Würdet Ihr für 1000 EUR mit Rauchen anfangen?
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Vielleicht ist die Intention des Threads nicht ganz deutlich geworden:
Würdet Ihr als Nichtraucher eine Packung Zigaretten rauchen (verteilt über eine Woche) um die 1000 EUR Prämie von der Krankenkasse abzugreifen?Die Nikotinsucht ist laut Studien bereits nach mehreren Tagen Abstinenz abgeklungen. Das viele Raucher trotzdem nicht aufhören können liegt daran das es eine feste Gewohnheit geworden ist in den Pausen eine Z anzustecken. In meinem Bekanntenkreis habe ich einige Raucher die sich das Rauchen erst durch eine Lollipop Therapie abgewöhnt haben. Quasi ein Belohnungssytem durch ein anderes ausgetauscht.
Da die Nichtraucher in dieser Wocher sich das Rauchen aber unmöglich angewöhnt haben können besteht nur ein sehr kleines Suchtrisiko. Man geht also kein sehr großes Risiko ein das man jetzt jeden Tag 20 EUR für Ziggen ausgeben muß.
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mifudd schrieb:
Würdet Ihr als Nichtraucher eine Packung Zigaretten rauchen (verteilt über eine Woche) um die 1000 EUR Prämie von der Krankenkasse abzugreifen?
Klar 1000 Euro ist nicht wenig Geld... Nur kann sich das wohl keine Krankenkasse leisten, oder irre ich mich?
Ivo
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Es ist aber auch nicht wirklich viel Geld. Das durchschnittliche Bruttoeinkommen in Deutschland beträgt 3100 Euro. Bei armen Schluckern wie Friseuren, die nur knapp über 1000 Euro brutto verdienen, hast du vielleicht Chancen. Aber bei Akademikern liegt schon das Einstiegsgehalt, wenn sie frisch von der Uni kommen, deutlich über 3000 Euro. Insofern sind 1000 Euro vielleicht ein Betrag, den man gerne annimmt. Aber für die meisten hier wohl kaum ein Betrag, um bei ihnen Verhalten, das sie ablehnen, zu erkaufen.
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Da hast Du sicherlich recht. Aber was ist wenn ich mir durch eine Luecke in den Vorschriften die 1000 Euro jede Woche holen kann? Und das voellig ohne Arbeit?
Und ob ich nun eben mit 75 Jahren wegen der Kippen sterbe, oder mit 80 Jahren auf dem Weg zum Klo zusammenbreche...Ivo
[edit] Ich glaube aber dies ist schlimmer als eine Schachtel Kippen:
http://www.pcd.go.th/AirQuality/Bangkok/Default.cfm
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minhen schrieb:
Aber diese Selbstsicherheit angesichts der fehlenden Grundlage für die Aussagen ist sehr bescheiden - besonders wenn man die fehlende Grundlage dem anderen ankreidet. Die Warhheit ist doch eher, dass man nicht pauschal sagen kann, wie sich ein konkreter Mensch in Extremsituationen verhalten werden wird.
Ja, ich hätte wohl "fast jeder fast alles" schreiben sollen, dann wäre es korrekter gewesen.
byto schrieb:
Walli schrieb:
Meine Meinung ist, dass jeder für genug Geld fast alles tun würde. Gut, vielleicht nicht die Eltern erschießen oder so, aber ansonsten ist schon ziemlich viel drin. Ein sorgloses Leben in individuell purem Luxus ist einfach zu reizvoll.
Aber nicht jeder würde seine Gesundheit dafür aufs Spiel setzen. Und ja: das kann auch auch sagen, ohne tatsächlich vor der Entscheidung gestanden zu haben.
Angenommen, Dir würde jemand 100 Mio dafür geben, dass Du mit 65 Jahren an Lungenkrebs stirbst. Würdest Du dann auch noch alles für den Luxus tun?
Nein! Dafür ist der Tod an Lungenkrebs zu beschissen. Aber mit den 10 Kippen am Tag... Man muss das abwägen. Von 10 Zigaretten am Tag an Lungenkrebs zu sterben ist eher unwahrscheinlich. Da ist man als Nichtraucher deutlich gefährdeter wenn man mal in einer Kneipe gejobbt hat.
supertux schrieb:
Walli schrieb:
Meine Meinung ist, dass jeder für genug Geld fast alles tun würde. Gut, vielleicht nicht die Eltern erschießen oder so, aber ansonsten ist schon ziemlich viel drin. Ein sorgloses Leben in individuell purem Luxus ist einfach zu reizvoll.
wie armselig ... verzeih mir meine Wortwahl, aber wenn man so denkt, dann wundert mich nicht wie es zur Zeit in der Welt geht. "Ein sorgloses Leben in individuell purem Luxus ist einfach zu reizvoll" ist meiner Meinung nach nicht wonach man anstreben sollte und nur von Menschen mit eher schwachen Charakter, für Menschen, die glauben, dass Geld und Luxus glückglich machen.
Fakt ist wohl, dass finanzielle Probleme unglücklich machen. Ein Leben ohne solche Probleme ist eine deutlich bessere Basis um sein Glück zu finden. Mir geht es heute saugut, aber was ist in 10 Jahren? Mit 100 Mios auf der Bank kann der Mond explodieren, na und? Ich sitze schön irgendwo auf meiner Insel im Pazifik und trinke Cocktails. Idealist ist man, wenn man zuviele schlechte Filme sieht oder keine Probleme im Leben hat. Wie minhen schön sagte: Man kann nicht wissen wie jemand in einer solchen Situation handelt. Mein Tip ist aber, dass wohl sehr viele auf den Deal einsteigen würden. Die Frage ist nicht, wie sich die Leute in Deiner Blümchenwelt verhalten würden. Die Frage ist wohl eher auf die Welt da draussen bezogen und da findet man so gut wie keine Idealisten.
supertux schrieb:
Als Kind hatte ich eine Kassete mit vorgelesenen Gedichten und Memoirs, die ich ständig hörte. Zwei davon, die mich am meisten geprägt haben sind "An meinen Sohn Johannes" von Matthias Cluadius und "A Father Prayer" vom General Douglas MacArthur. Mein Lieblingszitat vom Father Prayer: Lead him I pray, not in the path of ease and comfort, but under the stress and spur of difficulties and challenge. Here let him learn to stand up in the storm; here let him learn compassion for those who fail.
Ja, mach Du mal was MacArthur Dir rät... und danach überlegst Du Dir das mit dem vielen Geld nochmal
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mifudd schrieb:
Die Nikotinsucht ist laut Studien bereits nach mehreren Tagen Abstinenz abgeklungen.
Kommt drauf an. Ich kenne Leute die richtig schwere Entzugserscheinungen hatten, mit rumkotzen und allem drum und dran.
Das viele Raucher trotzdem nicht aufhören können liegt daran das es eine feste Gewohnheit geworden ist in den Pausen eine Z anzustecken
Das ist wirklich das allerschlimmste. Hab letztes Jahr auch aufgehört (der 3. oder 4. Anlauf). Sobald du ein Bier in der Hand hast, denkst du wieder dran. Schrecklich, wie das Zeug in deinem Hirn rumspukt.
In meinem Bekanntenkreis habe ich einige Raucher die sich das Rauchen erst durch eine Lollipop Therapie abgewöhnt haben. Quasi ein Belohnungssytem durch ein anderes ausgetauscht.
Und jetzt sind alle fett?
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Lollipop-System? Was ein Käse! Ich tippe darauf, dass die Hälfe wieder anfängt, wenn die Lollis anfangen nicht mehr zu schmecken. Aber gut, wenn man es mit der Diszipin nicht so hat, dann sind Lollis wohl angenehmer für die Lunge als Zigaretten.
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supertux schrieb:
ich hab nicht vor "Millionen" zu machen, ich bin ein Mensch, der gut auf Luxus verzichten kann und es auch tut
Na, was ist schon Luxus? Ein Oberklasseauto? Eine Klimaanlage? Betäubungsmitteleinsatz beim Zahnarzt?
Scheint sich zeitlich wahnsinnig schnell zu ändern. Heute hast Du vermutlich im Zimmer Dinge rumliegen, die vor nur 10 Jahren wahnsinniger Luxus waren. Würdest Du heute so leben wollen, wie in den 50er Jahren? (Denk an den Zahnarzt.) In den 80ern? In der Ukraine? In Somalia?
Come on: Du bist ein Free-Rider vom Luxus anderer Leute und bist dafür keinen Hauch dankbar.
Ich möchte nicht meiner Familie Geld hinterlassen, sondern Wissen und Bildung, damit sie aus eigener Kraft überlebt.
Ich nicht: ich möchte ihnen MÖGLICHKEITEN hinterlassen. Viele High-Quality-Möglichkeiten, damit sie ihr Leben so leben können, wie sie es für richtig halten und nicht, wie ich es für richtig halte.
Es ging ja nicht darum, perse eine hohe Geldsumme auszuschlagen, sondern ob man dafür seine Gesundheit aufs Spiel setzen würde...
meine Anwort ist ganz klar: für kein Geld der Welt setze ich meine Gesundheit auf Spiel.
Wenn Du schon mal irgendwas gemacht hast, wie zB. Skifahren, Bier trinken, Autofahren (oder sonstige Teilnahme am Strassenverkehr), McDonald's-Besuche, zu lang vor dem Rechner rumsitzen ... dann enttarnt dich das.
Ja, ich weiß, was jetzt kommt. Nichts davon hast Du für Geld gemacht, sondern aus ganz anderen Gründen. Aber das ist nur ein scheinbarer Einwand: irgendwie sind deine Präferenzen ja sortiert und Geld, das Du wie die Pest zu hassen scheinst, dient lediglich dazu, den Präferenzen Zahlenwerte zuzuordnen. Es ist einfach ein Messinstrument. Wir messen Präferenzen, je nachdem, was Leute bereit sind dafür zu bezahlen, also welche Möglichkeiten wir vorbeiziehen lassen um andere wahrzunehmen. Opportunitätskosten also und die messen wir in Euro.
Und Du bist nicht bereit, ALLES für Gesundheit aufzugeben. Aber das steht in deiner obigen Aussage: der Preis, den man dir bezahlen müsste, damit Du deine Gesundheit aufs Spiel setzt, ist unendlich. Lies: die Opportunitätskosten sind unendlich. Lies: ich würde alles dafür aufgeben, Gesund zu sein. Und das ist eine wahnsinnig bizarre Aussage, findest Du nicht?
Du scheinst wirklich ein Problem mit "Geld" als Konzept zu haben, das sieht man auch daran, daß Du denkst, Geldgier fördere das Schlechteste im Menschen. Das ist nicht so. Geld an sich ist komplett wertfrei und an Geld heranzukommen, fördert das beste im Menschen: seine Intelligenz, seine Ehrlichkeit, seine Qualitäten. Sonst kommt er einfach nicht an Geld ran. Wenigstens nicht lange.
It is not from the benevolence of the butcher, the brewer, or the baker, that we expect our dinner, but from their regard to their own self-interest.
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Daniel E. schrieb:
supertux schrieb:
ich hab nicht vor "Millionen" zu machen, ich bin ein Mensch, der gut auf Luxus verzichten kann und es auch tut
Na, was ist schon Luxus? Ein Oberklasseauto? Eine Klimaanlage? Betäubungsmitteleinsatz beim Zahnarzt?
Scheint sich zeitlich wahnsinnig schnell zu ändern. Heute hast Du vermutlich im Zimmer Dinge rumliegen, die vor nur 10 Jahren wahnsinniger Luxus waren. Würdest Du heute so leben wollen, wie in den 50er Jahren? (Denk an den Zahnarzt.) In den 80ern? In der Ukraine? In Somalia?
Come on: Du bist ein Free-Rider vom Luxus anderer Leute und bist dafür keinen Hauch dankbar.
Finde die Argumentation recht schwach. Es gibt Dinge, die sind heute Standard, z.B. ein Handy oder einen Fernseher zu besitzen. Nur weil das irgendwann mal ein Luxus war, den sich nur die Reichen leisten konnten, heisst das im Umkehrschluss nicht, dass man heute ein Luxusleben führt, nur weil man einen Fernseher besitzt.
Wenns danach geht, wäre auch ein Dach überm Kopf oder Hosen tragen Luxus.
In manchen Entwicklungsländern ist das vielleicht so, aber nicht bei uns.
Meine Meinung zu dem Thema:
Es gibt einfach Dinge im Leben, die man sich nicht für Geld kaufen kann. Zum Beispiel ist es unbezahlbar, Erfolge aus eigener Kraft erzielt zu haben (sei es beruflich oder privat). Wenn ich mir z.B. als Ziel setze, einen Marathon mit einer Zielzeit von 3:30h zu laufen , dann ist das ein unbeschreibliches Gefühl, wenn man das aus eigener Kraft geschafft hat.
Für mich sind solche Erfolge viel wichtiger, als jedes Geld auf der Welt. Natürlich ist Geld wichtig, es macht vieles einfacher. Aber das heisst nicht im Umkehrschluss, dass man partou reich werden muss, um glücklich zu sein.Ich finde es irgendwie traurig, dass offenbar so viele Menschen jeglichen Idealismus über bord geworfen zu haben scheinen.
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Hallo,
irgendwie erinnert die Diskussion gerade doch stark an die Diskussion um den Knopf, der einen reich macht (und einen Menschen irgendwo auf der Welt tötet). War vor ein paar Monaten mal hier.
Beim Rauchen ist die Situation zwar etwas komplizierter, da sich bei regelmäßigem dauerhaften Rauchen die Lebenserwartung signifikant verkürzt, d.h., dass es für 100.000 Euro wahrscheinlich die wenigstens machen würden.
Ich denke aber, bei einer genügend großen Summe würde jeder das Angebot annehmen, wie auch jeder den Knopf drücken will. Ohne jemand Heuchlertum unterstellen zu wollen, aber: Jedes Gerede von "Idealismus" würde in der Praxis doch schnell verstummen, wenn das Angebot dann wirklich auf dem Tisch liegt.
Viele Grüße
Christian
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Hallo
Woher willst du das wissen. Das regt mich immer auf, wenn irgend jemand einfach seine Einstellung als natürlich ansieht und alle anderen Heuchelei vorwirft. Was soll das? Das du es machst, hätte ich mir denken können, aber wie kommst du darauf, dass alle anderen Menschen es auch tun. Wie minhen doch bereist geschrieben hat, gibt es auch ein Haufen Gegenbeispiele.
chrische
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byto schrieb:
Es gibt einfach Dinge im Leben, die man sich nicht für Geld kaufen kann. Zum Beispiel ist es unbezahlbar, Erfolge aus eigener Kraft erzielt zu haben (sei es beruflich oder privat). Wenn ich mir z.B. als Ziel setze, einen Marathon mit einer Zielzeit von 3:30h zu laufen , dann ist das ein unbeschreibliches Gefühl, wenn man das aus eigener Kraft geschafft hat.
Für mich sind solche Erfolge viel wichtiger, als jedes Geld auf der Welt. Natürlich ist Geld wichtig, es macht vieles einfacher. Aber das heisst nicht im Umkehrschluss, dass man partou reich werden muss, um glücklich zu sein.Klar, man kann auch ohne Geld glücklich sein. Mit ist es aber einfacher. Auch eigene Erfolge hängen zum großen Teil mit finanzieller Sicherheit zusammen. Ist doch schön, wenn man einfach mal was ausprobieren kann worauf man Lust hat (eine Firmengründung z.B.), ohne direkt ein finanzielles Risiko zu schaffen. Den Marathon kannst Du auch nur in 3:30 schaffen wenn Du ausreichend Zeit zum trainieren hast. Die hast Du aber nicht, wenn Du drei hungrige Mäuler zuhause sitzen hast und nach Deinem Fließbandjob noch Prospekte austeilen musst. Freizeit ist auch Luxus. Es geht nicht nur darum exzessiven Konsum zu betreiben.
Meiner eigenen Erfahrung nach sind erschreckend oft genau die Leute Idealisten, die noch mit 30 zuhause wohnen und denen es zum Glücklichsein genügt zwischen Pizzaschachteln auf einen Rechner zu starren. Das ist ein Lifestyle, den man sich in Deutschland durch nichts kaputtmachen kann, da es nicht mehr als eine Grundversorgung braucht. Klar, wenn man damit nichts anzufangen weiß, dann bringt auch Geld nichts. Man könnte einen neuen Rechner kaufen, die Mama mal entlasten indem man ihr eine Haushaltshilfe für die Wäsche bezahlt und die Pizza vom teureren Lieferdienst nehmen, aber im Endeffekt ergäbe sich kein direkter praktischer Nutzen.
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Daniel E. schrieb:
Aber das steht in deiner obigen Aussage: der Preis, den man dir bezahlen müsste, damit Du deine Gesundheit aufs Spiel setzt, ist unendlich. Lies: die Opportunitätskosten sind unendlich. Lies: ich würde alles dafür aufgeben, Gesund zu sein. Und das ist eine wahnsinnig bizarre Aussage, findest Du nicht?
Oder Geld ist kein geeignetes Maß für solche Kosten.
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chrische5 schrieb:
Woher willst du das wissen. Das regt mich immer auf, wenn irgend jemand einfach seine Einstellung als natürlich ansieht und alle anderen Heuchelei vorwirft. Was soll das? Das du es machst, hätte ich mir denken können, aber wie kommst du darauf, dass alle anderen Menschen es auch tun. Wie minhen doch bereist geschrieben hat, gibt es auch ein Haufen Gegenbeispiele.
Vielleicht liest du meinen Post nochmal, ich habe explizit niemand Heuchlertum unterstellt, weil Heuchlerei voraussetzen würde, dass die Leute jetzt nicht wirklich der Überzeugung wären, dass Angebot tatsächlich abzulehnen.
Die Beispiele von minhen finde ich allerdings gerade nicht, wo stehen die? Habe den Thread nicht komplett verfolgt.
Warum ich meine Einstellung als "natürlich" ansehe: Irgendwo gehe ich natürlich von einem rationalen Menschenbild aus, also einem Menschen, der im Eigeninteresse handelt (in letzter Konsequenz, nicht direkt offensichtlich). Natürlich bestreiten das die meisten Leute erstmal vehement, aber letztendlich sind es nur ganz wenige, die wirkliche wahre Idealisten sind und nach einem anderen Maßstab leben (man könnte auch Dummköpfe sagen). Dass es jetzt plötzlich die Hälfte der Forennutzer sein soll, kann ich nicht glauben.
EDIT: Um das nochmal klarzustellen, ja ich halte es für rational, für 100 Mio. oder mehr zu rauchen und das Leben damit statistisch um drei Jahre (oder so) zu verkürzen.
Viele Grüße
Christian
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@Daniel: was Luxus angeht bin ich nur zum Teil deiner Meinung: das Problem ist, was genau Luxus bedeutet, denn das scheint von Menschen zu Menschen (in selben Lebensraum) sehr unterschiedlich zu sein, bsp: Boxen für 500 Euro für den Extra Bass-Beat finde ich Luxus, meine Bruder nicht. Ansonsten bin ich bytos Meinung, da müsste ich wieder nackt laufen und selber täglich auf Jagd gehen, um ohne Luxus nach deiner Definition zu leben.
Ich nicht: ich möchte ihnen MÖGLICHKEITEN hinterlassen. Viele High-Quality-Möglichkeiten, damit sie ihr Leben so leben können, wie sie es für richtig halten und nicht, wie ich es für richtig halte.
d.h. du würdest deine Kinder nicht in die Schule schicken, wenn sie sagen "ich will nicht in die Schule?", oder wie soll ich es verstehen?
Wenn Du schon mal irgendwas gemacht hast, wie zB. Skifahren, Bier trinken, Autofahren (oder sonstige Teilnahme am Strassenverkehr), McDonald's-Besuche, zu lang vor dem Rechner rumsitzen ... dann enttarnt dich das.
ich weiß, worauf du hinausgehen willst und hab auch sowas in der Art erwartet. Das Leben ist nun mal gefährlich, es reicht, dass du halb im Schlaf in die Duschwanne einzusteigst und dann bist auch "gefährdet". Auch wenn ich nur zu Fuss bin, ist meine Gesundheit in Gefahr: es genügt, dass ein Auto mich überfährt, dass ein übermuttiger Radkurier mich erwischt ... Leben ist gefährlich. Deswegen ...
Und Du bist nicht bereit, ALLES für Gesundheit aufzugeben.
dürfte ich mich nicht einmal aus dem Haus waagen. Du bist zu radikal mit deiner Argumentation.
Du scheinst wirklich ein Problem mit "Geld" als Konzept zu haben, das sieht man auch daran, daß Du denkst, Geldgier fördere das Schlechteste im Menschen. Das ist nicht so. Geld an sich ist komplett wertfrei und an Geld heranzukommen ...
du bist derjenige, der meine Posts nicht verstanden hab. Ich hab vom Geldgier geredet und dass diese negativ auf den Menschen wirkt, nicht dass das Geld oder Geld-Haben böse ist. Ich will Geld, ja, ich will genug haben, damit ich sorgfrei leben kann, d.h. ich kann meine Miete zahlen, mich gut ernähren, meinen Vereinsbeitrag zahlen und etwas sparen, falls etwas total unvorhergesehenes passiert (Unfall oder sowas in der Art). Dazu brauche ich keine 100 Mio, es genügt mir, dass ich montlich 100 bis 200 € zur Seite lege. Im diesem Sinne: ja, ich will Geld und finde es gut. Aber ich bin nicht geldgierig, ich interessiere mich nicht dafür als Berufseinsteiger sofort im 6 Stelligen Lohn bereich anzukommen oder viel Geld zu machen, indem ich meine Prinzipien über Bord werfe, das ist der Unterschied.
Und ich behaupte, dass Geldgier immer ein schlechtes Attribut ist, bestes Beispiel sieht man es an den Bankmanager, die ihre Banken und damit viele ihrer Kunden in die Ruinen bringen (und diesmal fast den gesammten Staat) aber dennoch in Erwegung ziehen, vor Gericht zu gehen, falls sie ihre Premien in Millionenhöhen nicht bekommen. Und wer zahlt jetzt das? Wir, der Steuerzahler. Und nicht nur Bankmanager sonder Manager im allgemeinen sind in den letzten Jahren sehr oft negativ aufgefallen, und was war *immer* der Grund? Geldgier. Sowas widert mich an.
Geld an sich ist komplett wertfrei und an Geld heranzukommen, fördert das beste im Menschen: seine Intelligenz, seine Ehrlichkeit,
jaja, vor allen die Ehrlichkeit der Politiker, Großkonzern- und Bankmanager wurde in den letzten Jahren das oft genug bewiesen
...
byto schrieb:
Meine Meinung zu dem Thema:
Es gibt einfach Dinge im Leben, die man sich nicht für Geld kaufen kann. Zum Beispiel ist es unbezahlbar, Erfolge aus eigener Kraft erzielt zu haben (sei es beruflich oder privat). Wenn ich mir z.B. als Ziel setze, einen Marathon mit einer Zielzeit von 3:30h zu laufen , dann ist das ein unbeschreibliches Gefühl, wenn man das aus eigener Kraft geschafft hat.
Für mich sind solche Erfolge viel wichtiger, als jedes Geld auf der Welt. Natürlich ist Geld wichtig, es macht vieles einfacher. Aber das heisst nicht im Umkehrschluss, dass man partou reich werden muss, um glücklich zu sein.du sprichst mir wie aus der Seele. Full Ack.
byto schrieb:
Ich finde es irgendwie traurig, dass offenbar so viele Menschen jeglichen Idealismus über bord geworfen zu haben scheinen.
Ebenso, ich bin gern ein Idealist, denn das ist mein Treibstoff.
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Hallo
ChrisM schrieb:
Die Beispiele von minhen finde ich allerdings gerade nicht, wo stehen die? Habe den Thread nicht komplett verfolgt.
Hier im Thread, findest du bestimmt.
ChrisM schrieb:
Warum ich meine Einstellung als "natürlich" ansehe: Irgendwo gehe ich natürlich von einem rationalen Menschenbild aus, also einem Menschen, der im Eigeninteresse handelt (in letzter Konsequenz, nicht direkt offensichtlich).
Da bin ich voll deiner Meinung. Du machst aber den Fehler deine eigene Glückseligkeit auf andere zu projezieren. Du kannst einfach nicht begreifen, dass es manche Menschen eben nicht glücklich macht jemand zu töten und dafür Millionen zu kassieren oder eben andere Dinge zu tun. Du versuchst gar nicht dich in ihre Lage zu versetzen, sondern behauptest einfach sie lügen...
ChrisM schrieb:
Natürlich bestreiten das die meisten Leute erstmal vehement, aber letztendlich sind es nur ganz wenige, die wirkliche wahre Idealisten sind
Klar sind es wenige, aber vorhin hast du noch jeder fett geschrieben
ChrisM schrieb:
und nach einem anderen Maßstab leben (man könnte auch Dummköpfe sagen)
Das kann man dann natürlich auch andersherum sagen.
Jetzt kommt bestimmt gleich deine ultimative Keule: "Gutmensch"
Ich würde schon für 10000 rauchen.
chrische
Viele Grüße
Christian[/quote]
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Bashar schrieb:
Daniel E. schrieb:
Aber das steht in deiner obigen Aussage: der Preis, den man dir bezahlen müsste, damit Du deine Gesundheit aufs Spiel setzt, ist unendlich. Lies: die Opportunitätskosten sind unendlich. Lies: ich würde alles dafür aufgeben, Gesund zu sein. Und das ist eine wahnsinnig bizarre Aussage, findest Du nicht?
Oder Geld ist kein geeignetes Maß für solche Kosten.
Da hat Geld eine Doppelbedeutung.
Als Maß ist es sinnvoll und das ist hier die Bedeutung: Opportunitätskosten.
Als Motivation (also: wie viel man jemandem bezahlen müsste, damit er es tatsächlich tut)? Nicht immer. Kinder zum Tellerwaschen zu überzeugen, klappt mit Geld schlecht, Liebe kann man auch nicht kaufen und wenn man Leuten im Supermarkt Geld anbietet, damit sie einen in der Schlange vorlassen, dann werden sie beleidigt und zum Abendessen bei Bekannten einen 10€-Schein statt einer Flasche Wein mitzubringen, kommt auch nicht so gut (auch wenn man damit coolere Sachen als Wein kaufen kann).
Aber: Geld ist trotzdem das Standardmaß für solche Sachen, aber das messen ist nicht mehr so direkt, daß man hinläuft und Geld auf den Tisch legt. Man muß da Situationen konstruieren, in denen die Leute ihre wahren Präferenzen aufdecken, so daß man "einen Preis draufkleben kann". Ist ein ganz witziges Gebiet und auch recht eng damit verwandt, welche Anreize und Motivatoren in welchen Situationen wirken und welche nicht.
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Daniel E. schrieb:
Bashar schrieb:
Daniel E. schrieb:
Aber das steht in deiner obigen Aussage: der Preis, den man dir bezahlen müsste, damit Du deine Gesundheit aufs Spiel setzt, ist unendlich. Lies: die Opportunitätskosten sind unendlich. Lies: ich würde alles dafür aufgeben, Gesund zu sein. Und das ist eine wahnsinnig bizarre Aussage, findest Du nicht?
Oder Geld ist kein geeignetes Maß für solche Kosten.
Da hat Geld eine Doppelbedeutung.
Die Bedeutung "kleine Scheine, mit denen man Dinge kaufen kann" war aber zuerst da.
Mir scheint, wir reden hier über vollkommen verschiedene Dinge. Das könnte dann auch der Grund sein, warum niemand (außer den geldgierigen) versteht, warum du Geldgier für gut hältst. Verwende doch einfach ein anderes Wort.
Aber: Geld ist trotzdem das Standardmaß für solche Sachen
Warum, wenn es doch offensichtlich ungeeignet ist? Man versucht hier anscheinend, etwas, das statistisch funktionieren mag, einfach so auf individuelles Verhalten zu übertragen.
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supertux schrieb:
Ich nicht: ich möchte ihnen MÖGLICHKEITEN hinterlassen. Viele High-Quality-Möglichkeiten, damit sie ihr Leben so leben können, wie sie es für richtig halten und nicht, wie ich es für richtig halte.
d.h. du würdest deine Kinder nicht in die Schule schicken, wenn sie sagen "ich will nicht in die Schule?", oder wie soll ich es verstehen?
Naja, wenn sie in einem Alter sind, wo man ernsthafte Entscheidungen erwarten kann, dann schon: wenn sie mit 18 nicht das Abi nachmachen oder nicht auf die Uni gehen wollen, tja, man kann auch ohne so eine Ausbildung glücklich werden. Wenn sie nicht in dem Alter sind, dann werden diese Entscheidungen für sie getroffen und das ist auch richtig so. Ich verstehe deinen Einwurf nicht.
Und BTW, auch Bildung ist doch eine Sache die man sehr gut "kaufen" kann. Wenn ich mir die Frage stelle, ob ich eine Ausbildung machen oder studieren soll, dann kann ich mir da die durchschnittlichen finanziellen Ergebnisse nach 5 oder 10 oder 20 Jahren ausrechnen. Und wenn ich trotzdem lieber studieren möchte, obwohl es betreiebswirtschaftlich die falsche Entscheidung ist (weil zB. Philosophie recht geringe Returns hat), dann sind die in nichtmonetären Benefits (Spaß) mindestens so viel wert, wie der wirtschaftliche Verlust. Bam, schon hat der Spaß einen Preisstempel bekommen. Daran ist doch nichts verwerfliches.
Der Punkt mit den Möglichkeiten ist: es gibt Leute, die nicht in der Lage sind, sich in dem Fall für den Spaß zu entscheiden, weil sie das Geld brauchen. Je mehr Geld Du hast, desto mehr Möglichkeiten eröffnen sich dir. Und das ist eine feine Sache, wenn Du mich fragst, auch wenn das etwas dubiose Feld der Glücklichkeitsforschung da teilweise etwas andere Ergebnisse produziert (wenigstens ab einem gewissen Wohlstandsniveau), weil die Leute mit den vielen Möglichkeiten "überfordert" sind. Tja. Ich finde das immer noch sehr gute Probleme.
[Und Du bist nicht bereit, ALLES für Gesundheit aufzugeben.]
dürfte ich mich nicht einmal aus dem Haus waagen. Du bist zu radikal mit deiner Argumentation.Nein. Du bist zu radikal in deiner Aussage. Wir halten also fest, daß Gesundheit nicht das ein und alles ist und jeder zu einem gewissen Grad bereit ist, Gesundheit für Spaß usw. aufzugeben. Und ich sage nur: Du kannst auch auf Spaß einen Preis draufschreiben. Daß Du es aus psychologischen Gründen nicht tun würdest, wenn man das Geld vor dir auf den Tisch legt, ist eine ganz andere Geschichte.
Du scheinst wirklich ein Problem mit "Geld" als Konzept zu haben, das sieht man auch daran, daß Du denkst, Geldgier fördere das Schlechteste im Menschen. Das ist nicht so. Geld an sich ist komplett wertfrei und an Geld heranzukommen ...
du bist derjenige, der meine Posts nicht verstanden hab. Ich hab vom Geldgier geredet und dass diese negativ auf den Menschen wirkt, nicht dass das Geld oder Geld-Haben böse ist. Ich will Geld, ja, ich will genug haben, damit ich sorgfrei leben kann, d.h. ich kann meine Miete zahlen, mich gut ernähren, meinen Vereinsbeitrag zahlen und etwas sparen, falls etwas total unvorhergesehenes passiert (Unfall oder sowas in der Art). Dazu brauche ich keine 100 Mio, es genügt mir, dass ich montlich 100 bis 200 € zur Seite lege. Im diesem Sinne: ja, ich will Geld und finde es gut. Aber ich bin nicht geldgierig, ich interessiere mich nicht dafür als Berufseinsteiger sofort im 6 Stelligen Lohn bereich anzukommen oder viel Geld zu machen, indem ich meine Prinzipien über Bord werfe, das ist der Unterschied.
Ich sehe überhaupt keinen Unterschied. Dir scheinen die Zahlen (100 vs. 100 Mio) nicht zu gefallen, aber das ist überhaupt keine Diskussion über Prinzipien, sondern eine, über die richtigen Zahlen.
Ist Bill Gates gierig? Warren Buffet? Brad Pitt? Josef Ackermann? Helmut Kohl?
Und ich behaupte, dass Geldgier immer ein schlechtes Attribut ist, bestes Beispiel sieht man es an den Bankmanager, die ihre Banken und damit viele ihrer Kunden in die Ruinen bringen (und diesmal fast den gesammten Staat) aber dennoch in Erwegung ziehen, vor Gericht zu gehen, falls sie ihre Premien in Millionenhöhen nicht bekommen.
(1) Gier ist gar keine Erklärung für die Krise, oder glaubst Du, die Manager sind in den letzten Jahren viel gieriger geworden?
(2) Die Frage ist ausserdem nicht, warum sie das Geld nehmen, das ihnen angeboten wird (dafür wäre "Gier" vielleicht sogar die Antwort). Die Frage ist, warum es ihnen jemand anbietet.
Das ist eben auch der Unterschied zwischen uns und Ackermann: uns bietet es einfach niemand an. Und wenn morgen mir jemand einen Koffer mit ner Mio. € ohne Verpflichtung irgendwas zu tun in die Hand drückt, dann nehm ich das. Das ist doch gar keine Frage (würdest Du es nicht tun?). Aber das ist doch, was Du mit "Geldgier" beschreibst.(3) Da geht es doch auch nur um Vertragserfüllung.
Gäbe es keine Gier, hätte ich vermutlich heute noch nichts gegessen und einen Computer hätte ich auch nicht. Gier ist gut.
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Bashar schrieb:
Daniel E. schrieb:
Bashar schrieb:
Daniel E. schrieb:
Aber das steht in deiner obigen Aussage: der Preis, den man dir bezahlen müsste, damit Du deine Gesundheit aufs Spiel setzt, ist unendlich. Lies: die Opportunitätskosten sind unendlich. Lies: ich würde alles dafür aufgeben, Gesund zu sein. Und das ist eine wahnsinnig bizarre Aussage, findest Du nicht?
Oder Geld ist kein geeignetes Maß für solche Kosten.
Da hat Geld eine Doppelbedeutung.
Die Bedeutung "kleine Scheine, mit denen man Dinge kaufen kann" war aber zuerst da.
Na, das Konzept Kosten (also letztlich immer Opportunitätskosten) ist sicher sehr viel älter. Und Kosten in Geld zu messen, nun, das ist doch nicht so überraschend.
Mir scheint, wir reden hier über vollkommen verschiedene Dinge. Das könnte dann auch der Grund sein, warum niemand (außer den geldgierigen
) versteht, warum du Geldgier für gut hältst. Verwende doch einfach ein anderes Wort.
Erleuchtetes Selbstinteresse? Solche Kuschelsprache kannst Du behalten. Geldgier. Mit möglichst wenig Einsatz möglichst viel Output erziehen. Das ist gut.
Aber: Geld ist trotzdem das Standardmaß für solche Sachen
Warum, wenn es doch offensichtlich ungeeignet ist? Man versucht hier anscheinend, etwas, das statistisch funktionieren mag, einfach so auf individuelles Verhalten zu übertragen.
Warum? Mir scheint, es ist ganz hervorragend geeignet, wenn man es mal verstanden hat.