Sprachliche Frage: Selbstmord oder Freitod?



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  • Erhard Henkes schrieb:

    Die Naturwissenschaften decken einen Prozentsatz der uns in drei Dimensionen begreifbaren materiellen Welt ab, allerdings nur einen ziemlich kleinen Teil, wenn man bedenkt, dass "dunkle" (toller Begriff) Masse und Energie bezüglich ihrer "Bausteine" noch völlig unklar sind.

    Jenseits der materiellen Welt mit ihrem merkwürdigen Materie-Strahlungs-Dualismus versagen die Methoden der Naturwissenschaften, denn es fehlt das Konzept und die Messmethode. Selbst Abläufe und Programmiersprache des Gehirns fehlen noch komplett. Es ist in etwa so, als ob man im Inneren eines PC während des Betriebes mit einer Infrarotkamera Bilder/Videos aufnehmen und daraus Schlüsse bezüglich der Funktion der Hard- und Software eines PC ziehen würde. 😉

    Und daraus folgt natürlich zwangsläufig, dass Selbstmord eine Sünde ist für die man in die Hölle kommt. Danke für diese anschauliche Erklärung wie es denn wirklich ist...

    Ach was schreib ich hier überhaupt noch mit... 🙄



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  • Erhard Henkes schrieb:

    Das Besondere an einem rein materialistisch orientierten Weltbild ist eine Gesinnung, die letztendlich vor Selbst- oder Fremdtötung ...

    was geht's einen anderen an, wenn ich mich chassen will? ist doch bei vielen naturvölkern ganz normal, wenn man sich abseilt und geht. kirchen haben was dagegen, wenns die steuereinahmen senkt, das sehe ich ein. aber das ist mir mal egal. 😋

    @MrN: im zusammenhang habe ich gerade nur "gehen" benutzt statt "sich selbst ermorden". es klingt im zusammenhang gar nicht so komisch, wie dir erschien.



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  • Erhard Henkes schrieb:

    ... dennoch ist es ziemlich kindisch wie hier manche darauf reagieren.

    Das Besondere an einem rein materialistisch orientierten Weltbild ist eine Gesinnung, die letztendlich vor Selbst- oder Fremdtötung (incl. Abtreibung und Euthanasie) noch nicht einmal mehr zurück schreckt. Warum auch? Der Mensch sei doch nur ein Haufen manipulierbarer biologischer Masse. Soldaten, Henker und Folterknechte können in diesem Sinne 100% des Menschen beliebig schnell oder langsam eliminieren. Lust oder Schmerz, Macht oder Ohnmacht bilden dann zentrale Punkte. Wissen zählt dann nur im Sinne der Nutzung zum Machtausbau und Mehrung von Reichtum. 🙄

    http://www.fallacyfiles.org/adconseq.html

    Angebliche und auch tatsächliche negative Konsequenzen rechtfertigen kein Wunschdenken.

    Aber wenn das was du oben geschrieben hast wirklich deine einzige Alternative Schlussfolgerung ist, sollten wir wohl alle froh sein das du manch seltsame Sachen glaubst.
    Ansonsten wärest du womöglich eine Gefahr für deine Mitmenschen.

    Zum Glück kommen die meisten hier auch ohne Aberglauben klar.



  • Erhard Henkes schrieb:

    😕
    http://www.zeno.org/Kirchner-Michaelis-1907/A/Selbstmord
    Kirchner, Friedrich / Michaëlis, Carl: Wörterbuch der Philosophischen Grundbegriffe. Leipzig 1907, S. 565-568.

    Während wir bei den Naturvölkern überhaupt keinen Selbstmord, bei den alten Griechen ihn selten finden, zeigt die Welt im 1. und 2. Jahrhundert n. Chr. allgemein Lebensüberdruß und Neigung zum Selbstmorde. Mit der Ausbreitung des Christentums schwindet diese wieder, und Selbstmorde treten daher im Mittelalter mehr vereinzelt auf. In dem Zeitalter der Renaissance und Reformation tritt wieder eine gewisse Sucht zum Selbstmord hervor; sie steigert sich fortwährend und hat im 19. Jahrhundert stellenweise eine große Höhe erlangt.

    scherzkeks. das war der erste google-link zu "selbstmord naturvölker" was sagste zum zweiten und dritten?
    und die kannste nicht übersehen haben. wundert's dich da, wenn keiner mehr ernsthaft mir dir diskutiert?



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  • BTT:
    Durch Eigeninitiative manuell beigeführter, irreversibler Interrupt des Lebenszyklus.



  • Ich war im Zuge einer tiefen Depression mal schwer suizidal.

    Wenn früher in meinem rationalen Weltbild noch klitzekleine Zweifel waren, ob es nicht doch einen Gott geben könnte, kann ich heute nur folgendes sagen: Jedes potentiell höhere Wesen, das psychisch schwer kranke Menschen die Suizid begehen als Sünder begreift, kann mich mal kreuzweise. Ebenso die Anhänger.

    Solche Aussagen können nur von Menschen kommen, die absolut keine Vorstellung davon haben, welche Qualen eine schwere Depression sind.

    Und es gibt noch zig andere psych. und körperliche Erkrankungen, die ein Leben nicht mehr ertragbar machen können.

    Das Einzige gute an dieser abartigen Lebensphase bei mir ist, dass diese Restzweifel ausgeräumt sind. Religion und Glauben sind Massenwahn. Nicht mehr.



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  • Erhard Henkes schrieb:

    Du willst uns doch nicht davon überzeugen, dass Selbstmord etwas Althergebrachtes ist?

    alt? nuja, werkzeugbenutzung ist schon praktisch. frühe vorgängerfrösche oder -affen hatten da gewisse probleme. aber zum menschsein gehört es.

    Dass man beim Glauben an ein Weiterleben der Seele nach dem Tod keine Angst vor dem Tod hat, das kann ich allerdings verstehen. Für Christen und Muslims ist Selbstmord dennoch schon immer ein Verstoß gegen die "Vorsehung".

    echt? also die bibel ist voller selbstmorde. stets ohne bemerkung, daß das nicht gottgefällig sei. die allgemeine aussage "du sollst nicht töten" schließt nicht "du sollst dich nicht selber töten" ein.



  • die bibel ist voller selbstmorde

    Was erzählst Du da schon wieder? Die Bibel schildert nur wenige Beispiele von Selbstmord. Die bekanntesten Beispiele sind wohl:

    1. Christus-Verräter Judas (Blutgeld)
    2. Simson, der mit der wiedergewonnenen Kraft Gottes sich selbst in den Tod gibt, um damit auch seine Feinde zu vernichten.
      Allerdings hast Du Recht, dass darum kein Riesen-Bohei gemacht wird.
      Es ist weiterhin richtig, dass die bewusste Selbsttötung den Menschen vom Tier unterscheidet.


  • Erhard Henkes schrieb:

    die bibel ist voller selbstmorde

    Was erzählst Du da schon wieder? Die Bibel schildert nur wenige Beispiele von Selbstmord.

    auch fromme christen dürfen google bedienen. innerhalb von 10 minuten hatte ich 10 fälle. wenn du weniger findest, hast du quark im sack.



  • Wen kratzt es, was man dafür besser verwenden soll? Es bleibt ein und dieselbe Sache und macht diese für Angehörige nicht erträglicher, wenn man sie umschreibt. Wobei ich die Sterbehilfe gutheiße und nicht als Suizid ansehe.

    Gruß



  • Erhard Henkes schrieb:

    Jedes potentiell höhere Wesen, das psychisch schwer kranke Menschen die Suizid begehen als Sünder begreift, kann mich mal kreuzweise.

    Zur "Sünde" gehört nach christlicher Auffassung die freie Entscheidung.

    "Die" freie Entscheidung existiert nicht!
    Es spielt keine Rolle, ob sich jemand wegen wirtschaftlichen, psychischen, körperlichen, sozialen oder anderen Problemen umbringt. Dem Suizid geht IMMER eine enorme und unerträgliche Qual voraus.

    Es existiert kein Suizid aus "freier Entscheidung".
    Oder kannst Du mir ein Beispiel nennen?
    Ein Beispiel, in dem sich ein Mench aus freier Entscheidung zum Suizid entschlossen hat?

    Ihr Christen seid in Sachen Arroganz und Dummheit nicht zu überbieten.

    Edit (lange später...):
    Ich möchte mich für die Beleidigung in diesem letzten Satz entschuldigen!



  • space schrieb:

    Ihr Christen seid in Sachen Arroganz und Dummheit nicht zu überbieten.

    Selber dumm. Jetzt hab ich's dir gegeben, wa?
    Lass bitte diese sinnfreien Beschimpfungen sein.



  • space, freie Entscheidung bedeutet ja nicht, dass man nicht seine Gründe für den Selbstmord in äußeren Umständen findet. Trotzdem werden verschiedene Personen in der gleichen Situation unterschiedlich reagieren. Der eine bringt sich um, der andere macht vielleicht weiter. Das würde ich schon als freie Entscheidung betrachten.

    Und den letzten Satz hättest du dir sparen können. Du musst ja nicht religiös sein (bin ich auch nicht), aber einen gewissen Respekt solltest du schon aufbringen können. Überlege dir mal, das hier bislang kein Christ so arrogant und beleidigend war, wie du mit diesem Satz...



  • Borschtsch schrieb:

    Wen kratzt es, was man dafür besser verwenden soll? Es bleibt ein und dieselbe Sache und macht diese für Angehörige nicht erträglicher, wenn man sie umschreibt. Wobei ich die Sterbehilfe gutheiße und nicht als Suizid ansehe.

    Ich frage ja auch nicht, was man verwenden soll, sondern was man verwendet. Ich persönlich sage meistens Selbstmord und will es deswegen nicht gleich als Sünde brandmarken. Es ist einfach üblich, dieses Wort zu verwenden.

    Wieso ist Sterbehilfe für dich kein Suizid? Den objektiven Kriterien (freiwillig, Selbsttötung) gemäß ist es doch einer?


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