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Gregor schrieb:
Jo. ...im Koran steht stattdessen:
"Leben um Leben, Auge um Auge, Nase für Nase, Ohr für Ohr, Zahn für Zahn und Wiedervergeltung von Wunden"
Bitte immer ganz zitieren!
(bei mir ist es Vers 45)
Der Vers davor (5:44) spricht von der Thora.
Der Vers 5:45 spricht davon, was Gott in der Thora vorgeschrieben hatte und nicht im Koran!
...Wir hatten ihnen darin vorgeschrieben...
darin = in der Thora
5:44 Wir hatten die Thora hinabgesandt, in der Führung und Licht war. Damit haben die Propheten, die gehorsam waren, den Juden Recht gesprochen, und so auch die Wissenden und die Gelehrten; denn ihnen wurde aufgetragen, das Buch Allahs zu bewahren, und sie waren seine Hüter. Darum fürchtet nicht die Menschen, sondern fürchtet Mich; und gebt nicht Meine Zeichen hin um geringen Preis. Wer nicht nach dem richtet, was Allah hinabgesandt hat - das sind die Ungläubigen.
5:45 Wir hatten ihnen darin vorgeschrieben: Leben um Leben, Auge um Auge, Nase um Nase, Ohr um Ohr und Zahn um Zahn, und für (andere) Verletzungen billige Vergeltung. Wer aber darauf Verzicht tut, dem soll das eine Sühne sein; und wer nicht nach dem richtet, was Allah hinabgesandt hat - das sind die Ungerechten.
Und übrigens, (wo wir schon beim Thema sind), das ist eins der Unterschiede zwischen Islam und den vorherigen Religionen. In den vorherigen Religionen gab es nämlich "konkrete" Strafen (Auge um Auge...) Im Islam dagegen gibt es für die Strafen Grenze.
Im Allgemeinen gelten im Islam immer obere und untere Grenze so dass man sich innerhalb dieser Grenzen "bewegen" kann, diese (Grenze) jedoch auf keinen Fall über- bzw. unterschreiten darf. Bei der "Bewegung" (Feslegung der Strafe z.B.) spielen verschiede Faktoren eine Rolle. Darunter auch "Zeit" und "Ort" (Beispiel: die Strafe für die selbe Tat kann (und darf auch) sich im Iran im 15. Jahrhundert von der in der Türkei im 21. Jahrhundert unterscheiden)
Und genau dieser Punkt (Grenze im Islam) unterliegt die "Deutungen", die verschieden sein können. Und so wird dieser Punkt "manchmal" mißbraucht. Ein Sehr gutes Beispiel ist das Kopftuch. Die einen sagen, die Frau muß ein Kopftuch tragen, die anderen sagen, nein sie muß es nicht. Tatsache ist aber, dass es im Islam für die vorschriftsmäßige Kleidung der Frau UND des Mannes obere und untere Grenze gibt.
Entschuldigung, wenn ich jetzt vom Thema abgekommen bin. Ich wollte lediglich den Punkt "Auge um Auge..." von der islamischen Seite her erläutern.
Danke!