Führerlose Züge?



  • Wenn die Nutten nicht aus den Puschen kommen, werden wir zeitnah führerlose Züge genehmigen und einsetzen müssen 👎 http://www.tagesschau.de/wirtschaft/lokfuehrer-gdl-115.html



  • Mir geht die ganze Streikerei inzwischen richtig auf die Nüsse. Ich sehe ein, dass das Niederlegen der Arbeit Druck auf den Arbeitgeber ausübt und auch notwendig sein kann, aber ich habe den Eindruck, dass in den letzten beiden Jahren im Bereich Fliegen und Bahn/ÖPNV zu oft gestreikt wird. Mir ist die Sympathie für die Streikenden gegen ihre (Groß)Konzerne verloren gegangen, weil ja fast ständig irgendwo gestreikt wird. Erst ist es das Sicherheitspersonal im Flughafen, danach streiken die Stewardessen und anschließend die Piloten. Wenn die dann fertig sind streikt die GDL, die dann von der EVG beim Streiken abgelöst wird. Es wird von den Gewerkschaften dann immer behauptet, dass "man weitestgehend Rücksicht auf Reisende nimmt", aber letztendlich sind sie immer direkt betroffen.
    Ich habe kein Problem mit führerlosen Zügen, die streiken wenigstens nicht. Bei Flugzeugen bin ich mir noch nicht sicher, ob ich ohne Pilot fliegen möchte, aber auf Kurzstrecken brauch´ ich keine Stewardess...



  • Diese Streikwelle damals und der hohe Tarifabschluss von elf Prozent mehr Lohn hat sich vielen im Land ins Bewusstsein eingebrannt. Zumal die GDL seit 2008 für ihre Mitglieder jedes Jahr – selbst im größten Krisenjahr 2009 – mindestens eine Lohnerhöhung von 2,0 Prozent oder mehr rausgeschlagen hat.

    - http://www.welt.de/wirtschaft/article133325141/Werden-Lokfuehrer-wirklich-so-schlecht-bezahlt.html

    Bei dem aktuellen VPI kann ich keine Forderung von 5% + weniger Arbeit unterstützen.

    Aber, darum geht es ja scheinbar nicht...

    Aber die Forderung um mehr Geld und geringere Arbeitszeiten sind nicht der Grund für die Eskalation dieser Tarifauseinandersetzung und damit die Streiks, die Zigtausende Bahnkunden nun treffen. Denn die Forderungen der GDL-Basis sind das eine – die Ziele der Gewerkschaftsführung das andere. Tatsächlich geht es in diesem Konflikt um ein Kräftemessen der beiden großen Gewerkschaften bei der Bahn: der GDL und der EVG.



  • kleinr schrieb:

    Wenn die Nutten

    Bitte achte etwas auf deine Ausdrucksweise. Das sind auch nur Menschen.



  • Also ich verstehe die GDL, sie handelt gemäß dem Namen GDL:

    Geh Doch Laufen

    ---

    Für meinen Geschmack ist der Streik überzogen.

    Ich verstehe auch den Konflikt nicht so ganz. Die GDL möchte auch für die Zugbegleiter die Gewerkschaft sein. Aber diese sind doch in der EVG Gewerkschaft. Wenn nun doch die Bahn sagt, dass diese nun auch zur GDL gehören, was macht dann die EVG? Auch zum Streik aufrufen?



  • Lokführer kriegen viel zuviel dafür, dass ihr Job jeder machen könnte. Das kann man doch nicht mit Piloten vergleichen. Eine Metzgerlehre ist schwieriger als Zugfahren.



  • earli schrieb:

    Lokführer kriegen viel zuviel dafür, dass ihr Job jeder machen könnte. Das kann man doch nicht mit Piloten vergleichen. Eine Metzgerlehre ist schwieriger als Zugfahren.

    Schon ausprobiert?
    Hat man als Metzger auch so eine große Verantwortung?



  • Aha, enerseits sind Lokführer also untalentierte, überbezahlte und vor allem ersetzbare Kurisoitäten unserer Gesellschaft, anderseits heulense rum wenn keiner mehr "Töff töff" macht ...

    Ach und, stellt euch mal vor die echten Nutten würden streiken ...



  • ScottZhang schrieb:

    Ach und, stellt euch mal vor die echten Nutten würden streiken ...

    *eeeek* !! 😮



  • IBV schrieb:

    earli schrieb:

    Lokführer kriegen viel zuviel dafür, dass ihr Job jeder machen könnte. Das kann man doch nicht mit Piloten vergleichen. Eine Metzgerlehre ist schwieriger als Zugfahren.

    Hat man als Metzger auch so eine große Verantwortung?

    Wahrscheinlich. Wenn ein Metzger Fleisch falsch zubereitet oder lagert können auch viele Menschen krank werden oder vielleicht sogar sterben, wenn Hygienevorschriften total missachtet. Was hat ein Lokführer für eine große Verantwortung? Weichen muss er nicht stellen. In Deutschland bremsen Züge auf (fast) allen Strecken selbst, wenn man über rote Signale fährt. Er könnte vielleicht losfahren, während Leute noch einsteigen, aber da muss er sich ungefähr so dämlich anstellen, wie ein Metzger der Leute mit Gammelfleisch umbringt.



  • MrBurns schrieb:

    Was hat ein Lokführer für eine große Verantwortung? Weichen muss er nicht stellen. In Deutschland bremsen Züge auf (fast) allen Strecken selbst, wenn man über rote Signale fährt. Er könnte vielleicht losfahren, während Leute noch einsteigen, aber da muss er sich ungefähr so dämlich anstellen, wie ein Metzger der Leute mit Gammelfleisch umbringt.

    Beim Metzger können nicht mal eben so hunderte Menschen drauf gehen bzw. sich schwer verletzen. So etwas kann passieren und das liest man immer wieder, wenn du mal die Nachrichten verfolgst, teils auch wegen Fehlverhalten des Lokführers (zu schnell gefahren (entgleisen), rote Ampel übersehen etc.).
    Ich hatte mal einen Lokführer als Nachbar, dem sind in 10 Jahren 3 Leute vor den Zug gesprungen. Viele seiner Kollegen konnten das nicht verarbeiten und mussten mit dem Beruf aufhören. Er wurde zum Ausbilder.

    L. G.,
    IBV





  • Ich finde den Streik ganz ok, zumal die Deutschen in dieser Hinsicht doch sehr träge sind.

    Wer die Privatisierung von Staatseigentum forciert, muss eben mit solchen Vorgängen rechnen. Als Lokführer noch verbeamtet wurden, gab es keine Streiks.

    Großverdiener sind sie auch nicht.



  • earli schrieb:

    Lokführer kriegen viel zuviel dafür, dass ihr Job jeder machen könnte. Das kann man doch nicht mit Piloten vergleichen. Eine Metzgerlehre ist schwieriger als Zugfahren.

    Du neidest Lokführern deren Gehalt? Als Softwareentwickler / Programmierer solltest du deutlich mehr verdienen.



  • Provieh-Programmierer schrieb:

    Ich finde den Streik ganz ok, zumal die Deutschen in dieser Hinsicht doch sehr träge sind.

    Wer die Privatisierung von Staatseigentum forciert, muss eben mit solchen Vorgängen rechnen. Als Lokführer noch verbeamtet wurden, gab es keine Streiks.

    Großverdiener sind sie auch nicht.

    Weil Beamte nicht streiken dürfen, oder?

    Man kann streiken, wenn sich keine Einigung erzielen lässt, aber die streiken doch ständig und jetzt auch noch in der kalten Jahreszeit. Wenn man so ein Mittel nutzt um dem Konzern zu schaden, kann man das auch auf den Sommer verlegen, damit man die unschuldige Bevölkerung nicht in der kälte stehen lässt!

    Warum streiken eig. nicht die Strom-/Gasversorger und Telekommunikationsdienste? Dann können wir gleich zusperren;)



  • Provieh-Programmierer schrieb:

    earli schrieb:

    Lokführer kriegen viel zuviel dafür, dass ihr Job jeder machen könnte. Das kann man doch nicht mit Piloten vergleichen. Eine Metzgerlehre ist schwieriger als Zugfahren.

    Du neidest Lokführern deren Gehalt? Als Softwareentwickler / Programmierer solltest du deutlich mehr verdienen.

    Wenn der Rädelsführer der Gewerkschaft die Grösse seines Hauses zu seiner Verteidigung einsetzt, ist dem Trottel sowieso nicht mehr zu helfen!



  • IBV schrieb:

    MrBurns schrieb:

    Was hat ein Lokführer für eine große Verantwortung? Weichen muss er nicht stellen. In Deutschland bremsen Züge auf (fast) allen Strecken selbst, wenn man über rote Signale fährt. Er könnte vielleicht losfahren, während Leute noch einsteigen, aber da muss er sich ungefähr so dämlich anstellen, wie ein Metzger der Leute mit Gammelfleisch umbringt.

    Beim Metzger können nicht mal eben so hunderte Menschen drauf gehen bzw. sich schwer verletzen. So etwas kann passieren und das liest man immer wieder, wenn du mal die Nachrichten verfolgst, teils auch wegen Fehlverhalten des Lokführers (zu schnell gefahren (entgleisen), rote Ampel übersehen etc.).

    Bei einem Dorfmetzger kaufen vielleicht nur 10 Leute pro Tag ein, in größeren Städten kaufen schnell mal mehr als 100 Leute pro Tag ein, die sich mit irgendeiner Krankheit infizieren können.
    Dass ein Zug zuschnell oder über rote Signale fähr, sollte eigentlich die Zugbeeinflussung verhindern. http://de.wikipedia.org/wiki/Zugbeeinflussung Ich bin mir nicht sicher, ob Zugbeeinflussung nur für Reiseverkehr gibt oder auch für Güter. Wenn es sowas für Güterverkehr nicht gibt, wäre das dumm. Aber eigentlich hat jeder Autofahrer ungefähr die gleiche Verantwortung. Wenn du in einer Großstadt mit 70kmh bei rot über eine Kreuzung mit zwei Fußgängerüberwegen fährst, kannst du auch schnell 50 Leute verletzen. Ich weiß nicht, warum einer soviel Verantwortung haben soll, nur weil er in Fahrzeug sitzt, in dem hunderte andere Leute sitzen, aber eigentlich nicht viel mehr machen muss als bremsen und gasgeben und zusätzlich noch Zugbeeinflussung gibt. Jeder Busfahrer muss mehr machen. Die Leute die in Stellwerken arbeiten haben deutlich mehr Verantwortung als ein Lokführer. Die Leute die Räder und Bremsen von Zügen warten, haben mindestens genauso viel, wenn nicht sogar mehr Verantwortung als ein Lokführer.

    IBV schrieb:

    https://www.youtube.com/watch?v=uddyvXiXjTk

    Das einzige Argument, dass er bringt, ist das ein Lokführer nach 20 Jahren 1750€ Netto bekommt. Warum machen Leute eigentlich immer Netto Angaben? Das Nettogehalt hängt doch von vielen Sachen ab und nicht nur vom Beruf. Ich weiß nicht, ob das mehr ober weniger ist, als z.B. ein Busfahrer bekommt. Wenn es weniger ist, sollen sie von mir aus mehr bekommen. Das Problem, dass ich mit dem Streik habe, ist, dass man nicht weiß, ob es wirklich um das Gehalt der Lokführer geht oder darum, dass die GDL Gewerkschaft von allen Bahnarbeitern werden will. Und da die GDL beim ersten Streik gesagt hat, dass Personenverkehr nicht/kaum betroffen sein wird, aber er es dann doch war, sind die für mich unglaubwürdig.



  • IBV schrieb:

    Schon ausprobiert?
    Hat man als Metzger auch so eine große Verantwortung?

    Ein Lokführer hat überhaupt keine Verantwortung. Wenn er einen Unfall verursacht, zahlt er das nciht aus eigener Tasche, kann er doch gar nicht.

    Und ein Metzger hat ziemlich viel Verantworung schon allein mit der Hygiene.



  • Provieh-Programmierer schrieb:

    Du neidest Lokführern deren Gehalt? Als Softwareentwickler / Programmierer solltest du deutlich mehr verdienen.

    Lokführer verdienen 2500-3500€ je nach Erfahrung. Finde ich ja auch ok, aber ist das wirklich so wenig, dass man das ganze Land lahmlegen muss, um eine Gehaltserhöhung/Stundensenkung (+5%/37h) zu fordern?
    Ist ja nicht so, als müsste ein Lokführer 5 Jahre Maschinenbau studieren. Den Job lernt man buchstäblich in weniger als einem Jahr, ich hörte letztens, dass die Schulungen dazu 9 Monate dauern.

    Nachtrag: Ich finde ja auch nicht schlimm, dass sie überhaupt mal gestreikt haben. Die ersten Streiks für wenige Stunden waren ja völlig normal. Aber vier Tage Dauerstreik, ernsthaft?



  • earli schrieb:

    Provieh-Programmierer schrieb:

    Du neidest Lokführern deren Gehalt? Als Softwareentwickler / Programmierer solltest du deutlich mehr verdienen.

    Lokführer verdienen 2500-3500€ je nach Erfahrung. Finde ich ja auch ok, aber ist das wirklich so wenig, dass man das ganze Land lahmlegen muss, um eine Gehaltserhöhung/Stundensenkung (+5%/37h) zu fordern?
    Ist ja nicht so, als müsste ein Lokführer 5 Jahre Maschinenbau studieren. Den Job lernt man buchstäblich in weniger als einem Jahr, ich hörte letztens, dass die Schulungen dazu 9 Monate dauern.

    Nachtrag: Ich finde ja auch nicht schlimm, dass sie überhaupt mal gestreikt haben. Die ersten Streiks für wenige Stunden waren ja völlig normal. Aber vier Tage Dauerstreik, ernsthaft?

    Geld, Ausbildungsdauer und Verantwortung ist doch alles völlig unerheblich.

    Der springende Punkt ist, dass man mit einem Streik den Arbeitgeber unter Druck setzen will. Wenn man aber damit die größtenteils durch Steuergelder finanzierte Infrastruktur eines Landes dauerhaft und mehrmals jährlich lahmlegt, ist eindeutig eine Grenze überschritten!


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