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finix schrieb:
Mir ist spontan auch kein anderes Land mit Schulanwesenheitspflicht bekannt.
Also scheint das nichts zu sein, was man für das Überleben eines Staates unbedingt braucht. Also ist das kein Weltuntergang und man muß die Eltern nicht unbedingt wegsperren. D'accord?
Daniel E. schrieb:
a) 18/24 Stunden in den Fängen der Eltern, zwangsweise Kontakt zur Gesellschaft
b) 24/24 Stunden in den Fängen der Eltern
Welche Variante ist geeigneter indoktrinierte Kinder hervorzubringen?
a) Mehr von der Gesellschaft indoktrinierte Kinder
b) Mehr von den Eltern indoktrinierte Kinder
Wie schätzt du jeweils den Grad der Indoktrination ein?
Gesellschaftsindoktrination >> Elternindoktrination. Schon allein die Menge machts. Jeder wird durch das aktuelle System duchgeschleift, jeder bekommt die gleiche Propaganda vorgesetzt ... Eltern versauen "wenigstens" nur ihr eigenes Kind und keine ganze Bevölkerung.
Daniel E. schrieb:
Es gibt kein Eigentumsrecht der Eltern an ihrem Kind (zu keinem Zeitpunkt).
Warum dürfen dann deiner Meinung nach Eltern ihren Kindern bestimmte Bildung verbieten, warum soll es legitim sein den Kindern Falsches zu lehren?
Eltern haben gewisse Versorungsrechte über das Kind, so lange dieses noch nicht für sich selbst entscheiden kann. Genau wie Eltern ihren Kindern verbieten können bei McDonald's zu essen und stattdessen heimzukommen, können sie doch auch den Schulkonsum privat ausführen. Spätestens wenn das Kind alt genug ist, darf es sich so viel bilden, wie es lustig ist.
Du sprichst den Eltern diese Rechte ab und sprichst sie der "Gesellschaft" zu, also Leuten, die mit dem Kind nicht das geringste zu tun haben und vermutlich nie zu tun haben werden. Warum?
Daniel E. schrieb:
[...] Auch meine persönliche Erfahrung ist: wenn Leute für jemanden entscheiden, aber die Konsequenzen nicht tragen müssen, dann gehts den Bach runter.
Das ist genau der Punkt, die Gesellschaft hat die Konsequenzen zu tragen.
Ich habe sehr gelacht. Das ist doch gerade der Witz an einer "Gesellschaft". Es werden Risiken abgewälzt, Kosten umverteilt, Verantwortung abgeschoben und deligiert, so daß es kaum mehr erkennbar ist, wer Verursacher und wer Konsequenzenträger ist. Alles, was man über sie weiß, ist, daß sie Teil "der Gesellschaft" sind. Eine Gesellschaft handelt nicht, handeln tun immer Individuen und die müssen die Konsequenzen für ihr Handeln eben nicht übernehmen.
Daniel E. schrieb:
Ernsthaft, ich sehe kein besonderes Problem mit wirtschaftsorientierteren Lehrplänen. Man kann nicht *nur* Goethe lesen und Skulpturen aus Pappmasche basteln.
Das mit den wirtschaftsorientierteren Lehrplänen war nur ein Beispiel. Aber da stellt sich natürlich die Frage was Bildung ist, was den Kindern vermittelt werden sollte, zieht man mündige Bürger heran oder fachlich versierte Ausgebildete?
Keine Ahnung. Ich kann weder erkennen, daß das aktuelle Schulsystem "mündige Bürger" oder "fachlich versierte Ausgebildete" produzieren würde, sondern Leute, die nach 13 Jahren Schule nicht mal Prozentrechnen können.