, mit großen Staatsmonopolen (Kenia zB). Das Ergebnis ist bekannt. Das Modell eines sozialistischen Planwirtschaftsstaat nach Keynes oder Marx ist aber in der Praxis so oft gescheitert, daß man auch Marx nicht mehr lesen müßte. Trotzdem liest jeder Marx. Sogar ich habe Marx gelesen ("Das Kapital", auch wenn ich nicht bis zum Ende durchgehalten hab). Hat hier jemand in seiner Freizeit Smith gelesen? Hayek? Friedman? Nein? Warum liest man aber Marx? Ich kapier's nicht.


  • Mod

    Bitsy schrieb:

    Den Menschen muss die Sicherheit wiedergegeben werden. Der Staat darf sich nicht aus der Verantwortung stehlen

    Im Gegenteil!

    Der Staat muß den Bürger endlich wieder "ermündigen" statt "entmündigen".

    Alles was bei uns mit Geld, Absicherung, Vorsorge zu tun hat wurde den Menschen völlig aus der Hand genommen. Papa Staat kümmert sich angeblich um alles, keinerlei eigene Handlung notwendig. Es ist sogar soweit gekommen, daß Leute bei uns Versicherungen für Kapitalanlagen halten.

    Das Ziel der staatlichen Alimentierung ist letztlich doch nur der Versuch, den Bürger noch besser zu kontrollieren. Je mehr Menschen direkt durch Transferzahlungen abhängig sind, desto mehr Kontrolle kann der Staat ausüben. Durch die Androhung, eine Leistung zu entziehen, kann (und tut es auch) der Staat die Menschen lenken, oder bestimmte Dinge verhindern. Daher muß man solchen Programmen, die noch mehr Transferleistungen ausschütten wollen, entschieden entgegentreten - es geht hier um eine Kontrolle, die schlimmer ist als Kameras an öffentlichen Plätzen!

    Heute hat der Staat bereits die Macht, daß er mit einer einzigen Gesetzesänderung die gesamte finanzielle Zukunft vernichten kann. Möglich wurde dies eben dadurch, daß die finanzielle Zukunft vom Staat geplant und verwaltet wird.

    Sehr schlimm für unsere nahe Zukunft ist, daß auch die CSU dieses Mittel der Kontrollausübung unbedingt behalten und erweitern will. Das lässt nichts Gutes hoffen.



  • Marc++us schrieb:

    Bitsy schrieb:

    Den Menschen muss die Sicherheit wiedergegeben werden. Der Staat darf sich nicht aus der Verantwortung stehlen

    Im Gegenteil!

    Der Staat muß den Bürger endlich wieder "ermündigen" statt "entmündigen".

    das versuch ich ihm auch schon die ganze zeit zu erklären.

    Jan schrieb:

    -Shadow- schrieb:

    1. merkel kann nur rumkeifern.
    2. merkel verfolgt keine klare linie.
    3. merkel hat bisher zu keinem einzigen thema einen konstrucktiven beitrag geleistet.
    4. merkel sieht aus wie ne geschorene bulldoge.
    5. merkels berate sind allesamt schlecht (glaubt mir ich kenne herrn kauder persönlich)
    6. merkel kricht Bush in den A.....
    7. merkel ist ne frau (wäre für mich keine problem (von den 6 anderen punkten abgesehen) aber für viele der älteren generation schon)

    1. Belege? Ich seh sie in den letzen Monaten / Jahren nicht besonders viel keifen.

    2. Wo ist die Linie unklar? Wie kommst du zu der Behauptung?

    3. Hat Schröder das jemals?

    4. Gehts noch ein bisschen oberflächlicher?

    5. Warum? Wie kommst du dazu, wieder einfach so eine Behauptung in den Raum zu stellen?

    6. Angesicht der Position der USA ist das vielleicht auch gar nicht soo verkehrt. In gewissen Bereichen ist es einfach von Vorteil, wenn man da drüben ein paar "Freunde" hat. Den Amis von vorn herein in den ***** zu treten ist wohl kaum sinnvoll.

    7. Was interessieren die Probleme der "Älteren"?

    1. schau dir mal ihre reden im bundestag an.
    2. ich sag nur irakkrieg und harz4
    3. ja agenda 2010 allerding kamm die bundesrat problematik dazu.
    4. ne.
    5. ich hatte mit herrn kauder schon einiges zu tuen und wenn frau merkel auf so leute vertraut na dann malzeit.
    6. ich hab nix gegen gute beziehungen zu den usa. aber frau merkel kricht bush in den a..... sie hätte die bundeswehr in den irak geschickt.
    7. so weit wohl nix aber die dürfen auch noch wählen.



  • Daniel E. schrieb:

    Hat hier jemand in seiner Freizeit Smith gelesen?

    ähem. smith war schon tot, bevor die soziale frage überhaupt erst richtig dringlich wurde. was er meint (kann doch noch gar kein neo-(das setzt man ja jetzt überall davor)-kapitalistisches system sein, weshalb seine theorien wohl auch etwas unausformuliert wirken, auf heutige verhältnisse bezogen), ist doch auch, dass der staat sich um die bildung der arbeiter kümmern muss, sie sogar dazu zwingen soll, und - was imo eher aus christlich-sozialen kreisen kommt: mitgefühl und spenden; also nur bedingt so etwas, was liberale heutzutage fordern. also warum soll der staat nicht dafür sorgen? noch ein nettes zitat aus dem Wohlstand der Nationen: "Keine Gesellschaft kann gedeihen und glücklich sein, in der der weitaus größte Teil ihrer Mitglieder arm und elend ist."
    oder um deine frage kurz zu beantworten: Ja 🙂
    außerdem ist es ein unterschied, marx zu lesen oder dem kommunismus nahe zu sein. wissenschaftlicher sozialismus ist keine ideologie.

    zum thema
    ich glaube einerseits (wie marcus, wenn ich ihn richtig verstehe), dass der staat durch undurchsichtige, unverständliche und zielverfehlende (sozial-,umwelt-,wirtschafts-,etc)politik den mensch "entmündigt", dass das allerdings auch eine frage von distanz ist. wenn ich mich richtig erinnere (sinngemäß), hat er einmal gemeint: natürlich wollen die politiker in brüssel eine distanz zu den leuten, man stelle sich nur vor, wenn einmal nur ein zehntel der eu-bevölkerung vor dem eu-parlament gegen eine reform protestieren müsste (wären im moment 45,5 millionen). also was wird getan? auf das subsidiaritätsprinzip vertraut und die wirklichen reformen von oben durchgequetscht. dass das zu politikverdrossenheit, eu-desinteresse, nons etc. führt, war doch abzusehen. mehr autonomie nach unten, aufteilen der verantwortung nach unten und gleichzeitig eine kontrolle bzw. verwaltung des austauschs untereinander. warum haben denn jetzt alle probleme mit abwanderung nach osten (innerhalb der EU?), doch wohl, weil dort alles billiger ist.
    nicht nur; durch die EU wurden ja erst die wettbewerbsbedingungen geschaffen (und ich rede jetzt nicht von der EU vs. globalisierung) sondern von EU vs. EU. und das ist mir unverständlich. imo ist der EU-ropäische markt einer, der autark genug ist, und intern eigene regeln festlegen kann. die EU muss kein superblock vorbild USA werden, um "international" mithalten zu können, aber sie kann "international mithalten" (oder auch nicht), weil sie es so will.



  • davie schrieb:

    smith war schon tot, bevor die soziale frage überhaupt erst richtig dringlich wurde. was er meint (kann doch noch gar kein neo-(das setzt man ja jetzt überall davor)-kapitalistisches system sein, weshalb seine theorien wohl auch etwas unausformuliert wirken, auf heutige verhältnisse bezogen), ist doch auch, dass der staat sich um die bildung der arbeiter kümmern muss, sie sogar dazu zwingen soll, und - was imo eher aus christlich-sozialen kreisen kommt: mitgefühl und spenden; also nur bedingt so etwas, was liberale heutzutage fordern. also warum soll der staat nicht dafür sorgen?

    Wenn ich an Smith und seine Werke denke, dann denke ich daran, daß er der erste war, der Wirtschaft und deren Funktionsweise zu verstehen begonnen hat. Darum ist sein Werk auch heute noch entscheidend und wichtig; ob man jede seiner Vorschläge wortwörtlich umsetzten muß, ist nun wieder eine ganz andere Frage.

    Er hat aber als erster wirklich durchschaut, daß Wirtschaft keine Religion ist, die sagt "mache dies und das und du wirst schweinereich", sondern er sagt eher: "wenn du dies und das machst, dann wird dies und das passieren", wie eine Naturwissenschaft. Das ist eine Erkenntnis, die sich auch heute noch nicht sehr weit herumgesprochen zu haben scheint. Die Gesetze der Wirtschaft gelten immer dort, wo viele Menschen interagieren. Sie gelten auch, wenn man kein kapitalistisches System vor sich hat. Offensichtlich galten die Gesetze der Wirtschaft, genau wie die Gravitation, auch in der Sowjetunion genau so, wie in den Vereinigten Staaten oder sonstwo. Dabei hat Smith auch als erster(?) erkannt, was bei Monopolen üblicherweise passiert usw. Er hat für damals ziemlich viel verstanden und sein Werk war wegweisend. Marx zitiert ihn ja auch des öfteren, um ihn dann wortgewaltig, wie Marx nunmal war, zu widerlegen ...

    BTW: Die Spendenbereitschaft hervorzuheben und Solidarität zu propagieren war doch jahrelang (immer noch?) eine zentrale Idee des klassischen Liberalismus.

    Über Bildung und wer Bildung zu übernehmen hat, hat Friedman ja einiges geschrieben. Stichwort: Gutscheinsystem in den USA, school-choice-Bewegung.

    Back to the topic: Meine Frage war eher: warum hat jeder Marx gelesen, aber fast niemand Smith, außer Du? Nicht, daß ich Marx' Werk madig machen möchte. Auch wenn mich sein Werk nicht so sehr beeindruckt hat, so hat Marx die Probleme seiner Zeit richtig erkannt und beschrieben. Über die zugrundeliegenden Schlüsse kann man natürlich lange diskutieren (und tut es ja auch), aber ist es nicht ein WENIG einseitig und fixiert? Meinjanur. Ich sage ja auch nicht, daß jeder, der Marx gelesen hat gleich ein strammer Marxist ist oder sowas, ich erkenne nur, das eigentlich NUR Marx gelesen wird.

    [EU]
    auf das subsidiaritätsprinzip vertraut und die wirklichen reformen von oben durchgequetscht.

    Subsidiaritätsprinzip (= Hilfe zur Selbsthilfe)? In der EU? Ich sehe eher das Gegenteil. Alles soll bis ins Detail reguliert, von dem Bananendurchmesser bis zum europäischen Einheitssteuersatz. Ärmere Staatenn sollen ewig arm bleiben, dafür sorgen sanfte EU-Zuschüsse, statt der Möglichkeit, daß ärmere Staaten damit punkten, daß sie niedrigere Steuern verlangen können (weil sonst wieder wegen Lohn-, Steuer-, Sonstwas-Dumping herumgeschimpft wird, insbesondere von den großen, "sozialen" Demokratien Deutschland und Frankreich, die selbst kurz davorstehen selbst zu kollabieren)?

    Darüber, daß zu viel zentral deligiert wird, sind wir uns aber einig. Warum sollte ein EU-Komissar in Brüssel wissen, wo man in Österreich am besten Geld investiert? usw usf. So wie die EU derzeit läuft ist das kein grosser Spaß. Regularien und Bürokratie überall.



  • Daniel E. schrieb:

    Subsidiaritätsprinzip (= Hilfe zur Selbsthilfe)? In der EU? Ich sehe eher das Gegenteil.

    wie gesagt zumindest theoretisch.
    http://europa.eu.int/eur-lex/de/treaties/selected/livre345.html
    (auf die gefahr hin verschiedene gewalten zu vermischen) die praxis zeigt natürlich das gegenteil.

    Alles soll bis ins Detail reguliert, von dem Bananendurchmesser bis zum europäischen Einheitssteuersatz. Ärmere Staatenn sollen ewig arm bleiben, dafür sorgen sanfte EU-Zuschüsse, statt der Möglichkeit, daß ärmere Staaten damit punkten, daß sie niedrigere Steuern verlangen können (weil sonst wieder wegen Lohn-, Steuer-, Sonstwas-Dumping herumgeschimpft wird, insbesondere von den großen, "sozialen" Demokratien Deutschland und Frankreich, die selbst kurz davorstehen selbst zu kollabieren)?

    sprichst du von ärmeren EU-ländern? imo kann die EU, wenn sie wollte, eine alternative zu den modellen USA/China/Indien(?) bieten, aber nur wenn sie innerhalb ihrer eigenen grenzen einheitliche (sozial-,lebens-,lohn-,öko-)standards schafft. im prinzip ist alles nur eine frage des politischen willens. wie schon gesagt halte ich den EU-Markt für autark genug, das auch durchzustehen.
    aber die prinzipielle frage ist natürlich die nach dem regulieren, ja.



  • davie schrieb:

    sprichst du von ärmeren EU-ländern? imo kann die EU, wenn sie wollte, eine alternative zu den modellen USA/China/Indien(?) bieten, aber nur wenn sie innerhalb ihrer eigenen grenzen einheitliche (sozial-,lebens-,lohn-,öko-)standards schafft.

    Wir schaffen es ja nicht mal in Deutschland, einigermaßen einheitliche Lohn- und Lebensstandards herzustellen, die Versuche, Ostdeutschland mit Transferleistungen aufzupeppeln, sind jedenfalls als gescheitert zu bezeichnen. Wie stellst Du dir das Angleichen konkret vor?



  • willst du von mir ein konkret ausgearbeites reformpaket für die gesamte EU in allen bereichen von sozial- über umwelt- bis wirtschaftspolitik? damit kann ich leider nicht dienen, und da sollte man imo auch nicht mit einfachen (populistischen?) antworten kommen.
    nur: die ständige eu-interne konkurrenz führt zu nichts und zu nons.
    warum schafft man es nicht in deutschland einheitliche lebens- und lohnstandards zu schaffen? aber ist das wirklich die richtige frage, wenn die restliche EU für deutschland eine konkurrenz darstellt, liegt nicht vielmehr darin das problem? deutschland ist nicht groß genug, d.h. nicht selbstständig.
    andererseits hab ich auch weder VWL noch irgendetwas anderes studiert und über das zusätzliche problem der wiedervereinigung in D weiß ich nicht so besonders viel.


  • Mod

    davie schrieb:

    warum schafft man es nicht in deutschland einheitliche lebens-
    und lohnstandards zu schaffen?

    Weil es nicht geht. Es ist eine Unmöglichkeit in sich.

    Z.B. wird der Rhein-Main-Raum durch den Flughafen und die zentrale Lage IMMER Vorteile haben. Dafür wird an der Ost- und Nordseeküste immer Tourismus mit seiner Wetterabhängigkeit für Schwankungen im Jahresrythmus sorgen. Apropos Wetter: der alpennahe Raum verursacht im Winter mehr logistische Störungen, es ist dort aufwendiger eine reibungslose Ordnung aufrecht zu erhalten.

    Einheitliche Lebensstandards sind nicht möglich, da bereits die Natur und deren Resourcenverteilung eine extreme Ungleichheit bewirkt. Stülpt man diesem nun einheitliche Lohnstandards über - wie bei uns ja letztlich geschehen - trocknet man die benachteiligten Gebiete völlig aus.

    Es hilft nur eine stärke Freigabe eines gegenseitigen Wettbewerbs - so daß jede Region ihre Vorteile nutzen darf. Dadurch geht es unter dem Strich allen besser.

    Wohlstand kann man nicht verordnen. Ein System dieser Komplexität ist nicht durch einen einzigen großen Regelkreis steuerbar, das ist eine Illusion.



  • Marc++us schrieb:

    Weil es nicht geht. Es ist eine Unmöglichkeit in sich.

    aber es ist eine künstliche, d.h. politisch/wirtschaftlich gewollte/erzwungene.

    im moment führt allerdings der wettbewerb zum genauen gegenteil. auf der einen seite ziehen firmen/leute, die billig leben/arbeiten wollen, dorthin, wo es billiger zu leben/arbeiten ist, auf der anderen seite ziehen leute, die billiger arbeiten, dorthin, wo die einen wegziehen, weil sie dort wo sie herkommen noch weniger verdienen würden. nach deiner argumentation würde das aufgrund natürlicher gegebenheiten niemals anders sein, die menschen würden nicht wegziehen.

    das problem ist systemimmanent. vielleicht geht es auch, einheitliche lohnstandards von einheitlichen lebensstandards loszulösen und dafür interregionale geld/waren/personen-austäusche anders zu regulieren.

    sobald du allerdings von natur und natürlich sprichst, leugnest du den politischen willen. man hat auch nicht gedacht, dass wien als großstadt in österreich so lange überleben wird.

    Marc++us schrieb:

    Es hilft nur eine stärke Freigabe eines gegenseitigen Wettbewerbs - so daß jede Region ihre Vorteile nutzen darf. Dadurch geht es unter dem Strich allen besser.

    und wenn jede region ihre vorteile ohne eine stärkere freigabe des wettbewerbs regeln darf? (anbei: vielleicht haben wir unterschiedliche vorstellungen von "wettbewerb", ich bin auf jedenfall der meinung, dass dieser EU-intern falsch (statisch, überregional/übernational, wie auch immer) geregelt ist)



  • Noch ein letztes Mal zum Thema Sicherheit, dann gebe ich Ruhe.

    Vielleicht beantwortet mir mal einer die Frage, was einer machen soll, der jenem inhumanen Wettbewerb nicht gewachsen ist. Soll er sich aufhängen?



  • Bitsy schrieb:

    Noch ein letztes Mal zum Thema Sicherheit, dann gebe ich Ruhe.

    Vielleicht beantwortet mir mal einer die Frage, was einer machen soll, der jenem inhumanen Wettbewerb nicht gewachsen ist. Soll er sich aufhängen?

    der hat pech, es ist wie in der natur der stärkere gewinnt. komm endlich von dem gedanken runter der staat muss alles regeln. wenn jemand dem druck in der wirtschaft nicht gewachsen ist macht es keinen sinn wenn der staat das so reglementiert das er in dem kreislauf bleibt. ein system ist nur so stark wie sein schwächstes glied, wenn man also sochle leute mitziehen muss schwächt das das ganze unternehmen.



  • -Shadow- schrieb:

    der hat pech, es ist wie in der natur der stärkere gewinnt. komm endlich von dem gedanken runter der staat muss alles regeln. wenn jemand dem druck in der wirtschaft nicht gewachsen ist macht es keinen sinn wenn der staat das so reglementiert das er in dem kreislauf bleibt. ein system ist nur so stark wie sein schwächstes glied, wenn man also sochle leute mitziehen muss schwächt das das ganze unternehmen.

    Ja, am besten wir bauen "Straf"lager (nenne wir sie doch Arbeitslager) für "Unerziehbare" bzw. "Faule", "Kranke", "Perverse", "Behinderte" - dort dürfen die dann jeden Tag arbeiten und - mein Gott, was macht es schon, wenn einmal einer dahinkrepiert, sind sowieso nutzlos. Was sind solche Menschen schon wert?

    Hoppla, gab's sowas nicht schon mal? Vielleicht doch nicht so gut...

    Übrigens ein überaus sozialistischer Grundgedanke: Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seiner Leistung. Deshalb hieß es ja auch "Arbeit macht frei". 👎

    (c) ironie 2005



  • Bitsy schrieb:

    Noch ein letztes Mal zum Thema Sicherheit, dann gebe ich Ruhe.

    Vielleicht beantwortet mir mal einer die Frage, was einer machen soll, der jenem inhumanen Wettbewerb nicht gewachsen ist. Soll er sich aufhängen?

    Wenn er selbst dran Schuld ist (ich rede hier nicht Behinderten,Invaliden und unverschuldet chronisch kranken) reicht es wenn er sich damit abfindet das sein Lebenstandard eben in die Kategorie "arm" fällt oder er eben "niederwertige" Arbeit anehmen muss.
    Ich hab nur was gegen diese soziale Gleichmacherei, die solche Leute so gern als "sozial gerecht" fordern. Sonst bräucht ich mich ja auch nicht mehr bemühen. Dann hör ich auf zu arbeiten und lass mich "sozial gerecht" von den anderen mitversorgen.



  • das C0d3r schrieb:

    Wenn er selbst dran Schuld ist (ich rede hier nicht Behinderten,Invaliden und unverschuldet chronisch kranken) reicht es wenn er sich damit abfindet das sein Lebenstandard eben in die Kategorie "arm" fällt oder er eben "niederwertige" Arbeit anehmen muss.
    Ich hab nur was gegen diese soziale Gleichmacherei, die solche Leute so gern als "sozial gerecht" fordern. Sonst bräucht ich mich ja auch nicht mehr bemühen. Dann hör ich auf zu arbeiten und lass mich "sozial gerecht" von den anderen mitversorgen.

    muss ich dir voll zustimmen.

    das ende der geschichte schrieb:

    -Shadow- schrieb:

    der hat pech, es ist wie in der natur der stärkere gewinnt. komm endlich von dem gedanken runter der staat muss alles regeln. wenn jemand dem druck in der wirtschaft nicht gewachsen ist macht es keinen sinn wenn der staat das so reglementiert das er in dem kreislauf bleibt. ein system ist nur so stark wie sein schwächstes glied, wenn man also sochle leute mitziehen muss schwächt das das ganze unternehmen.

    Ja, am besten wir bauen "Straf"lager (nenne wir sie doch Arbeitslager) für "Unerziehbare" bzw. "Faule", "Kranke", "Perverse", "Behinderte" - dort dürfen die dann jeden Tag arbeiten und - mein Gott, was macht es schon, wenn einmal einer dahinkrepiert, sind sowieso nutzlos. Was sind solche Menschen schon wert?

    Hoppla, gab's sowas nicht schon mal? Vielleicht doch nicht so gut...

    Übrigens ein überaus sozialistischer Grundgedanke: Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seiner Leistung. Deshalb hieß es ja auch "Arbeit macht frei". 👎

    (c) ironie 2005

    ich hab nichts von straflagern etc. was gesagt. meine aussage war vielleicht ein bisschen zu krass ausgedrück.
    was ich eigentlich gemeint habe hat "das C0d3r" gans gut formuliert.


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