Wozu einen Editor?



  • Hi,

    meine Frage ist wieder ein wenig allgemein gehalten und vielleicht provokativ.

    Doch frage ich mich langsam wozu genau ich einen Editor benötige? Nach dem letzten Thread bin ich einige Zeit bei Geany geblieben.

    Allerdings muss ich gestehen, dass ich seit einiger Zeit immer mehr ganz spartanisch bei Debian 6 und der Kommandozeile geblieben bin. Dadurch habe ich jetzt einigermaßen begriffen, dass ich i.d.R. zwei Schritte durchführen muss, nämlich einzelne Dateien kompilieren und anschließend Linken.

    In diesem Zusammenhang bietet ein Editor doch lediglich die Möglichkeit das ganze per 'Knopfdruck' zu erledigen.

    Umgekehrt lässt sich dieses 'ausführen per Knopfdruck' doch auch mit einem Shell-Skript realisieren, was dann gemeinhin makefile genannt wird, oder nicht? Dadurch würde ich meine Linuxkenntnisse weiter vertiefen.

    Außerdem verstehe ich solche Argumente wie Projekt Management nicht. Was genau soll das heißen? Dass ich i.d.R. eine Spalte habe, in der ich ein Ordnerverzeichnis angezeigt bekomme um zu sehen was wo liegt? Das sollte ich doch auch so wissen.
    Manchmal habe ich auch den Eindruck, dass die Autovervollständigung funktioniert, obwohl ich mich auf Methoden aus anderen Dateien beziehe. Allerdings nur manchmal. Aber dazu muss ich den Namen der Methode ohnehin kennen, sonst nützt mir die Autovervollständigung auch nix.

    Sogar das Debian interne nano oder gedit verfügen über Syntax Highlighting.

    Also wozu eigentlich einen Editor?

    Ich habe den Eindruck, seit meiner Arbeit mit Linux werde ich mehr und mehr Spartaner. Weniger bunte Knöpfe, aber dafür genau wissen was im Hintergrund abläuft. 😃

    Gruß,

    Klaus.



  • Also entweder schreibst du deine Programme mit cat > foo.c oder du weißt nicht, was ein Editor ist.

    edit: Ich weiß, dass du wohl IDEs meinst; aber ich weiß auch, dass du trollst.



  • Klaus82 schrieb:

    Also wozu eigentlich einen Editor?

    Wozu eigentlich überhaupt ein Betriebssystem?

    http://xkcd.com/378/ 😉

    btw: nano ist ein Editor, genauso wie gedit (hence the name)...

    Klaus82 schrieb:

    Ich habe den Eindruck, seit meiner Arbeit mit Linux werde ich mehr und mehr Spartaner. Weniger bunte Knöpfe, aber dafür genau wissen was im Hintergrund abläuft. 😃

    Also ich weiß auch genau was im Hintergrund abläuft wenn ich in meiner IDE auf Build drück. Dafür muss ich auf die bunten Knöpfe, die das Arbeiten soviel einfacher machen, nicht verzichten...

    Makefiles sind übrigens keine Shell Skripte, sondern, wenn du so willst, eben Skripte für make.
    Es ist vielleicht ganz interessant ein- oder zweimal für ein Miniaturprojekt so ein Makefile zu schreiben, aber für ernsthafte Arbeit würd ich auf jeden Fall zu einer IDE raten...



  • ...


  • Mod

    dot schrieb:

    Also ich weiß auch genau was im Hintergrund abläuft wenn ich in meiner IDE auf Build drück.

    Gefeolgert aus dem was hier im Forum so an Fragen kommt, behaupte ich mal, dass das eher die Ausnahme ist.

    (Ich habe gehört, manche Leute wissen nicht einmal, dass ihre IDE einen Editor benutzt 😃 )



  • this->that schrieb:

    ...

    Ja, ja ... wir kennen alle solche wertvollen Beiträge.

    Was mich z.B. bei diesem Projekt Management irritiert sind die Klassen. Ich sehe ja ein, dass die Programmierung einer solchen Klasse den Vorteil hat, dass man sie als 'Black Box' weitergeben kann. Sie führt eine Aufgabe aus, ohne dass sich die Person im Detail darum kümmern muss, was genau passiert.

    Allerdings muss ich zur Verwendung doch die Namen der Memberfunktionen kennen oder wissen, wie ich die Klasse korrekt verwende. Also entweder gibt mir der Programmierer der Klasse ein Mini Manual oder ich muss in den Quellcode schauen und es selbst herausfinden.

    Und da nützt es mir doch herzlich wenig, wenn ich eine Seitenleiste mit einem Ordnerverzeichnis habe, einen Explorer kann ich auch selbst öffnen.
    Ich bräuchte ja besser einen Überblick über die ganzen Namen von Memberfunktionen.

    Bei Netbeans hatte ich manchmal den Eindruck, dass ich bei Verwendung einer Klasse im Zuge der Autovervollständigung Vorschläge bekam - also die Klassenfunktionen aufgelistet.

    Ist sowas in der Art gemeint?

    Gruß,
    Klaus.



  • Gib doch mal in die Konsole ein
    vimtutor de



  • Klaus82 schrieb:

    Sogar das Debian interne nano oder gedit verfügen über Syntax Highlighting.

    Also wozu eigentlich einen Editor?

    Geany kann mehr als nano oder gedit.

    Geany zeigt dir z.B. alle Variablen und Funktionen in der Seitenleiste an, das ist besonders hilfreich, wenn du mal in PHP programmieren willst.

    In PHP geht nämlich so etwas:

    $eierlegendewollmilchsau = 42;
    
    .... // Viel weiterer Code
    // Irgendwann wollen wir unsere obige Variable wieder benutzen und "tun" das hier:
    
    $eierlegendewollmilhcsau += getErgebis();
    echo $eierlegendewollmilchsau;
    

    Und denkste jetzt, daß das Ergebnis hinzugefügt wurde?

    Tja, falsch gedaht, es wird immer noch 42 ausgegeben.
    Über der Ausgabe von echo schlich sich nämlich ein Tippfehler beim Variablennamen für das addieren von getErgebnis() ein, was dazu führte, daß es nun zwei Variablennamen gibt und in PHP ist das einer der schlimmsten Bugs, weil man sich mit nem einfachen Editor wie nano oder gedit in PHP nen Wolf nach Tippfehlern suchen kann.

    Ich hatte mal so nen Bug und benutze damals noch so einen Editor.
    Die Bugsuche hat mich dann 7 h gekostet, bis ihn endlich sah.

    Mit einem Editor wie Geany passiert dir das nicht, weil Geany alle Variablen in der Seitenleiste noch mal auflistet und da würden zwei ähnlich klingende Variablen, von denen eine einen Tippfehler enthält, sehr schnell auffallen.
    Der Computer kann's halt besser als der Mensch.

    Deswegen sind Editoren wie Geany sinnvoll.
    Insbesondere bei Sprachen wie PHP, die nichtmal eine ordentliche Variablendeklaration verlangen, wo man Variablen überall sofort anlegen kann, würg.



  • Okay,

    dann sage ich mal, dass ein Editor die Buchhaltung extrem unterstützt. Oder in Neudeutsch eben 'Project Management'.

    Ich bin eben von der anderen Seite gekommen, dass ich Netbeans verwendet hatte, was scheinbar 'sogar' eine IDE ist und nie so recht drüber nachgedacht hatte, was beim Knöpfchen drücken mit meinem Quellcode angestellt wird.

    Ich denke das habe ich jetzt ein wenig verstanden.

    Dann kann ich mich eigentlich wieder - das Gewissen beruhigt - der Bequemlichkeit des Editors hingeben.

    Vielleicht sollte ich mal als nächstes Debugging lernen, immerhin gehöre ich immernoch zu den Leuten, die alle paar Zeilen ein

    cout << "Hier" << endl;
    

    einfügen, um zu sehen wie weit mein Programm kommt. 😃

    Gruß,

    Klaus.



  • Die Frage ist ja, wie weit man immer etwas wissen muß? Das etwas gelinkt wird, werde ich ja spätestens dann lernen müssen, wenn ich eine Dritt-Bibliothek nutzen will. Oder vielleicht sogar selber eine entwickeln will.

    Deshalb halte ich es nicht für tragisch, wenn jemand zu Anfang nicht weiß, das etwas gelinkt wird. Denn man kann ja nicht alles auf einmal lernen. Eine Lehrreiheinfolge muß es halt geben. Wenn ich das eine noch nicht weiß, weiß ich vielleicht dafür etwas anderes, das jemand anderes in einer anderen Lehrreihenfolge nicht weiß.


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