Tsunamis



  • http://www.spiegel.de/wissenschaft/erde/0,1518,335130,00.html

    Ist ein Tsumnami sowas wie der Butterfly Effekt? Ich werfe hier ein Stein ins Wasser und Afrika wird von 900 m großen Wellen überrollt?



  • Unsinn.
    Auslöser für die Tsunamis sind Erdbeben/geologische Verschiebungen im Ozean von ungeheurer Energiefreigabe. Je weiter die Welle läuft, desto mehr schwächt sie sich dann ab.



  • Der Katastrophenforscher Bill McGuire, Direktor am Benfield Hazard Research Centre in London, sagte vor einigen Wochen, dass die Westflanke des Cumbre-Vieja-Vulkans auf La Palma wegzurutschen droht. Im schlimmsten Fall würden 500 Kubikkilometer ins Meer stürzen. Die Folge wäre eine angeblich 900 Meter hohe Welle, die zuerst die Nachbarinseln und nach einer Stunde Nordafrika erreichen würde. Südeuropa würde nach etwa vier Stunden von einer zehn Meter hohen Welle getroffen, über die Ostküste der USA könnte nach neun bis zwölf Stunden eine 20 Meter hohe Welle hereinbrechen.


  • Mod

    Dummsteller schrieb:

    Ist ein Tsumnami sowas wie der Butterfly Effekt? Ich werfe hier ein Stein ins Wasser und Afrika wird von 900 m großen Wellen überrollt?

    Eigentlich genau das Gegenteil: man wirft einen 10km großen Felsblock ins Wasser (bzw. lässt den nach unten wegkippen), und bekommt eine entsprechend hohe Welle...

    Eine Welle ist der Transport von Energie durch ein Trägermedium, d.h. die Energie muß zuvor eingebracht werden (eigentlich sogar mehr, da die Welle im Lauf des Weges gedämpft wird), z.B. durch Stoß oder Druck.



  • Das ist mir schon klar. Es geht mir um den Artikel, der in meinen Augen sehr übertrieben ist. Ich stell mir das Abrutschen einer Vulkanflanke so vor wie bei den kalbenden Eisbergen.
    Tsunmis können vielleicht lokal entstehen. Also die Nachbarinsel treffen. Aber in 100km entfernten Küstenregionen sollte man nichts mehr spüren...


  • Mod

    Naja, offensichtlich geht's aber doch. 😉

    Aber betrachten wir es doch mal von der Physik her:

    Durch den Abbruch wandelt man potentielle Energie (aus Lage und Spannung) in kinetische Energie um, d.h. man setzt eine gewisse Menge Wasser in Bewegung. Durch die Bewegung wird die Energie der Welle weitergegeben, sie wird ausschließlich durch Reibung minimiert... aber solange sie im freien Meer läuft, passiert nicht viel. Die Wellenfront wird durch die Wassertiefe kaum komprimiert.

    Sobald sie aber auf eine Küste zuläuft, wird die Front zusammengedrückt... d.h. eine kleinere Wellenfront muß die gleiche Menge Energie transportieren. Erst durch den Bruch der Welle wird die Energie wiederum freigesetzt, die Welle wird ihre Energiebotschaft los.

    Ok, ist bißchen vereinfacht dargestellt, aber wenn man sich die Animation hier ansieht kann man sogar erkennen, wie die Wellenfronten an den kleinen Hindernissen reflektiert werden...

    ➡ rtsp://shared.streaming.telefonica.de/spiegel/video/9470.rm

    In dem Artikel sind die Werte meiner Meinung nach etwas arg phantastisch, da stimme ich zu, denn ich denke der Einbruch des Meeresbodens hat eine größere Anfangsmenge Wasser bewegt, als dies durch einen Rutsch ins Meer entstehen kann... da mit 1000 Metern hohen Wellen zu argumentieren klingt unwahrscheinlich, da eine solche Welle vorher höchstwahrscheinlich in sich zusammenfallen würde (woher nimmt sie sonst ihre Spannkraft?). Irgendwo müßte dann ja mehr Wasser nach oben transportiert werden, um die Höhe zu erreichen, aber dafür braucht's ja auch Energie.



  • Aber je weiter man vom Ausgangsort weg ist, desto weniger Energie ist im Tsunami. Kreisumfang=2*Pi*r (also proportional r)
    In einer Entfernung von 1km hat man eine Energieeinheit. Dann hat man in einer Entfernung von 100km nur ein hundertstel. Hinzu kommen noch die Reibungsverluste...

    Wenn so ein Berg ins Wasser stürtzt reicht das vielleicht aus um die Nachbarinsel nass zu machen... aber mehr kann ich mir nicht vorstellen.



  • Dummsteller schrieb:

    Wenn so ein Berg ins Wasser stürtzt reicht das vielleicht aus um die Nachbarinsel nass zu machen... aber mehr kann ich mir nicht vorstellen.

    Tja, ich weiß nicht genau, wieviel Engergie letztenendes in die Flutwelle geht, aber in der Größenordnung 10^17 J wird's wohl schon sein, wenn man sich überlegt, wieviel Engergie in einem Erdbeben der Größe von 9 auf der Richterskala steckt. Da hat man dann, wenn sich die Energie gleichmäßig auf einen Kreis verteilt, was sie in dem Fall nicht tut, weil es kein punktförmiges Erdbeben war, auf einem 10 Meter breiten Standstreifen in 5000 km Entfernung immer noch 10^13 J an, was die Größenordnung einer kleinen Nuklearwaffe ist (IIRC) und mir verdammt viel zu sein scheint, so daß wir gerne noch ein paar Zehnerpotenzen wegnehmen können -- in der Nähe sein möchte ich jedenfalls nicht.



  • immer noch 10^13 J an, was die Größenordnung einer kleinen Nuklearwaffe ist (IIRC)

    Im Vergleich: die Hiroshima Bombe hatte AFAIK 6.276e13 J.



  • Wie kommt es eigentlich, dass sich das Meer kurz vor der Flutwelle noch einmal zurückzieht?? o_O
    Also ich habe da eine Vorstellung, komme aber nicht ganz dahinter. Vielleicht weiss einer von euch ja die Antwort.



  • Na wenn du eine Plastikfolie auf den Fußboden legst, und dann mit den zwei Fingern eine Stelle hochziehst, gehen ja die Ränder auch zur Mitte.



  • SeppSchrot schrieb:

    Na wenn du eine Plastikfolie auf den Fußboden legst, und dann mit den zwei Fingern eine Stelle hochziehst, gehen ja die Ränder auch zur Mitte.

    lol ... 🙄


  • Mod

    Die Begründung ist aber grundsätzlich richtig!

    Durch die Welle wird das Wasser ja nicht meer. (haha - schönes Wortspiel).

    Ein Hauptmißverständnis ist, daß viele Leute glauben das Wasser würde von Sumatra aus durch den Indischen Ozean schwappen und dann an der afrikanischen Küste eine Überschwemmung auslösen. Aber das ist völlig falsch. Das Wasser bei Sumatra bleibt bei Sumatra. Die Energie der Welle wird durch das Wasser hindurch übertragen, das Wasser selbst bewegt sich dabei nur relativ wenig (hängt von den Eigenschaften des Mediums ab und der Energie, aber es wird sich nur um wenige Meter oder Kilometer handeln). Im Grunde "drückt" das Wasser auf "Nachbar"-Wasser und dadurch wird die Welle verbreitet. Aber das Wasser selbst muß nicht nach Indien laufen. (Stichworte: Ausbreitungsgeschwindigkeit der Wellenfront, Wellengeschwindigkeit im Medium, Wellenwiderstand)

    Das bedeutet aber im Umkehrschluß, daß für die große Welle in Indien "lokales" Wasser benutzt werden muß. Da kein Wasser aus Sumatra mitkam, muß für die große Welle das Wasser vom Strand abgesaugt werden, um den großen Hügel zu bilden. Und der kommt dann einige Sekunden später an.



  • Was auch erstaunlich erscheint, ist, dass dabei keine Tiere umgekommen sind. Es wird behauptet, dass sie einen sechsten Sinn für sowas haben.

    Was wir als nächstes tun müssen: Uns nach dem Verhalten der Tiere orientieren, wenn diese sich merkwürdig verhalten (ständige Beobachtung eines Affen oder so). Dann überleben wir 👍 *rülps*



  • Warum sollte Tiere verletzt werden.

    Die liegen nicht am Strand und Sonnen sich.

    Glaubt jetzt nicht das alles in diesen Ländern zertört ist.

    Es sind einige hundet Kilometer betroffen. Aber nur in einer Landtiefe von max. 1,5 Kilometern. (abgesehen von den Inseln)

    Wer ein schlechteres Hotel hatte (weiter vom Strand entfernt) bekam die Welle nicht mit.

    Das sind auch die, welche jetzt wieder am Strand liegen und sich sonnen.
    (spinner in jedem Fall)



  • Die Experten behaupten das. Ich vertraue auf die Experten.
    http://www.wired.com/news/medtech/0,1286,66148,00.html?tw=wn_tophead_5

    Die liegen nicht am Strand und Sonnen sich.

    Aber ein Schild a la Tiere verboten wird sich dort bestimmt auch nicht finden lassen...



  • Also die Elephanten kommunizieren ja eh über tiefe Frequenzen im Boden.
    Also werden sie auch das Beben bzw. die anrollende Welle wahrgenommen haben.



  • Tiere im allgemeinen können ein höheres Frequenzsprektrum wahrnehmen, wodurch
    sie wohl von diesen Dingen früher was mitbekommen. Wobei ich auch nicht glaube
    das Elefanten am Strand liegen. Wozu auch, das Wasser können sie nicht trinken,
    und das Zeugs was da wächst schmeckt auch schlechter als das im feuchten Inland.

    Zu dem können Vögel fliegen und Fische wegschwimmen... 😉

    Devil



  • Außerdem sind die aufnahmen, die man im Fernsehen sieht ja von Leichensammelstellen, die werden sich aber sicher nicht die mühe machen und ggf verendete Tiere dahin schleppen.



  • Also die Amateurfilme von der Tsunami Welle im Fernsehen sahen doch recht harmlos aus. Es ist nur viel Wasser gewesen das auf die Schnelle die Stadt eingenommen hat. Im Vergleich zu den Katastrophenfilmen eher nichts...



  • Auch wenns doof klingt. Tsunamis sind keine Flutwellen! Beides sieht ähnlich aus, entstehen aber ganz anders. Und wems interessiert, der größte Tsunami dr beobachtet wurde, war nen lokaler in Alaska. Über 500m hoch : http://www.usc.edu/dept/tsunamis/alaska/1958/webpages/lituyacloseup.html


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