Utopia - Die Gläserne Gesellschaft



  • ..,- schrieb:

    pli schrieb:

    Auch wenn die Ideologie dahinter gut ist,

    also jetzt bist du mir unheimlich...

    Mit Ideologie meine ich das Prinzip der selbstueberwachung. Wenn jeder jedem auf die Finger schauen kann, kann man schlecht bescheissen. Im Moment schauen nur einige wenigen auf die Finger und diese handeln nach der Devise "Eine Hand waescht die Andere".

    Leider ist das Prinzip ja nicht umsetzbar, weil man keine Grenze ziehen kann wo so etwas wie Privatssphaere, was es geben muesste, anfaengt ohne das Prinzip zu verletzen.

    Was du da beschreibst ist nichts anderes als die Grundlage nahezu jeder Religion. Nur sind es da nicht die Mitmenschen, sondern ein allgegenwaertiges, allsehendes, omnipotentes Wesen.



  • Damit wäre die gesamte Pornoindustrie arbeitslos 😃



  • the_alien schrieb:

    Damit wäre die gesamte Pornoindustrie arbeitslos 😃

    Ja, weil man schon direkt bei der Produktion zuschauen könnte 😃



  • Dann wäre wenigstens nicht mehr so ein "Behind the scenes"-Quatsch auf den DVDs drauf 👍 .



  • Ich würde einfach immer unter den Kameras durchlaufen und abends eine helle Glühbirne auf meinem Kopf legen um die IR auszutriksen. 😉
    Und zu Hause stelle ich einfach Möbel vor die Linsen



  • Gabs ueber so was aehnliches nicht ein Buch von Asimov?



  • volkard schrieb:

    dann bräuchte ich nicht mehr so viel geld für pornofilme ausgeben.

    Und das ganze "volkardbesessene" Forum schaut dir dann beim Anschauen zu. 👍


  • Mod

    So eine Gesellschaftsordnung gab's bereits.

    Und zwar in der Zeit, als 100% der Menschen an Gott glaubten und daran, daß er ständig zusieht und alle Taten notiert.
    🤡



  • @Marc++us:
    ein

    ..,- schrieb:

    selbstregulierendes Wertesystem

    gab's aber nicht. das war sogar ziemlich "statisch".


  • Mod

    Schon klar. Ich will damit nur andeuten, daß die Idee "totale Beobachtung führt zu diszipliniertem Verhalten" nicht wirklich neu ist.



  • Marc++us schrieb:

    Schon klar. Ich will damit nur andeuten, daß die Idee "totale Beobachtung führt zu diszipliniertem Verhalten" nicht wirklich neu ist.

    Schau mal ne Seite vorher, hab ich auch schon bemerkt 😉 :p



  • Wieso Utopia?
    Möchte nicht wissen, wieviele Leute sich in diesem Moment ein Handy mit eingebauter Cam kaufen, und das total cool finden... 🙄



  • Soviele Unbeobachtete Orte gibt es wahrscheinlich wirklich nicht mehr. Außerhalb von Gebäuden sieht dich irgendein Satellit, in öffentlichen Einrichtungen gibt es Überwachungskameras, an Autobahnen gibt es Kameras und Sensoren mit denen nach bestimmten Autos gefahndet werden kann, jedes Handy ist Ortbar, Zugriffe ins Internet ebenfalls ...

    Das mag alles seine Begründung seitens offizieller Stellen haben, aber all diese Mechanismen können und werden sicherlich bereits in ganz anderem Maße genutzt. Die wiedereinmal geschürte Angst vor dem Terror wird weitere "Anti-Terror" Maßnahmen mit sich ziehen.



  • Marc++us schrieb:

    Schon klar. Ich will damit nur andeuten, daß die Idee "totale Beobachtung führt zu diszipliniertem Verhalten" nicht wirklich neu ist.

    In London ist das mit der Überwachung ja leider auch total in die Hose gegangen...



  • Und trotzdem diskutiert man jetzt darüber, ob man nicht auch in Berlin solch eine umfassendes System einrichten soll... 😕


  • Mod

    the_alien schrieb:

    Marc++us schrieb:

    Schon klar. Ich will damit nur andeuten, daß die Idee "totale Beobachtung führt zu diszipliniertem Verhalten" nicht wirklich neu ist.

    In London ist das mit der Überwachung ja leider auch total in die Hose gegangen...

    Dachte ich zuerst auch, aber wenn man sich anschaut, welche Aufklärungsmittel hinterher zur Verfügung stehen... ich stehe der Kameraüberwachung auch skeptisch gegenüber, aber es ist phänomenal, wie man nun die ganzen Laufwege etc der Leute nachvollziehen kann. Selbst wenn einer aus einem Auto ausgestiegen ist kann man das über die Aufzeichnungen rekonstruieren. Diese Informationen sind bei klassischer kriminaltechnischer Untersuchung nur durch Zufälle (Zeuge erinnert sich) zu gewinnen. Bei einem Selbstmordattentäter ist es sogar denkbar, daß man ohne Video nicht mal das Gesicht und damit den Namen ermitteln kann.

    Ich bin mir daher inzwischen nicht mehr 100% sicher, ob man die Überwachung wirklich als Fehlschlag bezeichnen kann.



  • Aber wo liegt der Sinn darin, einen Selbstmordattentäter zu idendifizieren? Die entsprechende Organisation wird sich schon rechtzeitig zu Wort melden. Zur Verhinderung von Anschlägen dienen solche Überwachungsmaßnahmen meiner Meinung nach nichts. Sie verführen eher zur zweckfremden Nutzung...



  • Haben sie in den Nachrichten in den letzten 2 Wochen nicht irgendwann gebracht,
    dass sie mit der tollen unfehlbaren Kameraueberwachung jemand falschem gefolgt
    sind? Als die erste Meldung kam, dass die Polizei ein Haus umstellt hatten, wo
    jemand wohnt, den man mit den Kameras "identifiziert" hat und es sich
    herausstellte, dass es ein Fehlschlag war?

    Oder hat da nicht sogar jemand einen spiegel.de-Link oder sowas hier gepostet
    gehabt?

    Che Eder schrieb:

    Aber wo liegt der Sinn darin, einen Selbstmordattentäter zu idendifizieren? Die entsprechende Organisation wird sich schon rechtzeitig zu Wort melden. Zur Verhinderung von Anschlägen dienen solche Überwachungsmaßnahmen meiner Meinung nach nichts. Sie verführen eher zur zweckfremden Nutzung...

    Das geht in die Koepfe der Leute aber nicht rein. Die bekommen gesagt:
    "Wir brauchen mehr Ueberwachung, dann kann sowas verhindert werden"
    und die Leute schreien "OK, hab ja eh nichts zu verbergen" und glauben das auch
    noch.

    Und unterhaelt man sich mit vielen, dann koennen die grad mal das nachblabern
    was irgend ein Politiker in den Nachrichten gefaselt hat.

    mfg
    v R



  • Tja, das ist dann wieder einmal das problem mit den Medien als vierte Machtinstanz im Staat. Aber ich weiß gar nicht, ob diese Verstärkten Überwachungsmaßnahmen wirklich auf so wenig Wiederstand stoßen. Aber wahrscheinlich schon. Die Masse als solche ist halt ein verdammt Dummes Ding.

    Wie sagte nicht schon Einstein:
    "Es gibt nur zwei Dinge, die unendlich sind. Das Universum und die menschliche Dummheit. Wobei ich mir aber beim Universum noch nicht ganz sicher bin."


  • Mod

    Che Eder schrieb:

    Aber wo liegt der Sinn darin, einen Selbstmordattentäter zu idendifizieren? Die entsprechende Organisation wird sich schon rechtzeitig zu Wort melden. Zur Verhinderung von Anschlägen dienen solche Überwachungsmaßnahmen meiner Meinung nach nichts. Sie verführen eher zur zweckfremden Nutzung...

    Nun, der Sinn der Identifikation ist eigentlich offensichtlich: Name und Wohnort ermitteln, eventuelle Unterstützer im Umkreis erkennen, sowie unter Umständen sogar unmittelbare Helfer (z.B. jemand, der ihn mit dem Auto gefahren hat).

    Die Organisation, die sich meldet, trägt nichts zur Ermittlung bei, weil sich zum einen viel zu viele Organisation melden, zum anderen, weil diese ja nur Bruchteile an Informationen liefern. Und dann vielleicht sogar in einem anderen Land sitzen.

    Dafür ist das durchaus sinnvoll.

    Daß man keine neuen Anschläge unmittelbar verhindern kann ist klar, wenn die Täter noch nie aufgefallen waren. Trotzdem kann man mit Hilfe der Informationen unter Umständen das Umfeld des Täters ausdünnen, und die Unterstützerbasis bekämpfen. Das verhindert natürlich schon neue Taten, allerdings nur auf Umwegen.

    Grundsätzlich ist mir aber schon bewußt, daß man einen "neuen" Täter nicht aufhalten kann... selbst wenn man jemanden mit Rucksack in der UBahn auf der Kamera sieht, das ist ja keine brauchbare Information.

    Wie gesagt, ich bin zwiegespalten... ich empfinde die Beschnüffelei durch den Staat durchaus als lästig, aber erkenne bei solchen Dingen wie in London auch die technischen Vorteile an.


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