Linux-Einstieg, die 5te



  • Ja ich weiß, derartige Threads gibts wie Sand am mehr, aber ich will nicht einfach nur mit Linux anfangen, sonst hätt ichs schon längst gemacht..

    Vorweg: ich mag Linux und beschägtige mich gern damit und such auch definitiv keinen Windows-Ersatz.

    Ich hab den Einstieg schon mit diversen Distris versucht. Allen voran natürlich die typsichen Einsteiger-Distris ([K|X|]ubuntu).
    Bisher bin ich davon aber maßlos enttäuscht (überladen, langsam und ich darf trotzdem diverse Treiber manuell einbauen)

    Beruflich arbeite ich an einem X11/IceWM-System. Schön schlicht und funktionell...

    Was ich jetzt von euch wissen will: Wie weit "unten" kann ich als motivierter (und durchaus lernbereiter) Anfänger anfangen? Ich bezweifle, dass ich mit LFS glücklich werde, hab mich aber ehrlich gesagt damit auch noch nicht beschäftigt.

    Welchen Windowmanager kann man empfehlen? ist IceWM noch aktuell (und zu empfehlen)?

    Und was gibts sonst noch zu beachten? Vor allem in Hinblick auf Wlan (AVM Fritz)

    Eventuell noch wichtig: über kurz oder lang will ich meinen Schwerpunkt von Windows auf Linux verlagern. Daher bin ich auch bereit, ein wenig Arbeit zu investieren 😉



  • zwutz schrieb:

    Was ich jetzt von euch wissen will: Wie weit "unten" kann ich als motivierter (und durchaus lernbereiter) Anfänger anfangen? Ich bezweifle, dass ich mit LFS glücklich werde, hab mich aber ehrlich gesagt damit auch noch nicht beschäftigt.

    Gentoo wäre meine Empfehlung. ähnlich wie bei LFS, du baust deine Distri selber zusammen (manchmal lange Compile Sessions) mit einem kleinen aber sehr feinen Unterschied: portage. Portage ist das Packet Manager von Gentoo, löst Dependencies auf, und ist einfach zu benutzen.

    über portage lässt sich streiten. Viele Gentoo User sagen, dass es kein besseres Packet Manager gibt. Debian User sind der Meinung, DEB wäre das Beste. Portage hat schon seine Macken und selbst als erfahrener Gentoo Benutzer kriege ich manchmal nen dicken Hals. Trotzdem finde ich, dass Portage seine Dasein Berechtigung hat und ein Verusch Wert ist.

    zwutz schrieb:

    Welchen Windowmanager kann man empfehlen? ist IceWM noch aktuell (und zu empfehlen)?

    nimm das, was du willst und womit du am besten klar kommst. Also teste mal ne Zeit lang andere Window Manager und/oder Desktop Environments.

    zwutz schrieb:

    Und was gibts sonst noch zu beachten? Vor allem in Hinblick auf Wlan (AVM Fritz)

    Das ist natürlich zu beachten. Mit Glück gibt es einen Treiber im Kernel (ich weiß es leider nicht). Und wenn nicht, dann bleibt dir vielleicht keine andere Wahl übrig als ndiswrapper o.ä.-Zeug zu nehmen.

    zwutz schrieb:

    Eventuell noch wichtig: über kurz oder lang will ich meinen Schwerpunkt von Windows auf Linux verlagern. Daher bin ich auch bereit, ein wenig Arbeit zu investieren 😉

    dann ist Gentoo schon was für dich. Gentoo erwartet von seinen Benutzern, dass man Zeit darin investiert. Nur so kann man wirklich lernen. Mit einer Gentoo Installation habe ich vom GNU/LInux mehr gelernt als meine 3 Jahre zuvor mit SuSE.



  • zwutz schrieb:

    Ich hab den Einstieg schon mit diversen Distris versucht. Allen voran natürlich die typsichen Einsteiger-Distris ([K|X|]ubuntu).
    Bisher bin ich davon aber maßlos enttäuscht (überladen, langsam und ich darf trotzdem diverse Treiber manuell einbauen)

    nimm debian. hat mir übrigens letztens erst nman empfohlen. er hasst mich zwar, aber der tip war trotzdem gut. mit debian hatte ich mein stressfreiestes linux-erlebnis seit langem. davor hab' ich ca. alle 2 jahre mal linux probiert und war bitter enttäuscht. fast alles hat bei debian gleich funktioniert, bis auf ein paar kleinigkeiten. übrigens, zum kennenlernen mach' dir linux am besten in eine vmware-maschine. dann macht es dir nix kaputt. sollte linux dir gefallen und wenn du genügend erfahrung gesammelt hast, kannst du's später ja auf die echte festplatte installieren.
    🙂



  • fricky schrieb:

    hat mir übrigens letztens erst nman empfohlen. er hasst mich zwar, aber der tip war trotzdem gut.

    lol



  • fricky schrieb:

    nimm debian. hat mir übrigens letztens erst nman empfohlen. er hasst mich zwar, aber der tip war trotzdem gut.

    Du übertreibst ein klein wenig.

    Btw, seit ungefähr 15 Jahren gibt es keine guten Gründe mehr, GNU/Linux zum Selbstschutz in einer VM zu installieren und wenn man ohnehin lernwillig ist, dann fällt das grundsätzlich flach.

    Wenn Du Ubuntu nicht mochtest, wären in der Tat Debian und Gentoo meine nächsten Tips, kommt wohl auch ein bisschen auf Dein Zieleinsatzgebiet an.



  • Dieser Thread wurde von Moderator/in nman aus dem Forum Linux/Unix in das Forum Themen rund um den PC verschoben.

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    Dieses Posting wurde automatisch erzeugt.



  • zwutz schrieb:

    Was ich jetzt von euch wissen will: Wie weit "unten" kann ich als motivierter (und durchaus lernbereiter) Anfänger anfangen? Ich bezweifle, dass ich mit LFS glücklich werde, hab mich aber ehrlich gesagt damit auch noch nicht beschäftigt.

    Welchen Windowmanager kann man empfehlen? ist IceWM noch aktuell (und zu empfehlen)?

    Ist doch egal welchen Windowsmanager oder Desktopenviroment. Die unterscheiden sich doch eh fast nie.

    Mach was richtiges: Bau einen Homeserver auf. Mit LVM oder RAID, E-Mail-Server, Web-Server, DNS-Server, Proxy-Server, Samba-/File-Server.

    Oder mach dir eine Multimedia-Box: Nimm FreeBSD/DamnSmallLinux, einen alten PC und betreibe es als Musicbox, mit einer TV-Karte als Videorecorder und als Video-/Radio-Streamer.

    Dann weist du was Linux alles kann und wieso ich so begeistert bin Linux zu benutzen. Soviele Moeglichkeiten, das ganze kostenlos und ich benutze die gleichen Tools wie die "Ganz Grossen".

    Kannst z.B. CentOS nehmen, ist 100% kombatibel mit RHEL. Als Desktop-System empfehle ich allen Sidux.

    What is sidux? - Debian Hot & Spicy!



  • DEvent schrieb:

    zwutz schrieb:

    Welchen Windowmanager kann man empfehlen? ist IceWM noch aktuell (und zu empfehlen)?

    Ist doch egal welchen Windowsmanager oder Desktopenviroment. Die unterscheiden sich doch eh fast nie.

    😮



  • also ich bin mit fluxbox glücklich. minimalistisch bis zum gehtnichtmehr, aber cool 🙂

    ansonsten xfce mal probieren 😉



  • Ich kann kanotix empfehlen. Lief bei mir auf Anhieb, bis heute. Lässt sich leicht updaten und man muss nichts konfigurieren(es sei den man will unbedingt), wobei ich nicht weiß ob das mit WLan auch so ohne jede Konfiguration funktionieren wird.



  • nman schrieb:

    Btw, seit ungefähr 15 Jahren gibt es keine guten Gründe mehr, GNU/Linux zum Selbstschutz in einer VM zu installieren und wenn man ohnehin lernwillig ist, dann fällt das grundsätzlich flach.

    Korrektur: Sag besser "idR. gibt es seit ungefähr 15 Jahren keine guten Gründe mehr,..."
    Ich bilde mit meinem besonderen Haendchen fuer Linux zB. IMHO eine Ausnahme zu dieser Regel... 😃



  • Nobuo T schrieb:

    Ich bilde mit meinem besonderen Haendchen fuer Linux zB. IMHO eine Ausnahme zu dieser Regel... 😃

    Du zählst nicht, ich will lieber gar nicht wissen, was Du mit Deinen Rechnern machst.

    Ich muss mittlerweile so um die 200 GNU/Linux-Installationen beisammen haben und hatte bis jetzt bei keiner auch nur ansatzweise ähnliche Probleme wie Du. 🙂



  • Tja, dafuer braucht man halt besonderes Talent. :p



  • Also ich kann dich (Threadersteller) nicht ganz verstehen, wenn du nicht wirklich exotische Hardware hast musst du bei den Ubuntus wirklich nichts nachinstallieren. Andererseits muss man auch sagen, dass man unter Windows genau so mit der Treiberinstallation beschäftigt ist. Daher würde ich das nicht als KO-Kriterium sehen.

    Dass Hardy eine deutlich schlechtere Performance wie Gutsy hat war auf meinem System auch der Fall. Aber gerade Xubuntu Gutsy ist wirklich ein schnelles, schlankes und stabiles System.

    Dass ich zur Zeit ein absoluter Gentoo-Fan bin dürfte angesichts meines großen Threads kein Geheimnis sein 😃
    Wer gerne bastelt ist hier also genau richig 🙂
    Muss hier auch sagen, dass ich mein Gentoo bisher nur ein einziges mal installiert habe und selbst wo einiges nach experimentieren etc. nicht ganz lief noch nie zur Neuinstallation gegriffen habe um ein sauberes System zu haben. Das finde ich einen ungeheuren Vorteil an Gentoo.
    Selbst bei Archlinux was ja die Philosophie hat sehr transparent zu sein habe ich schon zu diesem Schritt greifen müssen nach der ersten Installation. Es macht einfach einen gewaltigen Unterschied ob man wirklich von Hand installiert oder doch noch einen Installer zur Hand hat.

    Das Packagemanagement von Gentoo finde ich ganz ok bis jetzt, es verschlingt zwar ordentlich Speicherplatz, aber damit kann ich bis jetzt noch leben. Wobei ich derzeit auch kein tiefes Update durchführen kann weil ein Paket eine unnötige Dependency hat die ich nachträglich deinstalliert hab (Bugreport natürlich eingereicht).
    Also so zum rumspielen finde ich Gentoo echt top 🙂

    Aber der Package-Manager von Arch ist bis jetzt einfach der beste von dem was ich so bisher hatte. Arch lässt sich auch sehr einfach konfigurieren und individuell anpassen. Also für ein individuelles Gerät für den produktiven Einsatz ist das im Moment mein Favorit.



  • Linuckser schrieb:

    Muss hier auch sagen, dass ich mein Gentoo bisher nur ein einziges mal installiert habe und selbst wo einiges nach experimentieren etc. nicht ganz lief noch nie zur Neuinstallation gegriffen habe um ein sauberes System zu haben. Das finde ich einen ungeheuren Vorteil an Gentoo.

    Du glaubst gar nicht, was ich schon alles perverses mit dem Gentoo auf meinem PC (immerhin mittlerweile 4 Jahre alt) angestellt habe ohne es auch nur ein einziges komplett neu installieren zu müssen 😉
    XP hab ich in der Zeit dreimal installieren müssen und das OS X auf meinem Macbook (anderthalb Jahre alt) ist auch schon das Zweite.
    Es lebe Gentoo \o/



  • .filmor schrieb:

    Du glaubst gar nicht, was ich schon alles perverses mit dem Gentoo auf meinem PC (immerhin mittlerweile 4 Jahre alt) angestellt habe ohne es auch nur ein einziges komplett neu installieren zu müssen 😉
    XP hab ich in der Zeit dreimal installieren müssen und das OS X auf meinem Macbook (anderthalb Jahre alt) ist auch schon das Zweite.

    Ich stimme den .filmor voellig zu. Ich habe 3 Gentoo Linux, eine 4, andere 3 und der letzte ca 1,5 Jahre ist. Die liefen, die laufen. Ob ich Probleme hatte? Na selbstverstaendlich, die sind aber bei Gentoo gar nicht so schwierig zu loesen zumal das man gute Dokumentation hat.

    Wegen Ubuntu: Letztens musste ich zwei Leute helfen, die Linux(Distro Ubuntu) installieren wollten, ohne die Bedeutung von /usr/src zu wissen.. Ich finde
    es schon angebracht, wenn man lernwillig ist, soll man lieber etwas
    anspruchsvolleren Distro, wie Gentoo, nehmen. Wenn man "schnell" einen LInux
    OS haben moechte, ohne sich fuer die Hintergrunde zu insteressieren und damit
    angeben zu koennen, dass man einmal Linux installiert hat, sollte man doch
    etwas einfacheren Variante nehmen(wie Ubuntu).

    Tja und Debian: Viele sogenannte old-school Linux Leute benutzen Debian, ich
    sehe einige Nachteile bei dieser Distro. Zb. ich
    finde es unzumutbar, etliche Versionen innerhalb von einer Linux Distro zu haben
    (testing,stable, woody, etc). Wenn du zb. stable version von Debian benutzt,
    heisst es, dass du uralte aber segv-sichere Software benutzt. Du kannst
    ploetzlich nicht alle software installieren was du gerne haben magst. Moechte
    man das? Ich nicht. So, dann muesste man zu einer anderen wie Woody switchen..
    Tja ich wette das ist immer problemhaft ist.. Und nicht vergessen, java problem
    bei Debian: alleine installation von java umgebung ist schmerzhaft bei Debian.
    Da haben die Debianers schon die ANtwort parat: "Also jvm ist eine software von
    sun, also das gehoert zu open-source nicht." -ok.

    So insgesamt, bietet die Gentoo dir eine gute Entwicklungsumgebung oder *Servern
    an. Alle aktuelle software laufen ohne Problem. Portage ist sehr leicht zu bedienen. Wenn du ein Problem hast, dann kannst du meistens in Doku was
    nachlesen. Man kompiliert alles was man installieren moechte. Viele meinen
    dass es schlecht sei. Ich sage das Gegenteil. In heutiger
    Prozessorgeschwindigkeit haette ich kein Problem, meine Programme kompilieren
    zu lassen. Damit kann ich jedes Stueck Programm fuer meinen Rechner optimieren.

    .filmor schrieb:

    Es lebe Gentoo \o/

    sehr jut gesagt 👍



  • Sehr spaßig soll die Kompilation von OpenOffice sein, nachdem ich gehört habe, dass Leute mit Quadcores weit über 3 Stunden gebraucht haben, habe ich mich dann doch für die binary Version entschieden 😃



  • so... erstmal vielen Dank für die vielen Antworten...

    allen anschein nach werde ich mich mal an Gentoo versuchen (iso liegt schon aufm Rechner). Als WM scheint fluxbox das zu sein, was ich suche

    Was ich gegen Ubuntu hab? Es liegt tatsächlich weniger an der Hardware (obwohl Wlan zickt und ich die vermutung habe, nichtmal vernünftiges OpenGL zu bekommen).
    Das Hauptproblem war die Benutzerfreundlichkeit (klingt komisch, is aber so).
    Nach der Installation wirst du vor ein System gesetzt, dass krampfhaft versucht, wie Windows (Kunbuntu) oder MacOS (Ubuntu) auszusehen, ohne an die einfachheit ranzukommen. Ich musste trotzdem Stunden in der Shell verbringen. Und da hab ich mir gedacht, wenn ich eh schon (fast) alles nochmal selber nachbessern/anpassen/installieren muss, warum nicht gleich von Anfang und dabei auch noch was lernen 😉

    Nutzen will ich es hauptsächlich fürs programmieren (unter Windows eine Qual), zum Musikhören (ich hatte unter Ubuntu irgenwann urplötzlich keinen Ton mehr, wahrscheinlich durch ein Update... läuft bis heute noch nicht) und alles andere, was ich nicht zwangsweise unter Windows machen muss. Einen Home- oder Streamingserver brauch ich derzeit nicht

    Jetzt hab ich nur noch ein Problem... ich hab leider nur den einen Rechner hier stehen. Die derzeit laufende Windows-Version soll weiterhin draufbleiben. Auf einer zusätzlichen Partition befindet sich bereits Ubuntu und grub ist im MBR.
    Kann ich gefahrlos die Linuxpartition formatieren und Gentoo installieren, ohne Schwierigkeiten fürchten zu müssen (und vor allem ohne mich aus Windows auszusprerren... sonst hätt ich ein Problem ;))



  • Du kannst Gentoo auch von Windows/Ubuntu aus installieren.
    Wenn du eh wieder Grub am Ende installiert hast kannst du dich ja nicht aussperren, da du dann ja wieder einen Bootmanager drauf hast.

    Im Handbuch kommt das nicht so rüber, deshalb einmal deutlich:
    Wenn du Gentoo "normal" installierst dann besteht die Installation aus genau vier Schritten:
    1. Stage3 Archiv herunterladen, das entpackst du einfach auf einer vorher formatierten Partition (ist quasi ein Linux gepackt)
    2. Einen Portage-Snapshot herunterladen und installieren - das ist die Datenbank des Paketmanagements
    3. Kernel sourcen herunterladen, kompilieren, installieren
    4. Grub installieren, deine Betriebssysteme in die Konfig eintragen (ich würd dir empfehlen die aus Ubuntu als Referenz wo abzuspeichern, dann siehst du wie es aussehen sollte)

    Einen Installer gibt es bei dieser Version nicht. Es ist wirklich nur Zeug runterladen und rüberkopieren. Mit einer kleinen Ausnahme die ich dir verschwiegen habe: vor Schritt 3 musst du per chroot in dein Gentoo rüberwechseln, das ist aber kein Act und ermöglicht es dir emerge zu Benutzen für das Herunterladen des Kernels und anschließendes Kompilieren in der Gentoo-Umgebung.

    Natürlich sind noch ein paar andere Schritte zwischendrin, aber das sind die 4Hauptschritte.



  • zwutz schrieb:

    Nutzen will ich es hauptsächlich fürs programmieren (unter Windows eine Qual)

    bitte? 😕
    unter windoze ist programmieren ja wohl super-komfortabel. was hast du falsch gemacht?
    🙂


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