Wie kann man sich als Student von den GEZ Gebühren befreien lassen, wenn man kein Bafög erhält?



  • Daniel E. schrieb:

    was man leicht daran sehen kann, wenn man sich ansieht, wie viele Chefärzte und wie viele Müllmänner man in einer Opernvorführung findet. Wieso sollte der Müllmann, als Vertreter der "Unterschicht" das Privatvergnügen der Oberschicht mitfinanzieren?

    Der Müllmann hat genauso gelegenheit in die Oper zu gehen wie der Chefarzt. Eben dadurch, dass jeder hier seinen Teil für die Kultur beiträgt. Dafür ist es für jede "Schicht" erschwinglich, die Oper regelmäßig zu besuchen. Willst du das dem Müllmann, der ja net so n tolles Einkommen hat, erschweren? Gerade dadurch würdest du dieses Gefälle von der Ober- zur Unterschicht verstärken.
    Und selbst mir als Student kommt es sehr entgegen, wenn ich die kulturellen Angebote in Anspruch nehmen kann, ohne dafür viel zahlen zu müssen. Gerade solche kulturelle Dinge müssen doch gefördert werden.
    Und die Steuern, mit denen solche Dinge finanziert werden, sind doch vom Einkommen abhängig. Dein Müllmann braucht sich also nicht über Ungerechtigkeiten beklagen und hat zudem die Option, sich anspruchsvolle Darbietungen anzusehen. Wo hat er die Gelegenheit heute denn sonst?



  • Black Shadow schrieb:

    Gerade solche kulturelle Dinge müssen doch gefördert werden.

    schulen statt opernhäuser!



  • volkard schrieb:

    Black Shadow schrieb:

    Gerade solche kulturelle Dinge müssen doch gefördert werden.

    schulen statt opernhäuser!

    also ich sehe schulen, du nicht?
    und ich kenne auch kein Kind in DE das nicht die Möglichkeit auf ne Schulbildung hat oO.
    Und jetzt komm net damit dass Subventionskürzungen an Schulen irgendwie die Leistung der Schüler mindert. Wer als Schüler bereit/willig ist, Leistung zu erbringen, kann das auch. PISA liegt sicherlich nicht an fehlenden subventionen, vielmehr an falschen Schulsystemen.



  • Black Shadow schrieb:

    Der Müllmann hat genauso gelegenheit in die Oper zu gehen wie der Chefarzt. Eben dadurch, dass jeder hier seinen Teil für die Kultur beiträgt. Dafür ist es für jede "Schicht" erschwinglich, die Oper regelmäßig zu besuchen.

    Eine Oper ist ein klassisches Oberschichtenvergnügen.

    Willst du das dem Müllmann, der ja net so n tolles Einkommen hat, erschweren? Gerade dadurch würdest du dieses Gefälle von der Ober- zur Unterschicht verstärken.

    Wieso erschwere ich ihm das Opernvergnügen? Er hat ja, da er weniger Steuern abführt, auch mehr Geld und kann selbst entscheiden, ob er das lieber in die Oper, ein neues Auto, einen Urlaub oder die private Rente investieren will. Diese Entscheidung entziehst Du ihm, mit der fadenscheinigen Begründung "der will bestimmt auch mal in die Oper".

    Die Leute, die gerade keine Sozialleistungen vom Staat mehr bekommen und ein mittleres Einkommen haben, sind die letzten, die wirklich Geld an den Staat abführen und weniger Leistungen dafür entgegennehmen. "Die Oberschicht" zahlt zwar deutlich mehr Steuern, nützt aber auch viel mehr Leistungen des Staates, die von allen bezahlt werden: Studium wird hauptsächlich von höheren sozialen Schichten beanstrucht, höhere soziale Schichten beanspruchen die Infrastruktur mehr, je höher die soziale Position, desto sicherer lebt man in Deutschland, ad inf. Es ist, dank absolut undurchschaubarer Umverteilungsbürokratie überhaupt nicht mehr klar, wer wem was bezahlt, aber der Verdacht, daß die Reichen mehr Leistungen konsumieren, als sie bezahlen, und die Armen mehr bezahlen, als sie Leistungen konsumieren, ist nicht aus der Luft gegriffen, sondern belegt.

    Und die Steuern, mit denen solche Dinge finanziert werden, sind doch vom Einkommen abhängig. Dein Müllmann braucht sich also nicht über Ungerechtigkeiten beklagen

    Pardon, zahlt er anteilsmäßig dem Arzt seinen Opernbesuch, oder zahlt er nicht? Ich frage mich, warum man das in einem Forum, wo hauptsächlich Informatiker rumhängen, noch extra erklären muß.

    Außerdem nehmen ja derzeit viele Unterschichtler das klassische Oberschichtenprogramm nicht in Anspruch. Was lernen wir daraus? Nix, wie üblich.



  • Black Shadow schrieb:

    volkard schrieb:

    Black Shadow schrieb:

    Gerade solche kulturelle Dinge müssen doch gefördert werden.

    schulen statt opernhäuser!

    also ich sehe schulen, du nicht?

    die reine anzahl der schulen reicht, denn jedes kind geht ja in eine.
    was fehlt, sind lehrerstunden. mit so einfachen konzepten, wie daß beginnend mit dem 1. schuljahr (wichtig!) in jeder klasse die schlechtesten 20% der schüler in kleingruppen zusatzunterricht bekommen, wäre schon enorm geholfen.
    dafür wird aber kein geld locker gemacht. ja, es wäre auch sauteuer.

    Wer als Schüler bereit/willig ist, Leistung zu erbringen, kann das auch.

    ich gebe nachhilfe und sehe das anders. die schüler, die zu uns kommen, sind fleißig, keine frage. allerdings sind sie nicht mehr neugierig!

    PISA liegt sicherlich nicht an fehlenden subventionen, vielmehr an falschen Schulsystemen.

    bessere systeme würden auch mehr geld kosten. wir sind echt ein wenig zu sparsam mit der schulausbildung.



  • Daniel E. schrieb:

    Eine Oper ist ein klassisches Oberschichtenvergnügen.

    Ich gehe als nicht-oberschicht-angehöriger auch in die oper. auch triffst du dort viele jugendliche (die nicht mit irgendner schulklasse dort sind). Ich hab jettz noch keine Umfrage dort gemacht ob wer Müllmann ist. Offenbar ist diese kulturelle Entwicklung an dir vorbeigegangen.

    Er hat ja, da er weniger Steuern abführt, auch mehr Geld und kann selbst entscheiden

    falsch.

    Diese Entscheidung entziehst Du ihm

    falsch.

    der will bestimmt auch mal in die Oper".

    falsch. Ich unterstelle ihm aber, dass er als Teil von Deutschland einen Teil zu dieser Kultur beitragen soll/muss, in der er lebt.

    Die Leute, die gerade keine Sozialleistungen vom Staat mehr bekommen und ein mittleres Einkommen haben, sind die letzten, die wirklich Geld an den Staat abführen und weniger Leistungen dafür entgegennehmen.

    ?

    "Die Oberschicht" zahlt zwar deutlich mehr Steuern, nützt aber auch viel mehr Leistungen des Staates, die von allen bezahlt werden

    abgesehen davon dass sie deutlich mehr steuern zahlen, wie du zugibst, ist der quotient Leistung/gezahlte Steuern definitiv nicht höher, eher niedriger. Auch die Unterschicht besucht z.b. Schulen, nutzt Infrastruktur, etc, die "Basis" hat also jeder, das was darüber hinausgeht erhöht nicht den o.g. quotienten.

    Studium wird hauptsächlich von höheren sozialen Schichten beanstrucht

    jo die bösen sozialen Oberschichten lassen die anderen net Studiern 🙄 .

    Es ist, dank absolut undurchschaubarer Umverteilungsbürokratie überhaupt nicht mehr klar, wer wem was bezahlt

    für dich undurchschaubar != undurchschaubar.

    aber der Verdacht, daß die Reichen mehr Leistungen konsumieren, als sie bezahlen, und die Armen mehr bezahlen, als sie Leistungen konsumieren, ist nicht aus der Luft gegriffen, sondern belegt.

    quelle?

    Pardon, zahlt er anteilsmäßig dem Arzt seinen Opernbesuch, oder zahlt er nicht?

    willst du wirklich jede Leistung ins verhältnis zum Einkommen setzen? wär ja noch schöner 🙄 .
    Du willst mir aber doch nicht weiß machen, dass ein Opernbesuch, der 10€ kostet (inkl. fahrtkosten, ohne Opernbesuch wären die Fahrtkosten höher) von keinem Unterschichtler empfangen werden kann.

    Ich frage mich, warum man das in einem Forum, wo hauptsächlich Informatiker rumhängen, noch extra erklären muß.

    bin kein informatiker 🙂 .

    Außerdem nehmen ja derzeit viele Unterschichtler das klassische Oberschichtenprogramm nicht in Anspruch. Was lernen wir daraus? Nix, wie üblich.

    was zählst du neben der Oper zum klassischen Oberschitenprogramm?
    Du solltest au0ßerdem lernen Schjichten und Bildung zu differenzieren.

    MfG



  • volkard schrieb:

    mit so einfachen konzepten, wie daß beginnend mit dem 1. schuljahr (wichtig!) in jeder klasse die schlechtesten 20% der schüler in kleingruppen zusatzunterricht bekommen, wäre schon enorm geholfen.
    dafür wird aber kein geld locker gemacht. ja, es wäre auch sauteuer.

    von meiner schwester weiß ich: solchen Zusatzunterricht (auch förderunterricht) gibt es bereits ab der 1. klasse bis zur 4., wo dann eh aufgeteilt wird.

    ich gebe nachhilfe und sehe das anders. die schüler, die zu uns kommen, sind fleißig, keine frage. allerdings sind sie nicht mehr neugierig!

    ich gebe auch nachhilfe und sehe das anders. die schüler, die zu mir kommen, sind faul. erst wenn es kurz vor ner klausur ist, kriegen die ihrn arsch aufn stuhl. dann ists aber zu spät.

    bessere systeme würden auch mehr geld kosten. wir sind echt ein wenig zu sparsam mit der schulausbildung.

    Warum sollten bessere systeme mehr geld kosten? Man könnte mit der gleichen Stundenzahl easy bessere systeme erreichen 🙂 .



  • sonstjemand schrieb:

    Du kannst ja auch nicht kommen und sagen: "So. Ich zahl jetzt weniger Steuern. Autobahnen und Flughafen nutze ich nämlich gar nicht. Außerdem gehe ich nicht in die Oper. Ich reise auch nicht nach Indien also braucht Deutschland auch keine Botschaft dort. Oh, deswegen weniger Steuern zahlen geht ja gar nicht. Sauerei!"

    Das ist der Unterschied zwischen Gebühr und Steuer. Steuern zahlt man Zweckungebunden. Gebühren sind zweckgebunden (z.B. die Autobahnmout)

    Schön wie sich die Leute hier an den Opern aufhalten, scheint ja echt wichtig zu sein. Aber mal eherlich wieviel Geld geht schon an die?



  • Black Shadow schrieb:

    was zählst du neben der Oper zum klassischen Oberschitenprogramm? Du solltest au0ßerdem lernen Schjichten und Bildung zu differenzieren.

    ich kenne keine operngänger. aber die theatergänger, die ich kenne, sind in meinem bekanntenkreis alle dümmer als die kinogänger.



  • imhotep schrieb:

    Schön wie sich die Leute hier an den Opern aufhalten, scheint ja echt wichtig zu sein. Aber mal eherlich wieviel Geld geht schon an die?

    1/3 der Kosten werden durch den Kartenverkauf gedeckt.
    d.h. ein "normaler" platz wird mit 20€ subventioniert, wenn er 10€ kostet, ein Luxusplatz u.U. mit 100€.



  • volkardus schrieb:

    Black Shadow schrieb:

    was zählst du neben der Oper zum klassischen Oberschitenprogramm? Du solltest au0ßerdem lernen Schjichten und Bildung zu differenzieren.

    ich kenne keine operngänger. aber die theatergänger, die ich kenne, sind in meinem bekanntenkreis alle dümmer als die kinogänger.

    was meinst du mit dümmer? Intelligenz, Wissen, Ausbildung...?



  • [quote="Black Shadow"]von meiner schwester weiß ich: solchen Zusatzunterricht (auch förderunterricht) gibt es bereits ab der 1. klasse bis zur 4., wo dann eh aufgeteilt wird.[quote]
    ja. nicht in jeder schule. und nicht verpflichtend für die schüler.
    ich war mal im 5. schuljahr in nem legastheiker-kurs. war aber nicht in kleingruppen. und nur einmal die woche. ich hätte gerne täglich ne stunde und in gruppen zu drei schülern.

    ich gebe auch nachhilfe und sehe das anders. die schüler, die zu mir kommen, sind faul. erst wenn es kurz vor ner klausur ist, kriegen die ihrn ***** aufn stuhl. dann ists aber zu spät.

    ok. andere schüler. oder anderte fächer? ich geb eigentlich nur mathe, 8. bis 13. schuljahr.

    Warum sollten bessere systeme mehr geld kosten? Man könnte mit der gleichen Stundenzahl easy bessere systeme erreichen 🙂 .

    wie?



  • Black Shadow schrieb:

    was meinst du mit dümmer? Intelligenz, Wissen, Ausbildung...?

    die fähigkeit, einfache zusammenhänge zu begreifen. fängt beim dreisatz an, geht über kernphysik bis zu aussagen über steuergerechtigkeit.



  • @ volkard: jo, der förderunterricht ist wöchentlich und nicht in kleingruppen. die schüler werden zwar nicht gezwungen, den zu besuchen, abner dazu aufgefordert. fast alle gehen dem nach.
    ich gebe nachhilfeunterricht in Mathe, hatte gegeben in Latein. aber schau, da kommt der schüler und sagt, er versteht den stoff nicht. fragt man ihn, ob er bei verständnisproblemen den lehrerfragt, kriegste nein als antwort. fragste, ob er immer die hausaufgaben macht (oder zumindest versucht), sagt er auch nein.
    ich denke, die schüler könnten sich gut mit dem jetzigen system bilden. nur hat keiner lust was zu pauken. es herrscht irgendwie eine Öde, eine triste Bewegungslosigkeit gegenüber Lernstoff.
    Zum Schulsystem: bei uns war mal ein schwedischer Lehrer, der hat über das schwedische system referiert. war aber scho paar jahre her, ich werde mich bei gelegenheit näher damit befassen.
    Die Erfahrung, dass Theatergänger/Kinogänger sich in diesen von dir genannten Bereichen unterscheiden, habe ich gegenteilig gemacht.
    Ein Theater/eine oper soll ja nicht unterhalten, eine Kino schon. beim theater muss ich aufpassen (kommt natürlcih auf das theater an). damit ich es wirklcih verstehe brauch ich gesellschaftswissenschaftliches, geisteswissenschaftliches und geschichtliches hintergrundwissen. beim kino muss ich die fähigkeit haben mich mit irgend nem geklauten gequarke, das mit einer anderen Heldenstory aufgezogen ist, berieseln zu lassen (was ab und zu auch gut tut :))



  • Black Shadow schrieb:

    Er hat ja, da er weniger Steuern abführt, auch mehr Geld und kann selbst entscheiden

    falsch.

    Du mußt schon sagen, was falsch ist, sonst ist das nicht so überzeugend. Wenn Du glaubst, daß er weniger Steuern abführen müßte, dann glaube ich das übrigens auch. Der Staat ist ein Leviatan und gibt keine Einnahmequelle jemals wieder her. Das war mehr mit <in an ideal world>-Tags zu lesen.

    Diese Entscheidung entziehst Du ihm

    falsch.

    Doch. Wahlfreiheit haben bei dir nur die Reichen. Es ist ja auch nicht schlimm, daß Reiche Vorteile haben -- wozu sind sie denn reich? -- aber Schlechterverdienende systematisch zu benachteiligen (unter dem Deckmäntelchen des Sozialstaats) ist eher nicht nett.

    der will bestimmt auch mal in die Oper".

    falsch. Ich unterstelle ihm aber, dass er als Teil von Deutschland einen Teil zu dieser Kultur beitragen soll/muss, in der er lebt.

    Wenn dir so viel an dieser Kultur hängt, dann bist Du ja sicher auch bereit, mehr dafür zu zahlen. Mir ist das jedenfalls ziemlich schnurz, ich sehe nicht ein, daß ich Geld für absolut überflüssige Späße ausgeben und keine Gegenleistungen dafür bekommen sollte. Wohlgemerkt: es geht hier nicht um Arbeitslosenhilfe oder sowas, sonder darum, daß JEDER DEIN Privatvergnügen bezahlt. Kein Wunder, daß Du so argumentierst, wie Du argumentierst, schließlich willst Du weiterhin in die Oper.

    Die Leute, die gerade keine Sozialleistungen vom Staat mehr bekommen und ein mittleres Einkommen haben, sind die letzten, die wirklich Geld an den Staat abführen und weniger Leistungen dafür entgegennehmen.

    ?

    Der Satz ist gar nicht so kompliziert.

    "Die Oberschicht" zahlt zwar deutlich mehr Steuern, nützt aber auch viel mehr Leistungen des Staates, die von allen bezahlt werden

    abgesehen davon dass sie deutlich mehr steuern zahlen, wie du zugibst, ist der quotient Leistung/gezahlte Steuern definitiv nicht höher, eher niedriger. Auch die Unterschicht besucht z.b. Schulen, nutzt Infrastruktur, etc, die "Basis" hat also jeder, das was darüber hinausgeht erhöht nicht den o.g. quotienten.

    Siehe unten. Deine Privatsoziologie kannst Du dir sparen.

    Studium wird hauptsächlich von höheren sozialen Schichten beanstrucht

    jo die bösen sozialen Oberschichten lassen die anderen net Studiern 🙄 .

    Es gibt fast(?) kein OECD-Land, wo das soziale Gefälle bei Hochschulabsolventen besser mit dem Sozialstatus der Eltern korrelliert. Was lernen wir daraus? Nix, wie üblich.

    [

    Es ist, dank absolut undurchschaubarer Umverteilungsbürokratie überhaupt nicht mehr klar, wer wem was bezahlt

    für dich undurchschaubar != undurchschaubar.

    So? Wie viel Geld zahlt denn ein Facharbeiter jährlich dafür, daß seine Sicherheit gewährleistet wird? Wieviel zahlt er für das Benutzen von Autobahnen? An welches Ministerium muß ich mich da wenden, wenn ich das herausfinden will?

    aber der Verdacht, daß die Reichen mehr Leistungen konsumieren, als sie bezahlen, und die Armen mehr bezahlen, als sie Leistungen konsumieren, ist nicht aus der Luft gegriffen, sondern belegt.

    quelle?

    Ist dein google kaputt? http://www.gkpn.de/blankert.pdf zB.

    Pardon, zahlt er anteilsmäßig dem Arzt seinen Opernbesuch, oder zahlt er nicht?

    willst du wirklich jede Leistung ins verhältnis zum Einkommen setzen? wär ja noch schöner

    Du weichst aus. Subventioniert jemand, der nicht in die Oper geht, dem Arzt sein Privatvergnügen? Wieso subventioniert nicht der Arzt Rockkonzerte oder Kinovorstellungen?

    Du willst mir aber doch nicht weiß machen, dass ein Opernbesuch, der 10€ kostet (inkl. fahrtkosten, ohne Opernbesuch wären die Fahrtkosten höher) von keinem Unterschichtler empfangen werden kann.

    Nein, das will ich in der Tat nicht. Bist Du dir ganz sicher, daß Du meinen Beitrag gelesen und verstanden hast?

    bin kein informatiker

    Persönlich halte ich Physiker nicht für so viel doofer als Informatiker, wenn's dir recht ist.

    Außerdem nehmen ja derzeit viele Unterschichtler das klassische Oberschichtenprogramm nicht in Anspruch.

    was zählst du neben der Oper zum klassischen Oberschitenprogramm?

    Studium, Kulturveranstaltungen, extensive Nutzung der Infrastruktur usw.

    Du solltest au0ßerdem lernen Schjichten und Bildung zu differenzieren.

    Ach ja, sicher, sollte ich. Der Begriff der Gesellschaftsschicht ist steinalt und tausend mal umdefiniert (hey, sogar Marx hat ihn umdefiniert), so daß jeder etwas darunter verstehen kann, was er möchte. Sozialstrukturen beinhalten aber idR immer auch Bildung als wesentliche Komponente.



  • Es gibt fast(?) kein OECD-Land, wo das soziale Gefälle bei Hochschulabsolventen besser mit dem Sozialstatus der Eltern korrelliert. Was lernen wir daraus? Nix, wie üblich.

    genau, nix, correllation doesnt imply causation.
    wodurch werden denn aermere am studieren gehindert? hochstens durch die gehirnwaesche ihrer eltern.

    zum thema gez: ich will mir nicht anmassen zu entscheiden, ob diese art grundversorgung noetig ist oder nicht, das ueberlasse ich dem staat.
    aber wieso dieser absolut schwachsinnige weg gegangen wird, will sich mir nicht erschliessen. ich finde man sollte das einfach ueber die steuern abdecken. jeder zahlt 1% mehr oder was immer fuer eine nummer da passend ist und gut is. wenn jeder das gleiche zahlt, ist das unsozial.
    dass das an den geraeten festzumachen schwachsinn ist, denke ich, muss ich nicht weiter kommentieren.



  • PeterTheMaster schrieb:

    genau, nix, correllation doesnt imply causation.
    wodurch werden denn aermere am studieren gehindert? hochstens durch die gehirnwaesche ihrer eltern.

    genau, das ist bestimmt zufall. 🙄



  • imhotep schrieb:

    Schön wie sich die Leute hier an den Opern aufhalten, scheint ja echt wichtig zu sein. Aber mal eherlich wieviel Geld geht schon an die?

    Es geht mehr Geld an Theater und opern als an die Raumfahrt!

    Und dabei ist die Raumfahrt gerade beim Volk als riesen großer Geldfresser verschrieen.

    Aber an die Opern, da denkt meist keiner.

    PS: Ich halte die Raumfahrt für wichtiger als Opern, da bei dieser jeder etwas davon hat.
    Sei es nur das GPS fähige Handy, die Wettervorhersage oder der Stadtplan.



  • Black Shadow schrieb:

    @ volkard: jo, der förderunterricht ist wöchentlich und nicht in kleingruppen. die schüler werden zwar nicht gezwungen, den zu besuchen, abner dazu aufgefordert. fast alle gehen dem nach.
    ich gebe nachhilfeunterricht in Mathe, hatte gegeben in Latein. aber schau, da kommt der schüler und sagt, er versteht den stoff nicht. fragt man ihn, ob er bei verständnisproblemen den lehrerfragt, kriegste nein als antwort. fragste, ob er immer die hausaufgaben macht (oder zumindest versucht), sagt er auch nein.
    ich denke, die schüler könnten sich gut mit dem jetzigen system bilden. nur hat keiner lust was zu pauken. es herrscht irgendwie eine Öde, eine triste Bewegungslosigkeit gegenüber Lernstoff.

    Es fehlt an der neugier und der Motivation.

    Mal ehrlich, der Physikunterricht ist z.b. stinklangweilig.
    Es wird schon alles vom Lehrer erklärt, selber darf man nichts neues entdecken.

    Selbst praktische Versuche wie z.B. das Beispiel mit dem Wagen, der an einer Schnur befestigt ist, an dem ein Gewicht hängt, welches den Wagen durch die Gewichtskraft anzieht wird einem gesagt, das man nur
    die Zeit und den Ort abmessen soll.

    Aber selber darauf einem kommen lassen ist nicht.
    Das wäre viel spannender.

    Ein Theater/eine oper soll ja nicht unterhalten, eine Kino schon. beim theater muss ich aufpassen (kommt natürlcih auf das theater an). damit ich es wirklcih verstehe brauch ich gesellschaftswissenschaftliches, geisteswissenschaftliches und geschichtliches hintergrundwissen.

    Das hängt doch ganz vom Film/Theaterstück ab.

    Jim Knopf und seine Freunde (oder wie das nochmal hieß) ist ein Theaterstück das nur den Zweck der Unterhaltung erfüllt.

    Bei dem Kinofilm "2001 - Odysee im Weltraum" muß man nachdenken.



  • @daniel: Deine Aussagen widersprechen sich. leider fehlt mir der Ansporn durch Fakten deine Meinung zu widerlegen, da ich hier offensichtlich auf Granit beiße. Ich denke, wenn du willst kannst du mich verstehen. Das genügt mir vollkommen. Welchen Stellenwert Kultur für jeden individuell einnimmt, muss natürlcih jeder für sich entscheiden. Hätte ich hier deine Prioritäten, würde ich genauso argumentieren.
    wie PeterTheMaster schon richtig sagte: Woran werden arme am Studieren gehindert?
    Eben. Es gibt kein finanzielles Hinderniss. Dass die Armen weniger studieren, ist also nicht dem Reichen vorzuwerfen. Würden aber die Unis nicht so subventioniert, könnte kein Armer studieren. Du als Informatiker müsstest das doch verstehen.
    Zu mir: Ich bin auch nicht Physiker, sondern studiere Musik mit einer künstlerischen Ausbildung zum Gitarristen. Ich profitiere sehr von Subventionen: An meiner Hochschule fallen auf ca. 800 Studenten ca. 300 Professoren/dozenten. Bei meinem Professor hab ich wöchentlich 1.5 Stunden einzelunterricht. Bei weiteren Dozenten habe ich in kleinen Gruppen oder Einzeln anderen Unterricht. Dies ist nur durch hohe Subventionen tragbar. Einkommensschwache hätten diese Möglichkeit nicht, wenn es diese nicht gäbe. Die Subventionen bieten also jedem die Möglichkeit, alles zu tun. Gerade der kulturelle Aspekt ist in der heutigen Gesellschaft, die durch Globalisierung und durch Medien, die nur auf Einschaltquoten aus sind, sehr wichtig geworden.

    @nagutschi: Ausnahmen bestätigen die Regel. In Gesprächen mit Dramaturgen und Intendanten wurde mir sehr deutlich, wie sehr diese darauf beharren, dass gerade Theater und Oper eben NICHT auf Unterhaltung aus sind. Und nachdenken kann ich überall. Da würden sich 1000e dinge besser eignen als Filme. Aber natürlcih gibt es auch hier ausnahmen, ganz klar.

    @natuscha: meinst du das ernst mit der Raumfahrt? Vom Handy profitiert nicht jeder. Ich habe z.b. kein Handy. viele arme auch nicht. ok, wettervorhersagen und stadtpläne sind schön. Aber wie viel % machen die von der Raumfahrt aus? es bringt mir eigentlich nix wenn der mensch aufn mond/mars geht oder mit sonden irgendwelche ferne Monde erforscht. Zumindest nicht mehr wie Kulturelle Programme einem kulturell desinteressierten bringen würde.
    Ich persönlich bin den Raumfahrtssubventionen als jemand, der die Erforschung fremder Welten bewundert, dankbar 🙂 .


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