Frage zur GPL



  • Irgendwie gefällt mir die GPL nicht.
    So kann man als professioneller Programmierer keinerlei GPL Code verwenden oder man riskiert ständig sich 100 Konkurrenten einzuhandeln.

    Ja, man sollte den Focus der (L)GPL nicht aus den Augen verlieren - die Gemeinnützigkeit!
    Dort ist jeder deiner Konkurrenten dein Freund, denn er treibt die GPL- Entwicklung immer weiter ein Stück voran - in Userakzeptanz, verfügbaren Tools, Anwendungsgebieten, Schnittstellen zu anderen Domains etc.
    Die Bill Gates Mentalität - "Vernichte alle und sei Monopolist!" führte nur zum Anti Trust Act. Aber ist Bill wirklich böse? - Hat er nicht mit Windows und Office Lösungen entwickelt, die man als Quasi-Standard bezeichnen kann. Jetzt ist aber der Standard in den priporitären Händen einer Firma => Monopol! In Zukunft werden aber Lösungen entwickelt werden, die den Wohl der gesamten Menschheit dienen sollen. Z.B.: e-Government, e-Learning, Virtuelle Demokratie, e-Finance, e-News etc. Wenn diese dann nicht transparent oder außerhalb des Einflußbereich einzelner Interessengruppen oder Firmen liegen, wird's verdammt gefährlich. Obwohl jede Softwareentwicklung befindet sich in irgendeinen Rechtsraum. Deshalb hoffe ich mal auf die UNO.

    Stellt euch vor ich entwickle ein Computerinterface wie in Startrek.
    "Computer analysiere Xxxx mit hilfe von Blabla....", und sowas würde auf allen Sprachen und allen Akzenten funktionieren.
    Binde ich eine einzige GPL-Bibliothek ein, muss mein Programm auch unter der GPL stehen. Das Ergebniss ist das in einem Jahr es 50 Entwickler gibt, die im Grunde mein Programm verkaufen.

    Als jemand, der in den Bereich wirklich Ernst gemacht hat und gemeinnützige Aspekte berücksichtigt, kann ich Dir sagen, dass es in 30 Jahren noch kein intuitives Spracherkennungsmodul geben wird. Bereiche in dem heute commerziell IVR eingesetzt wird sind primär Call Center und Notfallsysteme. Es ist dann kinderleicht und genausowenig sinnvoll aus einer Handvoll von Möglichkeiten ala Speech eine Option zu wählen. Da kannst Du genauso gut bei DTMF(Tastenwahl) bleiben.
    T-mobile hat für Ihre Data Connect Kunden ein Voice-Portal geschaltet, das versucht ohne Ansage von Optionen ein ACD anzusteuern oder eine Voice Message abzuspielen, weil Sie sich sagen jemand der UMTS oder GRPS nutzt, ist als Testkanninchen für R&D die richtige Zielgruppe.

    Aber wir teilen die gleiche Vision. 😉

    Dann ist im Endeffekt der ganze GPL-Code nur für Informatik-Freaks, die nur studieren wollen und sich von Luft und Liebe ernähren. Einen praktischen Nutzen hat der Code nur als Theorie und für die Linux-Welt.

    Also ich erhoffe mir viel von der neuen GPL 3.0. Mein Patentanwalt meint auch es gibt einige neue Möglichkeiten von Konservierungen von Schnittstellen (Frameworks, API etc.), aber der gerade 11 K € von mir gesaugt. Den will ich im Moment nicht weiter füttern... 🙄

    Es ist auch etwas anders wenn wir von Standards, Specs oder Modellen reden. Diese werden dann unter einer kommeriziellen Interessengruppierung gestellt, die dann einen gemeinnützigen Standard oder Modelle ausarbeiten. Funktioniert auch gut => W3C, OMG, OASIS, ISO, IEEE, ACM u.v.m. Vor allem, man hat dann auch Geld für die gemeinnützige Arbeit und muss sich keine ehrenamtliche Opfer suchen. 😋





  • Irgendwie ist die GPL und LGPL verarsche für leute die Closed Source Software erstellen. Da ist die CPL1.0 irgendwie eleganter.



  • Naja nicht unbedingt verarsche, wie schon erwähnt, sie ist halt ausschließlich für gemeinnützige Sachen zu gebrauchen, und bringt mir daher momentan wenig^^



  • Kann man eigentlich Anwendungen für Linux erstellen die nicht unter einer GPL kompatiblen Lizenz stehen ?
    So ziemlich alles bei Linux steht doch unter der GPL.



  • @Devent
    ja

    ''' schrieb:

    Irgendwie ist die GPL und LGPL verarsche für leute die Closed Source Software erstellen. Da ist die CPL1.0 irgendwie eleganter.

    Wieso ''verarsche''?



  • ''' schrieb:

    Irgendwie ist die GPL und LGPL verarsche für leute die Closed Source Software erstellen. Da ist die CPL1.0 irgendwie eleganter.

    It's not a bug, it's a feature.



  • DEvent schrieb:

    Kann man eigentlich Anwendungen für Linux erstellen die nicht unter einer GPL kompatiblen Lizenz stehen ?
    So ziemlich alles bei Linux steht doch unter der GPL.

    natürlich geht das, denn die glibc steht unter der lgpl, die du verlinken kannst wie du willst. außerdem ist ein programm, das unter linux läuft kein abgeleitetes werk von linux (=dem kernel).



  • real programmer schrieb:

    DEvent schrieb:

    Kann man eigentlich Anwendungen für Linux erstellen die nicht unter einer GPL kompatiblen Lizenz stehen ?
    So ziemlich alles bei Linux steht doch unter der GPL.

    natürlich geht das, denn die glibc steht unter der lgpl, die du verlinken kannst wie du willst. außerdem ist ein programm, das unter linux läuft kein abgeleitetes werk von linux (=dem kernel).

    Mit diesem abgeleitet das ist ja so ne Sache. Ohne Linux würde das Linuxprogramm ja nicht laufen. Und laut der GPL reicht ja die Nutzung des GPL-Codes um als Erweiterung angfesehen zu werden, wenn das Programm ohne den GPL Code nicht läuft.
    Oder gilt da ne Ausnahme?



  • natürlich geht das, denn die glibc steht unter der lgpl, die du verlinken kannst wie du willst. außerdem ist ein programm, das unter linux läuft kein abgeleitetes werk von linux (=dem kernel).

    Naja, aber es gibt nunmal nicht nur den Kernel der unter GPL steht. Nehmen wir sowas essenzielles wie Qt. Hem, das steht doch unter GPL? Muss somit jede Anwendung die Qt nutzt auch unter GPL? Ich spreche jetzt nicht von der Windows-Variante, wo ich eine Closedsource-Lizenz kaufen kann. Nein, es geht wirklich um Linux und Qt.

    Es gibt sicherlich noch mehr alltägliche Linux-Libs die unter GPL stehen, oder?



  • Artchi schrieb:

    Nehmen wir sowas essenzielles wie Qt. Hem, das steht doch unter GPL? Muss somit jede Anwendung die Qt nutzt auch unter GPL? Ich spreche jetzt nicht von der Windows-Variante, wo ich eine Closedsource-Lizenz kaufen kann. Nein, es geht wirklich um Linux und Qt.

    Du kannst natürlich auch unter GNU/Linux QT mit CS-tauglicher Lizenz kaufen.

    Es gibt sicherlich noch mehr alltägliche Linux-Libs die unter GPL stehen, oder?

    Eigentlich stehen die meisten Libs unter der LGPL oder anderen Library-tauglichen Lizenzen.

    Pellaeon: LGPL-lizenzierte Libraries darfst Du auch ClosedSource-Software nutzen, wenn Du dynamisch dazu linkst.



  • nman schrieb:

    Pellaeon: LGPL-lizenzierte Libraries darfst Du auch ClosedSource-Software nutzen, wenn Du dynamisch dazu linkst.

    Jo aber hier gehts ja um die GPL und nicht um die LGPL. Sobald man GPL-Code nutzt, gilt das ja als Erweiterung des ursprünglichen Codes(egal ob man Source nutzt oder ne kompilierte Lib)
    Und wenn man Linux-BS-Funktionem benutzt, dann müsste das doch als Erweiterung gelten



  • Nein, ein Programm, das unter Linux läuft, gilt nicht als Erweiterung des Linux-Kernels.



  • Und wie ist das dann, wenn ich die GSL(Mathe-Lib) nutze?

    Ich schreibe ja keine neue Mathebibliothek. Ich habe ein Programm, wo ich halt Daten aus einem Spline brauche und dazu nutze ich (bisher) die GSL.
    Warum gilt das dann als Erweiterung im Sinne der GPL?



  • naja du darfst natürlich gpl programme zusammen mit closed source programmen benutzen (du kannst ja auch firefox unter windows benutzen.. :p)

    du könntest zum beispiel ein kleines programm schreiben welches die gsl benutzt und per commandozeile befehle entgegennimmt und auswertet. das programm musst du dann unter gpl stellen, kannst es aber natürlich auch in einer closed source umgebung benutzen, also könnte zum beispiel auch dein programm das hilfsprogramm aufrufen und seine rückgaben auswerten. wenn du dann dein programm verkaufst musst du die sourcen des hilfsprogramms beilegen. diese vorgehensweise ist im embedded bereich gängige praxis. (vor allem in routern, access points, und so ein kram)



  • Wobei "wird gemacht" auch nicht zwingend "ist legal" bedeutet. IIRC gibt's noch kein Urteil, ob solche Wrapper (wie sie z.B. auch von nvidia benutzt werden) legal sind. IMHO ist "ist abgeleitet von" eine transitive Relation. Der Wrapper ist abgeleitet von der GPL-Software, die CS-Software ist abgeleitet vom Wrapper...



  • also so wie ich es beschrieben hab ist es legal. wenn du ein pogramm um die lib baust was auch von einem menschen benutzbar ist, also in diesem fallen einen kleinen kommandozeileninterpreter der ableiten/integrieren kann darfst du dieses eigenständige programm in closed source geschichten benutzen. (natürlich ist das in diesem fall eine extrem unschöne lösung)

    bei diesen geschichten wo drum gestritten wird obs legal ist oder nicht werden kleine hilfsprogramme geschrieben die kein mensch benutzen kann, die sind auf das programm was sie später benutzen soll zu 100% zugeschnitten und kommunizieren dann per rpc oder sowas.



  • Pellaeon schrieb:

    Und wie ist das dann, wenn ich die GSL(Mathe-Lib) nutze?

    Ich schreibe ja keine neue Mathebibliothek. Ich habe ein Programm, wo ich halt Daten aus einem Spline brauche und dazu nutze ich (bisher) die GSL.
    Warum gilt das dann als Erweiterung im Sinne der GPL?

    Sag mal, kannst Du lesen? Müssen wir Dir alles vorkauen?
    http://www.gnu.de/lgpl-ger.html



  • Prof84@work schrieb:

    Pellaeon schrieb:

    Und wie ist das dann, wenn ich die GSL(Mathe-Lib) nutze?

    Ich schreibe ja keine neue Mathebibliothek. Ich habe ein Programm, wo ich halt Daten aus einem Spline brauche und dazu nutze ich (bisher) die GSL.
    Warum gilt das dann als Erweiterung im Sinne der GPL?

    Sag mal, kannst Du lesen? Müssen wir Dir alles vorkauen?
    http://www.gnu.de/lgpl-ger.html

    Sag mal, kannst Du lesen? Er fragt nach GPL und du setzt ihm den LGPL Text vor.
    SCNR



  • 'Widerstand ist nicht zwecklos!'
    Denn es steht aber folgendes drin

    Die meiste GNU-Software einschließlich einiger Bibliotheken fällt unter die gewöhnliche Allgemeine Öffentliche GNU-Lizenz (GNU-GPL). Die vorliegende Lizenz, also die GNU-LGPL, gilt für gewisse näher bezeichnete Bibliotheken. Sie unterscheidet sich wesentlich von der gewöhnlichen Allgemeinen Öffentlichen Lizenz (GNU-GPL). Wir benutzen diese Lizenz für gewisse Bibliotheken, um das Linken (d.h. die Verknüpfung von Bibliotheken und anderen Programmteilen zu einem lauffähigen Programm - Anmerkung der Übersetzer) von Programmen, die nicht frei sind, mit diesen Bibliotheken zu gestatten.

    Wenn ein Programm mit einer Bibliothek gelinkt wurde, sei es nun statisch oder dynamisch, so ist die Kombination der beiden, rechtlich gesehen, ein ,,kombiniertes Datenwerk``, also eine abgeleitete Version der Orginal-Bibliothek. Die gewöhnliche GPL erlaubt ein solches Linken nur dann, wenn die ganze Kombination die Kriterien für freie Software erfüllt. Die LGPL erlaubt dagegen weniger strenge Kriterien für das Linken von irgendeiner anderen Software mit der Bibliothek.

    Wir nennen diese Lizenz die ,,KleineAllgemeine Öffentliche Lizenz (,,Lesser GPL). weil sie weniger (,,less) dazu beiträgt, die Freiheit des Benutzers zu schützen, als die gewöhnliche Allgemeine Öffentliche Lizenz (GPL). Sie verschafft auch anderen Entwicklern freier Software ein ,,Weniger an Vorteil gegenüber konkurrierenden nichtfreien Programmen. Diese Nachteile sind ein Grund dafür, daß wir die gewöhnliche GPL für viele Bibliotheken benutzen. Die ,,kleine`` Lizenz (LGPL) bietet aber unter bestimmten besonderen Umständen doch Vorteile.

    So kann, wenn auch nur bei seltenen Gelegenheiten, eine besondere Notwendigkeit bestehen, einen Anreiz zur möglichst weitgehenden Benutzung einer bestimmten Bibliothek zu schaffen, so daß diese dann ein De-facto-Standard wird. Um dies zu erreichen, müssen nichtfreie Programme die Bibliothek benutzen dürfen. Ein häufigerer Fall ist der, daß eine freie Bibliothek dasselbe leistet wie weithin benutzte nichtfreie Bibliotheken. In diesem Falle bringt es wenig Nutzen, die freie Bibliothek allein auf freie Software zu beschränken, und dann benutzen wir eben die LGPL


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