Zu kompliziert?



  • hustbaer schrieb:

    Streams lassen sich doch wunderbar mit "Strömen" verdeutlichen, auf der einen Seite kommt was rein und fließt zur anderen Seite rüber, wo man es wieder rausholen kann.

    rofl
    ja, und dann machen wir auch gleich "quellcode-vorlage" und "halde" und "schlange", damit auch der letzte deutschsprachige programmieranfänger komplett verblödet, und sich ja nie mehr traut in englische literatur reinzugucken, weil er nicht weiss was ein template, ein heap oder ne queue sein soll.

    Er kann ruhig das Wort "Streams" verwenden, ich meinte nur, dass man die Funktionalität gut mit Strömen erklären kann. Bei nem Tutorial kommen so viele neue Sachen auf Anfänger zu, da lässt sich vieles einfacher merken, wenn man sich was halbwegs "konkretes" drunter vorstellen kann.
    Ebenso der Begriff "stack", wenn man nach der Einführung kurz erklärt, dass man sich die Datenstruktur wie einen Stapel vorstellen kann, mit drauflegen und von oben herunternehmen, hat man bei dem Begriff "stack" direkt im Sinn, wozu die Datenstruktur von Nutzen ist und was man (und was nicht) damit machen kann.



  • Also was an einer deutschen Erklärung schlecht sein soll, weiß ich nicht. Als ich damals in der 4. Klasse meinen Computer (C64) bekam, habe ich z.B. erst nicht gewusst was PRINT bedeutet. Gut, ich habe gesehen das es etwas "ausgeben" tut und das hat eigentlich auch gereicht um damit arbeiten zu können. Aber zu wissen das es "drucken" oder "aufschreiben" heißt, wäre damals schon von Vorteil gewesen. 😉



  • hustbaer schrieb:

    Streams lassen sich doch wunderbar mit "Strömen" verdeutlichen, auf der einen Seite kommt was rein und fließt zur anderen Seite rüber, wo man es wieder rausholen kann.

    rofl
    ja, und dann machen wir auch gleich "quellcode-vorlage" und "halde" und "schlange", damit auch der letzte deutschsprachige programmieranfänger komplett verblödet, und sich ja nie mehr traut in englische literatur reinzugucken, weil er nicht weiss was ein template, ein heap oder ne queue sein soll.

    ich bekomme jedesmal krämpfe wenn jmd. hier fragt "gibts auch ne deutsche seite?" - das muss man nicht noch unterstützen.

    Es ist eigentlich schon so, dass man allgemeine und grundlegende Konzepte in der eigenen Muttersprache bezeichnet und nur sehr spezifische Konzepte in der "Erfindersprache" belässt. Bei Universitäten und allgemein höherer Bildung werden daher solch grundlegenden Begriffe auch gerne eingedeutscht, sofern es äquivalente Bezeichnungen gibt. Ist das Normalste der Welt. Gerade dein "Halde" ist zum Beispiel so ein Fall. Genau so wie es auch z.B. einen "Eingabestrom" gibt.
    Alles auf Teufel komm raus, ohne Sinn und Verstand auf Englisch bezeichnen zu "müssen" ist genau so krampfhaft wie zum Beispiel spezifische Klassen zu übersetzen. Aber Letzteres will ohnehin niemand machen. Schließlich lernt man schon im ersten Schuljahr Englisch, dass Eigennamen nicht übersetzt werden.
    Bleibt also nicht viel von deinem Einwand übrig außer elitäre Abgrenzungsversuche 😉



  • steht cout nicht für character output? [Quelle vergessen]



  • "cout" is pronounced "see-out". The "c" stands for "character" because iostreams map values to and from byte (char) representations.



  • @minhen:
    Wo ist der Sinn "Halde" zu sagen wenn ich im Code doch wieder HeapAlloc schreiben muss? Oder "Schlange" wenn ich std::queue schreiben muss? Oder wenn mir der Compiler eine deutsche Fehlermeldung rauswirft wo "Quellcodevorlage" drinnen steht wenn ich im Code "template" geschrieben habe?

    Wenn ich den englischen Begriff schon kennen muss hat es für mich keinen grossen Sinn einen deutschen zusätzlich zu verwenden, das verkompliziert nur alles. Um einen Text mit Fachbegriffen flüssig lesen & verstehen zu können muss ich schliesslich nicht nur die Fachbegriffe einmal gelernt haben, sondern gelernt haben diese im Context automatisch richtig zu verstehen. Wenn ich "producer consumer queue" lese denke ich nicht nach was das heisst sondern weiss einfach automatisch wovon die Rede ist. Wenn da "Erzeuger-Verbraucher-Schlange" steht braucht das 1-2 Sekunden bis es "Klick" macht. Es ist einfach verwirrend und unnötig. Zusätzlich sind viele Fachbegriffe sowieso so abstrakt dass es nicht viel bringt deutsche Wörter dafür zu verwenden, da die genaue Bedeutung sowieso nicht aus dem deutschen Wort gefolgert werden kann.

    @Badestrand: oops, sorry, Misverständnis 🙂

    @this->that: Bleibt noch die Frage was ein Fachbegriff ist. Was ist mit red-black-tree? Soll ich das jetzt als Rot-Schwarz-Baum übersetzen oder darf das Red-Black-Tree bleiben? Was ist mit factory-object, guard, model-view-controller, exception, stack unwinding, binary space partitioning, space filling curve, ...? IMO sind das alles Fachbegriffe, und ich sehe keinen Sinn darin sie zu übersetzen, da sie durch die Übersetzung nicht klarer werden. Entweder man weiss was es bedeutet, oder man muss es nachschlagen.



  • hustbaer schrieb:

    @minhen:
    Wo ist der Sinn "Halde" zu sagen wenn ich im Code doch wieder HeapAlloc schreiben muss? Oder "Schlange" wenn ich std::queue schreiben muss?

    Es geht doch nur um Erklärungen!!! Keiner sagt, das man so fachsimpeln soll. Aber wenn man jemanden erklärt, was ein Stack ist, warum soll man nicht sagen "Ein Stack ist ein Stapel!"??? Bevor ich mir einen abbreche um zu erklären was ein Stapel ist, sag ich lieber gleich Stapel. Wir sind doch nicht beim Gesellschaftsspiel "Tabu" wo man das Wort nicht sagen darf.



  • Artchi schrieb:

    hustbaer schrieb:

    @minhen:
    Wo ist der Sinn "Halde" zu sagen wenn ich im Code doch wieder HeapAlloc schreiben muss? Oder "Schlange" wenn ich std::queue schreiben muss?

    Es geht doch nur um Erklärungen!!! Keiner sagt, das man so fachsimpeln soll. Aber wenn man jemanden erklärt, was ein Stack ist, warum soll man nicht sagen "Ein Stack ist ein Stapel!"??? Bevor ich mir einen abbreche um zu erklären was ein Stapel ist, sag ich lieber gleich Stapel.

    Na, na. Stapel für die Datenstruktur Stack ist aber doch ein ganz gruseliger Anglizismus, auf Deutsch heißt das Ding Kellerspeicher, und wächst auch in die andere Richtung als ein normaler Stapel (vermutlich, weil der gemeine Deutsche aus soziokulturellen Gründen nach unten, in den Boden hinein, denkt, wohingegen der Amerikaner gewöhnlich Optimist ist und gen Himmel denkt. Oder so.)



  • Die Übersetzung mit "Keller" habe ich immer so verstanden, daß man immer nur an das herankommt, was man zuletzt im Keller verstaut hat, genau wie beim "Stack".



  • @hustbaer: Mit etwas gesundem Menschenverstand, kannst du dir deine Fragen alle selber beantworten.

    @red-black-tree?

    Würde ein Informatiker mit Rot-Schwarz-Baum sofort verstehen was gemeint ist? Vermutlich nicht, also Englisch lassen.

    factory-object

    Factory-Objekt würde jeder verstehen. Ist auch etwas Geschmackssache.

    guard

    Seh ich nicht wirklich als Fachbegriff. Je nach Kontext übersetzen oder nicht.

    model-view-controller

    Englisch lassen

    Exception

    Wenn ich einfach über das Konzept schreibe, dann würde ich "Ausnahme" schreiben.

    Stack unwinding

    Ist für mich auch nicht wirklich ein Fachausdruck. Kann man auch gut übersetzen mit "Keller[speicher] aufräumen".

    binary space partitioning

    Wenn ich allgemein über das Konzept schreibe, kann ich sehr gut "binäre Raumaufteilung" verwenden. Wenn ich gezielt die Algorithmen vorstellen und abgrenzen will, eher BSP.

    Kann die Aussagen von minhen nur Bestätigen: Auch in meinen Uni-Skripten wurden wo es nur geht englische Wörter vermieden. Da hab ich erstmal bemerkt, wie gut das doch funktioniert und das Texte, die einen mit Englisch oder Denglisch erschlagen, meistens dadurch nur ihre Inhaltslosigkeit verschleiern wollen (Stichwort Marketingtexte und Buzzwords).
    Und die Bezeichnungen Kellerspeicher oder Kellerautomat sind nun wirklich passend - zumal sie von einem Deutschen erfunden wurden;)



  • Zu klären, warum ein Fachbegriff heißt, wie er heißt, trägt imho fast immer zur Verständlichkeit bei. Und oft geht das ganz gut mit einer Übersetzung oder einer Versinnbildlichung in der Muttersprache.



  • halde hört sich so bauernmäßig an. Und dass man nach einer ausnahme den keller aufräumen muss ist auch irgendwie dämlich. Eine kleine erklärung bei der esten nennung des anglizimus' reicht aus.



  • Also wenn ich mit meinen Kollegen auf Arbeit rede, dann sage ich z.B. "es wirft eine Ausnahme an der und der Stelle.". Komischerweise hat noch nie jemand verwundert geschaut oder mich nicht verstanden. Und ganz ehrlich? Alle anderen Kollegen reden eigentlich auch so. Wäre auch irgendwie unsinnig zu sagen "Es throwed eine Exception an der und der Stelle.". 😉



  • Artchi schrieb:

    Wäre auch irgendwie unsinnig zu sagen "Es throwed eine Exception an der und der Stelle.". 😉

    Hehe, genau das meinte ich. So reden eigentlich nur C0d3r und BWLer, die im Grunde von der Materie keine Ahnung haben.



  • @Badestrand:

    ich verwende da die vorgegebenen schriftarten, die im lgrind-latex package definiert sind. also nichts besonderes 🙂

    und zum thema deutsch-englische begriffsvielfalt, ich versuche, in dem text nicht eine version als die hervorragendste zu propagieren, sondern alle möglichen varianten einzubauen, die eben üblich sind (also eine empirische herangehensweise) und den streit, der sich jetzt auch hier auftut, auf eine gewissermaßen ironische art und weise zu reflektieren. ich glaube, das ist ganz gut so. ebenso verhält sich das mit cout - und was das eigentlich bedeutet. character output hört sich auch gut an, werde ich noch einbauen.

    mein hauptbedenken war (und ist) allerdings immer noch, ob ich nicht zu schnell bin bei bestimmten standardzeugs. immerhin verwende ich schon im dritten code-beispiel std::maps. ich finde allerdings, dass das passt. und das finde ich im prinzip auch, wenn ich funktionsobjekte im kapitel über funktionen vorstelle, natürlich auf einem weniger elaborierten grundwissen aufbauend.
    nur: ich brauche dazu eine zweite meinung.
    ist das zumutbar? bzw. kann ich in diesem stil auch weitermachen?



  • @this->that:

    Blödsinn, "throw" lässt sich schleicht eindeutschen ("gethrowd" ist wohl abartig), deswegen sagt man auch "geworfen". Aber immer noch Exception, Stack etc. Wer statt gewohnten englischen Begriffen ihre deutschen "Übersetzungen" verwendet, wirkt einfach unprofessionell. Englisch ist halt das Latein der Softwareentwicklung, der Vorteil ggü. Mediziner bzw. Philosophen (Altgriechisch) ist dass die Sprache recht einfach und auch anderweitig zu gebrauchen ist :).



  • 2-klicks-Hoster ist eine Zumutung. Mehr sage ich dazu nicht. :xmas2:



  • ok, hier ist nochmal ein link zu der ein-klick-version von savefile.com, was im dritten post vorgeschlagen wurde: http://www.savefile.com/files/1279572



  • Superlexx schrieb:

    @this->that:

    Blödsinn, "throw" lässt sich schleicht eindeutschen ("gethrowd" ist wohl abartig), deswegen sagt man auch "geworfen". Aber immer noch Exception, Stack etc. Wer statt gewohnten englischen Begriffen ihre deutschen "Übersetzungen" verwendet, wirkt einfach unprofessionell. Englisch ist halt das Latein der Softwareentwicklung, der Vorteil ggü. Mediziner bzw. Philosophen (Altgriechisch) ist dass die Sprache recht einfach und auch anderweitig zu gebrauchen ist :).

    Von einem "WinCE automation HMI developer" war auch nichts anderes zu erwarten. 🤡



  • peer reviewer schrieb:

    ok, hier ist nochmal ein link zu der ein-klick-version von savefile.com, was im dritten post vorgeschlagen wurde: http://www.savefile.com/files/1279572

    Aus generellem Interesse, würdest du mir auch die Source zukommen lassen? Mich interessieren da ein paar technische Aspekte 😉


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