Physik im Selbststudium



  • Welches Buch würdet ihr zum Selbststudium der Physik empfehlen? Es soll vor allem mathematisch exakt sein, hohe mathematische Vorkenntnisse sind kein Problem. Ist der Tipler gut?



  • Du solltest das alles mal genauer definieren. Was sind "hohe mathematische Vorenntnisse"? Welche physikalische Vorbildung ist da?
    Prinzipiell ist der Tipler sicher geeignet, um sich ein bisschen Physik beizubringen. Allerdings ist das Niveau verhältnismäßig niedrig (bzgl. der Hochschulphysik). "Mathematisch exakt" ist allerdings eher die theoretische Physik. Die eignet sich allerdings nur bedingt zum Selbststudium, das ist ein anderes Kaliber.



  • Diplom in Mathematik.

    Was wäre für theoretische Physik zu empfehlen?



  • Kommt drauf an, in welche Richtung es gehen soll. Für Mechanik gefällt mir persönlich der Greiner ganz gut. Für Elektrodynamik ist der Fließbach ganz nett. Und für Quantenmechanik bin ich gerade nicht sicher, welcher Autor da besonders empfehlenswert ist. Von Landau und Lifschitz gibt es da was. Der Fließbach ist da aber auch sicher nicht schlecht. Und in der Thermodynamik ist mir kein erträgliches Buch bekannt. Liegt aber wohl eher daran, dass theoretische Thermodynamik nicht gerade spaßig ist...



  • Die Landau-Lifschitz Reihe ist ganz gut, wenn man gute mathematische Vorbildung hat.



  • Ich empfehle mal andere Bücher...

    1. Ich denke, dass für ein Selbststudium vor allem Bücher geeignet sind, die Aufgaben UND Lösungen bieten. Dann kann man sein Verständnis gut selbst überprüfen. Die Reihe von Nolting deckt in dieser Beziehung wohl die gesamte theoretische Physik ab. Allerdings ist diese Reihe auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Ich habe den Eindruck, dass andere Bücher einen tieferen Einblick vermitteln.

    2. Deshalb empfehle ich zusätzlich noch folgende Bücher:

    2.1. Für theoretische Mechanik Kuypers, wenn überhaupt. Eigentlich ist die Mechanik nicht sooo interessant, dass man dort besonders tiefe Einblicke brauchen würde.

    2.2. Für Quantenmechanik Cohen-Tannoudji. Aus meiner Sicht ist das ein sehr gutes zweibändiges Werk. Es gibt auch viele, die Messiah sehr gut finden. Quantenmechanik ist sehr wichtig, da kann man auch mal ein Buch mehr haben.

    2.3. Für Elektrodynamik Jackson. Das ist einfach der Klassiker, den muss man haben.

    2.4. Thermodynamik ist problematisch. Dieses Gebiet kann auf sehr unterschiedliche Arten vermittelt werden. Deshalb sind hier vor allem auch mehrere Bücher angesagt, um ein echtes Verständnis der Materie zu bekommen. Mir hat damals vor allem auch das kleine Buch von Kerson Huang geholfen. Das ist aber eher "zusätzlich" zu sehen. Er hat auch noch ein anderes, vielleicht ist das auch sehr gut.



  • fgdfgdfg schrieb:

    Diplom in Mathematik.

    Welche Schwerpunkte?



  • Die Physik ist ein weites Feld, was interessiert dich denn am meisten und was weißt du schon über Physik?

    Was ich zur Quantenmechanik noch hinzufügen möchte: Shankar startet mehr oder weniger mit den mathematischen Grundlagen und den Postulaten der QM, anstatt wie die meisten anderen Bücher erstmal über den Doppelspalt zu philosophieren (was durchaus auch seinen Grund hat, aber für den Mathematiker möglicherweise zu pragmatisch ist).

    Ansonsten hat mir die gesamte Fließbach-Reihe gefallen... aber gerade für klassische Mechanik und Quantenmechanik gibt es ohnehin Unmengen an Büchern, von denen wenige wirklich schlecht sind.

    Achso, und ganz besonders für dich möglicherweise interessant: Foundations of Mechanics von Abraham. Gibt es kostenlos zum Download im Internet. Mechanik mit symplektischen Mannigfaltigkeiten, mathematisch exakter geht es nicht. Es ist auch eher ein Mathebuch, hat es aber ganz schön in sich. Aber für dich ist es dann ja vielleicht gut geeignet.



  • Gregor schrieb:

    fgdfgdfg schrieb:

    Diplom in Mathematik.

    Welche Schwerpunkte?

    So ziemlich alle.

    Interessiert bin ich an Mechanik, Relativitätstheorie und Quantenphysik.



  • dfgdfgdf schrieb:

    Gregor schrieb:

    fgdfgdfg schrieb:

    Diplom in Mathematik.

    Welche Schwerpunkte?

    So ziemlich alle.

    Interessiert bin ich an Mechanik, Relativitätstheorie und Quantenphysik.

    Für die allgemeine Relativitätstheorie muss hier das Buch von Rainer Oloff genannt werden. Habe ich teilweise zum Lernen für meine Differentialgeometrieprüfung verwendet, so viel Mathe ist da drin. Und es ist mathematisch sehr rigoros.



  • Danke, das klingt gut 🙂



  • dfgdfgdf schrieb:

    Interessiert bin ich an Mechanik, Relativitätstheorie und Quantenphysik.

    In dem Zusammenhang möchte ich auf folgendes hinweisen...

    Das Physik-Standardpaket, das man im Physik-Studium mitkriegt, hängt relativ stark zusammen. Man benötigt sowohl Quantenmechanik, als auch Elektrodynamik und Thermodynamik in vielen Bereichen der Physik. Deshalb sind diese Gebiete praktisch eine Art Grundlage für andere Bereiche der Physik.

    Die klassische Mechanik bietet hingegen in erster Linie eine Grundlage für die Quantenmechanik. Und man lernt dort auch etwas über einige ganz grundlegende Prinzipien in der Physik. Die ist also auch wichtig, aber sie wird nicht gerade überall angewandt.

    Die allgemeine Relativitätstheorie ist da IMHO anders zu bewerten. Das ist eine Spezialisierung und Du brauchst dieses Gebiet eigentlich nur dann, wenn Du Dich explizit auch für Astronomie oder Kosmologie interessierst. Ich will damit nicht sagen, dass Du das nicht lernen solltest, aber Du kannst es als einen Hinweis bezüglich der Reihenfolge ansehen. Zuerst kommt die klassische Mechanik, dann QM, ED und TD und danach dann alles weitere.



  • fdgfdgfd schrieb:

    Welches Buch würdet ihr zum Selbststudium der Physik empfehlen? Es soll vor allem mathematisch exakt sein, hohe mathematische Vorkenntnisse sind kein Problem. Ist der Tipler gut?

    Der Tipler ist ein umfangreiches Experimentalphysikbuch. Besser in dieser Hinsicht ist der Bergmann-Schäfer oder der Demtröder, darin wird der Inhalt deutlich ausführlicher behandelt. Das sind aber jeweils mehrere Bände.

    Für die Theorie ist die Sache schwieriger. Da hat man die Auswahl etwa zwischen verschiedenen Lehrbuchreihen etwa: Nolting, Fließbach, Greiner ... oder man nimmt einzelne Bücher zu den verschiedenen Themengebieten.
    Dazu eine Empfehlungsliste
    Mathematical Methods: Boas oder Hassani (auch für eine Mathematiker empfehlenswert)
    Mechanik: Goldstein
    Elektrodynamik: Jackson
    QM: Shankar oder Messiah



  • Den Nolting gibts bei uns als E-Book, den werd ich mir mal anschauen.



  • Ein Experimentalphysik-Lehrbuch was ich sehr gut finde, ist der Halliday (Viel Text, gut erklärt, z.T. recht gute Aufgaben). Der Demtröder ist ist heftiger, da dort fast jede Formel theoretisch hergeleitet wird und viel weniger in Form von Texten erklärt wird (liegt mir persönlich z.B. mehr).

    Für die Theoretische Physik, kann ich den Greiner empfehlen...den finde ich einfach nur genial.



  • 2.3. Für Elektrodynamik Jackson. Das ist einfach der Klassiker, den muss man haben.

    Zum neu lernen ungeeignet, meiner Ansicht nach. Die 3 Baende von Feynman seien hier auch noch erwaehnt.


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