USA befreien verletzte italienische Geisel



  • Hm, sowas passiert dort dauernd. Die Ami-Soldaten haben derart Schiss, dass die alles verdächtige erst mal unter Feuer nehmen. Kommt leider normalerweise kaum in der Presse.
    Hab von nem Reporter gelesen, der ging einen Tag mit an nen Strassenposten. Ähnliche Situation, Auto kommt, Amis kriegen Schiss, schiessen. Familie im Auto, Eltern tot.



  • Die Soldaten da stehen einfach unter einem ungeheuren psychischen Druck (das ist wahrscheinlich ein Euphemismus) und schießen auf alles was sich bewegt. Normalerweise schert das keinen, weil das immer nur diese turbantragenden Kameltreiber erwischt, aber wenns dann mal eine italienische Starjournalistin ist -- oops, scheiße.



  • Optimizer schrieb:

    In der Bundeswehr ist jeder Soldat verpflichtet, Befehle zu verweigern, die gegen die Menschenrechte verstoßen und ich kann mir vorstellen, dass es in den USA zumindest ähnlich ist.

    Teil 1 der Aussage stimmt, Teil 2 nicht. Amerikanische Soldaten führen Befehle aus - ohne wenn und aber! Eigenständiges Denken ist nicht gewünscht! Das ist meine persönliche Erfahrung 3 Jahren Dienst als Zeitsoldat in einem NATO HQ.

    Tja, wenn ich im Irak stationiert wäre... Ich denke ich hätte auch geschossen, wenn die weiter auf mich zugefahren wären. Wäre nicht die erste Autobombe gewesen. Und ich glaube in dieser Situation hatten die Soldaten ganz klar den Befehl, das Feuer zu eröffnen.



  • Bashar schrieb:

    Die Soldaten da stehen einfach unter einem ungeheuren psychischen Druck (das ist wahrscheinlich ein Euphemismus) und schießen auf alles was sich bewegt.

    Das soll aber keine Entschuldigung sein, oder? Denn eigentlich ist es eher ein strafverschärfender Umstand, schliesslich sind zumindest die US-Soldaten alle freiwillig und vorsätzlich da. Das sind Berufssoldaten, die wussten also (oder hätten es wissen sollen), auf was sie sich da einlassen, und brauchen sich jetzt nicht auf "Stress" herauszureden.



  • F98 schrieb:

    Optimizer schrieb:

    Falls ihr auf die Vorfälle in dem Gefängnis anspielt: In der Bundeswehr ist jeder Soldat verpflichtet, Befehle zu verweigern, [...]

    Klar hat man das Recht den Befehl zu verweigern, die Sache ist aber die, dass man sich dadurch ebenfalls richtig in die Kacke reiten kann. Man steht als Befehlsempfänger immer zwischen den Stühlen.

    Nein, du hast mein Post nicht richtig gelesen. Es geht nicht darum, ob du das Recht dazu hast, es wäre als Bundeswehr-Soldat deine Pflicht, den Befehl zu verweigern. Du wirst dafür strafrechtlich belangt, wenn du es nicht tust.



  • Du wirst dafür strafrechtlich belangt, wenn du es nicht tust

    Aber nur, wenn es gerechtfertigt war, den Befehl zu verweigern. Und ob es das war, wird leider erst hinterher festgelegt. Man hat also die Wahl, einen Befehl auszuführen und dafür bestraft zu werden, weil er gegen die Menschenrechte verstoßen hat, oder man verweigert ihn und wird bestraft, weil es Befehlsverweigerung war ("wie jetzt, auf angreifende Terroristen schießen ist doch keine Verletzung der Menschenrechte...")



  • Jansen schrieb:

    Das soll aber keine Entschuldigung sein, oder?

    Nein, ich hab nur die Sarkasmus-Tags grade nicht gefunden.



  • ausser, er wird freigesprochen... 😃

    und was hat sich eigentlich der fahrer des wagens gedacht? "och, die leuchten uns an und schiessen in die luft! komisch! na, uns können die ja nicht meinen!", oder wie?



  • Naja, wie halt die Kornbauern die aus dem Apache abgeschossen wurden...



  • Eine Sache überrascht mich schon: sie haben zuvor zwei Kontrollpunkte passiert.
    Wie kommt es eigentlich, dass ausgerechnet der dritte Kontrollpunkt auf die Idee kommt, dass Terroristen in Anmarsch sind? Sprechen sich die Kontrollpunkte miteinander nicht ab?

    Die Amerikaner haben anscheindend nach der Methode: erst schiessen, dann fragen gehandelt. Andererseits müssen die Soldaten täglich um ihr Leben fürchten. (wurde hier alles schon genannt, müssen wir jetzt nicht weiter vertiefen).



  • Es wird sowieso nie aufgeklärt und wenn dann ist immer ein Zweifel da. Von dem Soldaten der einen unbewaffneten vor der Kamera erschossen hat hört man auch nichts mehr.



  • Joe_M. schrieb:

    Optimizer schrieb:

    In der Bundeswehr ist jeder Soldat verpflichtet, Befehle zu verweigern, die gegen die Menschenrechte verstoßen und ich kann mir vorstellen, dass es in den USA zumindest ähnlich ist.

    Teil 1 der Aussage stimmt, Teil 2 nicht. Amerikanische Soldaten führen Befehle aus - ohne wenn und aber! Eigenständiges Denken ist nicht gewünscht! Das ist meine persönliche Erfahrung 3 Jahren Dienst als Zeitsoldat in einem NATO HQ.

    Tja, wenn ich im Irak stationiert wäre... Ich denke ich hätte auch geschossen, wenn die weiter auf mich zugefahren wären. Wäre nicht die erste Autobombe gewesen. Und ich glaube in dieser Situation hatten die Soldaten ganz klar den Befehl, das Feuer zu eröffnen.

    Die US-Streitkräfte haben eine andere Kommandostruktur als die Bundeswehr. In der Army gibts einen Befehl von oben, den alle wie die Blindfische ausführen. In der BW ist es so, das jede Einheit größtenteils selbst entscheidet, wie sie zum "große Ziel" beiträgt (wobei ich mir aber in der Realität nicht so sicher bin).



  • Ein Bundeswehrsoldat darf keine Befehl ausführen der gegen geltendes Recht verstößt.
    Jeder ist für seine Handlungen selbst verantwortlich.
    Hat man bei einem Befehl Bedenken verlangt man diesen schriftlich.
    Geht dies nicht sucht man Zeugen.

    Einen Menschen zu töten verstößt gegen geltendes Recht. Im Krieg ist das "erlaubt " weil hier das Kriegsrecht zählt.

    Typische beispiel ist ein Scharfschütze bei der Polzei. Dieser tötet im Fall des finalen Rettungschusses eine Menschen obwohl er nicht bedroht wurde.
    Diesen Schuss gibt er aufgrund eines Befehles ab.
    Hier gibt es aber die Nothilfe.
    Dies macht so eine Schuss straflos und rechtens.
    Dh. er darf diesen Befehl nicht ablehnen wenn die Gegebenheiten es Rechtfertigen.



  • Unix-Tom schrieb:

    Ein Bundeswehrsoldat darf keine Befehl ausführen der gegen geltendes Recht verstößt.

    Das stimmt nicht. Er muß die Rechtswidrigkeit schon auch erkennen können, oder willst Du Schütze Meier einen Strick daraus drehen, wenn er den Befehl "Brücke sichern" wirklich die Brücke sichert, obwohl es für ihn nicht ersichtlich ist ob er sich gerade grundgesetzeswidrigerweise an einem Angriffskrieg beteiligt oder doch ein NATO-Bündnisfall eingetreten ist?

    Jeder ist für seine Handlungen selbst verantwortlich.

    Nein, im Soldatengesetz[1] steht's bewußt anders drin. Das lakonische "Unwissen schützt vor Strafe nicht" aus dem zivilen Sektor greift aus gutem Grunde nicht.

    [1]: http://www.soldatengesetz.de/PP___10___-___15/body_pp___10___-___15.html §11(2)



  • Optimizer schrieb:

    Falls ihr auf die Vorfälle in dem Gefängnis anspielt: In der Bundeswehr ist jeder Soldat verpflichtet, Befehle zu verweigern, die gegen die Menschenrechte verstoßen ...

    Das Recht des Menschen unversehrt zu leben ist kein Menschenrecht, oder?


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