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Daniel E. schrieb:
Cf. Gerhard Prause, "Niemand hat Kolumbus ausgelacht".
Galilei hatte immer gute Beziehungen zu der Kirche, die sich auch mit seinen Theorien ernsthaft auseinandersetzte. Sie waren nur nicht bereit, das heliozentrische Weltbild als der Weisheit letzter Schluß zu akzeptieren, weswegen es zu dem Inquisitionsprozess kam (absolute Wahrheiten sind in der Religion eh besser aufgehoben, als in der Wissenschaft). Ohne erstichtlichen Grund stritt Galilei nun seine Thesen von der absoluten Wahrheit ab, und bekam als harte Strafe einige Bußpsalmen auferlegt. Seine Arbeiten wurden niemals verboten oder dergleichen. "Und sie bewegt sich doch" hat er auch nie gesagt. Galilei war kein Märtyrer [...]."
Herr Prause sollte sich vielleicht mal die Rede des Papstes zur Rehabilitation von Galileo durchlesen (wozu eigentlich eine Rehabilitation, wenn nach Prause doch alles Friede, Freude, Eierkuchen war?).
Galileo vertrat keineswegs die Ansicht, dass der Heliozentrismus die absolute Wahrheit sei. Er lehnte es allerdings ab, der Kirche eine Brücke zu bauen und das heliozentrische Weltbild lediglich als Hypothese zu bezeichnen. Er forderte also einen radikalen Bruch mit den alten Erklärungen. Das nahm ihm die Kirche übel, da sie ihre Bibelauslegung nicht so schnell an die neuen Erkenntnisse anpassen konnten, ohne zu sehr an Glaubwürdigkeit zu verlieren.
Lustig übrigens, dass Prause dieses Verhalten von Galileo (eine Theorie nicht als Hypothese zu bezeichnen, bis sie unwiderlegbar bewiesen ist) als Stein des Anstosses herausstellt, gleichzeitig aber selbst postuliert, dass Theorien niemals endgültig bewiesen werden können.