Nebenverdienst für C++'ler ?



  • Guten Abend,

    ich habe mir in den vergangenen Jahren selbst C++ mit Qt, Multithreading mit pthread usw. angeordnet. Auch über Algorithmendesign und Datenstrukturen (Binary Heaps etc.) verstehe ich mittlerweile einiges. Allerdings habe ich keinen Bachelor oder ähnliches. Früher habe ich oft als Webentwickler bei einer lokalen Agentur gejobbt.

    Ich möchte jetzt langfristig einen kleinen Verdienst im CPP Bereich finden, weil ich da die Stundensätze für höher halte und mir Webentwicklung zu fad auf Dauer ist.

    Mein Problem ist allerdings, dass ich schauen muss wo ich mich überhaupt bewerben könnte. Ich würde am liebsten Firmen in meinem Umfeld finden, die C++ einsetzen und nicht umbedingt Stellen ausschreiben.. Da mach ich einfach mal ein Praktika und überzeuge die entsprechenden Leute.. Was meint ihr ?

    Welche Quellen (Projektbörsen) würdet ihr so empfehlen um Einzelaufträge selbst abzuarbeiten.. Empfehlt ihr das ?

    Mfg,
    Topaz



  • Topaz schrieb:

    Empfehlt ihr das?

    Wenn du dich mit Indern und deren Lebenshaltungskosten messen willst 😕



  • Topaz schrieb:

    ich habe mir in den vergangenen Jahren selbst C++ mit Qt, Multithreading mit pthread usw. angeordnet. Auch über Algorithmendesign und Datenstrukturen (Binary Heaps etc.) verstehe ich mittlerweile einiges. Allerdings habe ich keinen Bachelor oder ähnliches. Früher habe ich oft als Webentwickler bei einer lokalen Agentur gejobbt.

    Warum willst Du einen 'Nebenverdienst', bzw. was verstehst Du unter Nebenverdienst?
    Gibt es da einen Hauptverdienst oder wie ist Deine aktuelle Lage? Das beschreibt ja auch, wie flexibel Du da bist.

    Klingt doch auf den ersten Blick halbwegs kompetent. Das musst Du natürlich zu belegen wissen, zum Beispiel durch einen Bachelor oder Praxiserfahren. Hast Du beispielsweise bereits Projekte fertiggestellt, so dass man Dich irgendwie einschätzen kann?

    Topaz schrieb:

    Ich möchte jetzt langfristig einen kleinen Verdienst im CPP Bereich finden, weil ich da die Stundensätze für höher halte und mir Webentwicklung zu fad auf Dauer ist.

    Mein Problem ist allerdings, dass ich schauen muss wo ich mich überhaupt bewerben könnte. Ich würde am liebsten Firmen in meinem Umfeld finden, die C++ einsetzen und nicht umbedingt Stellen ausschreiben.. Da mach ich einfach mal ein Praktika und überzeuge die entsprechenden Leute.. Was meint ihr ?

    Wer bist Du denn überhaupt? Ich gehe jetzt mal von Schüler oder aus, wegen des Nebenverdienstes.

    Ich würde mich einfach mal mit einem selbstgeschrieben Projekt präsentieren wollen und Softwarefirmen in der Umgebung Dein Dienste anbieten.
    Die Idee mit dem Praktika ist grundsätzlich auch nicht schlecht, so haben wir hier auch einen Nebenjobbler in die Firma bekommen.

    Topaz schrieb:

    Welche Quellen (Projektbörsen) würdet ihr so empfehlen um Einzelaufträge selbst abzuarbeiten.. Empfehlt ihr das ?

    Projektbörsen sind in der Regel was für längere Beschäftigungen, ob das als Nebenjob so geeignet ist, vermute ich eher nicht. Wenn dann nehmen die dich wohl lieber komplett für drei Monate oder so. 😉

    Es ist natürlich alles sehr abhängig von Deinem sonstigen Umfeld.



  • Einen Bachelor habe ich nicht, da ich derzeit noch im Fernstudium mein Abitur nachhole (aus gesundheitlichen Gründen hatte das am Gymnasium nicht geklappt). Ich lese mir das ganze Wissen halt aus den Büchern an, die meist für Studenten geschrieben wurden. Mich interessiert die Materie halt sehr, weshalb ich auch 1000-Seiten Schinken über den Compilerbau mein Eigentum nennen kann. Deshalb würde ich mich für die Teilmenge des Studi-Wissens was ich bisher benötigt/gelernt habe als gleichwertig kompetent bezeichnen. Aber mein Wissen ist eben noch nicht so breit angelegt wie es im Studium wohl vermittelt wird.

    Derzeit schließe ich ein Projekt ab, dass ich die vergangenen 24 Monate durchgezogen habe. Dabei sind ca. 70.000 Zeilen modularer C++-Code bei rum gekommen (inkl. Qt-UI, TCP Server & Client, massivem Multithreading). Ich könnte also gut einige Algorithmen daraus einer Bewerbung beilegen. Das finden von Race Conditions (und Deadlocks etc. sowieso) ist z.B. kein Problem für mich, wenn auch zeitaufwändig.
    Das Projekt habe ich komplett auf eigenes Risiko finanziert, ob Einnahmen enstehen werden ist der Zeit noch unklar. Deswegen möchte ein Sicherheitsnetz einspannen, falls das schief geht.

    Die Projektbörsen habe ich selbst auch schon eingesetzt, als Auftraggeber. Erste Versuche sich auf Jobs zu bewerben waren durchweg abgelehnt. Da versteht man etwas mehr, warum sich viele mit nicht auf die Projektbeschreibung eingehenden Texten bewerben, weil man einfach so viele Bewerbungen raushauen muss um was zu ergattern.

    Als Backup hätte ich halt noch die Webentwicklung, aber wie beschrieben ist das etwas fad auf Dauer.



  • Topaz schrieb:

    Einen Bachelor habe ich nicht, da ich derzeit noch im Fernstudium mein Abitur nachhole (aus gesundheitlichen Gründen hatte das am Gymnasium nicht geklappt). Ich lese mir das ganze Wissen halt aus den Büchern an, die meist für Studenten geschrieben wurden.

    Davon gibt's von meiner Seite schonmal ein dickes "Daumen hoch".

    Topas schrieb:

    Mich interessiert die Materie halt sehr, weshalb ich auch 1000-Seiten Schinken über den Compilerbau mein Eigentum nennen kann.

    Ich kenne keinen 1000 Seiten Schinken über Compilerbau. Und an dem Thema bin ich sehr interessiert, weil ich selbst einen entwickle. Das einzige, was mir dazu einfällt wäre das Drachenbuch, was aber meines Wissens nicht auf 1000 Seiten kommt und im Drachenbuch wird die semantische Analyse kaum behandelt - also der interessante Teil des Compilers. Allgemein kenne ich kein gutes (praktikables) Buch über Compilerbau.

    Unabhängig davon möchte ich Dir aber den Rat geben, kein Fachbuch zu lesen, was über 500 Seiten hat (Ausnahmen nach kritischer Betrachtung). Wer sein Thema in 300 Seiten nicht erklärt bekommt hat entweder nur eine Referenz geschrieben oder extrem viel Füllmaterial.

    Topas schrieb:

    Deshalb würde ich mich für die Teilmenge des Studi-Wissens was ich bisher benötigt/gelernt habe als gleichwertig kompetent bezeichnen. Aber mein Wissen ist eben noch nicht so breit angelegt wie es im Studium wohl vermittelt wird.

    Derzeit schließe ich ein Projekt ab, dass ich die vergangenen 24 Monate durchgezogen habe. Dabei sind ca. 70.000 Zeilen modularer C++-Code bei rum gekommen (inkl. Qt-UI, TCP Server & Client, massivem Multithreading). Ich könnte also gut einige Algorithmen daraus einer Bewerbung beilegen. Das finden von Race Conditions (und Deadlocks etc. sowieso) ist z.B. kein Problem für mich, wenn auch zeitaufwändig.

    Gib die Kenndaten durch. 70000LOC, Modular, C++, Qt, Client/Server, Multithreading.
    Mindestens genauso wichtig wie ein Studium ist Erfahrung. Und das sind schöne Schlüsselworte, die Du da auflistest.

    Topas schrieb:

    Die Projektbörsen habe ich selbst auch schon eingesetzt, als Auftraggeber. Erste Versuche sich auf Jobs zu bewerben waren durchweg abgelehnt. Da versteht man etwas mehr, warum sich viele mit nicht auf die Projektbeschreibung eingehenden Texten bewerben, weil man einfach so viele Bewerbungen raushauen muss um was zu ergattern.

    Vielleicht ist Dein Preis zu hoch für jemanden "ohne" Projekt-Erfahrung und Reputation.

    Topas schrieb:

    Als Backup hätte ich halt noch die Webentwicklung, aber wie beschrieben ist das etwas fad auf Dauer.

    Da wäre ich vorsichtig. Als ich nach dem Studium in die Webentwicklungsecke gedrückt wurde, war das mit ein Grund zu kündigen. Die Jobs ergeben nicht nur den Lebenslauf, sondern der Lebenslauf ergibt auch die zukünftigen Jobs. Wenn Dein Job Webentwicklung ist, ist die größte Chance in Zukunft auch in der Webentwicklung unter zu kommen, schließlich hast Du da die meiste Erfahrung.



  • Ich kenne keinen 1000 Seiten Schinken über Compilerbau.

    Ich habe gerade nochmal nachgeschaut. Es ist die deutsche "Übersetzung" des Drachenbuchs aus der Pearson Studium Reihe und hat genau 1296 Seiten 🙂 inkl. Semantische & lexikalische Analyse 🙂 Ich mag es, wenn ich weiß das die Bücher noch viele Details und Hintergrunderläuterungen beinhalten die ich bei Interesse nachschlagen kann.



  • Topaz schrieb:

    Ich kenne keinen 1000 Seiten Schinken über Compilerbau.

    Ich habe gerade nochmal nachgeschaut. Es ist die deutsche "Übersetzung" des Drachenbuchs aus der Pearson Studium Reihe und hat genau 1296 Seiten 🙂 inkl. Semantische & lexikalische Analyse 🙂 Ich mag es, wenn ich weiß das die Bücher noch viele Details und Hintergrunderläuterungen beinhalten die ich bei Interesse nachschlagen kann.

    Ich habe die deutsche Übersetzung, aber noch die alte, die in 2 Bänden geliefert wird mit nicht ganz 1000 Seiten.

    Aber es stimmt schon: Kapitel 6 - Typüberprüfung ist drin.

    Als ich damals damit angefangen habe, habe ich mir das Drachenbuch angeguckt, aber nichts gefunden, was ich lesenswert fand. Vielleicht habe ich das deswegen mit 'steht nichts brauchbares dazu drin' abgehakt.



  • Xin schrieb:

    Topas schrieb:

    Mich interessiert die Materie halt sehr, weshalb ich auch 1000-Seiten Schinken über den Compilerbau mein Eigentum nennen kann.

    Ich kenne keinen 1000 Seiten Schinken über Compilerbau.

    DAS ist eine Bildungslücke! The Art of Computer Programming 👍



  • junta schrieb:

    DAS ist eine Bildungslücke! The Art of Computer Programming 👍

    ... ist kein Buch über Compilerbau.



  • Bashar schrieb:

    junta schrieb:

    DAS ist eine Bildungslücke! The Art of Computer Programming 👍

    ... ist kein Buch über Compilerbau.

    Aber sicher!

    Knuth started to write a book about compiler design in 1962, and soon realized that the scope of the book needed to be much larger. In June 1965, Knuth finished the first draft of what was originally planned to be a single volume of twelve chapters. His hand-written first-draft manuscript (completed in 1966) was 3,000 pages long: he had assumed that about five hand-written pages would translate into one printed page, but his publisher said instead that about 1½ hand-written pages translated to one printed page. This meant the book would be approximately 2,000 pages in length. The publisher was nervous about accepting such a project from a graduate student. At this point, Knuth received support from Richard S. Varga, who was the scientific advisor to the publisher. Varga was visiting Olga Taussky-Todd and John Todd at Caltech. With Varga's enthusiastic endorsement, the publisher accepted Knuth's expanded plans. In its expanded version, the book would be published in seven volumes, each with just one or two chapters.[1] Due to the growth in the material, the plan for Volume 4 has since expanded to include Volumes 4A, 4B, 4C, 4D, and possibly more.

    - http://en.wikipedia.org/wiki/The_Art_of_Computer_Programming

    👎



  • Versuchs nochmal, das Zitat widerspricht mir doch gar nicht.



  • Bashar schrieb:

    Versuchs nochmal, das Zitat widerspricht mir doch gar nicht.

    Sry, aber mit solchen Spitzfindigkeiten ärger ich mich heute nicht herum. 🙄



  • junta schrieb:

    Sry, aber mit solchen Spitzfindigkeiten ärger ich mich heute nicht herum. 🙄

    Das sind keine Spitzfindigkeiten; TAOCP ist _kein_ Buch über Compilerbau.

    Schau doch bitte mal hier drüber:
    http://en.wikipedia.org/wiki/The_Art_of_Computer_Programming#Volumes



  • nman schrieb:

    junta schrieb:

    Sry, aber mit solchen Spitzfindigkeiten ärger ich mich heute nicht herum. 🙄

    Das sind keine Spitzfindigkeiten; TAOCP ist _kein_ Buch über Compilerbau.

    Schau doch bitte mal hier drüber:
    http://en.wikipedia.org/wiki/The_Art_of_Computer_Programming#Volumes

    Noch nicht (Volume 5-7) 😃

    Der Typ braucht eben bisschen Hilfe, sonst wird das nie fertig. 😞



  • Ich melde mich dann mal wieder zu Wort. In meiner Gegend in NRW ist nicht viel los, ich würde daher am liebsten als Remote Freelancer arbeiten. Meine Interessen gehen sehr stark in Richtung Skalierbarkeit und komplexere Datenstrukturen / Hardcore Optimierungen für CPU Software.

    Auf Grund meiner aktuellen Situation muss ich jedoch entweder ein selbständiges Projekt angehen das relativ sicher bald Einnahmen abwirft oder für eine Firma arbeiten, um meine eigenen Projekte zu finanzieren. Langfristig mag ich ausschließlich meine eigenen Projekte coden, ein Leben als Indie Dev also.

    In meiner Gegend finde ich kaum etwas das mit x86 C/C++ zu tun hat und mir einen Einstieg ohne Studium ermöglichen würde. Wo es dann wieder in Richtung Webdesign geht.. 😡



  • Topaz schrieb:

    Ich melde mich dann mal wieder zu Wort. In meiner Gegend in NRW ist nicht viel los, ich würde daher am liebsten als Remote Freelancer arbeiten. Meine Interessen gehen sehr stark in Richtung Skalierbarkeit und komplexere Datenstrukturen / Hardcore Optimierungen für CPU Software.

    Abgesehen von den Deutschkenntnissen, was unterscheidet dich dann vom Inder?

    Ich würde sagen für einen deutschen Entwickler, zu deutschen Preisen ist Präsenz das wichtigste Verkaufsargument.



  • Mich kann man verklagen wenn ich plötzlich nichtmehr erreichbar bin :p Meine Erfahrung mit der indischen Arbeitskultur ist zweischneidig. Jene, die gute Arbeit pünktlich und im Budget abliefern verlangen mittlerweile meist auch hohe Stundensätze, die wissen schon was sie wert sind.

    Ih bin bereit ab und an präsent zu sein, nur eben nicht ständig. Dann kann ich auch direkt als Webentwickler in Vollzeit arbeiten (mache ich beides nicht so gerne).



  • Das mindeste was für deinen neuen Job tun kannst, ist 40-60 Stunden im Büro anwesend zu sein. Ein Heimarbeiter braucht kaum jemand, da man viele Sachen besser mit der Person vor Ort klären kann.


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