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Wer wissen soll, wer ich bin, weiß es.
Gedanken, die einer Chronik ähneln
Wisst ihr, es gab eine Zeit, da dachten die Menschen, Kommunismus würde die Abschaffung der Firmen bedeuten. Welch irrsinniger Gedanke, doch ich glaube, man muss respektieren, dass sich die Menschen immer geirrt haben. Sie lehnten den Kommunismus ab, weil er zu schwer regelbar sei (!) - sie gingen davon aus, dass im Kommunismus stets eine zentrale Instanz existieren müsste, weil Firmen, wie man sie damals sah, stets egoistisch und zerstörerisch zu handeln schienen. Sicher, das scheint dumm und unsinnig zu klingen, doch wir müssen uns eins vor Augen halten: die damalige Situation schien auf derartigen Gesetzesmäßigkeiten zu beruhen.
Sie hatten außerdem eine komplett andere Weltsicht – wir müssen uns damit zurückhalten, zu sagen, dass solch dumme Zustände auf dumme Menschen schließen lassen würden, denn ohne sie wären wir nicht hier, hier wo wir sind. Der Planet Erde, der einzige den sie kannten, war aufgeteilt in so genannte “Staaten”. Jeder Staat hat größtenteils für sich selber existiert. Um das zu mildern haben die Staaten allerdings gehandelt. In jedem wichtigen Staat gab es eine eigene Währung, eigene Gesetze, eine eigene Justiz, alles war vielfach vorhanden. Denn die Staaten wollten ihre Macht nicht verlieren. Nun, tatsächlich waren die Staaten oft in eine Art Konkurrenzkampf entwickelt. Man könnte sagen, dass sich erste Ansätze des heutigen Systems entwickelt haben, als im zwanzigsten Jahrhundert alter Zeitrechnung, nach heutiger Zeitrechnung wäre das das zweite Jahrhundert vor der neuen Welt, viele Staaten den bewaffneten Konkurrenzkampf aufgegeben haben und sich zu Gemeinschaften zusammengeschlossen haben.
Nun gut, diese Staaten also waren bis auf Auswüchse des zweiten Jahrhunderts vNW die gröbsten Gefüge, die man als zusammenhängend bezeichnen mag. Diese Staaten waren von den in ihnen enthaltenen Firmen meist unabhängig. Der einzelne Staat enthielt also eine ganze Zahl Firmen, die gegeneinander arbeiteten. Die Firmen waren einfach meist zu klein um wirkliche Macht zu erfahren.
Wie konnte aus einem derartigen, irgendwo barbarischen System unser heutiges Funktionssystem entstehen? Ein Teil der Geschichte ist, dass die Staaten ihre Macht freiwillig abgaben, aus der Einsicht, dass ihre Firmen unter weniger “Bürokratie” (für diesen Begriff gibt es heute wohl kein Pendant mehr) und Regulierung besser arbeiten konnten um den maximalen Wohlstand für den Staat zu erreichen. Außerdem verstärkte der Wettbewerb unter den Staaten den Deregulationsdrang. Die Gemeinschaftsbildung sorgte auch dafür, dass eine Firma nicht länger auf ein Land beschränkt war, sie nannten das damals stolz “multinational” oder gar “international” (Anmerkung: “national” steht hier für den Staat). Ein weiterer Effekt war die Zusammenschließung der Firmen zu “Über-Firmen” oder einfach den heutigen Fabricerien. Zunächst verhindert durch Kartellämter fielen auch diese den Deregulierungen zum Opfer und der Weg war offen für die neue Zeitrechnung. Diese ganzen Effekte hatten ihre Blüte im 1. Jahrhundert vNW.
So wie diese Effekte eine Blüte hatten, so war dies auch eine unschöne Zeit für die Menschen. Ich denke nicht gern daran, fasse mich lieber kurz. Die mächtigen Firmen hatten die Macht, waren aber noch nicht angepasst. In dieser Phase der fehlenden Anpassung gab es viel Leid. Glücklicherweise lernten die Firmen, sich anzupassen. Zum Glück ist das überwunden.
PS: Unser Redner befindet sich in einer Gesellschaft, in der Firmen den Staat ersetzt haben.
Hach ja ein Text. Und geheimnissvoll noch dazu weil anonym. GEIL!