[Politik]Links/Rechts <- macht die Einteilung irgentwie auch nur im Geringsten Sinn?
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Soweit ich weiß leugnen die Nazis den Holocaust. Sie wollen das also auch nicht mehr. (Halt ähnlich wie der Gulag)
Das Prob der Rechten ist nur das sie den Krieg verloren haben...
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Auch wenn es den Leuten nicht so gefällt: das Wirtschaftsprogramm und Gesellschaftsprogramm der Rechten ist zutiefst sozialistisch.
klar. die haben das programm ja auch geklaut, um wähler anzulocken...
Union-Fan schrieb:
Inwiefern läßt sich das für die kommunistischen Gulags sagen? Wird dort niemand ausgebeutet? Oder warum sind/waren die Parteimitglieder in sozialistischen Ländern den restlichen Bürgern gegenüber bevorzugt(z.b. Studienplatz in der DDR)?
Union-Fan
Der freundliche Konservative
Sehr geehrter Herr Fan,
es müsste gerade Ihnen am Herzen liegen, nicht die Extreme einer politischen Richtung mit der Gemäßigten derselben zu verwechseln, wie es zu gleichermaßen mit links und rechts geschieht.
mfg blabla etc. pp.
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Marc++us schrieb:
Bashar schrieb:
Linke Politik bedeutet im Kern, soweit ich es verstehe, die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen, zu beenden.
Hat jemand was ähnlich griffiges für rechte Politik? Mir scheint Konservativismus, Rückwärtsgerichtetheit und Nationalismus sind im Kern ein bisschen wenig.Tja nun. Der Nationalsozialismus hat eben keine werbewirksame Schlagworte mehr, da er "verbrannt" ist.
Ich meinte rechts im Allgemeinen, nicht speziell nationalsozialistisch.
Hm. Könnte auch das Wahlprogramm der PDS sein.
Das kommt durch das gemeinsame "S" im Namen. (Jetzt mal ohne irgendeinen Vergleich vorzunehmen, aber dass zwei "sozialistische" Parteien teilweise ähnlich lautende Programme haben, dürfte nicht verwundern.)
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Bashar schrieb:
Die eigentliche Frage hier scheint aber zu sein, wieso du links mit Gulags und Ungleichbehandlung in der DDR gleichsetzt.
Das oben Genannte ist offensichtlich eine Facette der Politik des linken Spektrums. Dementsprechend kann man nicht sagen, dass es der Kern der Linken ist, sich gegen "die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen" einzusetzen. Kern Linker Ideologien ist dagegen Umverteilung auf einzelne, teils aus recht abstrußen Gründen gewählte Gruppierungen, sprich Etatismus. Das ist der Kern der linken Realpolitik. Das Ende "der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen" ist nur eines der Argumente,ein Vorwand, um diese Umverteilung zu begründen.
Union-Fan
Der freundliche Konservative
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mir erklärte mal jemand, dass der grundlegende unterschied zwischen links und rechts im menschenbild liegt (eine interessante interpretation):
linke gehen von einem menschen aus, der zum großteil durch die kultur geprägt wird (sozialisierung, erziehung, persönlichkeitsentwicklung, entscheidung), rechte gehen davon aus, dass der großteil eines menschen durch die natur festgelegt ist (gene, verhalten, sozialdarwinismus, triebe)
[abgesehen davon, dass wir ja wissen, dass die bezeichnung links und rechts aus der französischen revolution kommt]
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gredser schrieb:
Das Prob der Rechten ist nur das sie den Krieg verloren haben...
naja, das kann man auch differenzierter sehen. warum hat england plötzlich aufgehört die resistance zu unterstützen? doch auch nur, weil die kommunistisch war und das ende des krieges abzusehen war. und frankreich ist nach kriegs"ende" ja auch sofort in algerien einmarschiert. tja..
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Das die Links/Rechts Unterteilung veraltet ist, sieht man wirklich wunderbar an der NSDAP. Die NSDAP war keine klassisch Rechte Partei, da sie zwar Nationale Interessen verfolte, aber eben auch Sozialistische Ideen übernommen hatte. Rechts war die DNVP und andere Kaiser treuen.
Rassismus und Antisemitismus ist ja auch keine Eigenschaft die man nur bei "rechten" findet. In der SU gab es ja auch Judenpogrome und Diskriminierung der nicht russischen Völker.
Gleichheit aller Menschen hängt eben davon ab, wen man als Mensch ansieht.
Ich finde es merkwürdig, dass in DE Links von vielen Menschen und besonders Jugendlichen als per Definition "gut" angesehen wird.
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das liegt imo aber vielmehr daran, dass die sozialisten nicht von sich aus links sind (aber sich viele leute aus den von dir genannten gründen gerne links nennen) - "arbeit macht frei" kommt ja nicht von ungefähr. streng genommen sind die nationalsozialisten dann aber keine mehr, weil sie nur dieselben forderungen hatten.
wikipedia/Sozialismus schrieb:
Der Sozialismus kann mit dem Schlagwort „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seiner Leistung“ beschrieben werden
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Bashar schrieb:
Das kommt durch das gemeinsame "S" im Namen. (Jetzt mal ohne irgendeinen Vergleich vorzunehmen, aber dass zwei "sozialistische" Parteien teilweise ähnlich lautende Programme haben, dürfte nicht verwundern.)
Stimmt. Die CSU überholt die SPD zur Zeit ja auch "links".
Wirtschaftspolitisch kann man von links zur Zeit wohl aufreihen:
PDS, CSU, SPD, Grüne, FDP, CDU
Gesellschaftspolitisch (Sicherheit, Staatsbild) von links nach rechts:
PDS, Grüne, SPD, FDP, CDU, CSU
Man benötigt außer rechts und links noch eine weitere Dimension...
Das Wirtschaftsprogramm der NPD ist übrigens auch sozialistisch geprägt.
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Marc++us schrieb:
Man benötigt außer rechts und links noch eine weitere Dimension...
Das Wirtschaftsprogramm der NPD ist übrigens auch sozialistisch geprägt.
hm gehört das irgendwie zusammen oder ist der zweite satz eigenständig (was der abstand dazwischen vermuten lässt) ?
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Das ist so eine Art "P.S.:" - also ein eigenständiger Nachsatz.
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Marc++us schrieb:
Warte mal... das sind Forderungen aus dem Parteiprogramm der NSDAP:
*1. Wir fordern den Zusammenschluß aller Deutschen auf Grund des Selbstbestimmungsrechtes der Völker zu einem Groß-Deutschland.
2. Wir fordern die Gleichberechtigung des deutschen Volkes gegenüber den andere Nationen, Aufhebung der Friedensverträge von Versailles und St Germain.
3. Wir fordern Land und Boden (Kolonien) zur Ernährung unseres Volkes und Ansiedlung unseres Bevölkerungsüberschusses.
4. Staatsbürger kann nur sein, wer Volksgenosse ist. Volksgenosse kann nur sein, wer deutschen Blutes ist, ohne Rücksichtnahme auf Konfession. Kein Jude kann daher Volksgenosse sein.
5. Wer nicht Staatsbürger ist, soll nur als Gast in Deutschland leben können und muß unter Fremdengesetzgebung stehen.
8. Jede weitere Einwanderung Nicht-Deutscher ist zu verhindern. Wir fordern, daß alle Nicht-Deutschen, die seit dem 2. August 1914 in Deutschland eingewandert sind, sofort zum Verlassen des Reiches gezwungen werden.
23. Wir fordern den gesetzlichen Kampf gegen die bewußte politische Lüge und ihre Verbreitung durch die Presse. Um die Schaffung einer deutschen Presse zu ermöglichen, fordern wir, daß:
a. sämtliche Schriftleiter und Mitarbeiter von Zeitungen, die in deutscher Sprache erscheinen, Volksgenossen sein müssen,
b. nichtdeutsche Zeitungen zu ihrem Erscheinen der ausdrücklichen Genehmigung des Staates bedürfen. Sie dürfen nicht in deutscher Sprache gedruckt werden,
c. jede finanzielle Beteiligung an deutschen Zeitungen oder deren Beeinflussung durch Nicht-Deutsche gesetzlich verboten wird, und fordern als Strafe für Übertretungen die Schließung eines solchen Zeitungsbetriebes sowie die sofortige Ausweisung der daran beteiligten Nicht-Deutschen aus dem Reich.
Zeitungen, die gegen das Gemeinwohl verstoßen, sind zu verbieten. Wir fordern den gesetzlichen Kampf gegen eine Kunst und Literaturrichtung, die einen zersetzenden Einfluß auf unser Volksleben ausübt, und die Schließung von Veranstaltungen, die gegen vorstehende Forderungen verstoßen.
24.Wir fordern die Freiheit aller religiösen Bekenntnisse im Staat, soweit sie nicht dessen Bestand gefährden oder gegen das Sittlichkeits- und Moralgefühl der germanischen Rasse verstoßen.*
Jetzt weiß ich, wo Lafo und Gysi abschreiben. Kam mir gleich so bekannt vor.
Ahja. Wo sind die diesbzgl. Entsprechungen im Programm der Linkspartei(en)?
Immer wieder schön, wenn man nur das zitiert, was einem in den Kram passt.Davon abgesehen, was soll das für ein Argument sein? Ist die FDP eine Quasi-Nazipartei, weil auch Nazis den Schutz von Mutter und Kind fordern!?
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Jansen schrieb:
-NSDAP Parteiprogramm-
...
Ahja. Wo sind die diesbzgl. Entsprechungen im Programm der Linkspartei(en)?Es gibt sie nicht.
Anscheinend sind nur die Passagen über die Wirtschaftsprogramme gleich.
Das habe ich ja in einem benachbarten Beitrag gesagt... daß man Parteirichtungen zweidimensional machen müßte - einmal auf einer wirtschaftspolitischen Ebene und einmal auf einer gesellschaftspolitischen Ebene.
Offensichtlich sind klassische Linksparteien auf der wirtschaftspolitischen Ebene ziemlich deckungsgleich zu den Rechtsparteien.
Das ist das Schöne: wer den Sozialismus wegen seiner Ausrichtung ablehnt, muß konsequenterweise auch die Nazis ablehnen. So kann man sich heute auch als neue Mitte definieren: man kann weder mit Faschos noch mit Antifaschos was anfangen. Und wenn man so in der Mitte steht und sich die Feinde seiner Lebensweise ansieht, stellt man fest wie ähnlich sich die Brüder doch sind. Deswegen hassen sie sich auch so. Weil sie sich in ihrem Profil nicht wirklich abgrenzen können.
So ähnlich ist das auch mit den monotheistischen Religionen - sie sind sich so nahe, so ähnlich, und doch so fern, sie müssen sich einfach hassen.
Jansen schrieb:
Immer wieder schön, wenn man nur das zitiert, was einem in den Kram passt.
Normal, genau dafür kann man Zitate einsetzen. Partielle Herausstellung von Aussagen.
Jansen schrieb:
Davon abgesehen, was soll das für ein Argument sein?
Es wurde nach Grundzügen "rechtsextremer Politik" gefragt - und im Gegensatz zu linker Politik kamen da nur Aussagen in Richtung Führer, Auschwitz und Rassenlehre. Das wird zwar gerne so in den Vordergrund gestellt - der Wikipedia-Artikel ist hier ein schlechtes Beispiel, da er verschiedene Aspekte auf scheinbar gleichen Level stellt, übrigens genauso wie bei der Kapitalismus-Definition - aber verschleiert natürlich, daß es durchaus auch konkrete politische Ziele und Forderungen aus der rechten und rechtsextremen Ecke gibt.
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Marc++us schrieb:
Es wurde nach Grundzügen "rechtsextremer Politik" gefragt - und im Gegensatz zu linker Politik kamen da nur Aussagen in Richtung Führer, Auschwitz und Rassenlehre. Das wird zwar gerne so in den Vordergrund gestellt - der Wikipedia-Artikel ist hier ein schlechtes Beispiel, da er verschiedene Aspekte auf scheinbar gleichen Level stellt, übrigens genauso wie bei der Kapitalismus-Definition - aber verschleiert natürlich, daß es durchaus auch konkrete politische Ziele und Forderungen aus der rechten und rechtsextremen Ecke gibt.
das heißt, weil gewisse forderungen gleich sind, ist die ideologie dahinter dieselbe? es gibt einen unterschied zwischen linker und rechter globalisierungskritik. anderes beispiel: konservative christliche führer der usa wollen pornografische darstellungen verbieten und argumentieren auf der gleichen schiene wie radikale feministinnen (porNO kampagne etc.), anderes beispiel: die homosexuellenbewegung früher argumentierte wie homophobe konservative heute (pathologisiert, bemitleidend) - du willst mir klarmachen, dass diese gruppen, weil sie dasselbe fordern, gleioh sind?
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Union-Fan schrieb:
Das Ende "der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen" ist nur eines der Argumente,ein Vorwand, um diese Umverteilung zu begründen.
Reine Polemik.
kingruedi schrieb:
Ich finde es merkwürdig, dass in DE Links von vielen Menschen und besonders Jugendlichen als per Definition "gut" angesehen wird.
Das ist ja wohl eher ein Argument gegen "viele Menschen und besonders Jugendliche", als gegen Links.
Marc++us, von wann ist denn dieses Parteiprogramm? Es ist doch sicher nicht das, was 1932/33 aktuell war? Hitler wurde gegen Ende der Weimarer Republik von allen konservativen Parteien unterstützt, ich glaube nicht, dass die das getan hätten, wenn sie damit ihre Klientel vergrault hätten.
Und was hat er davon umgesetzt? Gab es z.B. irgendwelche Enteignungen, die nicht gerade Juden oder andere diskriminierte Minderheiten betrafen?BTW denkt auch mal jemand daran, dass die amerikanischen Republikaner auch als rechts gelten?
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Marc++us schrieb:
Das habe ich ja in einem benachbarten Beitrag gesagt... daß man Parteirichtungen zweidimensional machen müßte - einmal auf einer wirtschaftspolitischen Ebene und einmal auf einer gesellschaftspolitischen Ebene.
Ich weiß nicht, ob das hier schon erwähnt wurde - aber von daher finde ich ja http://www.politicalcompass.org/ sehr schön.
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ab jetzt bin ich nelson mandela

ist das nicht auch ein bisschen plump?
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Bashar schrieb:
Marc++us, von wann ist denn dieses Parteiprogramm? Es ist doch sicher nicht das, was 1932/33 aktuell war? Hitler wurde gegen Ende der Weimarer Republik von allen konservativen Parteien unterstützt, ich glaube nicht, dass die das getan hätten, wenn sie damit ihre Klientel vergrault hätten.
Und was hat er davon umgesetzt? Gab es z.B. irgendwelche Enteignungen, die nicht gerade Juden oder andere diskriminierte Minderheiten betrafen?Von 1923.
Also ein Parteiprogramm der Nationalsozialisten, kein Parteiprogramm von Hitler.
Ist wie bei Stalin... diese Zeit bezeichnet man ja auch als Stalinismus, nicht als Kommunismus. Was hat Stalin vom kommunistischen Manifest umgesetzt?
Hitler und Stalin waren letztlich einfach nur Diktatoren, aufgesetzt auf einem politischen System, das sie an die Macht spülte. Mit der Urbewegung hatte das nicht mehr viel zu tun. Aber bei genauem Hinblick sollte man sich eben klarmachen, daß die wirtschaftspolitischen Zielsetzungen der NSDAP (genau wie heute der NPD) im Kern eben doch sozialistisch sind.
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operator void schrieb:
Marc++us schrieb:
Das habe ich ja in einem benachbarten Beitrag gesagt... daß man Parteirichtungen zweidimensional machen müßte - einmal auf einer wirtschaftspolitischen Ebene und einmal auf einer gesellschaftspolitischen Ebene.
Ich weiß nicht, ob das hier schon erwähnt wurde - aber von daher finde ich ja http://www.politicalcompass.org/ sehr schön.
Politikkompass schrieb:
Economic Left/Right: 0.13
Social Libertarian/Authoritarian: -6.00Oho, ich bin also n Bisschen rechts.

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Marc++us schrieb:
Von 1923.
Dachte ich mir. Waren sie mit diesem Programm überhaupt "rechts" im eigentlichen Sinne? Apropos, haben wir inzwischen eine griffige Definition für rechte Politik?
Eines scheint mir bei allen Rechten gemeinsam zu sein: Rückwärtsgewandheit, Konzentration auf echte oder eingebildete traditionelle Werte und die "gute alte Zeit". Das trifft auf die damaligen Kaisertreuen zu, aber eigentlich auch auf die Nationalsozialisten, deren Ideal wohl irgendwo in der germanischen Stammesgesellschaft zu suchen ist.
Aber irgendwo auch auf die heutigen "Jammer-Ossis", die die Mauer wiederhaben wollen. Oder auf die Roten Khmer.Kann also noch nicht alles sein, oder doch? Es taugt außerdem meiner Meinung nach nicht als Kern einer politischen Ausrichtung, das machen die doch nur, um die Natur des Menschen, die Vergangenheit grundsätzlich mit der rosaroten Brille zu sehen, auszunutzen.