Umstieg auf SSD sinnvoll?



  • Moin liebes Forum,

    ich stelle vermehrt fest, dass Linux Mint und Windows 10 beim Benutzen meiner IDEs recht langsam sind (Windows 10 gar etwas stärker betroffen). Es werden PhpStorm, IntelliJ IDEA , Rider, CLion und DataGrip benutzt, also ein Großteil der JetBrains-Palette.

    Mir wird beim Überwachen der Prozesse in beiden Betriebssystemen oft die Festplatte als Ursache angezeigt. Nur muss ich gestehen, ich verwende lediglich eine 1TB-HDD, welche den ganzen Kram des Rechners verwaltet. Ich habe keine separate Festplatte für die Betriebssysteme o.ä.

    Ich gehe stark davon aus, dass ich meinen Speicher modularisieren sollte (bspw. drei SSDs, eine für die Betriebssysteme, die andere für regulären Speicher und die letzte für Backups).

    Bevor ich auf Teufel komm raus drei SSDs bestelle und ggf. kaum einen Effekt bemerke, wollte ich schauen, ob vielleicht jemand anderes entsprechende Erfahrungen gemacht hat?

    Ich habe noch nie den Sprung von HDD Richtung SSD gewagt, höre jedoch oft Positives.

    Mir geht es auch darum, dass ich befürchte, mit meiner Annahme falsch zu liegen und an der falschen Stelle zu schrauben.



  • Du wirst einen Riesenunterschied feststellen, besonders bei reinen Lesevorgängen (also z.B. beim Booten, Starten eines Programmes, Dateien anzeigen, etc.). Aber selbst Schreibvorgänge (Kopieren) sind merklich schneller.

    Ob du jetzt gleich 3 SSDs dir anschaffst, mußt du dir überlegen, aber besonders für das OS solltest du eine SSD benutzen (weil man dort ja auch [meist] den "Programme"-Ordner hat) - und falls du bisher auch noch den Swap-Speicher benutzt, dann erst recht.

    Die Projekte selbst (bzw. Backups) kannst du ja weiterhin auf der HDD lassen - oder du kopierst dir die aktuellen Projekte auf die SSD.

    Edit: Und du wirst, außer dem Lüfter, nichts mehr vom Rechner hören (kann erst ein wenig gewöhnungsbedürftig sein ;-).


  • Mod

    Umstieg auf SSD war das wirksamste Upgrade, dass ich je gemacht habe, und das will was heißen. Fast wie ein neuer Computer. Das einzige Upgrade in meinem Leben, dass da auch nur nahe kommt, war meine erste 3D-Grafikkarte.

    Auf dem Numbercrunchingrechner an der Uni, der extreme Mengen RAM hatte und nur zweimal im Jahr neu gestartet wurde, war der Effekt minimal. Daher war ich selber immer skeptisch gegenüber einem Upgrade des Heimrechners. Da lag ich total falsch! Auf dem Heimrechner, mit gemischtem Anwendungsprofil, war das ein Upgrade, das mich von "ich brauch unbedingt einen neuen Rechner!" zu "ich habe den gleichen Rechner zwei Jahre später immer noch" gebracht hat. Ich spüre immer sofort, wenn ich auf eine Datei auf der alten Archivfestplatte zugreife, und stöhne, wie langsam das ist. Die wird beim nächsten Upgrade sicher auch mit umgestellt.



  • @patrik-kuehl
    Ich bin verwirrt. Fragst du gerade ob eine SSD für IntelliJ Produkte sinnvoll ist?

    Auf jeden Fall ja! Ich garantiere dir du wirst es lieben. Gerade mit IntelliJ Produkten.

    Vor einem Jahr habe ich meinen Entwicklungsrechner aktualisiert. Die SSD war beim Lesen cirka einen Faktor 4 schneller.

    Aber hier kommt der entscheidente Punkt. Ich nutze PyCharm und AndroidStudio und habe diese als sehr speicherintensive Anwendungen kennengelernt. Der Skeleton Generator von PyCharm legt bei WinPython einen Cache im GByte Bereich an. Bei jedem Start von PyCharm wird dieser aktualisiert, geladen oder sonst was. Starte ich PyCharm auf dem alten Rechner so ging ich erst mal einen Kaffee trinken. Nach 10 Minuten oder mehr war PyCharm fertig geladen. Auf dem neuen Rechner geht dies wesentlich schneller.

    Ich will es mal so formulieren. Durch eine SSD wird PyCharm flüssig bedienbar.

    Ähnliches Performanceprobleme habe ich bei Android Studio (Systemstart + Gradle Build) erlebt.



  • Bei meinem neuen Laptop bemerkte ich auch den erhofften Geschwindigkeitszuwachs. Was wohl aber auch an der Grafikkarte und dem 6-Kern-Prozessor liegt.

    Fürs Backup kaufe ich mir irgendwann aber eine 5TB oder mehr USB-HDD-Festplatte (mit eigener Stromversorgung), da mir dann der Speicherplatz und die Haltbarkeit wichtiger sind. Diese kommt dann an den Raspi und dient u.a. als Cloudspeicher für Nextcloud, die bei mir irgendwann Google ablösen soll.

    Edit: Beim Erstellen wird bei mir nur der Prozessor durchgehend 100% ausgelastet. Die SSD hat glaube auch Peaks mit 100% Auslastung, das RAM (32GB) wird bei mir nicht 100% ausgelastet.



  • Pardon, ich wollte früher Resonanz zeigen, war jedoch bei der Familie eingeladen.

    Ich hätte nicht vermutet, dass der Umstieg derart viel ausmachen soll, ich kann mir eure Beschreibungen auch kaum vorstellen, da ich wohl an einer HDD gewöhnt bin und es nicht besser weiß, keine Ahnung.

    @Th69
    Ich denke auch, dass zwei SSDs mehr Sinn machen, jedoch hatte ich mir das so vorgestellt, dass die OS-SSD lediglich die beiden Betriebssysteme beinhaltet und die Programme auf die andere (zusammen mit den Dokumentdateien). Bei Windows lässt sich dies entsprechend verlinken, sodass "C:\Program Files*" auf D:\Program Files*" zeigt, zumindest ging es damals bei Windows XP und 7. Müsste glaube ich auch bei Windows 10 gehen, werde ich sehen.

    @SeppJ
    Genau, ich lasse mich überraschen, mein Rechner ist für alles zuständig, wodurch ich mich schon auf den Umstieg freue. Ich wäre auch (etwas) überrascht gewesen, wären CPU (4-Kerner) oder RAM (16GB) beteiligt gewesen ...
    Wobei an meiner Hochschule, wo ich demnächst anfange in Teilzeit zu studieren, ein Mac-Fetisch besteht (abgesehen von den Medientechnik-Räumen wo zusammengebaut wird) und ein Mac ist für mich kein (richtiger) Rechner (bewirft mich gerne mit Steinen).

    @Quiche-Lorraine
    Ich habe zu 100% bewusst für Verwirrung gesorgt! Spaß beiseite, ich hatte auch im Nachhinein überlegt: "JetBrains IDEs sind schon recht leistungshungrig - beobachte das mal lieber ...".

    Und das mit dem Kaffee trinken kann ich bestätigen... Vor allem bei den Build-Vorgängen im Bereich der Webentwicklung. Laravel mit dem ganzen Ökosystem (Node.js zwecks Babel, webpack, PostCSS etc. pp. + Artisan-Befehle usw. usf.), zu 50% läuft alles flüssig - doch dann, wieso auch immer, laggt der ganze Rechner. Am schlimmsten fand ich immer Refaktorisierungen bei größeren Projekten, da konnte ich erstmal das Arbeitszimmer verlassen und mir einen Eiskaffee vorkühlen und die Katzen bespaßen. Ich denke, dass App-Entwicklung da im Großen und Ganzen ähnlich ist. Kumpel von mir, welcher seit und nach seiner Fachinformatikerlehre mit Java arbeitet, sagte mir, Gradle sei langsamer als Maven.

    @titan99_
    Ich denke auch, dass ich für die Backups die HDD behalte (notfalls, da es eine interne HDD ist, hole ich mir ein Case). Die Softwareprojekte werden nach der Fertigstellung ohnehin bei meinen Auftraggebern archiviert, ich packe diese nicht in meine privaten Backups (außer private Projekte).

    Ich kann mich mit Cloud-Lösungen nicht anfreunden, da ich viel Verfügungsgewalt verliere (vielleicht bin ich auch nur extrem paranoid, keine Ahnung), aber das Risiko, dass irgendein (Google-)Mitarbeiter meine Dateien löschen kann, ist mir zu unangenehm. Nicht, dass irgendwelche Fotos meiner Katzen gelöscht werden o.ä. Ich habe mich ehrlich gesagt noch nicht mit self-hosted Clouds befasst (wie bei Dir die Nextcloud), werde mich da mal schlau machen.

    Danke nochmal, nun heißt es, die kommenden Wochen bei Otto zu bestellen.
    Auf gut Deutsch, keine Kaffeepausen mehr, wenn ich ein Projekt öffne!



  • Wenn du noch schnelleren Speicher haben möchtest (etwa 2-5x schneller als externe SSDs), dann kann ich dir zu M.2 SSDs raten - ich habe selber ein Modul in meinem Win10-Desktoprechner und habe keinerlei Performanceprobleme mehr (gerade für die OS-Partition).
    Und nur als Backup nutze ich eine externe SSD (bzw. auch USB-Sticks).

    Edit: Es gibt 2 Typen davon: das schnellere PCIe (NVMe) sowie SATA (AHCI).
    Du müßtest bei deinem Mainboard nachschauen, was für Anbindungen du hast, s.a. den aus der obigen Wiki verlinkten Artikel M.2 SSD Guide – PCIe, NVMe und Co. erklärt.



  • Ich würde empfehlen eine SSD mit "power loss protection" zu verwenden. Was die Auswahl bei M.2 leider extrem reduziert. Mal ganz davon abgesehen dass man auf älteren Rechnern meist Probleme haben wird von M.2/NVMe booten zu können. Ja, manche BIOSe aus der pre-M.2 Zeit können schon von NVMe booten, aber die wenigsten.

    SATA SSDs sind für die meisten Sachen schnell genug. Speziell auf Windows wird man kaum einen Unterschied merken.

    Was eine vs. 2/3 SSDs angeht: Eine einzige SSD sollte im Normalfall ausreichend sein. Und die Dinger sind ja mittlerweise auch billig genug dass eine 1 TB SSD kein Problem darstellen sollte.



  • Man braucht ja nicht unbedingt eine SSD fürs Backup-Medium.



  • @eigenartig Richtig. Ich verstehe aber nicht was du damit sagen willst/worauf die Aussage bezogen ist. Grösse? Oder meine Empfehlung SSDs mit "power loss protection" zu verwenden?


  • Mod

    Ist denn power loss protection wirklich wichtig für Privatanwender? Sieht ja so aus, als wäre man deutlich eingeschränkt in der Auswahl, wenn man darauf besteht. Beim Heimrechner ist es ja typischerweise nicht so, als ob es große wirtschaftliche Verluste geben würde, wenn mal ein Record bei einer der sehr seltenen Stromunterbrechungen nicht geschrieben wird. Klingt eher nach nice to have, wenn das Wunschmodell das sowieso drin hat.



  • @Th69 | @hustbaer | @SeppJ
    Jetzt bin ich mir absolut sicher, dass ich irgendwo zwischen der Stein- und Bronzezeit lebe. Da ist meine HDD ein Witz gegen. Ich werde mich da schlau machen, solche Lese- und Schreibgeschwindigkeiten habe ich noch nie gesehen, bzw. kann mir diese kaum vorstellen.

    Ich weiß nicht, inwiefern ich auf "power loss protection" achten sollte. Ich benutze meinen Heimrechner auch für berufliche Softwareentwicklung, nur kommt, wie bereits erwähnt, eine Stromunterbrechnung selten vor und notfalls dürfte nicht der ganze Tag verloren gegangen sein.

    Und ich weiß auch nicht, ob mein Mainboard M.2 SSDs unterstützt, ich hatte mir das für das kommende Wochenende vorgenommen, sprich die Links von @TH69 in Ruhe durchzulesen und den Rechner dann auseinanderzubauen.

    Ich bin jedoch wirklich hammerhart in der Stein- oder Bronzezeit, ich benutze einen alten AMD Athlon mit vier Kernen und 16GB DDR3.

    Notfalls ist es ein passender Vorwand, die Kiste mal auf einen AM4-Sockel zu aktualisieren (inkl. dem ganzen Drumherum), dafür müsste ich dann einen passenden Moment finden, da mich das wohl einen Tag kosten wird.

    @eigenartig
    Ich hatte zuvor schon geschrieben, dass ich wohl meine jetzige interne HDD mithilfe eines Cases nach dem Umbau als externe HDD zwecks Backups nutzen werde, wird wohl am meisten Sinn machen. Ich denke auch, dass eine SSD als Backup-Medium zuviel des Guten wäre.

    Edit: Also, im Grunde möchte ich nur meinen Frieden haben, wenn ich die IDEs von JetBrains benutze. Es ist manchmal wirklich anstrengend, wenn man gefühlt den halben Tag für Rückmeldungen seitens der Programme aufwendet.


  • Mod

    @patrik-kuehl sagte in Umstieg auf SSD sinnvoll?:

    Edit: Also, im Grunde möchte ich nur meinen Frieden haben, wenn ich die IDEs von JetBrains benutze. Es ist manchmal wirklich anstrengend, wenn man gefühlt den halben Tag für Rückmeldungen seitens der Programme aufwendet.

    Wenn es dich glücklich macht, kann ich auch noch zusätzlich bestätigen, was Quiche-Lorraine schon schrieb: PyCharm und Kollegen sind sehr IO-intensive Anwendungen, die von schnellen Medien profitieren.

    Überhaupt war ich bei der Umstellung überrascht, wie viele Alltagsanwendungen zuvor an vielen Stellen wohl IO-limitiert waren, wo ich das gar nicht vermutet hätte. Ich dachte, das würde nur für den ersten Start was bringen, aber typische Anwendungen laden so oft was nach. Das merkt man dann sofort, wenn es auf einmal viel flüssiger geht. Wie ich schon sagte: Fast wie ein neuer Computer.



  • @patrik-kuehl sagte in Umstieg auf SSD sinnvoll?:

    Ich weiß nicht, inwiefern ich auf "power loss protection" achten sollte. Ich benutze meinen Heimrechner auch für berufliche Softwareentwicklung, nur kommt, wie bereits erwähnt, eine Stromunterbrechnung selten vor und notfalls dürfte nicht der ganze Tag verloren gegangen sein.

    Da würde ich eher in eine kleine USV investieren um das Zeugs noch zu speichern und ordentlich runterzufahren. Versicherung ... besser haben und nicht brauchen als brauchen und nicht haben.



  • @SeppJ
    Ich lasse mich da wirklich überraschen. Ich dachte, bevor ich hier den Thread startete, was für einen soliden Rechner ich hier stehen habe. Ich hoffe, dass das Mainboard halbwegs aktuell ist und ggf. die M.2 SSDs unterstützt, anderenfalls muss ich mir überlegen, ob ich mir eine SSD mit konventionellem Anschluss zulege.

    Sprich, eine 1TB SSD für alles und meine jetzige HDD zukünftig als externe Backup-HDD. Ggf. kann ich dann alles so belassen (CPU, Mainboard, RAM usw.) und installiere lediglich die SSD im Steckplatz. Andererseits wäre die ganze Aufrüstung Richtung DDR4, M.2 etc. der ideale Vorwand.

    @Swordfish
    USV, gutes Stichwort! Steht auch auf meiner "Ich informiere mich am Wochenende"-Liste, das wäre wirklich eine sinnige Anschaffung.

    Edit: Nochmal danke an alle, extrem wertvolle Tipps hier. Hätte nicht gedacht, dass ich so stark hinterherhänge mit der Hardware. Freue mich schon auf das Erlebnis nach der Umstellung.



  • @patrik-kuehl sagte in Umstieg auf SSD sinnvoll?:

    ich bin, da selbständig, auch gegen Datenverlust versichert.

    Tjoa, was was nie auf einer Platte (oder SSD) war kann Dir keiner wiederbringen.



  • @Swordfish
    Pardon, ich konkretisiere, es geht um den wirtschaftlichen Schaden.

    Die Versicherung, welche mir Daten herzaubert, suche ich noch.





  • Was für ein Mainboard hast du denn? Wenn du es nicht genau weißt, kannst du CpuZ dafür herunterladen (es reicht die ZIP-Version).



  • @Th69 PCIe 3.0, SATA 3.x oder USB 3.0 intern reichen doch schon, oder? ich kenn' mich mit M2's nicht aus 😞


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