Vorstellungskosten



  • Hallo.

    Gemäß § 670 BGB muss mir die Firma, bei der ich ein Vorstellungsgespräch hatte, die Vorstellungskosten erstatten.

    Jetzt hat sich die Firma gegen mich entschieden, von der Erstattung aber kein Wort erwähnt. Ich werde Sie deshalb anschreiben, aber wie soll das ablaufen? Brauchen Sie "Beweismaterial", also die Tickets selbst oder berechnen sie die Kosten auf eigene Faust?


  • Mod

    Oje, das wird wohl nix mehr... schreib Sie einfach an, und teil Ihnen Deine Fahrtkosten mit, und bitte um Rückmeldung.

    Aber wenn sie nicht reagieren, was willst Du machen? Sie verklagen?

    Das ist dumm gelaufen, wenn sie das beim Termin nicht ansprechen, mußt Du das selbst tun... kann man ja geschickt verpacken, z.B. "wem muß ich jetzt meine Tickets geben?"



  • Sowas beim Vorstellungsgespräch direkt anzusprechen macht nen ziemlich schlechten Eindruck. Normalerweise sollte man warten, bis das Bewerbungsverfahren abgeschlossen ist (egal mit welchem Ergebnis), um dann eine Gesamtabrechnung aller Kosten einzureichen.
    Ich würd denen einfach nen Schrieb schicken, die Kosten (bzw. mit dem PKW gefahrene km) auflisten, Kopien der Belege dazu und abwarten was passiert. Welche Möglichkeiten man hat, wenn sie darauf nicht reagieren weiss ich allerdings auch nicht.



  • Marc++us schrieb:

    Das ist dumm gelaufen, wenn sie das beim Termin nicht ansprechen, mußt Du das selbst tun... kann man ja geschickt verpacken, z.B. "wem muß ich jetzt meine Tickets geben?"

    dann hörste "wir zahlen generell keine fahrtkosten. dumm gelaufen."



  • blubbfisch schrieb:

    Sowas beim Vorstellungsgespräch direkt anzusprechen macht nen ziemlich schlechten Eindruck.

    Warum? Den schlechten Eindruck macht eher die Firma.



  • TactX schrieb:

    blubbfisch schrieb:

    Sowas beim Vorstellungsgespräch direkt anzusprechen macht nen ziemlich schlechten Eindruck.

    Warum? Den schlechten Eindruck macht eher die Firma.

    Je nach Job hat man ja oft nicht nur ein einziges Vorstellungsgespräch, sondern muss zu zwei oder gar drei Terminen erscheinen. Da macht es einen professionellen Eindruck, alle Bewerbungskosten auf einmal abzurechnen, um der Person, die das Ganze bearbeiten muss, unnötigen Aufwand zu ersparen. Wenn man dann gleich beim ersten Gespräch auf die Fahrtkostenabrechnung zu sprechen kommt, klingt das nach "das Thema ist für mich erledigt, an einem zweiten Gespräch habe ich kein Interesse".
    Ausserdem hat dieses Thema eher untergeordnete Priorität, wenn man ernsthaft an der Stelle interessiert ist.



  • Wenns mit dem Job geklappt hat, kann man ja netterweise auf die Vorstellungskosten verzichten, muss aber nicht.

    Wenns nicht klappt, dann würd ich (und hab ich auch schon mal) eine Rechnung schicken, evtl auf diesen BGB verweisen. Bei größeren Firmen zahlen die normalerweise auch, da es für die Peanuts sind. Bei kleinen Familienbetrieben kann es schon sein, dass die sich weigern. Dann einfach ne Mahnung schicken mit Fristangabe. Anschliessend Mahnbescheid... (Da hab ich aber keine Erfahrung)

    Viel Erfolg!



  • electron schrieb:

    Wenns mit dem Job geklappt hat, kann man ja netterweise auf die Vorstellungskosten verzichten, muss aber nicht.

    Wenns nicht klappt, dann würd ich (und hab ich auch schon mal) eine Rechnung schicken, evtl auf diesen BGB verweisen. Bei größeren Firmen zahlen die normalerweise auch, da es für die Peanuts sind. Bei kleinen Familienbetrieben kann es schon sein, dass die sich weigern. Dann einfach ne Mahnung schicken mit Fristangabe. Anschliessend Mahnbescheid... (Da hab ich aber keine Erfahrung)

    Viel Erfolg!

    Das können die Firmen doch eh absetzen oder täusche ich mich?



  • Denk ich auch, denn die Firmen verlangen ja auch meistens die Originalbelege.



  • Eine Firma kann alle Ausgaben "absetzen"... nur das heißt ja nicht, dass sie davon nichts bezahlen müssen.



  • 😮 😮 WTF, Firmen "müssen" die Fahrtkosten zahlen????? 😮 😮
    Das habe ich noch nie vorher gehört. Bei meiner Monatskarte spielt es zwar eh keine Rolle, aber das überrascht mich schon krass.



  • Optimizer schrieb:

    😮 😮 WTF, Firmen "müssen" die Fahrtkosten zahlen????? 😮 😮
    Das habe ich noch nie vorher gehört. Bei meiner Monatskarte spielt es zwar eh keine Rolle, aber das überrascht mich schon krass.

    lol 😃
    du fährst jeden tag mit deiner monatskarte zu einem vorstellungsgespräch um einen job zu finden?



  • Nein, aber ich hatte eh noch eine Monatskarte. Ich hätte jetzt allerdings kein riesiges Problem gehabt, für ein Vorstellungsgespräch zu stempeln. Ich bin nur sehr überrascht, dass die Firma die Fahrtkosten angeblich zahlen muss. Wenn man da was vereinbart, haut es mich nicht vom Hocker.


  • Mod

    Es hängt sicherlich auch einiges von den Umständen ab.

    Wenn jemand mal mit dem Auto 50km zu einem Vorstellungsgespräch fährt, dann kann er das sicherlich auch selbst bezahlen, soweit muß man auch mal gehen.

    Dumm wird es nur, wenn einem der potentielle Arbeitgeber durch halb Deutschland hetzt, und dann die Fahrtkosten nicht erstattet. Sowas wäre dann schon grob unschön, vor allem wenn es sich um Studenten handelt, die noch kein laufendes Einkommen in größerem Maße haben. Wenn ein Arbeitgeber da nicht von selbst fragt, ist das ohnehin bereits ein dickes Minus, der spart dann später auch bei anderen Selbständigkeiten.



  • Marc++us schrieb:

    Selbständigkeiten.

    😃 👍
    Das sollte wohl "Selbstverstaendlichkeiten" heissen, oder? 😉


  • Mod

    Selbstverständlich.



  • Null Problemo, hat man mir geantwortet. Ich werde ihnen jetzt eine Auflistung der Kosten zukommen lassen.

    Vielleicht haetten sie nicht so zuversichtlich reagiert, wenn sie gewusst haetten, wie viel - und ich hatte den Umfang absichtlich nicht erwaehnt - nun auf sie zukommt 😃


  • Mod

    Was kommt denn außer Fahrtkosten noch alles?



  • So penibel bin ich nicht, dass ich mir noch meine Rosienenbroetchen bezahlen lasse. Unterkunftskosten fallen auch nicht an.

    Der Terminzeitpunkt war dafuer verantwortlich, dass ich mir zwei Tickets kaufen musste, wo eigenlich, haette man einen besseren Zeitpunkt gewaehlt, eins ausgereicht haette.

    (Satz weniger verwirrend umgeschrieben.)


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