Kommen die Einsteins von morgen wieder aus Deutschland?



  • genie schrieb:

    Einstein sollte in diesem Thread wahrscheinlich für "Genie" stehen.

    Ok... "Genies". Gehen wir mal von Genies im akademischen Sinne aus. Da sollte man sich vielleicht erstmal darüber klar werden, warum die "Spitzenleute" momentan eher weniger in Deutschland zu finden sind. (Das axiomatisiere ich hier einfach mal, wenn man sich die Nobelpreise der neueren Zeit anguckt, dann ist Deutschland da einfach nicht entsprechend vertreten.) Was hat das für Gründe? IMHO sind dafür 2 Dinge verantwortlich, wobei man sicherlich über beide streiten kann und vielleicht sind die auch nicht ganz richtig so.

    1. Durch den 2. Weltkrieg bzw. das ganze 3. Reich hat ein Großteil der damalige intellektuellen Elite Deutschland verlassen. Die sind auch nicht zurückgekommen. Das heißt, das sich nach dem 2. Weltkrieg erstmal eine Art 2. oder gar 3. Garde an den Universitäten usw. festgesetzt hat. Da ist es schwer, wieder ganz an die Spitze zu kommen. Es fehlt(e) der entsprechende wissenschaftliche Dialog und ohne Kontakt zu den Spitzenleuten ist es eben einfach schwer zu diesen aufzuschließen. Ich weiß nicht, inwiefern das immer noch so ist, aber ich bin mir sicher, dass das ein Grund der vergangenen Jahrzehnte war, der eben nicht zu "Genies" in Deutschland geführt hat.

    2. Der wissenschaftliche Standort in Deutschland ist einfach nicht mit denen in einigen anderen Ländern vergleichbar. Welche Anreize haben die Spitzenleute denn, hier in Deutschland eine akademische Laufbahn einzuschlagen? Da wird miserabel bezahlt und man wird sogar noch schief angeguckt, wenn ein anderer mitkriegt, dass man Professor oder etwas ähnliches ist. Da brauch man sich ja nur das Wahlduell vom Sonntag angucken. Da redete Schröder andauernd von "diesem Professor aus Heidelberg". Warum hat er das gemacht? Weil er eben genau weiß, dass so ein Stand in einem großen Teil der Bevölkerung mit bestimmten negativen Vorurteilen belegt ist. So jemand gilt als weltfremd und man sagt, "er lebt im Elfenbeinturm". Welche Anreize haben die Spitzenleute dann, in Deutschland zu bleiben, wenn man sich hier für seine Leistungen schon fast schämen muss?

    ...naja, nur so 2 Gedanken, die vielleicht in die Nähe der Gründe kommen, warum man die wissenschaftliche Elite nicht unbedingt in Deutschland suchen sollte.



  • Gregor@Home schrieb:

    Da redete Schröder andauernd von "diesem Professor aus Heidelberg". Warum hat er das gemacht? Weil er eben genau weiß, dass so ein Stand in einem großen Teil der Bevölkerung mit bestimmten negativen Vorurteilen belegt ist. So jemand gilt als weltfremd und man sagt, "er lebt im Elfenbeinturm". Welche Anreize haben die Spitzenleute dann, in Deutschland zu bleiben, wenn man sich hier für seine Leistungen schon fast schämen muss?

    die professoren, die ich kenne, interessiert derartiges geschwafel wahrscheinlich überhaupt nicht. wenn jeder gleich einschnappt, können wir ja gleich einpacken. 🙄



  • scrub schrieb:

    die professoren, die ich kenne, interessiert derartiges geschwafel wahrscheinlich überhaupt nicht. wenn jeder gleich einschnappt, können wir ja gleich einpacken. 🙄

    Naja, gut. Deswegen sind sie ja wahrscheinlich auch hier in Deutschland geblieben und haben nicht wie viele andere nach dem Studium oder dem Doktor das Land verlassen, um die wissenschaftliche Karriere woanders fortzuführen. Dieser Umstand ist AFAIK nicht zu leugnen: Man hört doch immer wieder, dass die wissenschaftliche Elite eher ins Ausland abwandert und eher nicht aus dem Ausland nach Deutschland kommt. Und das liegt natürlich am Standort Deutschland, wobei der genaue Grund sicherlich für jeden unterschiedlich ist. Natürlich gibt es da Leute, denen das Ansehen in der Gesellschaft wichtig ist und anderen ist es vielleicht weniger wichtig.



  • Just kidding... 🤡

    50% alle Menschen in Industriestaaten geben Albert Einstein als Ihr Idol an!!
    Nach 100 Jahren zeigt das Lexikon immer noch unter Intelligenz sein Bild.
    Wurde sein IQ nie ge-toppt?
    Oder gab es danach keine erfolgreichen Wissenschaftler mehr?

    1. Einstein hatte zu Lebzeiten bereits eine Popularität erreicht, wie sie ein Wissenschaftler im 21 Jhd. nie mehr erreichen kann. Jeder kennt Dieter Bohlen, aber wer weiß heute schon, als nicht Physiker, wer von Klitzing war, ohne zu goooglen? Ist der 'Quantisierte Hall Effekt' weniger bedeutend als die 'Allgemeine Relativitätstheorie'? Hat Einie ein besonders aggressives Eigenmarketing betrieben? Wohl eher im Gegenteil. Es war die Zeit und den neuen Stellenwert der Wissenschaft zu Beginn des 20.Jh. Man suchte eine Ikone und fand Ihn.

    2. Die Arbeiten Einsteins erfassten ein interdisziplinäres und intutives Vorgehen, wie es heute in wissenschaftlichen Kreisen mehr geächtet wird. Da auch physikalischen Forschung oft nur noch mit extremen Mittelaufwendungen betrieben werden können. Ohne anerkannte Reputation keine Mittel und ohne Konformität keine Reputation. Nix im Patentamt ein bisschen malen! 😃

    Georg Bernhard Shaw schrieb:

    "Der vernünftige Mensch passt sich an seine Umwelt an. Der unvernünftige Mensch erwartet, dass die Umwelt sich Ihm anpasst. Deshalb wird jeder Fortschritt in der Welt nur von dem unvernünftigen Menschen ausgehen!"

    1. Wenn die Amis einen genialen aber meist wahnsinnigen oder böshaften Wissenschaftler im Film darstellen, ist der meistens Deutscher. 😃

    "I: Verdammt die Russen haben einen Menschen im Weltall. Wie haben die nur das geschafft?
    M: Ihre kriegsgefangen deutschen Wissenschaftler haben Ihnen geholfen!
    F: Keine Angst Mr. Präsident, unsere Deutschen sind besser als deren Deutschen!"
    (aus "Der Stoff aus dem die Helden sind")



  • Ich weiss nicht, wo die anderen Einsteins von morgen herkommen, aber ich bin aus Dt.

    Bye, TGGC



  • TGGC schrieb:

    Ich weiss nicht, wo die anderen Einsteins von morgen herkommen, aber ich bin aus Dt.

    Bye, TGGC

    Verdammt, TGGC, Du bist so verhersehbar, ich hätte deinen Post gar nicht mehr lesen müssen! 👎 😃



  • howdy kumpels,
    ich glaueb die einsteins von morgen kommen aus usa

    mfg,
    coolio



  • ursel schrieb:

    TGGC schrieb:

    ...

    Verdammt, TGGC, Du bist so verhersehbar, ich hätte deinen Post gar nicht mehr lesen müssen! 👎 😃

    Geht mir genauso. Wahrscheinlich fast allen hier ebenso. 😃



  • Weil wir wissen das _er_ es ist.



  • coolio schrieb:

    howdy kumpels,
    ich glaueb die einsteins von morgen kommen aus usa

    mfg,
    coolio

    Das wäre - wenn ich mir New Orleans so ansehe - Evolution aus dem Nichts.



  • Bitsy schrieb:

    Das wäre - wenn ich mir New Orleans so ansehe - Evolution aus dem Nichts.

    nee. "intelligent design" 🤡



  • Bitsy schrieb:

    Das wäre - wenn ich mir New Orleans so ansehe - Evolution aus dem Nichts.

    Wo lebst du? In der Realität offensichtlich nicht.

    Nobelpreis-Statistik nach Ländern:
    http://aaawww.fh-pforzheim.de/intoff/iopub/NOBEL03/land.html

    Nobelpreis-Statistik nach Institutionen:
    http://aaawww.fh-pforzheim.de/intoff/iopub/NOBEL03/inst.html

    Natürlich ist die USA genau das Land, an das man da als erstes denkt.

    Es wäre interessant, in welchen Gebieten Deutschland in den letzten Jahren Nobelpreise geholt hat. Ich hätte gar nicht gedacht, dass Deutschland da so gut ist. Immerhin auf Platz 3 in den letzten 15 Jahren, wenn auch um einen Faktor >10 unter der Spitze.



  • Hmmm also wenn ich mir die Zahlen da so anschaue, komm ich auf folgende Top 10 über die Jahre 1901 - 2002:

    Platz | Land          | Einwohner/Nobelpreis
    ------+---------------+---------------------
      1   | Schweiz       | 338'677.27
      2   | Sweden        | 499'244.44
      3   | Dänemark      | 676'675.00
      4   | Great Britain | 762'920.25
      5   | USA           | 1'122'711.11
      6   | Deutschland   | 1'351'222.95
      7   | Österreich    | 1'362'466.67
      8   | Norwegen      | 1'524'866.67
      9   | Niederlande   | 1'813'133.33
     10   | Frankreich    | 2'158'007.14
    

    Zugegeben. Der Fairste Vergleich wäre Akademiker / Nobelpreis. Aber die Zahlen hatte ich leider nicht grade zur Hand. Und letztens hat ja jeder Bürger durch seine Steuern zum Beispiel zumindest einen Beitrag an die Forschung geleistet... von dem her...

    Alleine mit der Anzahl der Nobelpreise zu protzen ist etwa so intelligent wie die alleinige Leistungsangabe eines Motors um selbiges mit seinem Auto zu tun.

    Und bei den Preisen bei den USA näme es mich mal wunder wieviele Preise da auf Arbeit von z.B. deutschen Wissenschaftlern die nach dem Krieg nach USA (de-/ex-)portiert wurden gründen...


  • Mod

    Und bei den Preisen bei den USA näme es mich mal wunder wieviele Preise da auf Arbeit von z.B. deutschen Wissenschaftlern die nach dem Krieg nach USA (de-/ex-)portiert wurden gründen...

    Alle, ich habe noch von keinem Indianer mit Nobelpreis gehört 🙄

    MfG SideWinder



  • Gregor@Home schrieb:

    Es wäre interessant, in welchen Gebieten Deutschland in den letzten Jahren Nobelpreise geholt hat. Ich hätte gar nicht gedacht, dass Deutschland da so gut ist. Immerhin auf Platz 3 in den letzten 15 Jahren, wenn auch um einen Faktor >10 unter der Spitze.

    Ich hab mal auf nobelpreis.org den Zeitraum von 1980-2004 recherchiert.

    Chemie:
    1988 Johann Deisenhofer, Robert Huber, Hartmut Michel (Deutschland)

    Literatur:
    1999 Günter Grass (Deutschland)

    Medizin:
    1984 Georges Köhler (Deutschland)
    1991 Erwin Neher, Bert Sakmann (Deutschland)
    1995 Christiane Nüsslein-Volhard (Deutschland)

    Physik:
    1985 Klaus von Klitzing (Deutschland)
    1986 Gerd Karl Binnig, Ernst Ruska (Deutschland)
    1987 Johannes Georg Bednorz (Deutschland)
    1989 Hans Georg Dehmelt, Wolfgang Paul (Deutschland)
    1998 Horst Ludwig Störmer (Deutschland)
    2000 Herbert Kroemer (Deutschland)
    2001 Wolfgang Ketterle (Deutschland)

    Wirtschaft:
    1994 Reinhard Selten (Deutschland)



  • junix schrieb:

    Hmmm also wenn ich mir die Zahlen da so anschaue, komm ich auf folgende Top 10 über die Jahre 1901 - 2002

    1. Diese Top 10 ist leider völlig uninteressant für die heutige Zeit, da sie den Zeitraum vor dem 2. Weltkrieg mit einbezieht. Wie ich schon gesagt habe, sind durch diesen viele Intellektuelle aus Deutschland und wahrscheinlich auch aus anderen europäischen Staaten geflüchtet. Einstein selbst gehört ja auch dazu. Wenn man die anderen Zahlen betrachtet, dann hat die USA momentan doch eine enorme Dominanz in diesem Bereich.

    2. Du mußt auch die Bevölkerungsentwicklung beachten, wenn du Zahlen über so einen großen Zeitraum miteinander vergleichst. Die USA haben in diesem Zeitraum AFAIK im Vergleich zu anderen Staaten ein höheres prozentuales Bevölkerungswachstum gehabt.



  • junix schrieb:

    Und bei den Preisen bei den USA näme es mich mal wunder wieviele Preise da auf Arbeit von z.B. deutschen Wissenschaftlern die nach dem Krieg nach USA (de-/ex-)portiert wurden gründen...

    Dieser Trend, dass Wissenschaftler in die USA auswandern, ist weiterhin vorhanden. Wenn du die Tabellen mit den Preisen anguckst, dann stellst du fest, dass auch in den letzten Jahre die Dominanz der USA eher zunimmt. In den USA hat die Wissenschaft nunmal bessere Standortbedingungen, da gibt es gar keine Frage. Vielleicht ist das inzwischen sogar eine "selbstverstärkende Eigenschaft" der USA: Wer etwas drauf hat, hat einen deutlichen Anreiz, in die USA zu gehen, weil da eben die "Musik gespielt wird". Und dadurch könnte das dann noch verstärkt werden.



  • Gregor@Home schrieb:

    Weil er eben genau weiß, dass so ein Stand in einem großen Teil der Bevölkerung mit bestimmten negativen Vorurteilen belegt ist. So jemand gilt als weltfremd und man sagt, "er lebt im Elfenbeinturm".

    Tja. Nur leider stimmts auch sehr oft



  • sarfuan schrieb:

    Ich hab mal auf nobelpreis.org den Zeitraum von 1980-2004 recherchiert.

    Chemie:
    1988 Johann Deisenhofer, Robert Huber, Hartmut Michel (Deutschland)

    Literatur:
    1999 Günter Grass (Deutschland)

    Medizin:
    1984 Georges Köhler (Deutschland)
    1991 Erwin Neher, Bert Sakmann (Deutschland)
    1995 Christiane Nüsslein-Volhard (Deutschland)

    Physik:
    1985 Klaus von Klitzing (Deutschland)
    1986 Gerd Karl Binnig, Ernst Ruska (Deutschland)
    1987 Johannes Georg Bednorz (Deutschland)
    1989 Hans Georg Dehmelt, Wolfgang Paul (Deutschland)
    1998 Horst Ludwig Störmer (Deutschland)
    2000 Herbert Kroemer (Deutschland)
    2001 Wolfgang Ketterle (Deutschland)

    Wirtschaft:
    1994 Reinhard Selten (Deutschland)

    Deine Zahlen sind sehr interessant. Vor allem, weil ich inzwischen entdeckt habe, dass es zu den Statistiken, die ich da oben gepostet habe auch noch einen Artikel gibt:

    http://aaawww.fh-pforzheim.de/intoff/iopub/NOBEL03/

    Da sind auch weitere Statistiken verlinkt, in denen das bereichsspezifisch aufgeschlüsselt wird. Wenn man diese Statistiken mit deiner Liste vergleicht, dann kommt man zum Schluss, dass vor allem im Bereich Physik die Deutschen, die da einen Nobelpreis erhalten haben, eher im Ausland arbeiten bzw. gearbeitet haben.



  • chomsky0 schrieb:

    Gregor@Home schrieb:

    Weil er eben genau weiß, dass so ein Stand in einem großen Teil der Bevölkerung mit bestimmten negativen Vorurteilen belegt ist. So jemand gilt als weltfremd und man sagt, "er lebt im Elfenbeinturm".

    Tja. Nur leider stimmts auch sehr oft

    Da wra letzt so ein Bundestagsabgeordneter von der SPD, der auch nochmal in das gleiche Horn geblasen hat. Da hat sich dann herausgestellt, dass dieser 24 Semester studiert hatte und am Schluss ohne Abschluss dastand. Trifft das auf dich auch zu? 🙂 ...das ist mein Vorurteil gegenüber Leuten, die solche Dinge behaupten. 🤡


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