Botannik: Biologische Uhr bei Pflanzen



  • Aufgrund dieses arschkalten Frühlingswetters mache ich über folgendes Phänomen Gedanken:

    Ich schaue gerade aus dem Fenster, sehe, dass die Bäume noch keine Grüntriebe haben. Gut gemanagt, denn der Frost hätte diese gekillt. Nun das Bäume das Laub im Herbst länger halten, wenn die Winter lang werden, ist ja auch bekannt.

    Die Frage ist: Woher wissen die Pfanzen das? Nekrose und Blühen nach einer langfristigen Wetterentwicklung zu orientiert?

    Kennt irgend jemand von Euch eine Quelle oder ein paar Buzz dazu?

    Danke.


  • Mod

    Ich kann mich nur noch an den Mechanismus zum Abwerfen der Blätter im Herbst erinnern, aber im Frühling wird es wohl sehr ähnlich zugehen: Pflanzen haben auch ein Hormonsystem. Also Wechselkreisläufe und Gleichgewichte, durch die biologische Vorgänge zeitlich gesteuert werden können. Also im Falle von Wechselkreisläufen regelmäßige Vorgänge und im Falle von Gleichgewichten als Reaktion auf äußere Reize, die das Gleichgewicht verändern. Im Herbst hat man einen äußeren Reiz: Durch verminderte Lichtzufuhr wird die Bildung von Chlorophyll verringert, da für dessen Bildung Licht notwendig ist. Dieser Mangel bringt den Hormonhaushalt durcheinander, wodurch dann eine ganze Kette anderer Vorgänge ausgelöst werden, die im Endeffekt zum Abwerfen der Blätter führen.

    Den genauen Mechanismus im Frühling kenne ich nicht, würde jedoch mal auf eine temperaturgesteuerte Reaktion tippen, weil:
    1. Die meisten lichtempfindlichen Organe wurden schließlich im Herbst abgeworfen.
    2. Wenn man Zweige ins Haus holt (Osterstrauch), beginnen diese nach kurzer Zeit zu knospen, obwohl es im Haus tendenziell dunkler ist, aber dafür wärmer.



  • Hi SeppJ,

    d.h. der Trend kein Laub zu bilden wird durch konstante niedrige Temperaturen festgelegt. Nach einer kurzen Wärmeperiode, wäre der Prozess eingeleitet und nicht mehr während einer Frostperiode einstellbar?!?

    Wenigstens plausibel. Danke.


  • Mod

    Prof84 schrieb:

    d.h. der Trend kein Laub zu bilden wird durch konstante niedrige Temperaturen festgelegt. Nach einer kurzen Wärmeperiode, wäre der Prozess eingeleitet und nicht mehr während einer Frostperiode einstellbar?!?

    Wie gesagt, beim Laubbilden ist der Prozess Spekulation meinerseits durch Übertragung meiner Kenntnisse des Laubverlierens und Anpassung an meine eigenen Beobachtungen. Ich würde mal weiter spekulieren, dass, wenn es nach eine Warmphase plötzlich wieder kalt wird, der Prozess auch wieder unterbrochen werden kann. Sonst wäre die Spezies der Laubbäume in Mitteleuropa längst ausgestorben.



  • Hi,

    ich lege dafuer nicht meine Hand ins Feuer aber ich erinnere mich dunkel an eine Vorlesung ueber Phytohormone. Ich glaube es war die Gibberelinsaeure, die die Pflanzenruhe aufhebt. Pflanzen sind sozusagen keine "warmblutige" Organismen, deswegen haengt der Stoffwechsel (und somit die produktion von Phytohormonen) direkt mit der Temperatur zusammen. Wird es warm, gelangen durch die Pflanzenfasern (Xylem, Phloem) genug Hormone in die Knospen. Ist ein gewisser Threshold erreicht muesste das Blattwachstum einsetzen. Ich glaube aber, dass es noch etwas komplexer ist und mehrere Systeme fuer die Einleitung und Aufrechterhaltung der Homoeostase verantwortlich sind...

    Fuer die Reifung und Ablaubung ist soweit ich weiss Ethylen zustaendig. Und das wird glaube ich auch im Zusammenhang mit dem Lichtrhytmus induziert.

    Was das "gute Timing" angeht: Pflanzen sind nicht perfekt, denn hier war es eigentlich recht warm und die Baeume haben das Knospen angefangen. Jetzt schneits und friert's hier wie verrueckt und die Knospen frieren an...

    Gruss



  • Hey! Danke.


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