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Ich denke, man dar das alles nicht so eng sehen.
Klar, hier im Forum achtet jeder drauf, möglichst schönen "modern C++" Code zu posten. In der Freizeit habe ich auch Spaß daran, möglichst viel aus C++ und den aktuellen Compilern herauszukitzeln.
In der Berufs - Praxis ist ein guter Programmierer für mich aber nicht jemand, der unbedingt wissen muss wofür mutable steht, und auch nicht auswendig irgendwelche Algorithmen weiß. Ein Programmierer mit pragmatischen Ansatz ist oft besser als jemand, der möglichst alle C++ Features voll ausschöpft, bei dessen Code danach aber keiner mehr durchblickt.
Man kann gewisse Dinge halbwegs kompakt in ein paar Funktionen schreiben, man kann aber auch zig Klassen erstellen die das ganze sehr elegant lösen. Ein simpler Parser wäre da ein gutes Beispiel. Die Betonung liegt auf simpel.
Tja ... in der Arbeit ist mir dann doch der pragmatische, kurze Ansatz lieber.
Bereits in 2 Firmen, in denen ich gearbeitet habe, wurden Programmierer gekündigt, weil sie die Dinge viel zu abstrakt gelöst haben. 1000 Abstraktionsebenen sind nicht immer sinnvoll.
In der Arbeitswelt ist man meist mit ganz anderen Problemen als mit C++ selbst konfrontiert. Riesige Codebasis, schlecht kommentiert, sowie gewisse Vorgaben durch den bereits vorhandenen Quellcode. Und habe ich schon erwähnt, dass man oft zu unsagbar abscheulichen Compilern kompatibel bleiben muss, die einem bei manchen Dingen von vornherein einen Strich durch die Rechnung macht? Gerade wenns um Templates geht, worauf aber viele moderne Konzepte basieren.
Außerdem ist C++ im Berufsalltag als Werkzeug zu sehen, wohingegen C++ hier in Forum oft ein Selbstzweck ist.
Außerdem kommt noch der fachliche Teil hinzu. Wenn ich in einer Firma arbeite, die embedded Software erstellt, sind Hardware Kenntnisse nötig. Wenn ich eine physikalische Simulationen programmiere, so sind Physik und Mathe Kenntnisse nötig. C++ ist da dann zweitrangig, denn in erster Linie geht es darum, fachliche Problemstellungen mit Hilfe eines Computers zu lösen.
Ich mag C++, und programmiere gern mit der Sprache, aber tut euch selbst einen Gefallen und vergöttert die Sprache nicht. Wer weiß, vielleicht müsst ihr im Job dann auf einmal C, C# oder Java programmieren, und ich weiß nicht ob euch die Kenntnis von mutable da weiterbringt