Wahlprogramm der PDS
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Daniel E. schrieb:
Hat hier jemand in seiner Freizeit Smith gelesen?
ähem. smith war schon tot, bevor die soziale frage überhaupt erst richtig dringlich wurde. was er meint (kann doch noch gar kein neo-(das setzt man ja jetzt überall davor)-kapitalistisches system sein, weshalb seine theorien wohl auch etwas unausformuliert wirken, auf heutige verhältnisse bezogen), ist doch auch, dass der staat sich um die bildung der arbeiter kümmern muss, sie sogar dazu zwingen soll, und - was imo eher aus christlich-sozialen kreisen kommt: mitgefühl und spenden; also nur bedingt so etwas, was liberale heutzutage fordern. also warum soll der staat nicht dafür sorgen? noch ein nettes zitat aus dem Wohlstand der Nationen: "Keine Gesellschaft kann gedeihen und glücklich sein, in der der weitaus größte Teil ihrer Mitglieder arm und elend ist."
oder um deine frage kurz zu beantworten: Ja
außerdem ist es ein unterschied, marx zu lesen oder dem kommunismus nahe zu sein. wissenschaftlicher sozialismus ist keine ideologie.zum thema
ich glaube einerseits (wie marcus, wenn ich ihn richtig verstehe), dass der staat durch undurchsichtige, unverständliche und zielverfehlende (sozial-,umwelt-,wirtschafts-,etc)politik den mensch "entmündigt", dass das allerdings auch eine frage von distanz ist. wenn ich mich richtig erinnere (sinngemäß), hat er einmal gemeint: natürlich wollen die politiker in brüssel eine distanz zu den leuten, man stelle sich nur vor, wenn einmal nur ein zehntel der eu-bevölkerung vor dem eu-parlament gegen eine reform protestieren müsste (wären im moment 45,5 millionen). also was wird getan? auf das subsidiaritätsprinzip vertraut und die wirklichen reformen von oben durchgequetscht. dass das zu politikverdrossenheit, eu-desinteresse, nons etc. führt, war doch abzusehen. mehr autonomie nach unten, aufteilen der verantwortung nach unten und gleichzeitig eine kontrolle bzw. verwaltung des austauschs untereinander. warum haben denn jetzt alle probleme mit abwanderung nach osten (innerhalb der EU?), doch wohl, weil dort alles billiger ist.
nicht nur; durch die EU wurden ja erst die wettbewerbsbedingungen geschaffen (und ich rede jetzt nicht von der EU vs. globalisierung) sondern von EU vs. EU. und das ist mir unverständlich. imo ist der EU-ropäische markt einer, der autark genug ist, und intern eigene regeln festlegen kann. die EU muss kein superblock vorbild USA werden, um "international" mithalten zu können, aber sie kann "international mithalten" (oder auch nicht), weil sie es so will.
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davie schrieb:
smith war schon tot, bevor die soziale frage überhaupt erst richtig dringlich wurde. was er meint (kann doch noch gar kein neo-(das setzt man ja jetzt überall davor)-kapitalistisches system sein, weshalb seine theorien wohl auch etwas unausformuliert wirken, auf heutige verhältnisse bezogen), ist doch auch, dass der staat sich um die bildung der arbeiter kümmern muss, sie sogar dazu zwingen soll, und - was imo eher aus christlich-sozialen kreisen kommt: mitgefühl und spenden; also nur bedingt so etwas, was liberale heutzutage fordern. also warum soll der staat nicht dafür sorgen?
Wenn ich an Smith und seine Werke denke, dann denke ich daran, daß er der erste war, der Wirtschaft und deren Funktionsweise zu verstehen begonnen hat. Darum ist sein Werk auch heute noch entscheidend und wichtig; ob man jede seiner Vorschläge wortwörtlich umsetzten muß, ist nun wieder eine ganz andere Frage.
Er hat aber als erster wirklich durchschaut, daß Wirtschaft keine Religion ist, die sagt "mache dies und das und du wirst schweinereich", sondern er sagt eher: "wenn du dies und das machst, dann wird dies und das passieren", wie eine Naturwissenschaft. Das ist eine Erkenntnis, die sich auch heute noch nicht sehr weit herumgesprochen zu haben scheint. Die Gesetze der Wirtschaft gelten immer dort, wo viele Menschen interagieren. Sie gelten auch, wenn man kein kapitalistisches System vor sich hat. Offensichtlich galten die Gesetze der Wirtschaft, genau wie die Gravitation, auch in der Sowjetunion genau so, wie in den Vereinigten Staaten oder sonstwo. Dabei hat Smith auch als erster(?) erkannt, was bei Monopolen üblicherweise passiert usw. Er hat für damals ziemlich viel verstanden und sein Werk war wegweisend. Marx zitiert ihn ja auch des öfteren, um ihn dann wortgewaltig, wie Marx nunmal war, zu widerlegen ...
BTW: Die Spendenbereitschaft hervorzuheben und Solidarität zu propagieren war doch jahrelang (immer noch?) eine zentrale Idee des klassischen Liberalismus.
Über Bildung und wer Bildung zu übernehmen hat, hat Friedman ja einiges geschrieben. Stichwort: Gutscheinsystem in den USA, school-choice-Bewegung.
Back to the topic: Meine Frage war eher: warum hat jeder Marx gelesen, aber fast niemand Smith, außer Du? Nicht, daß ich Marx' Werk madig machen möchte. Auch wenn mich sein Werk nicht so sehr beeindruckt hat, so hat Marx die Probleme seiner Zeit richtig erkannt und beschrieben. Über die zugrundeliegenden Schlüsse kann man natürlich lange diskutieren (und tut es ja auch), aber ist es nicht ein WENIG einseitig und fixiert? Meinjanur. Ich sage ja auch nicht, daß jeder, der Marx gelesen hat gleich ein strammer Marxist ist oder sowas, ich erkenne nur, das eigentlich NUR Marx gelesen wird.
[EU]
auf das subsidiaritätsprinzip vertraut und die wirklichen reformen von oben durchgequetscht.Subsidiaritätsprinzip (= Hilfe zur Selbsthilfe)? In der EU? Ich sehe eher das Gegenteil. Alles soll bis ins Detail reguliert, von dem Bananendurchmesser bis zum europäischen Einheitssteuersatz. Ärmere Staatenn sollen ewig arm bleiben, dafür sorgen sanfte EU-Zuschüsse, statt der Möglichkeit, daß ärmere Staaten damit punkten, daß sie niedrigere Steuern verlangen können (weil sonst wieder wegen Lohn-, Steuer-, Sonstwas-Dumping herumgeschimpft wird, insbesondere von den großen, "sozialen" Demokratien Deutschland und Frankreich, die selbst kurz davorstehen selbst zu kollabieren)?
Darüber, daß zu viel zentral deligiert wird, sind wir uns aber einig. Warum sollte ein EU-Komissar in Brüssel wissen, wo man in Österreich am besten Geld investiert? usw usf. So wie die EU derzeit läuft ist das kein grosser Spaß. Regularien und Bürokratie überall.
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Daniel E. schrieb:
Subsidiaritätsprinzip (= Hilfe zur Selbsthilfe)? In der EU? Ich sehe eher das Gegenteil.
wie gesagt zumindest theoretisch.
http://europa.eu.int/eur-lex/de/treaties/selected/livre345.html
(auf die gefahr hin verschiedene gewalten zu vermischen) die praxis zeigt natürlich das gegenteil.Alles soll bis ins Detail reguliert, von dem Bananendurchmesser bis zum europäischen Einheitssteuersatz. Ärmere Staatenn sollen ewig arm bleiben, dafür sorgen sanfte EU-Zuschüsse, statt der Möglichkeit, daß ärmere Staaten damit punkten, daß sie niedrigere Steuern verlangen können (weil sonst wieder wegen Lohn-, Steuer-, Sonstwas-Dumping herumgeschimpft wird, insbesondere von den großen, "sozialen" Demokratien Deutschland und Frankreich, die selbst kurz davorstehen selbst zu kollabieren)?
sprichst du von ärmeren EU-ländern? imo kann die EU, wenn sie wollte, eine alternative zu den modellen USA/China/Indien(?) bieten, aber nur wenn sie innerhalb ihrer eigenen grenzen einheitliche (sozial-,lebens-,lohn-,öko-)standards schafft. im prinzip ist alles nur eine frage des politischen willens. wie schon gesagt halte ich den EU-Markt für autark genug, das auch durchzustehen.
aber die prinzipielle frage ist natürlich die nach dem regulieren, ja.
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davie schrieb:
sprichst du von ärmeren EU-ländern? imo kann die EU, wenn sie wollte, eine alternative zu den modellen USA/China/Indien(?) bieten, aber nur wenn sie innerhalb ihrer eigenen grenzen einheitliche (sozial-,lebens-,lohn-,öko-)standards schafft.
Wir schaffen es ja nicht mal in Deutschland, einigermaßen einheitliche Lohn- und Lebensstandards herzustellen, die Versuche, Ostdeutschland mit Transferleistungen aufzupeppeln, sind jedenfalls als gescheitert zu bezeichnen. Wie stellst Du dir das Angleichen konkret vor?
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willst du von mir ein konkret ausgearbeites reformpaket für die gesamte EU in allen bereichen von sozial- über umwelt- bis wirtschaftspolitik? damit kann ich leider nicht dienen, und da sollte man imo auch nicht mit einfachen (populistischen?) antworten kommen.
nur: die ständige eu-interne konkurrenz führt zu nichts und zu nons.
warum schafft man es nicht in deutschland einheitliche lebens- und lohnstandards zu schaffen? aber ist das wirklich die richtige frage, wenn die restliche EU für deutschland eine konkurrenz darstellt, liegt nicht vielmehr darin das problem? deutschland ist nicht groß genug, d.h. nicht selbstständig.
andererseits hab ich auch weder VWL noch irgendetwas anderes studiert und über das zusätzliche problem der wiedervereinigung in D weiß ich nicht so besonders viel.
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davie schrieb:
warum schafft man es nicht in deutschland einheitliche lebens-
und lohnstandards zu schaffen?Weil es nicht geht. Es ist eine Unmöglichkeit in sich.
Z.B. wird der Rhein-Main-Raum durch den Flughafen und die zentrale Lage IMMER Vorteile haben. Dafür wird an der Ost- und Nordseeküste immer Tourismus mit seiner Wetterabhängigkeit für Schwankungen im Jahresrythmus sorgen. Apropos Wetter: der alpennahe Raum verursacht im Winter mehr logistische Störungen, es ist dort aufwendiger eine reibungslose Ordnung aufrecht zu erhalten.
Einheitliche Lebensstandards sind nicht möglich, da bereits die Natur und deren Resourcenverteilung eine extreme Ungleichheit bewirkt. Stülpt man diesem nun einheitliche Lohnstandards über - wie bei uns ja letztlich geschehen - trocknet man die benachteiligten Gebiete völlig aus.
Es hilft nur eine stärke Freigabe eines gegenseitigen Wettbewerbs - so daß jede Region ihre Vorteile nutzen darf. Dadurch geht es unter dem Strich allen besser.
Wohlstand kann man nicht verordnen. Ein System dieser Komplexität ist nicht durch einen einzigen großen Regelkreis steuerbar, das ist eine Illusion.
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Marc++us schrieb:
Weil es nicht geht. Es ist eine Unmöglichkeit in sich.
aber es ist eine künstliche, d.h. politisch/wirtschaftlich gewollte/erzwungene.
im moment führt allerdings der wettbewerb zum genauen gegenteil. auf der einen seite ziehen firmen/leute, die billig leben/arbeiten wollen, dorthin, wo es billiger zu leben/arbeiten ist, auf der anderen seite ziehen leute, die billiger arbeiten, dorthin, wo die einen wegziehen, weil sie dort wo sie herkommen noch weniger verdienen würden. nach deiner argumentation würde das aufgrund natürlicher gegebenheiten niemals anders sein, die menschen würden nicht wegziehen.
das problem ist systemimmanent. vielleicht geht es auch, einheitliche lohnstandards von einheitlichen lebensstandards loszulösen und dafür interregionale geld/waren/personen-austäusche anders zu regulieren.
sobald du allerdings von natur und natürlich sprichst, leugnest du den politischen willen. man hat auch nicht gedacht, dass wien als großstadt in österreich so lange überleben wird.
Marc++us schrieb:
Es hilft nur eine stärke Freigabe eines gegenseitigen Wettbewerbs - so daß jede Region ihre Vorteile nutzen darf. Dadurch geht es unter dem Strich allen besser.
und wenn jede region ihre vorteile ohne eine stärkere freigabe des wettbewerbs regeln darf? (anbei: vielleicht haben wir unterschiedliche vorstellungen von "wettbewerb", ich bin auf jedenfall der meinung, dass dieser EU-intern falsch (statisch, überregional/übernational, wie auch immer) geregelt ist)
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Noch ein letztes Mal zum Thema Sicherheit, dann gebe ich Ruhe.
Vielleicht beantwortet mir mal einer die Frage, was einer machen soll, der jenem inhumanen Wettbewerb nicht gewachsen ist. Soll er sich aufhängen?
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Bitsy schrieb:
Noch ein letztes Mal zum Thema Sicherheit, dann gebe ich Ruhe.
Vielleicht beantwortet mir mal einer die Frage, was einer machen soll, der jenem inhumanen Wettbewerb nicht gewachsen ist. Soll er sich aufhängen?
der hat pech, es ist wie in der natur der stärkere gewinnt. komm endlich von dem gedanken runter der staat muss alles regeln. wenn jemand dem druck in der wirtschaft nicht gewachsen ist macht es keinen sinn wenn der staat das so reglementiert das er in dem kreislauf bleibt. ein system ist nur so stark wie sein schwächstes glied, wenn man also sochle leute mitziehen muss schwächt das das ganze unternehmen.
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-Shadow- schrieb:
der hat pech, es ist wie in der natur der stärkere gewinnt. komm endlich von dem gedanken runter der staat muss alles regeln. wenn jemand dem druck in der wirtschaft nicht gewachsen ist macht es keinen sinn wenn der staat das so reglementiert das er in dem kreislauf bleibt. ein system ist nur so stark wie sein schwächstes glied, wenn man also sochle leute mitziehen muss schwächt das das ganze unternehmen.
Ja, am besten wir bauen "Straf"lager (nenne wir sie doch Arbeitslager) für "Unerziehbare" bzw. "Faule", "Kranke", "Perverse", "Behinderte" - dort dürfen die dann jeden Tag arbeiten und - mein Gott, was macht es schon, wenn einmal einer dahinkrepiert, sind sowieso nutzlos. Was sind solche Menschen schon wert?
Hoppla, gab's sowas nicht schon mal? Vielleicht doch nicht so gut...
Übrigens ein überaus sozialistischer Grundgedanke: Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seiner Leistung. Deshalb hieß es ja auch "Arbeit macht frei".

(c) ironie 2005
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Bitsy schrieb:
Noch ein letztes Mal zum Thema Sicherheit, dann gebe ich Ruhe.
Vielleicht beantwortet mir mal einer die Frage, was einer machen soll, der jenem inhumanen Wettbewerb nicht gewachsen ist. Soll er sich aufhängen?
Wenn er selbst dran Schuld ist (ich rede hier nicht Behinderten,Invaliden und unverschuldet chronisch kranken) reicht es wenn er sich damit abfindet das sein Lebenstandard eben in die Kategorie "arm" fällt oder er eben "niederwertige" Arbeit anehmen muss.
Ich hab nur was gegen diese soziale Gleichmacherei, die solche Leute so gern als "sozial gerecht" fordern. Sonst bräucht ich mich ja auch nicht mehr bemühen. Dann hör ich auf zu arbeiten und lass mich "sozial gerecht" von den anderen mitversorgen.
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das C0d3r schrieb:
Wenn er selbst dran Schuld ist (ich rede hier nicht Behinderten,Invaliden und unverschuldet chronisch kranken) reicht es wenn er sich damit abfindet das sein Lebenstandard eben in die Kategorie "arm" fällt oder er eben "niederwertige" Arbeit anehmen muss.
Ich hab nur was gegen diese soziale Gleichmacherei, die solche Leute so gern als "sozial gerecht" fordern. Sonst bräucht ich mich ja auch nicht mehr bemühen. Dann hör ich auf zu arbeiten und lass mich "sozial gerecht" von den anderen mitversorgen.muss ich dir voll zustimmen.
das ende der geschichte schrieb:
-Shadow- schrieb:
der hat pech, es ist wie in der natur der stärkere gewinnt. komm endlich von dem gedanken runter der staat muss alles regeln. wenn jemand dem druck in der wirtschaft nicht gewachsen ist macht es keinen sinn wenn der staat das so reglementiert das er in dem kreislauf bleibt. ein system ist nur so stark wie sein schwächstes glied, wenn man also sochle leute mitziehen muss schwächt das das ganze unternehmen.
Ja, am besten wir bauen "Straf"lager (nenne wir sie doch Arbeitslager) für "Unerziehbare" bzw. "Faule", "Kranke", "Perverse", "Behinderte" - dort dürfen die dann jeden Tag arbeiten und - mein Gott, was macht es schon, wenn einmal einer dahinkrepiert, sind sowieso nutzlos. Was sind solche Menschen schon wert?
Hoppla, gab's sowas nicht schon mal? Vielleicht doch nicht so gut...
Übrigens ein überaus sozialistischer Grundgedanke: Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seiner Leistung. Deshalb hieß es ja auch "Arbeit macht frei".

(c) ironie 2005
ich hab nichts von straflagern etc. was gesagt. meine aussage war vielleicht ein bisschen zu krass ausgedrück.
was ich eigentlich gemeint habe hat "das C0d3r" gans gut formuliert.
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das C0d3r schrieb:
Wenn er selbst dran Schuld ist (ich rede hier nicht Behinderten,Invaliden und unverschuldet chronisch kranken) reicht es wenn er sich damit abfindet das sein Lebenstandard eben in die Kategorie "arm" fällt oder er eben "niederwertige" Arbeit anehmen muss.
Und wer sucht sich die Leute aus? Sind nicht die Gruppen "Behinderte", "Invalide", "psychisch Kranke", "Perverse", "Straffällige" moderne Konstruktionen?
Was, wenn wir die Kategorie "arm" oder "niederwertig" nicht nur einfach aufwerten, sondern deren Opposition ebenso als fiktiv ansehen?
Ich für meinen Teil möchte keinen Schwerkranken aus einem Krankenhaus schmeißen, nur weil der keine Krankenversicherung hat, keinen Menschen auf der Straße sitzen lassen, nur weil der keine Wohnung hat.Bert Brecht schrieb:
Es gibt viele Arten zu töten.
Man kann einem ein Messer in den Bauch stechen,
einem das Brot entziehen,
einen von einer Krankheit nicht heilen,
einen in eine schlechte Wohnung stecken,
einen durch Arbeit zu Tode schinden,
einen zum Selbstmord treiben,
einen in den Krieg führen usw.
Nur weniges davon ist in unserem Staat verboten.Aber: Genausowenig möchte ich - und ich glaube nicht, dass es irgendjemand "gut" könnte - entscheiden, wer schwerkrank ist, wer Hilfe braucht.
das C0d3r schrieb:
Ich hab nur was gegen diese soziale Gleichmacherei, die solche Leute so gern als "sozial gerecht" fordern. Sonst bräucht ich mich ja auch nicht mehr bemühen. Dann hör ich auf zu arbeiten und lass mich "sozial gerecht" von den anderen mitversorgen.
Würdest du das wollen?
-Shadow-:
Der Staat soll also das dem Wirtschaftsdruck nicht gewachsenen Individuum aus dem System ausgliedern? Und was soll damit weiter passieren?
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das C0d3r schrieb:
Bitsy schrieb:
Noch ein letztes Mal zum Thema Sicherheit, dann gebe ich Ruhe.
Vielleicht beantwortet mir mal einer die Frage, was einer machen soll, der jenem inhumanen Wettbewerb nicht gewachsen ist. Soll er sich aufhängen?
Wenn er selbst dran Schuld ist (ich rede hier nicht Behinderten,Invaliden und unverschuldet chronisch kranken) reicht es wenn er sich damit abfindet das sein Lebenstandard eben in die Kategorie "arm" fällt oder er eben "niederwertige" Arbeit anehmen muss.
Ich hab nur was gegen diese soziale Gleichmacherei, die solche Leute so gern als "sozial gerecht" fordern. Sonst bräucht ich mich ja auch nicht mehr bemühen. Dann hör ich auf zu arbeiten und lass mich "sozial gerecht" von den anderen mitversorgen.Und was ist unverschuldet?
Sei mal selbständig, von Projekten abhängig, von denen Du in der Größenordnung nicht zwei gleichzeitig machen kannst, wo Du einen langen Vorlauf hast, bis sie in den Strümpfen sind, und dannFall a) mußt Du, weil andere Fehler machen, und so starrsinnig sind, sie trotz Beweisführung zu sehen ("dann hat Mathematik eben auch ihre Grenzen"), beim Projekt bleiben, damit hinten überhaupt noch was bei rüber kommt. Letztlich sind ein paar Jahre fort für ein paar Pfennige.
Fall b) mußt Du Hazardeure vor Gericht ziehen, die es prinzipiell so halten, dass sie alle Beteiligten anzahlen, aber letztlich nicht auszahlen. Widerspruch wird ohne jede Begründung gegen alles eingelegt - natürlich verliert er den Prozess, und zwei Jahre später bringt dir der Gerichtsvollzieher ein monatliches Taschengeld "weil er so viele bezahlen muss". Reinfall. Obwohl der Auftrag letztlich für Mercedes war. Wie ahnt man das?
Fall c) verdienen andere so viel an Dir mit, dass sie mit dem Geld in ganz andere Dinge einsteigen und meinen dort ohne dich auskommen zu können. Schon nach vier Wochen kommen sie geläutert zurück, aber dann ist's zu spät.
Fall d) liegt man dir in den Ohren mit "reservieren Sie sich die Zeit unbedingt", und dann werden leider in Amerika die Investitionsgelder gestrichen, andere Aufträge sind gerade nicht verfügbar, für weitere Akquise bleibt keine Zeit mehr, weil du gewartet hast und nun nicht mal mehr Geld da ist, um den Tank zu füllen
Fall e-...) gibt's noch einiges mehr.
Und dann rufst Du mal 'ne Firma an, und fragst ob dort noch Arbeit übrig ist - und die Antwort lautet 'nein, wir sind zufrieden'. Im Laufe des weiteren Gesprächs stellt sich raus, dass derjenige *genau in diesem Moment eine Anzeige am Aufsetzen ist*. Warum lügt der im ersten Satz? Soll man mit sowas zusammenarbeiten?
Wie viele Beispiele aus der Praxis soll ich noch bringen?Und dann gehst du nach 20 Jahren Überlebenskampf als Selbständiger zum Arbeitsamt, weil rein gar nichts mehr zu kriegen ist und das Konto brennt, und dort erzählt dir ein Mensch "also, uns wär's am liebsten, wenn sie wieder Aufträge kriegen". Na toll. In der Panik gehst du auch schon mal auf's Sozialamt. "Was, sie haben einen Gewerbeschein? Nein, Überbrückungsgelder für Selbständige, dafür haben wir nichts übrig. Machen sie dass sie rauskommen, da draussen stehen noch mehr Leute, die wirklich Hilfe nötig haben".
Und es gibt nichts von niemandem!
Und dann machst Du mit der allerletzten Kohle gerade noch den Taxischein und lebst von nun an mit 260 Stunden pro Monat, die knappe 1000 Euro netto bringen.Und aus dem Grund habe ich auch dieses Jahr weder Zeit noch Geld zum Forumtreffen zu kommen. Ich lese dann stattdessen hirnverbrannte Postings von Unregistrierten.
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Ich werd diese Partei wählen, denn diese ganzen Pappnasen aus der SPD und CDU sind keinen Pfifferling wert. Ein bisschen Schwung in der Bude hat noch keinem geschadet.
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Realist schrieb:
Ich werd diese Partei wählen, denn diese ganzen Pappnasen aus der SPD und CDU sind keinen Pfifferling wert. Ein bisschen Schwung in der Bude hat noch keinem geschadet.
Vermutlich hast du hierbei Recht. Lieber ein schreckliches Ende, als Schrecken
ohne Ende.
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das ende der geschichte? schrieb:
-Shadow-:
Der Staat soll also das dem Wirtschaftsdruck nicht gewachsenen Individuum aus dem System ausgliedern? Und was soll damit weiter passieren?jeder muss sehen wo er bleibt. wenn jemand z.b. dem druck in einer firma nicht gewachsen ist muss er hatl strassefegen gehen.
das was du hier beschreibst ist das unternehmerische risiko das man trägt.
man muss sich halt entscheiden ob man als unternehmer tätig sein will oder bei daimler am fliesband stehen will.
jeder muss halt schauen was er aus seinem leben mach. dann darf man als kleiner arbeiter nicht nach den sozies schreien wenn der nachbar als unternehmer mit dem dicken benz vorfährt und fordern das der mehr zahlen soll nur das der dein leben noch mitfinanziert. du hast deine 35 stunden woche da sieht der unternehmer noch lange kein ende bei dem heist es halt von acht bis acht.
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Heter Puth schrieb:
Realist schrieb:
Ich werd diese Partei wählen, denn diese ganzen Pappnasen aus der SPD und CDU sind keinen Pfifferling wert. Ein bisschen Schwung in der Bude hat noch keinem geschadet.
Vermutlich hast du hierbei Recht. Lieber ein schreckliches Ende, als Schrecken
ohne Ende.dann können wir uns ja gleich in ddr umbenenen. das sind doch alles immer noch kommunisten.
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Bitsy schrieb:
*snip*
Sorry, wo ist da der Bezug zu meinem Posting?
Du bist als Selbständiger eben ein Risiko eingegangen. Es hätte besser laufen können, aber wie an der Börse kann da eben auch verlieren. That's the game.
Aber letztendlich finanzierst du dir dein Leben doch selbst oder? Also, ist doch alles bestens.
Hättest du Probleme eine feste Anstellung zu finden, oder wärest du ein Langzeitarbeitloser?
Wo genau ist das Problem? Willst du Arbeitslosen-Geld bekommen oder was genau?Stell dir mal vor deine Selbständigkeit wäre gut gelaufen. Du könntest jetzt deine eigene Firma mit X Angestellten haben. Und dann? Kommen morgen die Roten und enteignen dich weil du ein Kapitalistenschwein bist.
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Ein kapitalistischer Klassenfeind.