Stolz?



  • Es gab hier mal einen Thread über Sinn und Unsinn von Patriotismus. Viele waren, wie ich, der Ansicht, dass es keinen Sinn macht, Stolz auf sein Land zu sein, weil es nichts ist, dass man selbst geleistet hat, oder so.

    Aber was ist mit Stolz auf seine eigenen Leistungen? Macht das mehr Sinn? Wenn man etwas leistet liegt das doch nur an Genen, Erziehung, Ernährung, wo man aufgewachsen ist, etc. Ob alles berechenbar ist hängt doch nur davon ab, ob es wahren Zufall gibt. IMHO kan niemand was dafür, wer er ist oder was er tut. Wie seht ihr das?



  • es ist nutzlos, jegliche verantwortung von sich zu schieben. also dieses geplärre von wegen meine erziehung ist dran schuld, daß ich jetzt gewaltverbrecher bin. wenn man ins gefängnis kommen kann, wenn man was falsch macht, dann isses nur fair, daß man sich freuen darf, wenn man was richtig macht.

    insofern kann man auch ein wenig stolz fühlen, trotz der untergangsstimmung in diesem unserem land geblieben zu sein. aber nur ganz ein bißchen, in wirklichkeit geht's den anderen ja gar nicht besser.



  • volkard schrieb:

    aber nur ganz ein bißchen, in wirklichkeit geht's den anderen ja gar nicht besser.

    Jehova, Jehova!



  • *steinwerf*



  • Wer war das?



  • volkard schrieb:

    es ist nutzlos, jegliche verantwortung von sich zu schieben. also dieses geplärre von wegen meine erziehung ist dran schuld, daß ich jetzt gewaltverbrecher bin. ..

    wenn die gewalltverbrecherlaufbahn schon während der erziehung anfängt, könnte man schon schuld auf diese schieben. Auch wenn später im leben sowas passiert ist die erziehung bestimmt _teilweise_ mit daran schuld. Aber alle verantwortung deshalb von sich zu schieben ist falsch, genauso wie nur den grund bei der erziehung/genen/was weiß ich dieser person zu suchen. Die wahrheit liegt immer irgendwo in der mittte. Was aber nicht heißt, dass ich jemanden der aus schlechteren verhältnissen kommt weniger oder mehr bestrafen würde.

    Meine meinung:
    Der Mensch hat einen freien willen haben, aber manchmal sind die freiheitsgrade des freien willens eingeschränkt.
    Und menschen die es geschaft haben die freiheitsgrade ihren willens zu nutzen und auszubauen, können auch stolz auf sich sein.

    is bestimmt alles falsch was ich sage. also macht euch keine mühe es nieder zu machen 😉



  • the_alien schrieb:

    Wer war das?

    ^
    Sie wars, Sie wars.^ ~Er wars; er wars~



  • xroads42 schrieb:

    Meine meinung:
    Der Mensch hat einen freien willen haben, aber manchmal sind die freiheitsgrade des freien willens eingeschränkt.
    Und menschen die es geschaft haben die freiheitsgrade ihren willens zu nutzen und auszubauen, können auch stolz auf sich sein.

    Woher kommt denn der Wille? Hat man sich vor der Geburt eine Persönlichkeit ausgesucht? Wenn ja, wer hat sich die ausgesucht, wenn man noch keine hatte? 😕

    xroads42 schrieb:

    is bestimmt alles falsch was ich sage. also macht euch keine mühe es nieder zu machen 😉

    Leck mich, wozu mach ich denn den Thread? (Genau, um dich nieder zu machen. :D)

    Ich bin keineswegs der Meinung, dass man keine Verantwortung für seine Taten übernehmen müssen sollte. Man ist zwar nicht Schuld daran, wer man ist aber wer nicht Bestraft wird ändert sich ja nicht. :o



  • xroads42 schrieb:

    is bestimmt alles falsch was ich sage. also macht euch keine mühe es nieder zu machen 😉

    Nö, stimmt schon. Der Raum des freien willens ist aber stärker beschränkt als man zunächst glaubt. Er bewegt sich nämlich zum grössten Teil in fest (durch erziehung) verankerten Grenzen die sich - wenn überhaupt - nur schwer verschieben lassen.

    So wird man z.B. bei einem Einsiedler kaum erfolg damit haben, die sozialen Konsequenzen aufzuzeigen. Anders bei einem Menschen der eher in der Masse aufgezogen wurde und darauf getrimmt wurde sich anzupassen...



  • Ist hier etwa Weibsvolk anwesend?



  • Sicher kann man Stolz auf seine eigenen Leistungen sein, denn nicht jeder kann sich dazu ueberwinden, sein Potential zu nutzen. Die Gene bilden zwar eine Basis, aber ich kenne genug Beispiele fuer Geschwister die so verschieden sind, dass die eigentlich keine gemeinsamen Gene haben koennen. Und bei denen war ja Genpool und Erziehung nahezu identisch.

    Stolz auf ein Ergebnis/eine Leistung zu sein ist etwas ganz natuerliches, denn es ist der Abschluss eines Lerneffekts. Mit dem Gefuehl von Stolz bestaetigen wir, dass wir unsere Leistungen gehalten oder gebessert haben. Das ist aehnlich wie Trauer bei Niederlagen ein ganz wichtiger Punkt bei der Bildung und Schulung unseres Selbstbewusstseins. Wuerden wir kein Gluecksgefuehl durch Stolz erhalten, wuerden wir uns nicht weiter voran treiben (zumindest nicht aus emotionellen Gruenden, die rationelle Seite ist AUSGEBLENDET). Und Niederlagen wuerden uns nicht stoeren, wir wuerden also unser Streben nach Verbesserung und damit nach Fortschritt aufgeben.



  • ursel schrieb:

    Woher kommt denn der Wille?

    Aus der - durch Erziehung oder so - beigebrachten Werte und dem Drang nach diesen Werten zu leben. Dazu kommt noch ne Prise Instinkt... Ausserdem bin ich davon überzeugt, das die grundlage des neuronalen netzes bzw. dessen erste Einflüsse (die nicht durch Erziehung stattfinden können) einen starken Einfluss auf die weitere Entwicklung und Charakter haben.



  • ursel schrieb:

    xroads42 schrieb:

    Meine meinung:
    Der Mensch hat einen freien willen haben, aber manchmal sind die freiheitsgrade des freien willens eingeschränkt.
    Und menschen die es geschaft haben die freiheitsgrade ihren willens zu nutzen und auszubauen, können auch stolz auf sich sein.

    Woher kommt denn der Wille? Hat man sich vor der Geburt eine Persönlichkeit ausgesucht? Wenn ja, wer hat sich die ausgesucht, wenn man noch keine hatte? 😕

    hm. ich würde sagen, das der wille allein angeboren ist. Sozusagen in der natur des menschen liegt. Aber die möglichkeiten ihn zu nutzen hängt halt von mehr faktoren ab.
    edit: zum beispiel davon, ob ein "stärkeres" induvidium in der nähe auch seinen freien willen durchsetzten möchte. dann ist der eigene freie wille erstmal eingeschränkt.

    Interssant ist auch das thema zufall in diesen zusammenhang. Gäbe es keinen, währe das leben, universum und der ganze rest vorherbestimmt. und somit auch keinen freien willen.
    siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Zufall#Zufall_und_freier_Wille
    http://de.wikipedia.org/wiki/Freier_Wille

    interssantes thema das.

    ursel schrieb:

    Man ist zwar nicht Schuld daran, wer man ist aber wer nicht Bestraft wird ändert sich ja nicht. :o

    Und was ist wenn "hervorbestimmt" ist, dass eine bestrafung diese person noch viel mehr gewallt hervorbringen läßt?



  • Nicht doch... und als nächstes kommt noch die Theorie, das man ja, gäbe es keinen Zufall, dann auch jeden Mörder freisprechen müsste, da es ja seine Bestimmung war zu morden?

    Bitte nicht.



  • überdies hat jeder die aufgabe, die erziehungsfehler, die an ihm passiert sind, wieder zu heilen. den wechsel des standpunktes von "der war's" auf "ich hab's versäumt" nennt man glaub ich "erwachsenwerden".



  • xroads42 schrieb:

    Und was ist wenn "hervorbestimmt" ist, dass eine bestrafung diese person noch viel mehr gewallt hervorbringen läßt?

    Frag mal die Amis (o;

    Aber im Ernst: Es gibt gewisse Normen die die Basis für das Gros der Gesellschaft bilden. Wer davon Abweicht sollte bestraft werden, denn er gefährdet und destabilisiert die Gesellschaft und deren Prinzip.



  • xroads42 schrieb:

    Sie wars, Sie wars. Er wars; er wars

    Ist hier etwa Weibsvolk anwesend???



  • @volkard: richtig... Aber diese Erziehungsfehler müssen erst mal als anerkannt gelten. Sonst wird da auch nichts korrigiert.



  • volkard schrieb:

    überdies hat jeder die aufgabe, die erziehungsfehler, die an ihm passiert sind, wieder zu heilen. den wechsel des standpunktes von "der war's" auf "ich hab's versäumt" nennt man glaub ich "erwachsenwerden".

    Du machst dir die welt zu einfach.
    Was ist wenn diese erziehungfehler in eine psychose/neurose führen? Klar, die _kann_ man auch heilen. Aber das schafft man für gewöhnlich nich alleine.



  • junix schrieb:

    Nicht doch... und als nächstes kommt noch die Theorie, das man ja, gäbe es keinen Zufall, dann auch jeden Mörder freisprechen müsste, da es ja seine Bestimmung war zu morden?

    Bitte nicht.

    keine sorge. Ich finde diese theorien interssant, sehe sie aber als bestes beispiel an, dass es zufall und freien willen gibt. Wäre ja noch "schöner" wenn dem wirklich so währe 🙂
    Sich mit sowas zu beschäftigen heißt ja nicht, dass man es für richtig oder wahr hält.


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