Warum redet eigentlich niemend über den *Grund* des Amoklaufes?
-
Alle reden immer nur über die bösen, bösen "Killerspiele". (Was immer
das auch sein mag? Hat jemand dafür schon mal eine eindeutige
Definition geliefert?) Darüber wo und wie jemand sich Waffen besorgt
hat. Wie gefährlich und persönlichkeitszerstörend Splattervideos sind
und so weiter.Alle schreien immer sofort nach Verbot, sobald sie die ersten
Gerüchte von "gut informierten Augenzeugen"(TM) gehört haben, ohne
sie zu überprüfen, ohne auch nur ein mal zu berücksichtigen, wie
diese "Zeugen" zu dem "Täter" standen.Ich habe sowohl gestern als auch heute *nicht eine* einzige
Berichterstattung gelesen oder gesehen und auch hier, bis auf eine
kaum kommentierte Ausnahme, keinen Kommentar direkt gesehen (ja, ich
habe *nicht* alle gelesen, das waren einfach zu viele! Und bei
Telepolis schaue ich auch noch vorbei...) und auch gestern im
Fernsehn, daß sich ja bekanntlich *niemals* irrt nicht einen einzigen
Kommentator gehört, der auf das *eigentliche* Problem und die wohl
wahrscheinlichste Ursache eingegangen ist!Das Problem sind meiner Meinung nach weder "Killerspiele" (um deren
Definitionsveruche und potentiellen (Nicht)Einfluß sich hier die
meisten Diskussionen drehen) auch nicht die Waffen, die sich der
Amokläufer besorgen konnte, auch nicht die Musik, die er gehört hat,
Kriegsspiele mit Softair waffen, Horror- und Splattervideos.Ich denke, daß der *wirkliche* Grund für den Amoklauf darin liegt,
daß der betreffende Schüler über Jahre hinweg systematisch von
anderen Schülern gemobbt wurde, von ihnen ausgegrenzt wurde, ihm
keine Möglichkeit gegeben wurde, auf "normale" weise am Leben Teil zu
nehmen. Es wurde oft gesagt, er sei ein Außenseiter gewesen.
Warum hat niemand danach gefragt, wieso er das war? Warum fordert
niemand lange Gefängnisstaften für die früheren Mitschüler, deren
Verhalten über Jahre hinweg mit höherer Wahrscheinlichkeit zum
Amoklauf führten, als alle "üblichen Verdächtigen"(TM) jemals dazu
führen könnten? Warum redet niemand *darüber*?Ist es zu unbequem? Gibt es ein zu schlechtes Feindbild oder Ziel ab?
Will niemand potentielle "Opfer" treten, weil einem dann die
Opfer-Täter-Abgrenzung zu schwer fällt? Oder wollen die Politiker,
die wohl (fast) alle in der Schule eher Alpha-Tiere waren sich nicht
daran erinnern, wie *sie* die Schwächsten in ihrer Gruppe
niedermachten? Ich denke mal, daß für Reporter ähnliches gilt.Würde in letzter Konsequenz ja auch keine gute, leicht verkaufbare
Story geben:"Dummschlumpfhausen: Ein über Jahre von seinen Mitschülern gequälter
Schüler der (... langer Bericht über die Beweggründe...) an denen
Rache nehmen wollte, die sein Leben ruinierten hat sich eine Knarre
besorgt und ein paar davon erledigt, bevor ein SEK-Kommando
verhinderte, daß er alle ehemaligen Mitschüler und Lehrer...
Politiker hielten sich voller Verständnis mit Kritik zurück ...
Opferbünde kritisieren Rechtfertigungen von Amokläufen ...."Klar, will (und sollte) man nicht machen. Aber alles nur auf einen
Faktor, der wohl eher Nebensächlich ist zu schieben ist do ein wenig
zu einfach. Und von der Kausalität her schlicht falsch!
-
War was schneller als du: http://www.c-plusplus.net/forum/viewtopic-var-t-is-165630.html
-